2Flinte f., in der Verbdg.: aine Flin’ne schßen ‘lügen’ 4: BE-Sa.
frten Vb. 1. verbr. – a. ‘Futter zu sich nehmen’, von Tieren – de Hnor fressen es Lb jarne BE-Il; Jä, do frett dät Schwin nich in Hannjochen sin’n Stall ... Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi); Besser solls awwer sinn, wemmor jelei zweee (Ferkel) nimmet ... weil immer eens s annere nischt jinnt un se denn so um de Wette fressen. Heese 21919,86; Sprw.: Watt’n spaort vör’n Mund, datt fritt Katt un Hund. Wb-Altm 96; Rätsel: vörn schitt’, hin’n fritt – Häcksellade, STE-Go. – Volksgl.: Wedderlinsch (wetterlaunisch, auf bestimmtes Wetter reagierend) sind Hunde, wenn se Gras fressn. Spr-Asch 43. – b. ‘essen’, von Menschen, abw., bes. ‘unmäßig, gierig oder unmanierlich essen’ – ... de freet Sei de Schötteln ritzeratzekahl ... Lindauc o.J. 73; Ratschlag: du kannst nich glw’n, watt du rinslaog’n kannst, wenn du langsaom frittst. Wb-Altm 261; Rda.: fritt wie so’n Schwien Vk-Harz 3,46; hei fritt wi en Smed ‘er isst sehr viel’ WE-Dee; frten w’n Schnendöscher ‘sehr viel essen’ HA-Oh; freten wie’n Scheppeldöscher dass., Sprw-Eils 39; H fritt, datt ämm dat Ml schmt ‘Er isst sehr schnell.’ Wb-Altm** 46; Dat mütt gaohn, as wenn de Bur Plum’n fritt. ‘Das muss schnell gehen.’ Spr-Altm 87; no d frittst hüte un kaust morgen zu einem langsamen Menschen, Wb-We 159; de Kinder frt einen de Hre fon’n Koppe HA-Oh; Wenn das wr is, freß ich en Bsen! Wb-Ak 61; Er hat de Weißheet mit Leffeln jefressen. ‘Er ist überklug, besserwisserisch.’ Vk-Anhaltc 104; Sprw.: wat de Buer nich kennt, dat fritt hei nich WO-Ma; silwest frten mkt fet Wb-Nharz 219; wer vel fritt, de vel schitt HA-Oh; freten, schlapen, supen, langsaom gahn un pupen, dat schleiht an Sprw-Börde. – c. ‘sich durch Fressen/Essen in einen bestimmten Zustand bringen’ – Rda.: sek de nichte un de schanne freten Sprw-Eils 39; Sprw.: Adel hält op Talje, Pöbel fritt sik vull. Chr-Em 430. – 2. in der Verbdg.: nen (ge)frten hebben ‘betrunken sein’,  dn, 2: verstr. nbrdb., 4: BE-Sa – hat en’ efreten JE2-KlWu. – 3a. ‘von Juckreiz befallen sein, Juckreiz verspüren’,  kribbeln (n.Z.), 2: ZE-Roß, 3: Wb-Nharz 219, 4: Wb-Ak 61 – wo ick mich in’n Finger jeschnitten hawwe, det heelt nu, det fresst mächtich ZE-Roß. – Volksgl.: Meine Hand frißt, ich kre noch Jeld. Wb-Ak 61. – 3b. ‘angreifen und langsam zerstören’ – de Seure fritt 3: HA-Oh.
Lautf., Gram.: fret(e)n Matthies 1903,6, GA-Wen, JE2-Gü Nka, vereinz. w elbostf., Sprw-Börde, WA-Wo, QUE-Di, Vk-Anhaltb 77 (vereinz. n BA); frät(e)n SA-Ab, verstr. nbrdb., Vk-Anhaltb 82 (ZE-Eich), ZE-Reu, verstr. elbostf.; [frdn], [frd] SA-Rist, GA-Da, JE2-Scho; [fratn], [fratn] verstr. mbrdb.; [fraid] SA-Dä; fressen, [fresn] Mda-sJe1 13 (verstr. s JE1, ZE-Göd, nur 1b.), vereinz. s ZE, Spr-Asch 43, BA-Ha Sip, verbr. anhalt.; frässen Vk-Anhaltb 77 (BA-Ba); fraszen Mda-Sti 12; 3. Sg. Präs.: fritt, [frit] vereinz. nwaltm., verbr. Altm., JE2-Fe, verbr. elbostf.; frett, [fret] vereinz. n JE2, verstr. mbrdb., JE1-Wol; frätt Bewohner-Altm 1,352; frißt verstr. anhalt.; fresst ZE-Kö Roß; Imp. Sg.: fritt, [frit] Matthies 1912,5 (OST-Erx), verstr. elbostf.; [fret] Dialekt-Ma 8 (verbr. mittleres/s JE1).
Frettchenfutter n. ‘Kaffee mit eingeweichtem Brot’, scherzh., 4: BE-Sa.
Lautf.: [frednfudr].
geißeln Vb. ‘heftig regnen’,  pladdern, 4: BE-Sa.
Lautf.: [jai].
gkeln Vb. 1a. ‘scherzen’ 3: Id-Eilsa 69. – 1b. ‘jmdm. etw. vortäuschen, jmdn. zum Narren halten’,  foppen, 2: Wb-Altm 67. – 2a. ‘laut lachen’,  jchen, 2: OST-Ga. – 2b. ‘heimlich und schadenfroh lächeln’,  grnen, 2: JE2-Alt. – 3a. ‘unsauber, unleserlich schreiben, schmieren’ 2: Wb-Altm 67. – 3b. ‘sich mit Kleinigkeiten abgeben’ 2: STE-Wa. – 3c. ‘ trdeln, langsam sein’, bes. bei der Arbeit, auch ‘sich lange an etw. zu schaffen machen, mühselige, zeitaufwändige Arbeiten verrichten’ 3: vereinz. elbostf. – wat heste denn man sau lange te jkeln Wb-Nharz 58; den Senndach hat ein ummer en betten tau jkeln BLA-Brau. – 4a. ‘taumeln’ 3: Id-Eilsa 70, Id-Queb 2. – 4b. ‘den festen Halt verlieren und mit dem Körper zu Boden schlagen, hinstürzen’, auch ‘sich überschlagen’ 2: Mda-nwJe1b 67 (vereinz. n JE1), ZE-Kö, 3: HA-Oh, Id-Queb 2, 4: Wb-Ak 86, Wb-Be – Kkele nich von’n Wn! Wb-Ak 86; hei is glks an de Want e’kkelt HA-Oh. – 5. 2: Wb-Altm 67, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 93, Wb-Be. – a. ‘mit einem Gefährt (meist schnell und ziellos) umherfahren’. – b. ‘langsam, schlecht, holpernd fahren oder reiten’. – 6a. ‘mit Feuer unvorsichtig umgehen oder damit spielen’ verbr. – d dn allwärra kkeln JE2-Scho; Rda.: wer mit Füer kokelt, pißt int Bedde Warnung an Kinder, WA-Re.  auch ‘in leichtfertiger Weise Feuer anzünden’: anbleustern anbrüsseln angkeln ankseln anmusseln anpöttern anpusseln anpstern blkern bleustern bten brüsseln fummeln knackern kseln 2kunkeln msern musseln pämpeln poldern 2pöttern 2pöttjern prdeln prünzeln pren pstern rumpstern rumspalken smkern spalken splen. – 6b. ‘Feuer anzünden’ 2: Mda-Ar 38. – 6c. ‘rußen, rußend brennen’ 4: BE-Sa.
Lautf.: (1.)-(5.): gökeln, j- Wb-Altm 67, JE2-Alt, vereinz. w elbostf.; kökeln STE-Wa; [kkll] Mda-nwJe1b 67 (vereinz. n JE1); jekeln HA-Oh; jüökeln OSCH-Di; jekeln, jkeln, [jkln] vereinz. ö/s elbostf., Mda-Sti 93; kekeln, [kkln] (4.) ZE-Kö, Id-Queb 2, Wb-Be; kkel’l, [kkll] (4.) Mda-nwJe1b 67 (JE1-The), Wb-Ak 86; käkeln, -- (4.) HA-Oh, Id-Eilsa 70; jokeln, [jkln] BE-Gü, Wb-Be; kokeln OST-Ga; jaukeln Id-Eilsa 69; (6.): kok(e)ln, [kk()ln], [kk] (anhalt.: [ggln], [gg]); außerdem: koka(o)n vereinz. nwaltm.; koukln BE-La; kukeln, [kkln], [kk] JE2-Za, verstr. mittleres/s JE1; [kkln] Mda-Ma 78 (JE1-Prö); kuokeln OSCH-Di. – Etym.: zu mnd. gkelen, gkelen, mhd. goukeln, gougeln ‘Gaukelei, Possen treiben’, vgl. HWb-Mnd 2,131, HWb-Mhd 1,1060, als weitere Bed. entwickeln sich u.a. ‘ungelenke Bewegungen machen, taumeln, wanken’, ‘tändeln, spielen’, so wohl auch ‘mit Feuer spielen’, vgl. DWB 4,1,1,1553 ff., nach Teuchert 21972,311 deuten die Formen mit verhärtetem Anlaut auf eine Herkunft aus dem ndl.- rheinischen Gebiet hin, die Bed. ‘mit Feuer spielen’ ist aber zuerst im nthür. Gebiet zu finden; es besteht ein semantischer Bezug zu lat. ioculr ‘scherzen, schäkern’, aber es ist wohl nicht von einer direkten Entlehnung auszugehen, vgl. Kluge 242002,333 f.
Grindelbaum m. dass. wie  Grindel 1., 4: BE-Sa.
Lautf.: [jrilbm].
grinsen Vb. dass. wie  grnen 1., verstr. – sich eens jrinsen JE2-HSe; ... da fingen de mehrschten von uns an zu jrinsen. Heese21919,7; jrinse man nich, das gann dich auch bassorn BE-Sa.
Lautf.: grinsen, j-, [grinzn], [jrinzn]; außerdem: [jrinsn] DE-Ca Je.
Haspel m., f. 1. ‘Gerät zum Abwinden des Garns von der Spinnradspule’, häufig mit Zähleinrichtung, 1: SA-Rist, 2: Matthies 1903,15, 3: verstr. elbostf., 4: CA-Ak, Wb-Be – Die sechsarmige H. hat einen Umfang von 2,4 m, über ein Zahnradgetriebe wird ein Hammer getrieben, der 60 durchlaufene Umdrehungen – ein Schock Garn – durch ein Klopfen anzeigt: et hat eklappet. Kinder bedienten deshalb gern den H. Flachsbearb-Osch 236. – 2. ‘der von der Haspel genommene Faden’ – tas is awwer an kortscher Haspel 4: Wb-Be. – 3. ‘Kurbel am Drehbrunnen’,  1Krickel, 4: BE-Sa.
Lautf.: Haspel, [haspl]; außerdem: [hasbl] BE-Sa; [hasb] SA-Rist. – Gram.: verbr. m.; f. belegt SA-Rist, Wb-Holzl 101, CA-Ak.
Häuerpfeife f. ‘halblange Tabakspfeife’, meist von Bergleuten benutzt,  Knsel, 4: BE-Sa.
Lautf.: [hairfaif].
Holderpäpe f. ‘aus Weidenrinde gefertigtes Mundstück der Schalmei’, vgl. Huppe, 4: BE-Sa.
Lautf.: [horbb].