Holderstrk m. PflN 1. dass. wie  Holder 1., 4: BE-Grö Nie, Mda-Fuhne* § 358 (KÖ-Za, vereinz. DE). – 2. dass. wie  Holder 2., 4: BE-Nie Ra Scha – schnaig ain Hollunnorschdrauch ab BE-Scha. – 3. dass. wie  Holder 3., 1: SA-Scha, 2: JE1-Dö.
Lautf.: Holderstrauch JE1-Dö, BE-Grö; Hollerstruk SA-Scha; [holrdrau] Mda-Fuhne* § 358 (KÖ-Za, vereinz. DE); [hor-] BE-Nie Ra Scha; [holur-] BE-Nie; [holunr-] BE-Scha.
hungrig Adj. 1. ‘Hunger verspürend’ 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be, Wäschke 31919,30 – ik bin hungerich HA-Oh; Rda.: is hungrich wie ne Karchenmus ‘er ist sehr arm’ Sprw-Börde; Dät Stück (Vieh) is so hungrig, dät künn een’n in’t Been bieten. Bewohner-Altm 1,361. – 2. ‘trocken, unfruchtbar’, vom Acker, 2: Spr-Altm 78, 3: HA-Oh, Wb-Nharz 83, 4: Wb-Be, BE-Scha – hungrichor Bon’n BE-Scha; Rda.: Sin Stück (Ackerstück) is so hungrig, ‘t kunn een in de Been bit’n. Spr-Altm 78. – 3. ‘geizig’,  gzigis tich awwer tr le hungerich 4: Wb-Be.
Lautf.: hungrig vereinz. Altm., Wäschke31919,30; hungrich Sprw-Börde, [huri] BE-Scha; hungerig Lindaua o.J. 39; hungerich Wb-Holzl 108, HA-Oh, Wb-Nharz 83, [huri] Wb-Be. Zus.: zu 1.: ht-.
ik Personalpron. 1. Pers. Sg. allg. – dat will ik mik aewa mrkng SA-Dä; dat dau’k nich Wb-Nharz 50; watt sack (schack) ‘was soll ich’ Wb-Altm 88; wat, ick soll jehn, icke? ZE-Roß; sett dick bi mick opp dä Bank GA-Wa; D jst mich mit dn nich mit! Wb-Ak 113; d deist et doch nich for mik! HA-Oh; Rda.: mr nischt, dr nischt ‘unvermittelt’ Wb-Ak 114; Ruf des Buchfinks:Ick, ick, ick will hin zu dir!
Du, du, du komm her zu mir!
Flink, flink, flink!
Wb-Altm 21;
Abzählreim:ich un d
Mil’lorsch G
Mil’lorsch sel
das bisd d
BE-Scha;
Ick un du,
Wai sin schluh,
Woll’n inn’n Buuer sien’n Kell’r kruup’n,
Wollen alle Melk uutsuupen.
Wenn hai secht, wai sinn’t jewest,
Woll’n wai saen, de Koat’r iss’t jewest;
Wenn hai secht, ‘n Koat’r iss’t jewest,
Woll’n wai’m hinner de Ohren schloahn.
Lieder-Ma Nr. 614
(WA-Eg);
Ik Koneman van Hoym bekenne in dessem open breve, … 1404, UB Halberstadt 2,18; Ek Hinrik vorlove, vorswore und vororfryde mynen gnedigen Heren … 1497, StB-Oschersleben 374.
Lautf.: ik, ick verbr. nwaltm. brdb. n/ö elbostf.; ek, eck verbr. Harzv. Nharz.; ich verbr. omd.; betonend, bei allein stehendem Pron. oder als Frage: ickeWb-Altm 88, JE2-Vie, [ik] ZE-Roß; ekke Wb-Nharz 50. – Gram.: Dat., Akk.: m vereinz. n nwaltm., verbr. brdb. (außer s JE1 ZE); mai verstr. s JE1, vereinz. ZE; mei verstr. nö ZE; mäi Hausfr-Altm 1925,54, GA-Al Zi; meh WE-La; mäh ZE-Hu; mik, mick SA-Dä Die, JE2-Scho, Dialekt-Ma 9 (JE1-Büd Ka Ne), verbr. elbostf. (außer Harzv. Nharz.); mek, meck verbr. Harzv. Nharz.; mk BLA-Be; mich, [mi] verbr. ZE (außer nö) omd.; [mi] ZE-Roß, miche Wb-Ak 113; Dat. mir nur in Rda. und Reimen.
immer verbr. 1. Adv. – a. ‘jederzeit, andauernd, ständig’ … icke ümmer hinder öär häe. Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie); Binnfamen harren wie ümmer in’e Ficke. Hbl-Ohre 1928 Nr. 14/Wöhlbier (HA-Eim); Rda.: et blift nich immer un ewich sau Sprw-Börde. – b. ‘jedesmal, gewöhnlich’ – Un ümmer drb’m de Amtlü’ de Underdn’n mit growwe Wre un de Rau’ (Rute) an. Tiedge 1954,39; äor hads immor ailich BE-Scha; mne mutter s (sagte) immer Wb-Nharz 85. – c. ‘nach und nach, sich steigernd’ – ummer mehr ZE-Hu. – 2. Pt. zur Verstärkung in Ausrufe- und Fragesätzen – was machste denn ummer noch? Alt-Cöthen 34.
Lautf.: immer, [imr] verstr. brdb., verbr. elbostf., verstr. omd.; immor, [imr] JE2-GrMa, verbr. BE, KÖ-KlPa, DE-Ca; immr CA-GrRo; [im] WO-Zi; imma STE-Osth, [im] WO-HWa; ümmer vereinz. nwaltm., verstr. Altm. JE2 n JE1 nw elbostf.; [üm] verbr. nwaltm. n Altm., STE-Je, WO-Zie, ümmä JE2-Kl-Wu; ümme SA-Han, STE-Da; [üma] SA-Dä, JE2-Scho, [üm] verstr. sö Altm.; ummer verstr. ö ZE, Alt-Cöthen 34, Wäschke 71913,2, [umr] Wb-Be; [umr] verstr. ZE; [um] OST-Krum, STE-Bö; jümmer Wb-Altm 93.
Karnickelkasten m. dass. wie  Karnickelbucht, 3: Wedde 1938,85, 4: BE-Scha.
Lautf.: KarnickelkastenWedde 1938,85; [garniglgasdn] BE-Scha.
1Kre f. 1. ‘Biegung, Krümmung eines Verkehrsweges, Kurve’,  Bgen, auch ‘Wendung, Umkehr’ 3: Wb-Holzl 117, Wb-We 62, BLA-Brau, 4: Mda-Sti 157, BE-Scha – lt uns den Hinderwgen lsmken, du sallst seihen, wei krgen de Kr nich BLA-Brau; Rda.: dor graid de Gre nich ‘er wird sein Ziel nicht (rechtzeitig) erreichen’ BE-Scha; datt nimmt kn gd Kr Wb-Altm 265. – 2. ‘Pflugwende’ 2: OST-Ost See. – 3. ‘Richtung, Weg’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 99, 3: verbr. elbostf. – Rda.: dat is ut de Keer ‘das ist ein Umweg’ Wb-Holzl 117; dat lt tau wt t de Ker dass., HA-Oh; Gao mi t de Kr ‘geh mir aus dem Weg’ Wb-Altm 99. – 4. in der Rda.: to Kre gn – a. ‘lärmen, toben, schreien’, auch ‘schelten’ 1: SA-Dä, 2: verstr. Altm., 3: HA-Bee – Aorndt’s Mudder hät d’ Hillig un geiht hell’sch to Kihr. Pohlmann 1905,23; dai hat doch bannich to Ka gaon, as ick em dat ferten dai als ich ihm das erzählt habe’ SA-Dä;I, Mutter! säh ick, schäm Di wat,
Un stähne morgen mehr.
Wi werren jo noch ümmer satt;
Goah doch nich so to Kehr.
Albrecht 21822 3,12;
im Rätsel von der Biene:Hinner uns Hus, dao geiht to Kehr,
as wenn Hochtiet un Kinndöp wär.
SA-NFe.
– b. ‘vor Schmerzen hin und her laufen’ 3: Wb-Holzl 117. – c. ‘bereuen, sich bessern’ 3: Wb-Nharz 95.
Lautf.: Kre, Kehre; außerdem: Kehr, Kr Wb-Altm 99, Albrecht 21822 3,12, verstr. elbostf.; [k] SA-Dä; Ker HA-Oh; Kihr Pohlmann 1905,23; Kare Wb-We 62; [gr] BE-Scha.
kischen Vb. ‘zischen’, bes. vom Geräusch des auf eine heiße Platte kommenden Wassers,  zissen, 2: verbr. ZE, 3: JE1-Ca, BLA-Ha, BE-He, 4: BE-Scha, DE-Ho Kle Lin – säh ma na, ob de Plätte all jut is, ob se all kischt ZE-Roß.
Lautf.: kisch(e)n, [ki()n] verbr. ZE, JE1-Ca, DE-Ho Kle Lin; [gin] BE-Scha; [jin] BE-He; jieschen BLA-Ha.
k.o. Adj. ‘kraftlos, erschöpft’,  slapp, 2: OST-Hö, 4: BE-Scha.
Lautf.: k.o. OST-Hö; [g] BE-Scha. – Etym.: entlehnt aus engl. knock out ‘kampfunfähig schlagen’, eigentlich ‘ausklopfen’, vgl. Kluge 231995,459.
Koberlatein n. ‘undeutliches, unverständliches Gerede’,  kauderwelsch, 3: BE-Gü, 4: BE-Scha – d mid dain Gowworladain BE-Gü.
Lautf.: [gowrladain] BE-Gü Scha.
Kopfpappel f. PflN Pappelart,  1Pöppel, 4: BE-Scha.
Lautf.: [gobabl].