garwen Vb. 1. ‘unter Verwendung von pflanzlichen Gerbstoffen Leder herstellen, gerben’ 2: ZE-Roß, 3: vereinz. w elbostf., 4: vereinz. anhalt. – ter Jarwer jarwet Wb-Be. – 2. dass. wie  gartschen 2., 2: Wb-Altm 61, ZE-Stre, 3: vereinz. w elbostf., 4: vereinz. sw DE – sei garwet seck OSCH-Har. – 3. ‘sich erbrechen’ 2: ZE-Roß, 3: HA-Oh, Wb-We 39, 4: Wb-Be – wat denkst de, wie där Silwester jejarwet hat ZE-Roß. – 4. ‘ungeschickt schneiden’,  kaddeln, 2: vereinz. s OST.
Lautf., Gram.: garwen OSCH-Har; garben, j- ZE-Stre, vereinz. w elbostf.; [garb] Id-Eilsa 64; garreben OSCH-Di; gar’m Wb-Holzl 94; [jr] ZE-Roß, vereinz. anhalt.; jerwen Inf., jerwt 3. Sg. Präs. OST-Ker Kö; gerben Wb-We 39; gärb’n Wb-Altm 61; järfen OST-KlBeu.
Giffel f. 1. vgl. Gaffel 1. – a. ‘Astgabel, gabelförmiges Holz’ 3: HA-Ack, vereinz. OSCH, QUE-Di. – b. ‘gabelförmiges Holz als Stütze’, bes. für Obstbaumzweige, die Wäscheleine oder die Wagendeichsel,  1Micke, 3: verbr. OSCH, vereinz. n/ö WE. – c. ‘der gespreizte Teil des Stiels der großen Harke’ 4: BE-Dro. – d. ‘Bremsklotz’ 3: Beiträge-Nd 64 (WO-HWa). – 2. vgl. Gaffel 2. – a. ‘langes, hölzernes, zweizinkiges Gerät zum Aufschütten und Umwenden des Strohs beim Dreschen’ 3: Wb-Holzl 112 (WA-KlWa), vereinz. s elbostf. – b. ‘hölzernes, zweizinkiges Gerät zum Aufhängen und Abnehmen von Würsten’ 3: vereinz. OSCH. – c. ‘Holzgabel zum Trocknen des gesponnenen Garns’ 3: OSCH-Har.
Lautf.: Giffel, J-, [jifl] vereinz. elbostf., BE-Dro; -e verstr. OSCH, Wb-Holzl 112 (WA-KlWa), WE-Asp Is; Gibbel Vk-Anhalta 19 (BE-GrMü); [jüfl] Id-Eilsa 66; Güffele, J- vereinz. OSCH, WE-Sa; [jüfl] Id-Eilsa 66. – Gram.: m. belegt BE-Dro.
gl Adj. 1. 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., MdanwJe1b 69 (JE1-Gra), verstr. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 20 und 146. – a. ‘vor Hitze rot leuchtend, glü- hend’, auch von der Gesichtsfarbe – gluhe Asche OSCH-Har; jlouge koln Mda-Sti 20; dat glue Isen OSCH-KlQue; de Ob’n is all ganz glu HA-Bee; Rda.: hat mit ne jluhe Naotel neiet ‘hat unordentlich genäht’ WO-Sa; hei kann wiher nist liggen laten, wi glu Isen ‘er stiehlt sehr viel’ WE-Dee; S st so glu t ass’n Legghn. ‘Sie hat eine gesunde Gesichtsfarbe.’, vgl. auch 2a., Wb-Altm 276. – b. ‘funkelnd, glänzend, leuchtend’ – ... vorn mit twei Re’e glu’e Knöppe. Wedde 1938,9; Rda.: ... glu’e O’en wie’n Rotkehleken! Lindaub o.J. 37. – 2. 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., 3: verstr. elbostf. – a. ‘hübsch, ansehnlich’ – dat is an glaü Dean (Mädchen) SA-Dä. – b. ‘lebhaft, munter’ – de Kinder sind noch so glu ‘die Kinder sind noch nicht müde’ Wb-Holzl 95; Rda.: de Strte gl mken ‘die Straße in Aufregung versetzen’ QUE-Di; gluh wie’n Aiker (Eichhörnchen) HA-Eil.
Lautf.: glu(h), j- [gl], [jl] vereinz. Altm., Mda-nwJe1b 69 (JE1-Gra), verstr. ZE elbostf.; glo, [jl] Schwerin 1859,16, SA-Kal; jlou Mda-Sti 20 und 146; glaou Wb-Altm* 18; glau, jlau vereinz. ö/s nwaltm., verstr. Altm.; [lau] vereinz. n/mittleres SA; [glau] SA-El Wü; [glaö] SA-Gie Jü; [laö] SA-Ch; [glaü] SA-Dä; [gläö] vereinz. n nwaltm.; [glui] SA-Hi Hö.
gt Adj. verbr. 1a. ‘den Zwecken genügend, zufrieden stellend, einwandfrei’ – w hem’m k jjen Acka JE2-Scho; dat is’n g Pert HA-Oh; ... Kohlzupp ... un de wör gaud naug för ehr Knechtens un ehr Deerns. EssennwAltm 91 (SA-Han); De Geschichte ... hät ville Lüede guet gefalln ... Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); Verbdg.: maket gut Abschiedsgruß, Sprw-Börde; schn gt abwehrend, wenn sich jmd. bedanken will, Wb-Nharz 66; Rda.: gd tau Wege ‘gesund, rüstig’ Wb-We 44; lat man gut sien ‘lass es dabei bewenden’ HA-Bee; Sprw.: Wer goot schmeert, de goot föhrt. Firmenich 1854,132 (STE-Ste). – 1b. ‘tüchtig, den Aufgaben gewachsen’ – ... un weilse anne jude Hausfrau war, da dachte se schon in’n Sommer dran, was in’n Winter wern solle ... Wäschke 41919,28; Sprw.: Wat’n goden Vaogel is, de but’n god Nest. Spr-Altm 83. – 1c. ‘wirksam, nützlich, hilfreich’ – dat is gt fr’n hausten Wb-Nharz 66; Rda.: Awwer wer weeß wofor’s jut is. Heimatkalender-Be 1936,155; Sprw.: Wat een god don kann, dät werd twee ook nich to vöäl. Bewohner-Altm 1,330. – 1d. ‘passend, geeignet, günstig’ – jder Wind ‘günstiger Wind zum Segeln’ Elbschifferspr. 437 (JE2-Mi). – 1e. ‘nicht für den alltäglichen Gebrauch bestimmt, bes. Anlässen vorbehalten’ –Wer et man ichtens maaken kann,
Schafft sick ne “Gue Stube” an.
Gorges 1938,51.
– 2a. ‘angenehm, erfreulich, positiv wirkend’ – he hat goe Doch (Tage) GA-Si; enes guin Dages JE2-Gü; jumorjen Gruß, Wb-Ak 82; guen Dag Gruß, HA-Ack; wenn et Wäder guut is HA-Neu; düsse Tüffel schmeckt jt JE2-Scho; ... Stund mei sön witten Schlips ok good ... Francke 1904,8; hei hat’t ganz gt HA-Oh; Warsch bis dahin jut jejangn ... Krause 1964,22; Is doch gaud, Mudder, wenn’ öfter ünner de Lüd’ kümmt. Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die); Rda: Seck’n jutn Dach maken ‘angenehme Tage verleben’ Spr-Asch 19. – 2b. ‘gesund, wohl’ – hei süht nich gut ut ‘er sieht kränklich aus’ HA-Bel; ne (ihm) is nich gt Wb-Nharz 66; dat wart balle wer gt ‘es heilt bald’ HA-Oh; ... sau lange wie miene Mutter na nich wedder jut iss ... Firmenich o.J. 161 (WA-Ost). – 3. ‘mühelos, einfach, bequem’ – Rda.: de hat gt köären (reden) HA-Oh; dat kannste woll nich gut behaupten CA-Fö. – 4a. ‘viel, reichlich, umfangreich’, auch ‘ertragreich’ – en gt deil ‘eine gehörige Menge’ Wb-Nharz 66; die Ärn (Ernte) diss Joar iss jut CA-Lö; got wat antrecken ‘sich warm einhüllen, anziehen’ STE-Döl; Det jaab daa for die imm’r ’n jutes Drinkjeld ab. Heimatkalender-Ze 1962,93 (ZE-Ze). – 4b. ‘mindestens, bestimmt so viel’ – dat is ne g Stunne wt henne HA-Oh; ... un die so breet war, dät guet fünf Wane näenen änder ... führn künnten ... Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie); Verbdg.: Das is jt un jarne zn Mark wrt. Wb-Ak 82. – 4c. ‘sehr, überaus, stark’,  bannigen gden hausten hebben Wb-Nharz 66. – 5. ‘anständig, charakterlich und moralisch einwandfrei, tadellos’, auch ‘gütig’ – ’n gun Minschen Id-Eilsa 66; hei is’n guen Jungen OSCH-Har; dor had ne jle Frau DE-Ca; wist k gd dn? ‘willst du nun folgsam sein?’ Wb-Altm 67; Rda.: got en gden man sn lten ‘sich keine Sorgen um etw. machen’ Wb-Nharz 66; Sprw.: All tu juut is liederlich JE1-Dan; alder gden dinge sint’er dreie Wb-Nharz 66. – 6a. ‘freundlich, wohlmeinend’ – n’ gt Wert jbn HA-Oh; Rda.: Dat is jans un jar juder Wille. ‘Das ist sein freier Entschluss.’ Spr-Asch 19; hei hat woll en guden Willen datau, kann et awer nich schaffen Sprw-Börde. – 6b. ‘freundschaftlich gesinnt, zugetan, gewogen’ – en’n gd sn Wb-We 44; sek nich gt sn ‘verfeindet sein’ Wb-Nharz 66; Wedder met’n ander jut sin ‘sich wieder vertragen’ Spr-Asch 19; ... sek mit unsen Harregott gut de stellen wett ... Wedde 1938,8; Rda.: in’n Gen utkemen HA-Oh.
Lautf., Gram.: go(o)t, -d, j-, [gt], [jt] vereinz. ö/s nwaltm., verbr. nbrdb., vereinz. w JE1; gout Matthies 1912,25 (SA-Fa), vereinz. nw WE; jut Mda-Sti 33; gaut, -d, [gaut] verbr. nwaltm.; gu(u)t, -d, j-, [gt], [jt] vereinz. s SA s OST ö GA, verstr. STE n WO, vereinz. mittleres JE2, verbr. mbrdb. elbostf. omd.; guet verstr. mbrdb.; in flekt. Formen: m. Akk. Sg.: goden Id-Altm, Spr-Altm 83; goon, gn vereinz. Altm.; [jjn] JE2-Scho; [jijn] Elbschifferspr. 437 (STE-Bit, JE2-Pa); [jn] Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa); [gau] SA-Dä; guden, gden Sprw-Börde, Wb-Nharz 66; guhen HA-Bo; gu’en, gen verstr. elbostf.; guun, ju’n QUE-Di, Krause 1964,15; [jijn] Elbschifferspr. 437 (WO-Ro); guin (Gen. Sg.) JE2-Gü; juten Spr-Asch 19; f. Nom./Akk. Sg. und st. Nom./Akk. Pl.: goot, joot, [gt], [jt] vereinz. ö/s nwaltm., verstr. w/mittlere Altm. (außer s Rand); gode, jode Spr-Altm 14, STE-Ost, WO-Ucht; goe, joe, [j] vereinz. OST, STE-GrSchwa Po, vereinz. sw Altm.; [j] MdanwJe1a 48 (JE1-HWa Lo); go’ Sprw-Altma 22; [jj] OST-Dü Hi, vereinz. nö STE, JE2-Scho; [gi], [ji] SA-Vie, verstr. nö Altm., STE-Ber, WO-Mahl; gaut verstr. nwaltm.; [gau] SA-Da; gaue SA-Net; gude, jude vereinz. s elbostf., Wäschke 41919,28; guhe STE-Ba; gue, jue, [g], [j] OST-Ein, CALV-Uth, vereinz. elbostf.; gu, ju HA-Oh, Id-Eilsa 66; [gt], [jt] GA-Bo, vereinz. n WO; [jj] Mda-nwJe1a 48 (JE1-Rie); juije Dialekt-Nd 12 (WO-An); [j] Mda-nwJe1a 48 (JE2-HSe, vereinz. n JE1); [jl] DE-Ca; [jud] Mda-Ze (ZE-Roß); [jur] a.a.O. (ZE-Reu Stre); [jul] a.a.O. (ZE-Gro); Kürze bes. in Grußformeln: [judn] m. Akk. Sg. DE-Ca; gun(n), jun(n) m. Akk. Sg. vereinz. elbostf., Wb-Ak 82; judde f. Akk. Sg. Wäschke71913,61; Kompar.  2bet, bter; Superl.  best.
Gott m. wie Standardspr., verbr. – Denk ook an Gott un sien Gebot ... Pohlmann 1905,79; ... liewer Gott, lat dat sware Wäder vorbi gahn ohne Schaden ... Wedde 1938,8; in der Verbdg.: God’s Wort von’n Lann ‘Landprediger’ Wb-Altm 122; Rda.: Help Gott! Grußformel mit der Erwiderung: Schön Dank! OSCH-Har; Help uns Gott to’n Gd’n, datt’t uns mag gd spd’n! Spruch bei Beginn einer Arbeit, Wb-Altm* 56; Na, Gott sei Dank ... Ausruf der Erleichterung, Wäschke 61915,109; weiss got Beteuerung, Wb-Nharz 63; Lässgott ‘leider Gottes’ Wb-Holzl 133 (HA-Schw); ach Jott, ach Jott! klagender Ausruf, Richter o.J. 94; O Gott, o Gott ... dass., Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie); Du leiwer Gott! dass., Klaus 1936,2; frommer Gott dass., Wb-We 41; got in himmelschen trne Ausruf des Schreckens, Wb-Nharz 63; allmechtijer Jott d! Ausruf der Verwunderung und Bestürzung, Wb-Ak 79; um Gottes Willen Ausruf der Bestürzung, HA-Oh; um Jott un de Welt nich starke Ablehnung, ZE-Roß; I, Jott bewahre! dass., Spr-Asch 40; et war Gottes Wille Antwort des Trauernden auf ausgesprochenes Beileid, WE-Kö; ter lwe Jott macks j’m Wb-Be; de leiwe God kft (keift) Ausdeutung des Donners, Wb-We 41; Gott schuf Menschen – un wat forr wecke. Wb-Holzl 36; Gott ’n guen Dach sin laten ‘sorglos leben’ Sprw-Börde; De lewt wie Gott in Frankreich. ‘Er lebt sorglos und im Überfluss.’ Bewohner-Altm 1,336; Das war nämlich ’n Bild for Jetter ... ‘Das war ein komischer Anblick ...’ Krause 1964,66; Sprw.: Gott jift woll de Kauh, awer nich ok et Seil datau Sprw-Börde; Dänn een’n gewt Gott Land un Sand, den ännern blos’n Stock in d’ Hand. Bewohner-Altm 1,336; Wo de Meßwagen nich henkümmt, Herr Paster, dar kümmt Gotts Segen ok nich, see de Buur. Berufe-Altm 251.
Lautf., Gram.: Gott, God, J-; außerdem: Gen. Sg. im Ausruf: Hotts- Wb-Holzl 106 (WA-KlWa); [ots-] SA-Dä.
Grs(e)bm m. 1. ‘Stiel der Grassense’, besitzt zwei Griffe,  Seißenbm, 2: GA-Mie, HA-Sa, 3: verstr. elbostf. – Seiße mit en Grsebm OSCH-Har. – 2. ‘Grassense’,  Seiße, 2: STE-Ro, WO-Sa, 3: vereinz. n/w elbostf., CA-Fö.
Lautf.: Grasboom, J-, [jras-] STE-Ro, WE-Gö Ve (WE: 1. Glied wohl mit Langvokal); Grasbaom GA-Mie; Graseboom, Grsebm, J- HA-Sa, verstr. elbostf.; -boem, -bem OSCH-Di, Mda-Weg 95; Grasebuom OSCH-Schl; -buhm OSCH-Di; Graoseboom, J-, [grzbm], [jrz-] WO-Sa, vereinz. n elbostf.
grn Adj. 1. ‘grün’, Farbbezeichnung, verbr. – ... die jriene Wand ... Heimatkalender-Börde 1925,62 (CA-Sa); n’ greun Klet HA-Oh; ... greune Bohnen un Hamelfleisch ... Wedde 1938,14; An dei war ok en roes, blaues oder greunes Band e bunn’n ... Rauch 1929,15; ... unn de Wiese jrien ward ... Richter o.J. 10; ... brengt de Soot in’t Land un de geiht up un wärd grön ... Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi);Schön is’t mit anteseihn
Wenn’t allderwarts wärd greun ...
Gorges 1938,15;
Verbdg.: grön un gäl Bewohner-Altm 1,316; greun un blau sln HA-Oh; Rda.: n’m se jrn, jrn hwet Wb-Be; Sprw.: Wer sek greun makt, den fräten de Zicken. Vk-Harz 3,58; Wetterregel: Grn Winacht’n witt Ostern Wb-Altm 247. – 2. subst. – a. PflN ‘Moos’,  Moss, 2: GA-Klö. – b. ‘zweithöchste Farbe im deutschen Kartenspiel’ 2: ZE-Ze, 3: HA-Bee, WE-Ha, 4: DE-Ra Vo. – 3a. ‘unreif, noch nicht ausgereift und deshalb von grüner Farbe’ verstr. – De Eppel sin noch jans jrn ... Wb-Ak 80. – Volksgl.: greunes wet jift patkop (von Ausschlag, Schorf, Entzündung befallener Kopf) Wb-Nharz 65. – 3b. ‘jung, unerfahren’ verstr. – dats en gräunder Junge Sprw-Börde. – 4. ‘frisch, saftreich, noch nicht getrocknet’, auch ‘noch nicht konserviert’, von Lebensmitteln, verstr. – gräune Tackens OSCH-Har; jrner Korb ‘halbhoher Korb aus ungeschälten Weiden mit zwei Henkeln’ Wb-Ak 80; ... grön Häring’ ... Hausfr-Altm 1925,55 (Kredel); greun’n Käse HA-Bee. – 5. in der Rda.: sick/nen nicht grn sn ‘einander/jmdn. nicht leiden können, nicht miteinander/mit jmdm. auskommen’ 2: Wb-Altm 70, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 80 – hei is mek nich groin ewst Wb-We 42.
Lautf.: grö(ö)n, j-, [grn], [jrn] SA-Rist, verbr. nbrdb., MdanwJe1a 38 (vereinz. w JE1); [rn] vereinz. mittleres SA, GA-Fau; jreen, [jrn] WO-Sa, Mda-nwJe1a 38/Dialekt-Ma 9 (vereinz. w JE1); jrne Mda-Sti 13; greun, gräun, j-, [groin], [groen] vereinz. ö/s nwaltm., verbr. elbostf. (außer sö); [jrain], [jraen] WO-Mei, verstr. sö elbostf.; [grin] Wb-We* 212; [gruin] verbr. n/w nwaltm.; grün JE2-Gü; gri(e)n, grn, j- JE1-Flö, ZE-Gö Ze, CA-Ba, verbr. anhalt.; grüen, [jrn] Heimatkalender-Je 1923,95 (JE2-Vie), Mda-nwJe1a 38 (JE2-HSe, verstr. n JE1); [jrn] verstr. mittleres/s mbrdb.
Gusszucker m. ‘Kuchenguss aus Puderzucker’,  Guss, 3: OSCH-Har.
Hke(n) m. 1. ‘hakenförmiger Gegenstand’ verbr. – Rda.: Hken un Stken ‘ungleichmäßige Schrift’ HA-Oh; Hoaken un Neuseken dass., OSCH-Har; dat hat sinen Haken ‘das hat eine verborgene Schwierigkeit’ Sprw-Börde; Haken sln ‘beim Laufen plötzlich und scharf die Richtung ändern’ Wb-We 43; sn Haoken anslaon ‘ein Vorhaben umsetzen’, bes. auch vom Mann, der um eine Frau wirbt, Wb-Altm 76; Sprw.: was an jdes Hkchn wrn will, krimmet sich paitsain Wb-Be. – a. ‘Gerät zum Ernten von Erbsen’ 3: BE-He. – b. ‘Gerät zum Ernten von Kartoffeln’ 2: OST-Kru, STE-Bö Buch Ro, CALV-Zo, JE2-Scho – Hkng tum Tüffel rackng a.a.O. – c. ‘einfacher Pflug ohne Räder’,  Plg, 2: Wb-Altm 76, ausf. vgl. Bentzien 1968,268. – d. ‘Haken zum Heben der Egge’ 1: SA-Die. – e. ‘Haken zum Auf- oder Einhängen’ verstr. – an d Schanne sünd tsw Hkng, d wn d Emma annehang’ng JE2-Scho; wenn’s Schwein jebret is, henget’s der Fl-scher ufs Hengehols uffen Hoff ’n Hken Wb-Ak 64;Wenn dat Schwn an Hken hengt,
werd an Klrer ineschenkt.
Un is dat Schwn a noch s kln,
et mot noch anner ewwrich sn.
QUE-Hau.
– f. ‘Haken zur Öse am Kleiderverschluss’ 2: Wb-Altm 76, 3: HA-Oh, OSCH-Har, Wb-We 43, 4: BE-Grö La. – g. ‘Zughaken am Vorderpflug’,  Plg, 4: BE-Be. – h. Pl. dass. wie  Hkeltg 1., 1: SA-Die, 2: SA-Meh, OST-Mech Polk Vie, STE-Hä, JE2-Grü Ma Scho, JE1-Da HLo Stei – d Krnesäise het drai Hkng JE2-Scho. – i. ‘hakenartiger Fortsatz am breiten Ende des Sensenblattes, mit dem dieses am Sensenstiel befestigt wird’,  Angelhke(n), 4: BE-La. – 2. ‘Aufhänger an Kleidungsstücken’ 4: BE-GrWi HErx Il. – 3. Dim. ‘Mensch, der frühzeitig zu stehlen beginnt’,  Dft pist je tenn an Hkchn 4: Wb-Be. – 4. ‘die vier inneren Ecken des Backofens’ 4: a.a.O. – 5. ‘Stoß von Dielen und Planken des Kahns, deren Stirnseiten hakenförmig geschnitten sind’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 116 (JE2-Mi Pa).
Lautf.: HkenOST-Mech Polk Vie, Elbschifferspr. 116 (JE2-Mi Pa), verstr. elbostf., BE-Be; Hakn BE-Grö; [hgn] verbr. BE KÖ DE; Hoaken, [hkn]SA-Meh, CALV-Zo, JE2-Grü Ma, JE1-Da HLo Stei, OSCH-Har, Hken Wb-Ak 64; [hgn] BE-He HErx, verbr. DE; [hkns] Pl. SA-Die; Haok’n Wb-Altm 76, [hkn] Wb-Be, BE-La; [hk] Mda-Ar 59; [hk] JE2-Scho, ZE-Kö; [hk] SA-Rist, OST-Kru, STE-Bö Buch Ro; [hgn] SA-Die; Hoken STE-Hä; Hogen BE-Dro; Hke vereinz. sw elbostf.; [hk] Mda-nwJe1a 43, Beiträge-Nd 63 (WO-HWa); [hak] Mda-Ze (verstr. ZE); [hak] MdanwJe1a 43 (JE2-HSe, verbr. nw JE1); Haok Wb-Altm 76. – Gram.: f. belegt Beiträge-Nd 63 (WO-HWa). Zuss.: zu 1.: Hesp-, Himmel-, Holt-, Hch-, Kn-, Kant-, Ktel-, Klink-, Kohlen-, Korf-, Krn-, Land-, Lang-, Lanken-, Licht-, Lnen-, Ls-, Mess-, Ms-, Nipp-, Nt-, Öbster-; zu 2.: Klder-; zu 3.: Mause-; sonstiges: Hunger-, Keil-.
Handgeld n. 1. ‘Taschengeld’ – en bettjen Handjeld hem’m Wb-Holzl 100. – 2. dass. wie  Handdler, 2: OST-See, WO-Ro, 3: HA-Bee, OSCH-Har, BLA-Be Rü, QUE-Nei, 4: DE-Kle. – 3. ‘Anzahlung, die beim Verkaufsabschluss zu dessen Bestätigung übergeben wird’ 3: Sprw-Börde, Wb-Nharz 69. – 4. ‘erste Einnahme eines Verkäufers am Morgen’ 3: HA-Oh, Sprw-Börde, Wb-Nharz 69, 4: CA-Lö, Wb-Be – Volksgl.: Auf das H. wird gespuckt, damit die Tageseinnahmen hoch ausfallen. Bringt eine alte Frau das H. oder wird beim ersten Kauf nicht bar bezahlt, so bedeutet das Unglück (Wb-Nharz 69, Wb-Be), wird das H. von einem kleinen Mädchen gebracht, so hat der Händler den ganzen Tag über Glück (Wb-Be).
Lautf.: Handgeld; außerdem: -jeld Wb-Holzl 100, Sprw-Börde, BLA-Rü, QUE-Nei; Hantjelt HA-Oh, hant- Wb-Nharz 69, [hantjelt] Wb-Be.