glibberig Adj. 1. ‘glitschig, schlüpfrig’ 2: Wb-Altm 65, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 79, Wb-Be – de l is sau glibberich HA-Oh. – 2. ‘unausgebacken, feucht’, von Brot, 3: OSCH-Ba. – 3. ‘klebrig’ 3: vereinz. sw elbostf., 4: Wb-Be.
Lautf.: glibberig, -ch vereinz. elbostf.; gliwwerich, j-, [jliwri] vereinz. elbostf., Wb-Ak 79, Wb-Be; glibbrig Wb-Altm 65; gliwrich Id-Eilsa 65; [glipri] a.a.O. 65; [glp-] Beiträge-Nd 62 (WO-HWa); Nbf.: (2.), (3.): kliwwerig, -ch, [kliwri] vereinz. sw elbostf., Wb-Be.
gnrig Adj. 1. ‘ständig bettelnd, etw. verlangend’ 3: Id-Eilsa 65. – 2. ‘weinerlich’, bes. von Kindern, 3: OSCH-Ba.
Lautf.: gneirig Id-Eilsa 65; gnierig OSCH-Ba; Nbf.: neirig Id-Eilsa 65.
gnötteln Vb. 1. dass. wie  gnseln 1b., 3: WE-Re Strö – hei gnöddelt sick wat in Boart WE-Re. – 2. dass. wie  gnöckeln 1., 3: OSCH-Ba De, verstr. WE.
Lautf.: gnötteln OSCH-De, WE-He La; knötteln WE-Strö; gnöddeln OSCH-Ba, vereinz. WE; gnölen WE-Strö; gnetteln Wb-We* 211.
grallerig Adj. 1. ‘heiser, rau im Hals’ 3: Wb-We* 211, Wb-Nharz 64, 4: Mda-Sti 107. – 2. ‘ranzig, verdorben, bitter schmeckend’, von Lebensmitteln, bes. von Butter, Schmalz oder Speck, 3: verstr. w elbostf. – de Zuppe smecket gralderich OSCH-Ba.
Lautf.: gral(l)derig, -ch verstr. w elbostf.; jrlderig Mda-Sti 107.
grammedsendbten Indefinitpron. ‘ganz klein, völlig zerkleinert’ 3: OSCH-Ba.
Lautf.: grammedausendbetten.
Hals m. 1. ‘Körperteil des Menschen und bestimmter Säugetiere, der Rumpf und Kopf miteinander verbindet’, auch ‘Genick’ allg. – sek en hals brken Wb-Nharz 68; Rda.: ewwer Hals un Kopp ‘überstürzt, in großer Eile’ Sprw-Börde; et geit um Hals un Kopp ‘es geht ums das Leben, um die gesamte Existenz’ CA-Fö; dat is jo kein hals aff ‘das ist nicht so gefährlich’ Id-Quea 156; en Hals ummedreien ‘zugrunde richten, ruinieren’ Sprw-Börde; en Hals afschnien ‘übervorteilen, betrügen’ Sprw-Börde; einen ewer’n Hals kommen ‘zu ungelegener Zeit kommen, belästigen’ BLA-Ca; von Halse schaffen ‘sich von Mühen, Unbequemlichkeiten freimachen, sich eines lästigen Menschen entledigen’ Sprw-Börde; de len einen op en Halse ‘sie verursachen jmdm. Mühe und Kosten’ CA-Fö; sei sin sich um en’ Hals efall’n ‘sie haben sich umarmt, versöhnt’ CA-Fö; Sprik dek nist öwer’n HalsMahnung zu Vorsicht und Zurückhaltung im Gespräch, Sprw-Harzvorlg 254; en lanken hals mken ‘neugierig hinterhersehen’ Wb-Nharz 68; Sprw.: nu, datt de Hals aff iss, nu will’r kreien ‘wenn es zu spät ist, will man sich bessern’ Wb-Altm 276. – 2a. ‘der Rachenraum mit Kehlkopf, Luft- und Speiseröhre als Sitz der Atem- und Stimmwege’ allg. – Rda.: an schlimm Hals ‘Halsentzündung’ Serimunt 1930 Nr. 82; ich hawwe’s in Hals ‘ich habe eine Halsentzündung’ Wb-Ak 64; ein taun Halse rut hängen ‘bei jmdm. Widerwillen, Abneigung hervorrufen’ Sprw-Börde; de Lüe nischt in’n Hals hängen ‘nichts bekannt werden lassen’ Sprw-Börde; öhne steiht dä Hals wiet open ‘er bekommt nie genug’ OSCH-Ba; dae kan’n Hals k nich ful krjen dass., BLA-Brau; er kreit ‘n Hals nich vull wie anne Schtoppjans dass., Spr-Anhalt 168; En Hals opsparren ‘laut sprechen, schreien’ Sprw-Harzvorld 382; hei hat den Hals wiet operetten dass., CA-Fö; wenn dr doch m sei’n jrßen Hals h’l worre! ‘wenn er schweigen, sich zurückhalten wollte!’ Wb-Ak 64; se lacht ut vulln Hals SA-Sa; den lacht de Deuwel utn Hals ‘er lächelt heimlich und schadenfroh’ OST-Gla; Sprw.: de K melkt dörch’n Hals ‘der Milchertrag hängt von der Fütterung ab’ Wb-Altm 278. – 2b. in der Rda.: in falschen/sünndagschen/unrechten/verkrten Hals kmen/krgen ‘sich beim Trinken verschlucken’,  verslken, 2: verstr. Altm. – 3. ‘Flaschenhals’ 3: Wb-Nharz 68. – 4. ‘Tülle der Gießkanne’ 1: SA-Die. – 5. ‘Ecken des Segels’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 191 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 191 (CA-Ak).
Lautf.: Hals; außerdem: [halts] Wb-Be; [hs] SA-Ah Dä; [haos] SA-Die. Zuss.: zu 1.: Kkel-, Kker-, Kk-, Lang-; zu 2a.: Kaff-; zu 5.: Ober-; sonstiges: Keller-.
Halwedr f. ‘waagerecht zweigeteilte Haus- oder Stalltür’, vgl. Hkedr, Heckedr, 3: HA-Oh Ost, OSCH-Ba, WE-Zi.
1Hamm(e) n., f. 1. ‘dreieckige Dachfläche an der Giebelseite des Walmdachs’ 3: Peßler 1906,200 (GA-Bös), Wb-Holzl 100. – 2. dass. wie  Hammdack, 3: OSCH-Ba De, WA-Un, verstr. WE, QUE-Di – an de Schüne ne Hamme setten Wb-We 46. – 3. ‘Raum der Scheune, in dem die Garben verpackt werden’,  Banse, 3: WE-Il.
Lautf., Gram.: Hamme f.; außerdem: [hm] n. QUE-Di; Hamm n. WE-Strö, hammPeßler 1906,200 (GA-Bös); Harm f. WA-Un.
Handdinger Pl. ‘Pulswärmer’,  Muff(e), 3: OSCH-Ba.
Lautf.: Handingere.
Hnengkel m. ‘lächerlicher Mensch’,  Clowndüsse Hahnenjökel kukket einen aane, als wenn hei vorscheien (sterben) well 3: OSCH-Ba.