dummhänsig Adj. 1. ‘dumm, einfältig’,  dusselig, auch ‘albern’ 4: vereinz. anhalt. – dor had sich awwor dummens-ch DE-Ca. – 2. ‘unwohl’ 4: KÖ-GrPa.
Lautf., Gram.: dummhänsige f. Akk. Sg. Wäschke 41919,123; dummenßich Wb-Ak 49; tummenzich KÖ-GrPa; [dumens] DE-Ca.
einhäufen Vb. ‘Heu in kleine Haufen bringen’,  inhocken, 4: KÖ-GrPa, DE-Ro.
Lautf.: [inhfn].
erbarmen Vb. wie Standardspr., 4: Mda-Sti 13, KÖ-GrPa.
Lautf.: erprm’ Mda-Sti 13; terbarmen KÖ-GrPa.
erlangen Vb. wie Standardspr., vorw. im Sprw. belegt, 2: vereinz. Altm., 3: Sprw-Börde, 4: KÖ-GrPa – Sprw.: Wer Geld un Got denkt to erlang’n, mütt allererst bi’t Mul anfang’n. Warnung vor übermäßiger Genusssucht, Spr-Altm 49.
Lautf.: erlang(e)n; außerdem: terlangen KÖ-GrPa.
Flitz(e)pfeil m. dass. wie  2Flitz, 2: ZE-Roß, 4: KÖ-GrPa.
Lautf.: Flitzfeil KÖ-GrPa; Flitze- ZE-Roß.
Gierkragen m. ‘gefräßiger Mensch, der gierig und schnell isst’, abw., 4: Vk-Anhaltc 41 (KÖ-GrPa).
grunsen Vb. 1. ‘dunkle, kehlige Laute ausstoßen’, vom Schwein, 1: SA-Rist Roh, 2: GA-Da, Francke 1904,47, 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Be, DE-Wa – subst.: Hinder sick hört dat arme Meeken noch en Grunzen un Quieken ... Lindaub o.J. 70. – 2a. ‘vor Schmerzen stöhnen und weinen’,  stnen, 1: SA-Le, 2: Wb-Altm 71, OST-Bre GrBeu, JE1-Plö. – 2b. ‘laut und heftig weinen’,  wnen, 4: DE-Ko. – 2c. ‘leise vor sich hin weinen’,  wnen, auch ‘weinerlich tun’ 3: Vk-Ask 155, 4: KÖ-GrPa. – 3. refl. ‘sich ärgern’ – ik mütt mick ja tau fai (viel) grunsan 1: SA-Dä.
Lautf., Gram.: gruns(e)n, j-, [grunzn] Wb-Altm 71, OST-Bre GrBeu, JE1-Plö; [grunzn] SA-Dä; grunzen, [grunsn], [jrunsn] Inf., grunzt 3. Sg. Präs. SA-Roh, GA-Da, vereinz. elbostf. mittleres/w anhalt.; [gruns] SA-Rist; [jruntsn] Wb-Be; grünzt 3. Sg. Präs. SA-Le.
2hurkeln Vb. ‘schlagen, ohrfeigen’,  verhauenene hurkeln 4: KÖ-GrPa.
stacke(n) m., f. ‘Eiszapfen’ 1: verbr. nwaltm., 2: vereinz. Altm., JE2-Wa, JE1-Ka, 3: verstr. elbostf. (außer s WE BLA BA), 4: BA-Ha, verstr. BE, KÖ-GrPa Preu, DE-Els.
Lautf., Gram.: stakke f. Wb-Nharz 88; Istacken, [stakn] m. JE2-Wa, JE1-Ka, verstr. elbostf. (außer s WE BLA BA); Istack’n m. Wb-Altm 219; [stak] m. verbr. nwaltm., vereinz. Altm., HA-NHa; [sdsag] f. BE-He; Iszacken m. BA-Ha; [aisdsag] f. verstr. BE, KÖ-GrPa Preu; [-sakn] m. DE-Els; [-sagn] m. BE-Al.
2Junge m. 1. ‘Kind männl. Geschlechts’ verbr. – das is a richor (richtiger) Junge DE-Ca; Rda.: Dat is en dummen Jungen sien Brauder. ‘Er ist dumm.’ Wb-Holzl 36; Junge, Junge!Ausruf der Verwunderung, des Erstaunens, CA-Ak; Sprw.: Jung’s sind Jung’s Bewohner-Altm 1,341.  TZ: Hsenmatz Hsenschter Kwer Kgel Knabe Knirps 1Kter. – 2. ‘Sohn’ 2: Wb-Altm 78, Spr-Altm 14, JE2-Gü, 3: Rauch 1929,7, Wb-Holzl 114, HA-Oh No, OSCH-Di, 4: Wb-Ak 82, DE-Ca – Fritze Müldern sn Junge HA-Oh; Unse Junge word stern komformrt. Wb-Ak 82.; Sprw.: Giwt Gott Jung’ns, so giwt hei ok Böcksen (Hosen). Spr-Altm 14. – 3a. ‘Lehrling’ 1: Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die), 2: Wb-Altm 93, 4: KÖ-GrPa. – 3b. ‘Schiffsjunge’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 337 (JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 337 (CA-Ak), Wb-Ak 82. – 4. ‘ Kleinknecht’ 1: SA-Pe, 2: verstr. n Altm., JE1-Scha, 3: verstr. n elbostf., CA-Löd, 4: CA-Ak – Kinderreim:Junge drief, Junge drief,
Slaah’n Witt’n oppt Lief,
Slaah’n nich int Oegelken,
Verdeinst dick kein gut Löhnek’n!
Lieder-Ma Nr. 756 (HA-
Um).
– 5. ‘Unter’, Spielkarte, 3: HA-Oh, 4: BE-Grö. – 6. in der Verbdg.: bunter Junge ‘mit grünem Laub geschmückte Gestalt beim Pfingstumzug’,  Pingsten, 1: SA-Bre, 2: verstr. SA – Brauch: Urspr. wurde der Hirte, der am ersten Pfingsttag zuletzt mit seiner Herde auf der Weide erschien, von den übrigen Hirten mit Feldblumen und Grün geschmückt und abends beim Heimtrieb von Hof zu Hof geführt:Wir bringen enen bunten Jungen int Huus,
wer em sehn will, de kom heruut.
De Blomen hebben wi vör uns geplückt,
do hebben wi uns met uutgeschmückt.
Un hödden wi uns noch eher bedacht,
so hödden wi em noch bätter gemakt.
Söß Eier, söß Dreier, ‘n Stück Speck,
so gahn wi gliks wedder weg!
Brauch-wAltm 73.
– 7. in der Verbdg.: rder/rtjackiger Junge ‘Hausgeist’ 2: vereinz. OST, Kuhn 1843 Nr. 43 (JE2-Fe), JE2-Sa Schön, 3: Bewohner-Altm 2,293 (GA-Nie), Abergl-Ma 243 (WO-Ir, HA-Sü) – Volksgl.: Der rde J. rumort im Haus und richtet kleinere Schäden an. Kuhn 1843 Nr. 43 (JE2-Fe), Abergl-Ma 243 (HA-Sü). Er bringt häufig auch Glück und Geld und muss gefüttert werden. Wird er jedoch vertrieben, bringt er Unglück. JE2-Sa.
Lautf.: Junge, [ju] verstr. s Altm. JE2 JE1 ZE elbostf. omd.; Jung, [ju] verstr. nwaltm. Altm. (außer s), vereinz. n JE2; [u] SA-Dä El Hö; Junke Wb-We 60. – Gram.: Pl.: Jungens, [juns] ZE-Roß, vereinz. elbostf. anhalt.; Jung’ns Spr-Altm 14; [jus] verstr. nwaltm. Altm., JE2-Scho; [us] SA-Hö; [ju] SA-Ah; [u] SA-El. Zuss.: zu 1.: Mkens-, Mords-; zu 3a.: Lr-; zu 4.: Hde-, Hoff- , Kälwer-, Khrden-, K-, Kler-, Lämmer-, Ossen-; zu 5.: Klein-, Krz-; sonstiges: Hunde-, Kse-, Kgel-, K-, Läute-, Lp-, Lse-.