lpricke f. ‘junger Aal’ 2: JE2-Scho.
Lautf.: [lprik].
lpuppe f. ‘Gerät zum Fangen von Aalen’, besteht aus acht etwa 20 bis 25 cm langen Binsenhalmen, die an einem Ende verschnürt sind. In der Mitte der A. ist die Aalschnur mit dem Haken, an dem ein kleiner Fisch als Köder befestigt wird, bis auf etwa einen Meter aufgewickelt. Die so vorbereiteten schwimmfähigen A. werden abends in stehenden Gewässern ausgebracht. Beißt ein Aal, wickelt sich die Aalschnur weiter ab, die Binsenhalme können sich so entfalten und zeigen an, dass sich ein Aal gefangen hat. 2: Heimatkalender-Ma 1933,52 ff. (JE2-Ki, in JE2 wohl weiter verbr.), JE2-Scho.
Lautf.: Alpuppe Heimatkalender-Ma 1933,52 (JE2-Ki); [lpup] JE2-Scho.
1an verbr. I. Präp. – 1. räumlich – a. (mit Dativ – wie auch nachfolgend mit Bezug zur Standardspr.) zur Bezeichnung des Ortes/zur Angabe der Lage, der Nähe, der Berührung – de Jawwel schdd ne Dre DE-Ca; dai Msk sitt an Fensta SA-Dä; doa stund ant Morjenenge ene Windmelle ZE-Ste; An’n Krüzdamm keem w’ tosamm un vödrewen uns de Tiet ... Hausfr-Altm 1927,43 (STE-Ber); d hängt dät schne Bild anne Wand JE2-Schö; Un nu kukt man vons Ziwwelputzen odder vons Riebenlangen jaornich mehr uff, wenn son Zuch aon eenen längrattert. Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa); Sprw.: ter Horricher ne Want hrt saine jene Schant Wb-Be. – b. (mit Akk.) zur Bezeichnung der Richtung ‘in Berührung kommen’ – n de re fallen Wb-Nharz 10; ... , der nahmpse hok un naeltese omn an’n Jewwel (Giebel). Wäschke 61915,63; n Land jn Schifferspr., Wb-Ak 16; Db km’n se an’n Seelschen See. Tiedge 1954,39 (HA-Ost). – c. in räumlich übertr. Wendungen – das Mchen schummelt sich n dn Bengel rn ‘das Mädchen schmeichelt sich bei dem Jungen ein’ CA-Ak; an daene is kein gdes Hr ‘er taugt nichts’ BLA-Brau; dr is ne Bne ‘er arbeitet bei der Bahn’ CA-Ak; Rda.: Das jt ’n ne Nr’n. ‘Das erregt einen sehr.’ Wb-Ak 121; hei sittr bis an de Ohren inne ‘er hat sehr viel zu tun; er hat viele Schulden’ Wb-We 6; n tn hawwich main Mtchen jeklt ‘an ihm habe ich meinen Zorn ausgelassen’ Wb-Be; Fasse dich man n deine Nse! ‘Kümmere dich lieber um deine eigenen Angelegenheiten!’ Wb-Ak 119. – 2. zeitlich – a. (mit Dativ) zu einem best. Zeitpunkt – n hellicht’n T Wb-Ak 68; wat is et n der tt? ‘wie spät ist es?’ Wb-Nharz 10. – b. (mit Akk.) mit der Präp. bet bis zu einem best. Zeitpunkt – ... un wie die Kossäten dunnemals alle, hadde seine Arweet von friehmorjens bes an’n schpäten Amnt. Wäschke 41920,45. – 3. in festen Wendungen, in Verbdg. mit best. Vb. – Das lt n dich ... Wb-Ak 16; et is an däm! da vorlat dick op! HA-Bee; Rda.: et an sek hebben ‘eine best. Gewohnheit haben’ Wb-Nharz 10. – II. Adv. – 1. ‘eingeschaltet, angezündet’ – Ist’t Fr all an? Wb-Altm 4; hest’n all Fa an up’m Farait (Feuerherd)? JE2-Scho; s’ Licht is n Wb-Ak 16. – 2. zeitlich, mit der Präp. vonVon der Tied aan, wu de Minschen in’n kleinen Städten aanfungen, seck der Aarbäd tau schämen ... Firmenich 1854,138 (BA-Ba). – 3. als Kurzform von  dran ‘daran’ – du bist an ‘du bist an der Reihe’ Wb-We 6; hei wil an dn Kp nich n ‘er ist nicht geneigt zu kaufen’ Wb-Nharz 10; da is kein Selt anne HA-Oh; he kann’t nich an warn ‘er kann sich nicht daran gewöhnen’ Wb-Altm 4; an dänn Jungng is kne Hülpe an ‘er begreift schwer, lernt schlecht’ JE2-Scho.
Lautf.: die Verteilung von Kurz- und Langvokal s. Kt.; Präp.: an(n); außerdem: aan, ahn, n vereinz. HA (Hötenslebener Winkel), verstr. sw elbostf. (außer w WE), WA-Wel, Mda-Sti 16; aon, oahn, n Mda-Sti 2, verstr. n CA anhalt. (außer ö DE – dort vereinz. und z.T. veralt.), Mda-Fuhne 43 f. (vereinz. sö DE); mit Enklise des nachfolgenden Art. Dat./Akk. Sg.: m.: an’n; außerdem: ahn’n, aan’n, [] HA-War, WA-We, CA-Ak; f.: anne, [an]; außerdem: ahne, ne Wb-We* 199, Serimunt 1929 Nr. 46; ne, [n] Wb-Ak 16, CA-Ak; n.: ant, an’t verstr. nd. (außer s elbostf.); Adv.: an Wb-Altm 4, JE2-Scho, Wb-We 6 (II. 3.); anne (II. 3.) HA-Oh; aan, n vereinz. w elbostf. (außer w WE), Mda-Sti 3; ane, [n] vereinz. sw elbostf. (außer w WE), Mda-Sti 3, 13 und 16; n Wb-Ak 16.
anbten Vb. ‘anzünden, zum Brennen bringen’, bes. ‘Feuer im Ofen anzünden’ 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-NeuWa Scho, 3: verstr. n elbostf., vereinz. w/sw elbostf. – Ist’t buten kolt, so böt ick Für In’n Oawen an, ... Pohlmann 1905,3; Hei harre sick siene halwlange Piepe anebot ... Rauch 1929,59; d Lampe wurre no nich anneb’t JE2-Scho; subst.: Kn (harzreiches, gut brennbares Holz) tom Anbt’n STE-Na.
Lautf., Gram.: anböt(e)n, -böt’n vereinz. nwaltm., verstr. Altm., JE2-NeuWa; böt an 1. Sg. Präs. Pohlmann 1905,3; [anbt] Mda-Ar 37, JE2-Scho; [-bdn] SA-Rist; [-buit] verstr. nwaltm., SA-GrGe; anbeut(e)n, -boiten, [anboitn] SA-Ah Jü, verstr. n elbostf., vereinz. w/sw elbostf.; amboit’n Spr-Maa 435 (WO-HWa Ol); anebot Part. Prät. Rauch 1929,59; anbait’n Wb-We* 199; nbeuten, -boit’n vereinz. sw elbostf.
andn Vb. 1. ‘hinzugeben’, bes. von Gewürzen, 1: SA-Rist, 3: HA-Oh, Wb-Nharz 11. – 2. ‘einem Zugtier das Geschirr anlegen, anschirren’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 11 – dau ’n Prd ’n Tem an! HA-Oh. – 3a. ‘jmdm. Böses, Leid, Unrecht zufügen’ 1: SA-Rist, 2: Wb-Altm 5, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 136, Wb-Ak 24, Wäschke 61920,97 – ... da kann ich’n Amtmann an scheen’n Tort un Damp (Ärger, Schaden) anthuen. a.a.O. 97; Den hem se wat ahnedahn. Vk-Harz 3,46; det worscht de mich doch nich andn? ZE-Roß. – 3b. ‘behexen, bezaubern’ 2: Wb-Altm 5, Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi), JE2-Scho, 3: Spr-Maa 435 (WO-Ol, JE1-Ran), vereinz. sw elbostf. – Dat harre dai Hexe r nedn. Mda-Harz 17 (BLA-Hü); Herrjes Mudder, säd hei, do is doch neulich olle Klookfried in’n Stall west, de hett äm (einem Schwein) wat andohn, ... Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi); s hat äm wat andaon ‘sie hat ihm den Kopf verdreht’ Wb-Altm 5. – 3c. refl., vorw. in den Verbdg.: sik wat/n Ld andn ‘Selbstmord begehen’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 125, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 24, Wb-Be – dai hat sik an Ld andaon SA-Dä; ... doch hei deh sick Gewalt an; ... Rauch 1929,101. – 4. refl. ‘sich einschmeicheln’ 2: Wb-Altm 5.
Lautf., Gram.: andn Wb-Altm 5 und 125, JE2-Scho, Spr-Maa 435 (JE1-Ran); -dohn Part. Prät. Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi); [and] SA-Rist; deh an 3. Sg. Prät. Rauch 1929,101; andaun vereinz. elbostf.; andauen WO-Ir, Spr-Maa 435 (WO-Ol); [andaon] Part. Prät. SA-Dä; aandau(h)n, n- OSCH-Schw, Wb-Nharz 11, CA-Fö; ahnedahn, nedn Part. Prät. Mda-Harz 17 (BLA-Hü), Vk-Harz 3,46; andn ZE-Roß; -tun WE-Dee; -thuen Wäschke 61920,97; ntn Wb-Ak 24; [ntt] 3. Sg. Präs. Wb-Be; ntun Mda-Sti 136.
Andreas 1. männl. RN – Kinderreim:Andrees – gif en Pärn Rees,
gif n’ en Bund Hawerstroh,
un morgen makst’e ’t wedder so.
3: BA-Re;
Neckreim:Andrees,
Der Brei is heeß,
Die Suppe is warm,
Dass Gott erbarm.
3: Lieder-Ma Nr. 890 (BA-GrAls).
– 2. Name des heiligen Andreas, einer der 12 Apostel Christi, sowie des Kalendertages (30. November), 2: Hochzeit-Altm 8, Brauch-Anhalt 223 f. (ZE-Bra), Vk-Anhalta 195 f. (vereinz. ZE) – Brauch:  Andreasnacht. – 3. ‘träger, langsamer, schwacher Mensch’, abw.,  Trntte, 4: Wb-Be. – 4. TiN ‘Sperling’,  Spatz, 2: JE2-Fi Scho – d is Andrs a wärra mangkt Hünnafurra JE2-Scho. – 5. in der Verbdg.: d grte Andreas ‘große Zehe’,  2Tn, 3: HA-No, 4: Wb-Ak 22 – hei arbeit ower’n grooten Andreis scherzh. Äußerung, wenn jmd. mit einwärts gerichteten Fußspitzen geht, HA-No.
Lautf.: Andreas Hochzeit-Altm 8, Brauch-Anhalt 223 f. (ZE-Bra), Vk-Anhalta 196 (ZE-Na), Vk-Anhaltc 115; Andres Id-Eilsa 48; Andreis vereinz. w elbostf., QUE-Nei; Andre(e)s, Andrs Bewohner-Altm 2,159, JE2-Fi Scho, vereinz. w/sw elbostf., Lieder-Ma Nr. 890 (DE-De); Anderes Vk-Anhalta 196 (ZE-Bra Roß); Anrs Wb-Ak 22; Kurzformen: Dres, Dres, [drs] HA-Oh, Id-Eilsa 48 und 58; Drees, drs ZE-Ned, vereinz. elbostf. anhalt.; [trs] Wb-Be.
ne 1/2/3: verstr. nd., 4: verstr. omd. 1. Präp. zur Bezeichnung eines Fehlens, eines Nichtvorhandenseins – aon Brm (Hefe) kann kain Boddakaokng backng SA-Dä; w jn ne Mant’l hen JE2-Scho; ... mit ohne Hänschken hatte jeschlickert (geschlittert) ... Spr-Asch 28; Rda.: wer hartfretsch is, fritt Eierkauken one Brot WE-Be; als Prädikativum: dat is nich ne ‘das ist nicht ungefährlich’ Wb-We 95. – 2. Konj., in der Verbdg. mit dat: zur Bezeichnung, dass etw. nicht eintritt/eingetreten ist oder jmdn. etw. nicht tut – ene dat’t merkest HA-Oh.
Lautf.: ao(h)ne, oa(h)ne, [n], [n] in der Laienschreibung nbrdb. auch o(h)ne Bewohner-Altm 2,169, GA-Wiep, verstr. sw Altm. n/mittleres JE2, neben diphthongierten Formen: MdanwJe1a 35 (JE2-HSe, verstr. n/w JE1); o-a(h)ne, a-o(h)ne, [an], [an] vereinz. s JE2, Dialekt-Ma 12/Mda-nwJe1a 35/ Mda-sJe1 3 (JE2-HSe, verstr. JE1, ZE-Göd), ZE-Kö, Mda-Ro; aon, oan, [n], [n] in der Laienschreibung nwaltm. und nbrdb. auch o(h)n vereinz. nwaltm., Wb-Altm 8, verstr. n/mittlere Altm., STE-Bir; [aon] SA-Dä; o(h)ne, ne, [n] vereinz. s JE2, verstr. JE1, Dialekt-Ma 7 (ZE-Dor), ZE-Sta, verstr. elbostf. omd.; ene HA-Oh; uone OSCH-Di.
nen Vb. 1. ‘etw. (Unangenehmes) voraussehen, etw. im Gefühl haben’ 2: vereinz. nbrdb., 3: vereinz. w elbostf., 4: vereinz. omd. – ek heb’ et ent BLA-Brau; tas hawwich toch jlai jent, tas t nischt traus wurre Wb-Be; m het doch s wat all nt JE2-Scho. – 2. (refl.), in der Rda.: et nt (sik) (wat) von seltsamen, unerklärlichen Geräuschen und Erscheinungen gesagt, die nach dem Volksgl. Unheil ankündigen, auch ‘es spukt’ 2: Bewohner-Altm 2,213, Spr-Altm 33, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Volksgl.: Wenn der Sor (Zeiger der Uhr) uf m stn bleiwet, nt sich was. Wb-Ak 16. Die Tischler merken am Klang der Sägen oder am Fallen von Brettern, dass jmd. im Sterben liegt. Bewohner-Altm 2,213. Geräusche im Haus ohne erkennbare Ursache deuten auf einen bevorstehenden Unglücksfall in der Familie oder Verwandtschaft hin. Wb-Nharz 12. Poltert es auf der Bodentreppe oder klinkt die Tür von selbst, stirbt bald jmd. aus der Familie. Brauch-Anhalt 3. Geräusche nach dem Tod eines Angehörigen werden dessen umgehendem Geist zugeschrieben, es kündigt sich weiteres Unheil an. Sprw-Börde.
Lautf., Gram.: ahnen, nen vereinz. w elbostf., Brauch-Anhalt 3; ahn’n Krause 1964,48; ’n Mda-Sti 3 und 16; ’n, [], [], [] Beiträge-Nd 59 (WO-HWa), JE2-Scho, Wb-Ak 16, Wb-Be; 3. Sg. Präs.: a(h)nt, nt Bewohner-Altm 2,213, Spr-Altm 33, Sprw-Börde, BLA-Brau, BE-Gö; oahnt, [nt] Matthies 1903,1, QUE-Di; ahnt Part. Prät. Francke 1904,81.
anfangen Vb. verstr. 1a. ‘beginnen, seinen Anfang nehmen’ – dät fängt an to trippeln JE2-Scho; Buten vor’n Dörp, wo d’ Wischen anfangen, liet d’ Watermöll. Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.); Als nu de Klocken an te lü’n fungen, ... Rauch 1929,66; ... ibb’rall waar’sch jerappelte voll, schonn ähr d’r Maarcht ebb’rhaupt anfang’n daat ... Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze); Sprw.: Wat anfängt mit Leigen, mot ennen mit Bedreigen. Chr-Em 429. – 1b. ‘mit etw. beginnen, etw. in Angriff nehmen’ – De meerscht’n fingen denn an mit de Bessenbin’nerei. Lautdenkmal 1937 (JE2-Gü); fangt er denn nu balle an? ZE-Roß; ... denn könnt wi woll nächste Woche mit Meihen ahnfängen! Lindauc o.J. 8; ... se konnen sek nich einigen, wer anfängen sall. Wedde 1938,26; hei het et tau dum nefongen Wb-Nharz 12; Dr hat njefangen ‘der hat einen Streit, eine Prügelei begonnen’ Wb-Ak 17; Rda.: et drop nfengen ‘es auf etw. absehen, anlegen’ Wb-Nharz 12; He fangt völ an und endigt wenig. Spr-Altm 77; Sprw.: anfengen is lichter w ophern HA-Oh; wenn dai Poch (Frosch) Eogng kricht, denn fangt  an tu wuppm’m (wippen) ‘wer etw. sicher zu haben glaubt, wird übermütig’ SA-Dä; wer Geld un Got denkt to erlang’n, mütt allererst bi’t Mul anfang’n Warnung vor übermäßiger Genusssucht, Sprw-Börde. – 2a. ‘machen, tun’ – wat fenget hei nu an? HA-Oh; wat sal ek met dn bengel nfengen? Wb-Nharz 12. – 2b. in der Verbdg. mit nichts: ‘mit jmdm./etw. nichts anfangen können’ – ... doch kunne ick mit dei Dinger nist anfängen! Rauch 1929,44; mit dik is nist antefengen HA-Oh.
Lautf., Gram.: Inf.: anfang(e)n, [anfan] Pohlmann 1905 ff.,120, Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.), JE1-Stei, verstr. ZE, Sprw-Börde, WE-Dee; aanfang’n DE-De; aonfangen, n- vereinz. s CA; oonfag Mda-Ro; anfängen, -faengen vereinz. n/w elbostf.; -fengen HA-Oh, Id-Eilsa 48; amfeng’n Spr-Maa 436 (WO-Ol); ahnfängen, nfngen Lindauc o.J. 8, Wb-We* 199; aonfängen CA-Ho Löb; nfengen Wb-Nharz 12; 3. Sg. Präs.: fängt an, [fät an] JE2-Ba Scho, CA-Fö, anfängt Chr-Em 429; fenget an Spr-Maa 436 (vereinz. n/ö elbostf.), anfenget Wäschke 61915,41; fenkt n Wb-Nharz 12; fangt an, [fat an] SA-Bre Dä, Spr-Altm 77, vereinz. mbrdb.; 1./3. Pl. Präs.: fangen an Richter o.J. 6; [fas an] mit Enklise des nachfolgenden Personalpron. n. SA-Dä; 3. Sg. Prät.: fung an Hagen 1957,328, Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie), vereinz. elbostf. (außer sö); funk - HA-Ost, Wäschke 61920,91; - ahn Vk-Harz 8,30; - n Wb-Ak 17; fong an vereinz. w elbostf.; fing -, anfing JE2-Gü, JE1-Pre, Heimatkalender-Ze 1964,97 (ZE-Ze), Gesch-Un 43; 3. Pl. Prät.: anfungen Rauch 1929,66, fungen an Hbl-Ohre 1928 Nr. 1/ Wöhlbier (HA-Eim); - ahn Lindauc o.J. 15; fingen an Lautdenkmal 1937 (JE2-Gü), anfingen Heese 21919,101; Part. Prät.: anjefangen Heimatkalender-Ze 1961,89 (ZE-Ze), Heimatkalender-Be 1936,154; annefung’n Spr-Maa 436 (vereinz. n/ö elbostf.); -fongen HA-Oh; ne- Wb-Nharz 12; annefänget Hbl-Ohre 1928 Nr. 27/Wöhlbier (HA-Eim); -fangt JE1-Bü.
anften Vb. 1a. ‘mit der Hand, den Fingern berühren, ergreifen’ 1: verbr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-Scho, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – fatt doch an an’n Drückel un mk t JE2-Scho; Rda.: ... unn denn habbe ich den Brief mit janz spitze Finger anjefaßt ... Richter o.J. 32; Rätsel:Hinner uns Hus steiht een Männeken.
Wenn mer’n anfoat, den brennt he.
– die Brennnessel, SA-
Rie.
– 1b. (refl.) ‘(sich) bei der Hand nehmen’ 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 17, Wäschke 61915,85 – ... ’s Freilein ... reechte ihre Mutter de Hand, dassese sich anfassen un in’n Kahn rinkomm’n solle. a.a.O. 85. – 1c. refl. ‘sich in einer best. Weise anfühlen’ 3: Wb-Nharz 12, 4: Wb-Ak 17 – Deine Hen’ne fassen sich rau n, ... a.a.O. 17; dat tch ft sek nt n Wb-Nharz 12. – 2. in der Verbdg.: n Mken nften – a. ‘ein Mädchen unsittlich berühren, belästigen’ 3: a.a.O. 12. – b. ‘ein Mädchen zum Tanz auffordern, mit einem Mädchen tanzen’ 3: BLA-Brau, Wb-Nharz 12 (BLA-Hei). – 3. ‘bei etw. mit zupacken, helfen’ 1: Ehlies 1960a 78, 3: Spr-Maa 436 (WO-Ol), 4: Wb-Ak 17 – Allemann angefaot’t ... Ehlies 1960a 78. – 4. in der Negation: ‘sich nicht mit jmdm./etw. einlassen, abgeben, befassen, mit jmdm. keinen Umgang haben’ 3: Firmenich o.J. 159 (WA-Ost), Vk-Ask 151, QUE-Nei – Lehren wolle nischt, un arbaien wolle ok nich, Jreepe un Schpaden faate nich an. Firmenich o.J. 159 (WA-Ost); ft dick d nich ne ‘verkehre nicht mit ihr’ Vk-Ask 151.
Lautf., Gram.: Inf.: anfaten, -ften HA-Oh, BLA-Brau, QUE-Di Nei; -faoten, [anfaotn], [-ftn] verstr. nwaltm. Altm.; anfoten JE1-Pre; amfoat’n Spr-Maa 436 (WO-Ol); nften vereinz. s elbostf.; anfassen Wäschke 61915,85; n- Wb-Ak 17, [nfasn] Wb-Be; 3. Sg. Präs.: faate – mit Enklise des nachfolgenden Personalpron. m. Firmenich o.J. 159 (WA-Ost), fat’t - Rauch 1929,18; anfoat SA-Rie; -foat’t Bewohner-Altm 2,170; ft n Wb-Nharz 12; Imp. Sg.: fat an HA-Bee; fat ahn Ldk-Anhalt 2,52 (BA-Ra); ft ne Vk-Ask 151; [faot an] SA-Dä; [fat -] JE2-Scho; faß an Krause 1964,57; Imp. Pl.: faßt an ZE-Roß; Part. Prät.: angefaot’t Ehlies 1960a 78; annefoat Spr-Maa 436 (WO-Ol); anjefaßt vereinz. anhalt.