ten m. verstr. ‘Atmung, das Atmen’, auch ‘die ein- bzw. ausgeatmete Luft, Atem’ – de jen schtäit schtill JE2-Scho; Oan hol JE1-Pre; ut’n Natn sin Id-Eilsa 49; ick bin janz außer dn ZE-Roß; dor grichd g dam mor BE-Scha; Nu hultense allebeed n Aden an un horchten. Wäschke 61915,48; de wint benimt einen en nten Wb-Nharz 133; Rda.: hatt’n Ohin verbasselt ‘er/sie stirbt’ JE2-Wul; der hölt den Aoten an ‘er stirbt’ OST-Gee.
Lautf.: At(e)n, - vereinz. elbostf. (außer sö); te, - HA-Oh, Wb-Nharz 18; Aot(e)n, Oat(e)n, t(e)n vereinz. Altm., Spr-Maa 443 (WO-Ol), QUE-Di, DE-Or; Ad(e)n WA-We, vereinz. anhalt.; [dam] BE-Scha; Oad(e)n, dn, [dn], [dn] verstr. nwaltm., Pohlmann 1905,88, ZE-Roß, QUE-GrSchie, DE-Ho; Oachen JE2-Mi; Aozen Wb-Altm* 49; [jn] JE2-Scho; [jn], [n], [:] Siedler-Je § 86 (n/mittleres JE2); Ohin JE2-Wul; Oan, ’n, [], [] ZE-Roß, JE1-Pre, vereinz. anhalt.; [jn], [] Siedler-Je § 86 (s JE2 JE1), [a] Mda-Ze (verstr. ZE); [audn] SA-Dä; At(e)m Krause 1964,57, DE-Vo; dm DE-Kle; odem, od’m Mda-Sti 17 und 36; Nbff.: Nten, n- vereinz. w elbostf.; [nt] Id-Eilsa 80; Nte, n- vereinz. w elbostf.; [nt] BLA-Be.
1August m. Monatsname, verstr. – dat Umtrecke soll am irschten Aujust sind JE2-Zo; dät Haikrt (Heidekraut) blt in Aujust JE2-Scho; Fritze word in Madeborch inekle’et, un Midde August, ..., jung et mit de Isenbahn in’n lanken Milletärzuge na Frankreich rin. Wedde 1938,57; Bauernregel, Zus.:is d east Augustwoch hitt,
blifft de Winda lang witt
SA-Rist.
Lautf.: August, Aujust.
Aust m., slt. auch f. 1. ‘Ernte(zeit)’, vgl. Erne, bezogen vor allem auf die Getreide-, bes. die Roggenernte, slt. auch nur der (Ernte-)Monat August, 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm. (außer CALV n WO), WO-Ucht, verbr. JE2, verstr. n JE1, JE1-Gö Lei, ZE-Bur – anna Woch gait Aöst ls SA-Dä; w rbai’n in Aust schw JE2-Scho; Enns was’t ook w’r Aust west, un’t Koarn was all rin, ... Pohlmann 1905,7; Immer wurr in’n Aust ne Schöddel vull met noat Feld noahmen ... JE2-Fi; Rda.: “Krischan, verloat mi nich to’n Aust.” sagt eine Garbenbinderin zum Knecht, der zu schnell mäht, ADVK Nr. 88 (GA-So); Toerst int Jahr kümmt de fröhliche Ostern, drup de lustige Pfingsten, un denn de sackermentsche Aust. Spr-Altm 76; Bauernregel: ’n fruchtbar’n April möckt dänn Aust nich still. Bewohner-Altm 1,319; Sovöäl Daa de Swattdorn vorn Maidag blöht, sovöäl Daa wätt vöä Jakobi (25. Juli) Aust STE-Scho. – Brauch, Volksgl.:  Erne. – 2. ‘das nichtkirchliche Erntefest’,  Ernekranz, 2: ADVk Kt. 76 (vereinz. nbrdb.) – zum Brauchtum vgl. bes. Ernebrde(n), Ernekranz, Vrgdendl.
Lautf.: Aust, [aust], [aost]; außerdem: Aus Ehlies 1960a 78; [oust] SA-Rist; [aöst] verstr. nwaltm.; Nbf.: Austen GA-Sta, JE1-Gö. – Gram.: f. belegt SA-HDo, OST-GrBeu, STE-Do, JE2-Mö, JE1-Lei. – Etym.: ndl. Siedlerwort, ndl. oogst zu vulgärlat./mlat. augustus, das seit dem 12. Jh. ‘Ernte’ bedeutet; die urspr. Lautform auf - wandelt sich unter dem Einfluss des Monatsnamens August vielfach zu Aust, vgl. Wb-BrdbBerl 1,385, Teuchert 21972,234 f.
Austeblme f. PflN ‘Echtes Labkraut’, vgl. Austkrtd Austebl’m blin anne Wje 2: JE2-Scho.
austen Vb. ‘(Getreide) ernten’ 2: vereinz. Altm., JE2-Fe Scho, JE1-Grä – w willn majen Roggng aust’n JE2-Scho; subst.: Dat Austent ging nu düchtig los; ... Pohlmann 1905,20.
Lautf.: austen, aust’n, [aust]; außerdem: [ast] Mda-Ar 39; Austent subst. Pohlmann 1905,20.
Austplme f. PflN früh reifende Pflaumensorte mit kleinen runden gelben oder blauen Früchten,  Spelling, 2: OST-See, JE2-Scho Wa – d Austpl’m sünd d ast’n, d rpe w’n JE2-Scho.
Lautf., Gram.: Austplum JE2-Wa; [austpl] Pl. JE2-Scho; Austpflaume OST-See.
wend m. 1. ‘Tageszeit der Dämmerung, des Dunkelwerdens’ verbr. – jägen Oavend GA-See; hte ne MdanwJe1a 44 (JE1-Gra); fon nbent ‘heute abend’ Wb-Nharz 130; et nes ‘abends’ Mda-Ma 61 (JE1-Lei); zu ’mde dass., Wb-Ak 15; Gn mnd! Grußformel, HA-Oh; nbent dass., Wb-Nharz 130; nmt dass., Wb-Ak 119; hte mnd jefft Tüffeln un Schtippe JE2-Scho; dat diurt nich mea lang, denn is dat Aomd SA-Dä; Densülwigen A’nd ... kamm der Schulte ut de Hofporte ... Heimatkalender-Je 1923,96 (JE2-Vie); ... bes sich de Harrschaft n Amnt hinjelät hadde, ... Wäschke 61915,3; Also de Fabern jeht ’n verjangenen Dienstag jejen Amt ... na ihren Mann sein Jrab ... Heimatkalender-Ze 1961,89 (ZE-Ze); Drews angelte ma eenes A’ms dremme von de Johnzer (ON Jonitz) Seite “Uff Roobfisch”. Krause 1964,30; Rda.: Fr un ’md is ns von kurzen und dunklen Wintertagen gesagt, Wb-Ak 15; et is en schenen awent hide awent van awent; ek mechte en mal bi dage sein (sehen) Id-Quea 142; Sprw.: de Miese, de morjens danzen, kriegt’n Abend de Katze WA-West; Je späder de A’mt, je schönnder de Gäste. Wb-Holzl 34; s iss no nich alle Ta’e Aomt KÖ-Bre; n md worn de Faul’l flaißich DE-Ca; Reim:Des Morgens Kartoffelsupp,
Des Mittags Kartoffelbrei,
Des Abends Kartoffeln ganz,
Hier wohnt Kartoffelhans.
Vk-Anhalta 43;
Neckreim:Otto, Potto Roawennest,
wo bist du gistern Oawend west,
bei dien Brut,
sühst joa noch so suer ut.
STE-Wa.
– 2. ‘Westen’ 2: JE1-Zie Zi, ZE-Ste, 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Ak 16, DE-Els – in bent Wb-Nharz 1; de Wind kümmt ut’n Abend HA-Bee; In ’md stt awwer anne Wand ‘... sind dunkle Regen- und Gewitterwolken aufgezogen’ Wb-Ak 16.
Lautf., Gram.: Awend, -v-, -t GA-Kä, STE-GrSchwa, JE2-Schl Wa, Id-Quea 142; Awens Gen. Sg. Hausfr-Altm 1929,24 (STE-KlMö); Abend, - JE2-Be De, JE1-Ka, vereinz. w elbostf., verstr. ö elbostf.; Abends Gen. Sg. Vk-Anhalta 43; A(a)b’nt Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze), WA-We; b’mt, [bt] Id-Eilsa 45, OSCH-Har; Amnd, -, -t HA-Oh, OSCH-Osch, Wäschke 41910,56 und 61915,3; A(h)md, -t, [md], [-t] JE2-Mi, verstr. JE1, vereinz. ZE elbostf., Mda-Fuhne 69 (vereinz. mittleres anhalt., verstr. s anhalt.); Am’s Gen. Sg. WO-HWa, Krause 1964,30; Ant, An’d, [nt] Siedler-Je § 143d (s JE2 JE1), vereinz. s JE2; Ane, [n] Mda-nwJe1a 44 (JE1-Gra Rie), verstr. mittleres/s JE1 (vorw. veralt., ältere Generation), vereinz. ZE; [ns] Gen. Sg. Mda-Ma 61 (JE1-Lei), Mda-sJe1 3 (vereinz. s JE1); Aowend, O(a)wend, -v- Wb-Altm 8, vereinz. n/mittlere Altm.; Aobend, Oabend, obend vereinz. SA; Obind GA-Si; bnd SA-Han; Aob’n GA-KloNeu; mnd ZE-KlLei, QUE-Di; Aomt, O(a)mt, -d, md, [mt], [-d], [mt] vereinz. n Altm., WO-Mahl, Siedler-Je § 143d (JE2-Sa, sw JE1), verstr. w JE1, ZE-Kö, verstr. n CA n/mittleres anhalt.; hm GA-Hem; ms, Omz Gen. Sg. SA-Net Ri; nd STE-Ost; Owent BA-Ha; b’nt Mda-Sti 49; [aod] SA-Dä; Aent JE1-Zi; Auend WO-Ucht; Aund, [und] vereinz. n/mittleres JE2; [an(t)] Siedler-Je § 143d (n JE2); end STE-Li; Oant JE2-Ve; Ouwen STE-Po; nbent Wb-Nharz 130; Grußformeln mit Proklise des vorangehenden Adj.: nbent vereinz. w elbostf.; Na’mt Wb-Holzl 54; nmt Wb-Ak 119.
wendml n. ‘das heilige Abendmahl’ verstr. – dat bendml krn HA-Oh; ’n Sönndach is A’mdmahl HA-Bee; w jn ht undml JE2-Scho. – Brauch: Zum Altar traten zuerst die verheirateten Männer, dann die Burschen, die Jungfrauen und schließlich die Frauen. Gefallene Mädchen durften erst ganz am Schluss den Kelch empfangen. Brauch-Anhalt 9. Schwangere gingen kurz vor der Entbindung zum A. Wechselten die Dienstboten zu Martini ihre Herrschaft, besuchten sie kurz vorher das A. Pröhle 1858,255.  Christml Gottsdisch Hilliget Ml Nachtml.
Lautf.: 1. Glied  wend, außerdem: Abind- QUE-Nei; 2. Glied: -mahl, -ml; außerdem: -maohl, -ml, -mohl vereinz. ö nwaltm., verbr. nbrdb., verstr. mittleres/s JE2 JE1, vereinz. ZE, HA-Hu, BLA-Hü, vereinz. ö elbostf. s CA DE; -mohl vereinz. nthür.; -moahl, [mal] verstr. mbrdb.; -moahl SA-Ah; -ma-o, mao-a, -mo-a verstr. nwaltm.; [-maul] SA-Dä. Gram.: m. belegt JE2-Vie.
wer 1. Konj., verstr. – a. Bezeichnung eines Gegensatzes ‘jedoch, dagegen’ – ... dunn reipen se. Aber Lischen antwöre nich ... Heimat-Ohre 1924/Wöhlbier (HA-Eim); dat’s doch bloß Dienstmäken, du awer bist Amme zur Rangordnung des Gesindes geäußert, BA-Re; Götsch ... musterte seine Leite ..., awwer die sahen alle eenjal aus, wie wennse an jarnischt dächten. Wäschke 61915,121; Rda.: Mannslü darwen alles äten, aber nich alles wäten OST-Gen; Danzen ahn Musik, dat is aber grad, as wenn’n drög Brot ett. Bewohner-Altm 2,135; Sprw.: op’t Lif kuckt jeder, awer in’t Lif nich ‘man sieht, was jmd. für Kleidung trägt, aber nicht, was gegessen wird’ BA-Re. – b. Bezeichnung einer Einschränkung, eines Vorbehalts ‘allerdings, freilich’ – ... öwer oft keim dät nich vör. Ehlies 1960b 297; Hle mich m anne Barne, awwer kne rosche! Wb-Ak 29; ... de Herre harre dat verb’en, wer de Junge qule sau dulle, dat’e ngf. Tiedge 1954,39 (HA-Ost); Miahnten (Ameisen) lopt sau veel rumher, aber dat sünd alles grote, dee miejet nich. Hbl-Ohre 1928 Nr. 1/Wöhlbier (HA-Eim); Dabei hatte Karl ... ’n hohen Posten, ... Awor et jibt immer welje, die vor nischt keen’n Räschpäkt ham. Heimatkalender-Ze 1964,89 (ZE-Ze); Rda.: hei ändert sich woll, awer bessert sich nich Sprw-Börde; Sprw.: Dorch Schaden ward’n klauk, awer nie rieker. WO-Gu; bi fremden Lüen is gut wanken, aber nich gut kranken ‘bei fremden Leuten lässt es sich gut leben, aber nicht gut krank sein’ WE-Dee; Wetterregel: De April mag sien wie e will, aber Loof un Gras bringet e doch. Chr-Em 427. – c. Bezeichnung eines Einwandes, einer Entgegnung – wer, wat wutt d db mken? HA-Oh; “Abber was sollen mir saohn (sagen)”, meenten de Sachsendorfschen, ... Heimatkalender-Börde 1925,6 (CA-Sa). – d. Bezeichnung der Anknüpfung, Weiterführung – ... Un nu abb’r drauß’n uff’n Viehmaarchtplatz – daa waar ärscht wat loos! Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze); ... Öäwer keen derft dabei van de Grotn tokikn ... Hausfr-Altm 1924,34 (Kredel). – 2. Pt., verstr. – a. Verstärkung einer Aussage – lt dat wer j sn! HA-Oh; Is das heite awwer hß! Wb-Ak 29; jetzt strahlt (regnet) et aber BA-Ba; nu awer allart! Ausruf zur Eile, WE-Oster; nu awer harre! dass., Wb-Holzl 101; sau fl kan ek wer nich betlen Wb-Nharz 19; det Perd hät awwer krumme Hessen ZE-Brä; dät Hemde st wa schn t JE2-Scho. – b. Bezeichnung der gefühlsmäßigen Anteilnahme des Sprechers, Ausdruck von Empfindungen – das is awwor nor Ausruf der Missbilligung, DE-Ca; der is awwer mäklich dass., DE-Ra; is dat wer ml en grter junge Ausruf der Anerkennung, Wb-Nharz 19; ber Fritze! Ausruf der Entrüstung, BLA-Brau; Harrejott awwer ! Ausruf des Zorns, Fluch, Wb-Be; Dunderwetter aber ok! dass., CA-Fö; nee, awwer sauwat ok, ja ja Ausruf der Überraschung und Verwunderung, BA-Op; No, wat makeste denn awer ok! Ausruf, wenn jmd. gestolpert ist oder einen Schaden angerichtet hat, Sprw-Harzvorlg 264; Rda.: dat is ower ‘das ist ärgerlich, unangenehm’ Wb-We 97; is der awwer in Brieten ‘ist der aber betrunken’ BA-GrAls. – 3. Adv., in Zuss. ‘sehr viele’ – da saßen dicke Wanschken hinner de Tapete – werhunnert un werhunnert 2: ZE-Roß.
Lautf.: awer, - Essen-nwAltm 91 (SA-Han), WO-Ri, verstr. elbostf., Mda-Sti 16 und 126, Heimatkalender-Be 1936,154; wersch JE2-Zo; -t Wb-Nharz 19, Mda-Sti 126; werschter Wb-Nharz 19; aber, - Bewohner-Altm 2,135, SA-Rie, OST-Gen, JE2-Bö, verstr. w elbostf., BA-Ba, Vk-Anhaltc 164, BE-Grö; awor Heimatkalender-Ze 1964,89 (ZE-Ze); [wa] JE2-Scho; oaw(e)r, [wr] SA-Win, vereinz. elbostf.; [wr-] Zus. ZE-Roß; oaw’rst Spr-Maa 428 (WO-Ol); [vr(t)] Nd-Börde §125 (WO-Schn); oawrsch Spr-Maa 428 (JE1-Ran); aober Lieder-Ma Nr 977 (GA-Wef), HA-Ro; ower Wb-We 97; äwer Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die), SA-Le, STE-KlSchwa, vereinz. JE2; äwerst Firmenich 1854,124 (OST-Hav); [wa] JE2-Scho; öwer, oewer, äöwer, öäwer vereinz. nwaltm. Altm.; öber Ehlies 1960b 78, Hagen 1957,328; [r] Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa); äuer Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi); äöberst Pohlmann 1905 ff.,124 (OST-GrRo); [aew] SA-Dä; aww(e)r, [aw()r] JE2-Gü, JE1-Dö Rie, vereinz. ZE sö elbostf., verstr. anhalt.; awwor, [awr] BE-Gü, verstr. anhalt.; abb(e)r Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze), Heimatkalender-Börde 1925,6 (CA-Sa), Richter o.J. 10.