Flgenkrt n. PflN 1. ‘Knöterich’ 3: HA-Ost, OSCH-Ba. – 2. ‘Beifuß’ 2: Wb-Altm 52.
Lautf.: Flgenkrt Wb-Altm 52; Flaien- HA-Ost, OSCH-Ba.
Fort m. ‘Darmwind’ 2: Wb-Altm 56 und 59, JE2-Ma Pap, verstr. JE1, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. w/mittleres anhalt. – n’ Forz lten HA-Oh; laute Forze schtinken nich Sprw-Börde; Rda.: Setze dn nich an Forz in Kopp! ‘Lass ihn nicht eingebildet werden!’ Wb-Ak 60; hei maket seck wie dä Forz opp der Ölpulle von einem eitlen Menschen, OSCH-Ba; t’n Fort ’n Dunnerslag maok’n ‘übertreiben’ Wb-Altm 56; hei klö- wet ’n Vort in teihn Deile ‘er ist geizig’ OSCH-Ba; där hannelt met Forz un Feierstein ‘er handelt mit allen möglichen Sachen’ ZE-Roß; schit op’n Forz, denn laten wi’n andern Aufforderung, kein Aufhebens um längst erledigte Sachen zu machen, Sprw-Börde; Sprw.: ’n Furz in de wide Welt, iss bäter ass in’n eng’n Bk. Wb-Altm 59.
Lautf.: Fort Wb-Altm 56, JE2-Ma Pap, verstr. JE1, HA-Eil; For(t)z, [forts] JE1-Ge, ZE-Roß, verstr. elbostf., vereinz. w/mittleres anhalt.; Farz HA-Oh, QUE-Di; Furz Wb-Altm 59; frz Vk-Ask 156.
frte Adj. 1. ‘stark, kräftig und dabei munter, klug’, von Heranwachsenden, 3: verstr. sw elbostf. – Ek war en freter Junge Id-Quea 153. – 2. ‘klein, zierlich’, von Gegenständen, 3: OSCH-Ba.
Lautf.: frete, frte; außerdem: frete, [fret] vereinz. OSCH; fräte WE-Oster.
Friederke weibl. RN – Neckreim: Friderke, Friderke donderlok het’n schwartes rschlok 3: Wb-Nharz 43;Rieke, wenn eck piepe, denn kumm!
Hörst du mien Piepen nich,
Bist du miene Rieke nich,
Rieke, wenn eck piepe, denn kumm.
3: OSCH-Ba.
Lautf.: Friederike, Friderke Wb-Nharz 43, Vk-Anhaltc 115; Kurzform: Ri(e)ke Vk-Anhaltc 115 (ZE-Klie), verstr. elbostf., Vk-Anhaltc 115, CA-Ak; Rk Wb-Altm 173; Rieckchen Dim. vereinz. anhalt.; Rikele Dim. Wb-We 113; rkelken Dim. Wb-Nharz 156; [d] CA-Ak; Fieke, Fke s. unter Sophie.
frisch Adj. 1. verstr. – a. ‘nicht alt, noch unverdorben’, von Lebensmitteln – frische eier Wb-Nharz 220; ... wu’s frische Worscht jab. Wäschke61915,101; ... frisch Plumenkauken mit Kaffee ... Ehlies 1960b 298; de Eppel helt sick lange frisch HA-Oh. – b. ‘unverbraucht’ – hal mal frisch Handwater her WO-Dru; ... un wie ich drau- ßen in de frische Luft war ... Heese 21919,21. – c. ‘erst kürzlich hergestellt, entstanden, bearbeitet’, auch ‘erst kürzlich gewaschen’ – an frisches Himne Wb-Ak 62; Dä is erst gistern frisch lackiert ... Klaus 1936,46. – d. ‘erst kürzlich geschehen’ – Rda.: öhne hettse op frischer Dat (bei Ausführung einer verbotenen Handlung) kreejen HA-Bee. – e. ‘erneut, neuerlich’ – fon frischen anfengen Wb-Nharz 220. – 2. ‘erfrischend’ 3: vereinz. elbostf. – dat smecket frisch OSCH-Ba. – 3. ‘kühl’ verstr. – haite isses frisch Wb-Be. – 4. subst. ‘stets feuchte Stelle im Acker’,  Springstde, 2: ZE-Ra. – 5. ‘ausgeruht, lebhaft, munter’ 3: vereinz. elbostf. – hai is frisch WE-Zi.
Ferml n. 1. ‘angeborener dunkelroter Hautfleck’ 3: BLA-Brau, 4: Wb-Be. – 2. ‘roter Fleck im Auge’ 3: OSCH-Ba.
Lautf.: Ferml OSCH-Ba; ferml BLA-Brau; [fairml] Wb-Be.
Flbm m. PflN 1. ‘Faulbaum’ verstr. – Rda.: He hat lang noch up’n Käörboom räd’n, nu kümmt he up’n Fulboom to sitt’n. ‘jmd., der unschlüssig in seiner Wahl ist, bekommt am Ende das Schlechteste’ Spr-Altm 77.  Aufgrund von Ähnlichkeiten, u.a. bei der Beschaffenheit der Rinde und im fauligen Geruch, können in einzelnen Fällen Übertragungen oder auch Verwechslungen, bes. mit der Traubenkirsche, aber auch mit anderen Sträuchern oder Bäumen vorliegen: Ahlkirsche le Erle Flbre Flken Flkenbm Hundebrstrk Hundekltenbm Lausbeerbaum 2Lne Lsebre Lsebm Pulwerholt Scheißbeerenstrauch Schtbre Schtholt Schsterplockholt Spirke Sprßel Sprätzern Sprossen Stinkbm Stinkholder Vgelkerse. – 2. ‘Traubenkirsche’ 2: Wb-Altm 58, ZE-We, 3: OSCH-Ba.
Lautf.: Fu(u)lbo(o)m, Flbm verstr. brdb. elbostf.; -bom WE-Wa; -baum BA-Ha; -paum BLA-Sti; Fürboom SA-Ty; Fuia- SA-Wa; Faulbaum vereinz. nd., BA-Sil, verstr. anhalt. (2. Glied in standardspr. Form); -boom vereinz. anhalt.
Fle f. 1. ‘Mundfäule, Entzündung der Mundschleimhaut bei kleineren Kindern’,  Sr(e), 4: Wb-Be. – 2. ‘Freistätte beim Haschespiel’,  1Ml, 3: OSCH-Ba, vereinz. WE.
Lautf.: Fu(h)le OSCH-Ba, vereinz. WE; Faule WE-Bü Ri; [faile] Wb-Be.
Garsterkken m. dass. wie  Garstelkken, 3: OSCH-Ba.
Lautf.: Gasterkauken.
Grschenkl m. dass. wie  Grsche 1., 3: OSCH-Ba, WE-La.
Lautf.: Gschenkl, J-.