Dsendschnken n. PflN ‘Gänseblümchen’, die gefüllte Gartenform,  Gseblme, 1: SA-Han Le, 2: vereinz. SA, JE2-Wa, vereinz. s JE2, JE1-Gra Ka, 3: vereinz. ö elbostf., 4: BA-Ha, verstr. anhalt.
Lautf.: Dusendschöneken QUE-Scha; Dusändschöngen SA-Le; Dusendscheunken SA-Rie; -schenchen JE1-Ca; Tusendschönchen SA-GrGe; Dausend- SA-Han, JE2-Wa, vereinz. s JE2, JE1-Gra, WO-Da; -schöneken WA-Dom; [dauzndnn] BE-Gü, verstr. anhalt.; Dausendscheenichen, [-nin] BA-Ha, DE-Or; [-nn] BE-Dro; Tausenschönchen SA-Win, JE1-Ka, WA-KlWa See; [tauzntnin] Wb-Be.
Eierbatz m., auch n. dass., 1: vereinz. nwaltm., 2: Wb-Altm* 67, verstr. SA OST, vereinz. STE, JE2-Wa – Reim:Klein Jung, wo kümmst denn här?
Van Tippentappentär.
Wat häst denn in dien Kiep?
Eierbatz un Höhnerschiet.
STE-Wa.
Lautf.: Eierbatz, [aibats], [ae-]; außerdem: Eierpatz SA-GrGe Rie; [äibats] OST-Ga. – Gram.: n. belegt SA-Win.
Fsel f. ‘unverständliches, wirres, gedankenloses Gerede’,  kauderwelsch, auch ‘nichtiges Gerede, Geschwätz’,  Quassel, 2: OST-Me, STE-Wi, JE2-Wa Zo, 3: HA-Oh.
Lautf.: Fsel HA-Oh; sonst: F(a)oselei.
fseln Vb. ‘unverständlich, wirr, gedankenlos reden’,  kauderwelsch, auch ‘Unsinn, Nichtiges reden’,  nlen, 1: SA-Mel, 2: verstr. Altm., JE2-Wa, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Be – was fselt sich temman tr tsesamm a.a.O.
Lautf.: faseln verstr. elbostf.; [fz] ZE-Roß; faoseln, foaseln, [fzln] verstr. Altm., JE2-Wa, Wb-Be; foasern SA-Mel.
Fisch m. 1. ‘im Wasser lebendes, durch Kiemen atmendes Wirbeltier’ verstr. – Ries un Fisch Gericht, JE2-Wa; In’ Dik wern Fisch ... Kredel 1927,25; ... heite hawwich ’n Fisch, so een’n haste nonnich jefangn. Krause 1964,32; Rda.: Fisch will schwim’m Bemerkung, wenn man nach einem Fischgericht nach alkoholischen Getränken verlangt, Wb-Ak 58; munter wie so’n Fisch Vk-Harz 3,45; Schwimmen konne wie’n Fisch ... Heese 21919,12; Sprw.: Een soll nich ihr Fisch ropen, ihr’n s’ nich in’t Kiep hät. Bewohner-Altm 1,332. – Volksgl.: Eine Fischpupille in die Tasche zu stecken, ohne sie mit den Händen anzufassen, bringt Glück wie auch eine Fischschuppe, die man am Neujahrstag in die Geldbörse legt. Vk-Anhalta 269. – 2. in der Verbdg.: Fischfangen ein Kinderspiel, 2: STE-KlSchwa. – 3. in der Verbdg.: fule Fische ‘Ausflüchte, Lügen’ 3: Wb-We 156. – 4. ‘nach der Rundung des Mastes gearbeitetes, starkes Brett, das in den beiden oberen Armen des Scherstocks ruht’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 198 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 198 (CA-Ak). – 5. ‘Haut auf der gekochten Milch’,  Pelle, 2: SA-Win, vereinz. s Altm., 3: verbr. n elbostf., vereinz. mittleres elbostf., CA-Bo Fö, 4: CA-Ra Schw.
Lautf.: Fisch, [fi]; außerdem: Fisk, [fisk] veralt. vereinz. n nwaltm.; [fü], [f] CALV-Je, Siedler-Je § 144a.
Flüchthwer m. PflN ‘Windhafer’,  Wildhwer, 2: JE2-Wa.
Fudderkiste f. dass. wie  Fudderkasten, 1: vereinz. nö nwaltm., 2: SA-GrGe, JE2-Wa, 3: verstr. elbostf.
Lautf.: Fudderkist JE2-Wa; Furrer-, [furkist] vereinz. nö nwaltm., SA-GrGe; Futterkiste verstr. elbostf.; [fudrkist] QUE-Hau; [-gisd] BE-He; futterkeste Wb-Nharz 96.
fl Adj. 1a. ‘in Verwesung übergegangen, verrottet, verdorben’, auch in FlN, verbr. – en fl Käse Wb-We 160; dä Kartuffeln sünd all ful HA-Bee; ... socht Köppken seß Wochen de fulen Eier ut Mudder öhr Schapp. Lindaub o.J. 26; Sprw.: der beste Appel word ok ful ‘auch einem umsichtigen Menschen kann ein Fehler unterlaufen’ Sprw-Börde; n’ fl Ei fordarwet ’n ganzen Brei HA-Oh. – 1b. ‘ morsch, brüchig, leicht zerfallend’, bes. von Holz, das zu faulen beginnt, verstr. – fulet Holt JE2-Red. – 2. ‘an Wassersucht leidend’, von Tieren, 2: Wb-Altm* 53. – 3. ‘arbeitsscheu, bequem, träge’ verbr. – De Kohdirn de was ook nich ful ... Pohlmann 1905,86; Rda.: hai lecht sick opp de fule Halwe ‘er faulenzt’ Wb-Holzl 93; uf te faule Prnhaut len Wb-Be; sek fle dge mken Wb-Nharz 220; ful wie der Schaper Sprw-Börde; fl w’n sel Wb-Nharz 52; Er ist faul wie der Mist. Spr-Anhalt 169; ful wie Galgenholt sien Sprw-Eils 38; fl w de Sünne HA-Oh; Sprw.: Morjen, morjen, nur nich hiede, seggen alle fulen Liede. WO-Zie; Ful Ossen leg’n sick nich gärn henn, de gröwwelt (graut) vör’t Upstaohn. Bewohner-Altm 1,354; subst.: De Fl dröggt sick dd, de Flitig rönnt sick dd. Wb-Altm 276; eh de Fule zweimal jeiht, trächte dat’n de Buk weih deit BA-Ali; geiht de Sunne na Westen, arbeien de Fulen am besten Sprw-Börde; et Nachts mit de Uhlen, röht (regen) sek alle Fuhlen WE-Dar. – 4. subst. ‘ Schellenober’, Spielkarte, 2: JE2-Wa, JE1-Ka, 3: vereinz. n/mittleres elbostf. n CA, 4: BE-Me Ra.
Lautf.: fu(u)l, fl verstr. ö/s nwaltm., verbr. brdb. elbostf. nthür.; [fo] SA-Ku Pü; [fiu], [fiuo] verbr. nwaltm.; faul ZE-Roß Steu, verbr. anhalt.
gperig Adj. ‘gierig, voller Verlangen nach etw.’, bes. nach Essen und Trinken, 2: Wb-Altm 64, JE2-Wa, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 154, Wb-Ak 79 – s nich sau jprich HA-Oh.  TZ: dull 1gr grig gitterig happig hapsch nfren nren, weitere Synonyme  tanger.
Lautf.: jieperig, -ch vereinz. s elbostf., Wb-Ak 79; gieprig, gprich, j- Wb-Altm 64, JE2-Wa, Wb-Holzl 113, HA-Oh; jipperig, -ch vereinz. sw elbostf., Mda-Sti 154.
Hrblock m. ‘kleiner Amboss zum Dengeln der Sense’,  Stpel, 2: SA-Ra, OST-Ko Zü, JE2-Wa.
Lautf.: Harblock OST-Ko Zü; Hohr- SA-Ra; Hoar- JE2-Wa.