Lämmersmsche f. ‘Fell junger Lämmer’ 3: Wb-Holzl 132 und 178 (HA-Um Wef, WA-KlWa), OSCH-Ba.
Lautf., Gram.: Sg.: Lämmersmaatsche Wb-Holzl 178 (HA-Um Wef); Pl.: -smschen OSCH-Ba; Lammsmartjen Wb-Holzl 178 (WA-KlWa). – Etym.: 2. Glied zu mnd. smschin, -skin, smschen, -sken Pl. ‘feingelocktes Lammfell als Pelzwerk’, vgl. HWb-Mnd 3,291.
lkvl Adv. ‘egal, einerlei’ 3: verstr. elbostf. – dat is mek like vl Wb-We 82; subst.: Liekeveel ‘gleichgültiger Mensch’ OSCH-Ba.
Lautf.: likeveel, likefeel, like vl; außerdem: lkefel HA-Oh.
lt-lt 1. Lockruf für Enten,  ft-ft, 2: vereinz. OST, OSCH-Ba Di, verbr. WE. – 2. Lockruf für Gänseküken,  ple-ple, 3: WE-Dee, QUE-Di, BA-Ra Re, CA-KlRo, 4: CA-Lö.
Lautf.: li(e)t-li(e)t OSCH-Ba, verbr. WE; li(e)t-li(e)t-li(e)t OSCH-Di, vereinz. WE; Nbff.: liter-liter CA-KlRo Lö; literliter-liter BA-Re; litter-litter-litter BA-Ra; litche-litche-litche QUE-Di; leut-leut OST-Mö; leut-leut-leut vereinz. OST.
Lkenblker m. 1. ‘großsprecherischer Mensch, Angeber’,  Grtsnte, 3: Spr-Harzb 15. – 2. Pl. NeckN für die Bewohner von Quedlinburg, 3: BA-Rie. – 3. ‘ Schellenober’, Spielkarte, 2: JE1-Da Mö, 3: OSCH-Ba.
Ls f. 1. TiN ‘Laus’ verbr. – hei hat’n ganzen Kopp full Lse HA-Oh; Rda.: Die hem Liese wie Sand ahn Meere.Vk-Harz 3,46; Hei hät keen Lus’, de Lus’ hämm äm. Bewohner-Altm 1,348; häst k Ls’ oder schuppst di man so? zu einem Prahler, Wb-Altm 207; hat Luse opejrepen ‘glaubt Unmögliches’ Sprw-Börde; Em is’n Lus öäwer de Läb’r kroch’n. ‘Er ist missgelaunt, verdrießlich.’ Spr-Altm 78; hei itt als wenne Lüse kaut ‘er isst langsam’ Sprw-Eils 39; sich anne Laus in Pels setzen ‘sich Unannehmlichkeiten bereiten’ Wb-Ak 103; sett’n Haut up, dne Lse forrküllt sik HA-Oh; De is bang, dät sien Lus’ Snopen (Schnupfen) krieg’n. von jmdm., der seinen Hut ständig aufbehält, Bewohner-Altm 1,348; besser ne Lus in Potte, wie gar kein Fleisch Sprw-Börde; allens wat better is as n Lus, dat nähm ick mät na Hus von einem sparsamen Menschen, STE-Schi; hei sitt wie dä Luus in Schorwe ‘ihm geht es sehr gut, er ist in einer guten Position’ OSCH-Ba; den freten de Luse de Ohrn von Koppe ‘er hat viele Menschen zu ernähren’ Sprw-Börde; Sprw.: wenn de ls t’n schorwe is, het se wedder prot ‘hat man Schwierigkeiten überwunden, wird man wieder übermütig’ Wb-Nharz 120; wenn ut ne Nete ne Luus werd, denn fänget se an te biten Wb-Holzl 137; Rätsel: Wat gaiht groad opp’n Hoar as de Uhr? – die Laus, Lieder-Ma Nr. 421 (WO-Ol);Opp’n Kopp – Treppopp,
Hind’re Ohr’n – noa Boor’n,
In’n Nack’n – noa Kack’n?
– Laus, a.a.O. Nr. 420 (WO-Ol).
– 2. Pl. ‘auseinandergefaserte, zerrissene Drähte eines Drahttaus’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 255 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 255 (CA-Ak).
Lautf.: Luus, Ls; außerdem: [lius] SA-Dä; Laus verstr. anhalt. – Gram.: Pl.: Lüse Elbschifferspr. 255 (JE2-Pa), vereinz. HA OSCH WE; Lüs’ verstr. Altm., JE2-Scho; LieseVk-Harz 3,46, Wb-Nharz 120, Mda-Sti 34; Luse, [lz] Elbschifferspr. 255 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-Mi), JE2-Scho, ZE-Göd, Sprw-Börde, WA-Un; Lus Bewohner-Altm 1,348; Leise, [laiz] ZE-Roß, verstr. anhalt. Zus.: zu 1.: Handlangerlse.
lütt Adj. 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm., verstr. JE2, vereinz. JE1, ZE-KlLei, 3: verbr. elbostf. (außer s WA, CA belegt nur CA-Löd), 4: Wb-Ak 107, BE-Fr 1. ‘von vergleichsweise geringer Ausdehnung, geringem Umfang’,  kleinlittchen Hoff ‘kleine Bauernwirtschaft’ Beiträge-Nd 65 (WO-HWa); düt lütje Bauk Klaus 1936,III; der lüttje Finger QUE-West; sik ne lüttje Wost snurren (erbetteln) HA-Oh; dät Schwn is lütt as Frkng JE2-Scho; Hannjochen hare sick en lütgen witten Spitz opetreckt … Rauch 1929,70; det is mann rechtn lüttjen Mda-nwJe1a 36 (JE1-Ih); in mda. Benennungen der ON statt standardspr. Klein-: Littjen Garmslä ‘Klein Germersleben’, Littjen Wanzlä ‘Klein Wanzleben’ Wb-Holzl 137; Lüttchen Möringen ‘Klein Möhringen’ STE-KlMö; … eyn hus … in der lutken straten … 1471, StB-Neuhaldenslebena 91. – 2. ‘von vergleichsweise geringer Zeitdauer’ – tf’n lüttj ‘warte ein wenig’ Wb-Altm 130; Bi lütgen (nach und nach) har et an e fänget … Rauch 1929,71; Rda.: dat dert ne lüttje wichkeit! ‘das dauert aber lange!’ HA-Oh. – 3. ‘jung, noch nicht erwachsen’ – liddjes Dingg ‘kleines Kind’ BE-Fr; ein lüttjeck Kind OSCH-Ba; lüttje Oanten ‘junge Enten’ SA-Stei; De litje Rosel von Schulzens … Spr-Asch 24; dat Kint is noch tau lüttich HA-Oh; Sprw.: Lüttje Lü’e owerloopt laicht mid Zorn Wb-Holzl 34.
Lautf., Gram: lütt verstr. nwaltm., verbr. Altm., verstr. JE2, JE1-Kra, Id-Queb 9; lütte (wohl vorw. attr. sw. Nom. Sg., aus Belegen nicht ersehbar, ob attr. oder präd. Verwendung, gilt auch für die nachfolgenden -e Formen) vereinz. mittleres/s JE2; Lütt m. Wb-Altm 130; Lütten m. Akk. Sg. WO-Gli; Lüdden m. Akk. Sg. STE-Osth; (bei) litt’n Wb-Ak 107; lüttig, -ich vereinz. n elbostf. OSCH; luttich OSCH-Di; lüttk, [lütk] verstr. nwaltm., Wb-Altm 130; lüdk SA-Böd; lüttg Wb-We 84; lütkt SA-Pe; lüttge (wohl vorw. attr. sw. Nom. Sg.) JE2-Go, vereinz. n/w elbostf., QUE-Su; Lüttgen m. Akk. Sg. OSCH-KlQue; lüttj, lüttch vereinz. Altm. n elbostf., OSCH-Eil, Wb-We 84; lüttje, lüttche (wohl vorw. attr. sw. Nom. Sg.) vereinz. SA OST, verstr. s Altm., vereinz. JE2 JE1, ZE-KlLei, verbr. elbostf. (außer s WA, CA belegt nur CA-Löd); Lüttje, Lüttchen. CALV-Calv, JE2-Alt, verstr. n elbostf., vereinz. OSCH WE; Lütsche n. WO-Col; lüttjet (st. n. Nom. Sg.) JE1-Re, verstr. elbostf.; [lit] Beiträge-Nd 65 (WO-HWa), littch Wb-Holzl 135; litsch QUE-Tha; lit(t)je, littche (wohl vorw. attr. sw. Nom. Sg.) GA-Esch, WO-GrAm, WA-Sche, WE-Ost, Wb-Nharz 118, BA-Re, Spr-Asch 24; [lidjs] st. n. Nom. Sg. BE-Fr; litje m., n. Wb-Nharz 118; Littchen m. Akk. Sg. WE-Ost; Litsche n. GA-Bo; lüttgig, lüttchig, -jig, -ich SA-Im, verbr. n elbostf., Id-Eilsa 77, OSCH-Ho, WE-Is Rho; luttjich OSCH-Be; littjig, litjich HA-Va, Wb-Nharz 118; lüttjek st. n. Nom. Sg. OSCH-Ba Schl, verstr. WE; lüttjekes st. n. Nom. Sg. OSCH-Eils; lutjek st. n. Nom. Sg. OSCH-Di; littchek st. n. Nom. Sg. QUE-Su; lüttchen JE2-Za.
markeln Vb. 1. ‘Tiere durch ständiges Anfassen quä- len’,  1murkeln, 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 130, JE2-Scho, 3: verstr. elbostf. – doot markeln Wb-Holzl 138; markele et Kettje nich sau dulle OSCH-Ba. – 2. ‘Lebensmittel durch ständiges Anfassen unansehnlich machen’ 2: Wb-Altm 130. – 3. ‘schmerzen’ – et marjelt mek in’n rin 3: Wb-Nharz 123.
Lautf.: markeln; außerdem: [mrkln] JE2-Scho; marjeln Wb-Holzl 138 (WO-Schn), Wb-Nharz 123; maggeln Wb-Altm 130; [magn] SA-Dä; merkeln WE-Zi.
Markt m. 1a. ‘in regelmäßigen Abständen und an festgelegten Orten stattfindender Warenverkauf an Ständen’, meist auf Marktplätzen, verbr. – te Marchte jahn Spr-Asch 50; ik mke än Dnsdach n de Marrecht JE2-Scho; mache man jlei ewwern Marcht ZE-Roß; De Marcht geiht freuh all an … Gorges 1938,36; In ken jb’s jedes Jr vr Marrechte. Wb-Ak 111; Rda.: Rop mit de Zicke op’t Marcht ‘nun aber los’ Wedde 1938,77; hei het et Marcht vorrsäten ‘er ist zu spät gekommen’ OSCH-Ba; Sprw.: Wenn de Dummen to Marcht kaom’, krieg’n de Kloken Geld. Bewohner-Altm 1,329; Wr langsam jt, kimmet  zu Marrechte. Wb-Ak 110; Du müsst dien Hut sülwst to Marcht draw’n un so dür verköpen, as’t gaohn will. Bewohner-Altm 1,341; De ümmer to Marcht geit un flitig Vadder steit, den wä(r)t dat Geld nich olt in d’ Tasch. ‘Wer oft über Verkaufsmärkte bummelt und viele Ehrenämter übernimmt, muss sich nicht über hohe Kosten wundern.’ Wb-Altm 267. – 1b. ‘Jahrmarkt’ verstr. – 2. dass. wie  Marktplatz, verstr. – … dropen sek op’n Marchte. Wedde 1938,70.
Lautf.: Marcht, [mart] verbr.; mrcht Vk-Ask 90, [mrt] ZE-Roß; [mrt] JE2-Scho; mrcht Mda-Sti 53; [mrd] BA-Ha; Marrecht, [mart] JE2-Scho, OSCH-Di, WE-Wa, Wb-Ak 110; [marit] Wb-Be; mrt Mda-Sti 2; Magt SA-Sta; Mahd SA-Die; Maat SA-Wad. – Gram.: m.; außerdem: n. belegt Wb-Holzl 138, Wedde 1938,77, OSCH-Ba, Wb-Nharz 123; f. belegt JE2-Ma Scho, JE1-Scho. Zuss.: zu 1a.: Heirats-, Knechte-, Krm-; zu 1b.: Jr-, Martn-.
Melkschorf m. ‘schorfiges, Blut und Eiter absonderndes Geschwür am Kopf kleiner Kinder’ 3: Wb-Holzl 140, OSCH-Ba.
Mengefudder n. 1. ‘Beimengung für das Viehfutter’,  Upmengsel, 3: WA-Un, WE-Ost. – 2a. ‘Mischfutter’, bes. für Schweine, besteht u.a. aus Kleie, Kartoffeln und Wasser, 4: Wb-Be. – 2b. ‘(als Viehfutter dienendes) Gemenge versch. Getreidearten’, z.T. bereits gemischt angebaut, 3: HA-Som, OSCH-Ba, Wb-Nharz 125.
Lautf.: Mengefutter; außerdem: [mekfutr] Wb-Be.