hängen Vb. 1. in allg. Bed. verbr. – a. intrans. ‘herabhängen, angehängt sein’ – d Wäsche hangt all up de Ln JE2-Scho; Rda.: hei hat de lange hänget ‘er ist dumm’ OSCH-Ba; hei henget bles noch sau in snen te ‘er ist ganz abgemagert’ Mda-Weg 97; Sprw.: wat hängen sal, versupet nich ‘nichts entgeht seinem Schicksal’ Wb-We 50. – b. trans. ‘aufhängen, anhängen’ – de Wost in’n Rek hengen HA-Oh; Rda.: dat mott’n doch nich jeden op de Nse hengen ‘das sollte besser verschwiegen behandelt werden’ HA-Oh. – 2. ‘im Schleppzug verbinden/verbunden sein’, von Kähnen, 2: Elbschifferspr. 302 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 302 (CA-Ak), Wb-Ak 69 – dobbeld hengen ‘zwei Kähne im Schleppzug nebeneinander hängen’ Elbschifferspr. 302, vgl. Wildbne; Se hengen ’n Plken ‘der Kahn wird vom Dampfer Georg Placke geschleppt’ Wb-Ak 69. – 3. ‘Grundberührung haben durch sinkenden Wasserstand oder zu schwere Ladung’, vom Kahn, Schifferspr., vgl. festhängen, 2: Elbschifferspr. 307 (STE-Tan, JE2-Pa) und 367 (JE2-Pa), 4: a.a.O. 307 (CA-Ak) – der Kn hengt Elbschifferspr. 367 (JE2-Pa); der Kn blaibd hengen a.a.O. 307. – 4a. ‘eine bestimmte Kahnseite tief eintauchen’, um die Fugen zwischen den Planken des Holzkahns, die über dem Wasser liegen, zu verdichten oder das sich im Kahn befindende Wasser auf diese Seite zu bringen, damit es besser ausgeschöpft werden kann, vgl. kanten 2., 2: Elbschifferspr. 373 (JE2-Pa). – 4b. ‘Schlagseite bekommen’ – Der Damper larnt hengen 4: Wb-Ak 69. – 5. refl. ‘begatten’, von Hunden, 3: HA-Oh, Id-Eilsa 66.
Lautf.: [hen], hengen; außerdem: häng(e)n Spr-Altm 76, Heimatland-Ga 1930 Nr. 10, verstr. elbostf.; [hen] Mda-Ze (ZE-Gro Roß), Wb-Be; [han] verstr. s JE1, hang(e)n vereinz. Altm.; [han] Mda-Ze (ZE-Reu Stre); hang’ Pohlmann 1905,20. – Gram.: Prät.: hung 1./3. Sg., hungen 1./3. Pl. Wb-Holzl 102; hungen Pl. Alt-Cöthen 3; hungk 1. Sg. Mda-Ro; hunk 1. Sg. Mda-Sti 53; honk 1./3. Sg., hongen 1./3. Pl. Wb-Nharz 75 – St. und sw. Flexion treten nebeneinander ohne eindeutige Bindung an trans. oder intrans. Gebrauch auf. Zuss.: zu 1a.: wer-; zu 1b.: hen-, hinder-, in-.
Hrle f. ‘Frau mit ungepflegtem oder ungekämmtem Haar’, auch allg. ‘unordentliche, liederliche Frau’,  Slampe, 2: Wb-Altm 77, 3: Wb-Holzl 101, HA-Bee, OSCH-Ba, Id-Eilsa 66, Wb-We* 213, 4: CA-Ak – du sühst ut wie ne Haaruhle OSCH-Ba.
Lautf.: Hrle; außerdem: Haorl Wb-Altm 77; [hraul] CA-Ak (veralt.); [-ail] CA-Ak.
hatschen Vb. 1. ‘nachlässig, schleppend gehen’,  ltschen, 3: OSCH-Ba, CA-Fö. – 2. ‘auf allen Vieren kriechen, an jmdm. hinaufklettern’, von Kindern, 4: Mda-Sti 117f.
Lautf.: hatschen CA-Fö; htschen Mda-Sti 117f.; hätschen OSCH-Ba.
Hwermann m. 1. dass. wie  Hwerbock 2., 3: OSCH-Schw, WE-Ha Is Ro, QUE-Tha. – 2. TiN ‘Spinne’ 3: OSCH-Ba. – 3. im Kinderreim:Zuck, zuck, Hawermann,
kiek dän kleinen Reitersmann!
Bahn
(oben) in de Fürste
hangen lange Würste …
lött de korten hangen,
breng emm de ganz langen.
Zuck, zuck, Hawerpärd, -
unse Willem liet an de Ärd!
2: JE2-Mi.
Lautf.: Hawermann JE2-Mi; Haber- QUE-Tha; Dim.: Hawermänneken OSCH-Ba Schw, WE-Ro; Haber- WE-Ha Is.
Hwermeier m. 1. dass. wie  Hwerbock 2., 3: OSCH-An Crot Dee, BLA-Hei, QUE-Wa West. – 2. dass. wie  Hwermann 2., 3: OSCH-Ba.
Lautf.: Hawermei(h)er; außerdem: Haber- OSCH-Cro; Hafer- QUE-Wa.
Hwertog m., n. 1. ‘Gestell an der Sense zum Mähen von Gerste und Hafer’ 2: verstr. s Altm., 3: verstr. elbostf. (außer ö).  Bock Bocktg Bockv Bgel Ddelsack Hkbm Hkeltg Hke(n) Hkentg Hktg Hwertg Korf Krnbm Korngerüst Krnhken Krnkorf Krnstell Krntg Kräuel Krper Langhken Meikorf Seißelbgel Seißelkorf Seißenbgel Seißenhken Seißenkorf Seißenkräuel Seißentog Sensengerüst Sensenspieß Sensenzeug Tog Zicke Zickenzeug. – 2. dass. wie  Hwerstell, 2: WO-Sa, HA-Sa, 3: GA-Bö Sie, HA-Ost, OSCH-Ba Har, WA-Un, WE-La Wa Zi.
Lautf.: HawertogCALV-Lö, WO-Sa, vereinz. elbostf.; -tg WE-Da Is Mi, BLA-Ben; -toch WO-Wo, verstr. n elbostf.; [hvrto] QUE-Hau; [hav-] HA-NHa; Hawertch WE-Re Si; [hwerto] WE-Wa; Habertog WO-Schn, HA-Sa Scha, WA-HDo Schw, BLA-Ben, QUE-Fr; -toch GA-Se, WO-Col, HA-Alv Dö, OSCH-Da, WE-Rho Schau, QUE-Di; -tch WO-Eb; Hoawertog WO-HWa, HA-Ro; -toch GA-Bo Ro, WO-Zie, HA-AHa, [hvrto] Beiträge-Nd 63 (WO-HWa); [hv-] vereinz. s Altm.; Hoabertog WO-Me; -toch GA-Eick; Hobertog WE-Lan; HaberntogWE-Velt; Hafertog QUE-Wed; -toch WE-Oster. – Gram.: m.; außerdem n. belegt GA-Bo Eick Ro, WA-La.
Hebberecht m. ‘streitsüchtiger, herrischer Mensch’,  Stänker, 2: ZE-Roß, 3: OSCH-Ba.
Lautf.: Hewwerecht OSCH-Ba; [hawret] ZE-Roß.
Hdenddel m. ‘dummer, einfältiger Mensch’,  Dussel, 3: OSCH-Ba.
Lautf.: Hehenduddel.
Hemdsquerdel m.(?) ‘Bund am Hemdsärmel’ 3: OSCH-Ba.
Lautf.: Himmeskwerel.
Hersegrütte f. dass. wie  Hersebr, 3: OSCH-Ba De, WA-Un, vereinz. WE.
Lautf.: Hersegrütte WA-Un, WE-He Zi; Hrse- WE-Wa; Hse- OSCH-Ba De, WE-Strö.