Hkelstl m. ‘Gerät zum Hecheln des Flachses, Brett mit Zinken auf einem (verzierten) Gestell’ 3: Id-Eilsa 67, OSCH-Har – Volksgl.: Das Sitzen auf dem H. ist eine der höllischen Qualen. Id-Eilsa 67.
Lautf.: Heckelstaul OSCH-Har; Heckeln- Id-Eilsa 67.
Hemmkde f. ‘Kette der Bremsvorrichtung des Akkerwagens’ 3: OSCH-Har, Wb-Nharz 75, BLA-Brau.
Lautf.: hemkedde.
Hwekorf m. ‘kleiner geflochtener Henkelkorb, in den die geernteten Kartoffeln gelegt werden’,  Kartuffelkorf, 3: OSCH-Har, WE-Lan, verstr. n BLA, 4: BLA-Sti, BA-Schie.
Lautf.: hwekorf Wb-Nharz 78, Häwe- BLA-Tr; Hebe- BLA-Ben; Häbe- BLA-Ha; Hewekorb BA-Schie; hewekorp BLA-Sti; Hebekorb WE-Lan; Nbf.: Heberkorf OSCH-Har.
hibbelig Adj. 1. ‘eilfertig, hastig, ohne Sorgfalt’,  rasch, 2: Wb-Altm 82, 3: Wb-Holzl 105, Wb-We 51, Wb-Nharz 80, 4: Mda-Sti 94. – 2. ‘eifrig’ 3: Beiträge-Nd 63 (WO-HWa), HA-Oh, WE-Dee Rho. – 3. ‘unruhig, nervös, zappelig’ 2: Wb-Altm 82, 3: HA-Bee Oh, OSCH-Har, Wb-We* 215, WE-Dee, 4: Wb-Ak 70 – s man nich sau hibbelich HA-Oh.
Lautf.: hibbelig, -ich HA-Oh, OSCH-Har, Wb-We 51; hiw(w) elig, -ich verstr. elbostf., Mda-Sti 94, Wb-Ak 70; hibblig Wb-Altm 82.
Hinderhund m. ‘hintere Querstange am  Ldetg’ 3: OSCH-Har.
Hinderschütt n. 1. ‘Schütz, herausnehmbares Gitter am hinteren Ende des Leiterwagens’,  Schütt, 2: OST-Flee, STE-Da, 3: Lindauco.J. 9, WE-Schau Wa, 4: Vk-Anhalta 21 – Ole Bachmann kam mit de Tobelkiepe uten Huse, nahm dat Hinderschütt uten Wa’n un sette sick oppen Bund Heu. Lindauc o.J. 9. – 2. ‘Schütz, herausnehmbares Querbrett am hinteren Ende des Kastenwagens’ 3: OSCH-Har, Vk-Ask 200.
Lautf.: Hinderschütt OSCH-Har, Lindauc o.J. 9, WE-Schau; Hinnerschott OST-Flee; Hinne- STE-Da; hinnrschutzVk-Ask 200; Hinterschütt WE-Wa; -schutz Vk-Anhalta 21.
Holtklwe(n) m. 1. dass. wie  Holtklotz 2., 2: SA-Kön, GA-Klin, STE-Ste, JE2-Neu Reh Scho, 3: WO-Ol, OSCH-Crot, WA-West, BA-Op, 4: BA-Fro. – 2. ‘klein gehacktes (Stück) Brennholz’,  Klwe(n), 1: SA-KlGe, 2: verstr. Altm., 3: HA-Oh Uhr, OSCH-Har.
Lautf.: Holtkloben WO-We, HA-Uhr, OSCH-Har, WA-West, BA-Op; Hold- JE2-Neu; Holtklobm GA-Klö, OSCH-Crot; [holtkl] JE2-Scho; Holtkleben HA-Oh; -kloawen GA-Klin; -klaown STE-Ste; -kloam SA-Kön; -kloof SA-Ra, OST-Lin Pe, -klow OST-Gla; -kloaw vereinz. mittlere Altm., -klaov GA-Jä; -klao JE2-Reh; Hootklaow SA-KlGe; Holzkloben WO-Ol, BA-Fro.
Holtspn m. dass. wie  Holtsplitter 1., 2: JE2-Schl, 3: JE1-Pre, OSCH-Har, 4: BA-Ha.
Lautf.: Holtspoan JE2-Schl; -spaun OSCH-Har; Holzspan BA-Ha; Holßspohn JE1-Pre.
Hummel f. TiN 1. ‘Hummel’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm., verstr. JE2 JE1, vereinz. ZE, 3: verbr. elbostf., 4: Mda-Sti 7, Spr-Anhalt 167, verstr. w anhalt., DE-Bo Ca Lau – dai Hummk brummt SA-Dä; Rda.: Er ist lustig wie eine Hummel. ‘Er ist immer fröhlich.’ Spr-Anhalt 167; Hummel’l han ‘nicht stillsitzen können’ Wb-Ak 72.  Bremse Brummbass Brumme Brummelken Brummer Brummmeister Brummse Brummsel Hummelbnen Hundebne Mosshummel. – 2. ‘Hornisse’,  1Hornske, 1: SA-Ro, 2: STE-Na, WO-We, JE2-Schm Za, JE1-HLo, 3: WO-GrAm Ir, OSCH-Har, WE-Ath.
Lautf.: Hummel, [huml] SA-Bo KlGra, verstr. Altm. JE2 n/w JE1 elbostf., Spr-Anhalt 167, verstr. w anhalt., DE-Bo Ca Lau, humel Mda-Sti 7; [huml] verstr. n/ö Altm., WO-Mei; Humma SA-Bon Ch; Hummele verstr. w elbostf. (außer s GA), QUE-Asch; [uml] HA-Hi; Dim.: Hummelke, [humlk] STE-Hä Schl, vereinz. s Altm., verstr. nw elbostf.; Hummücke OST-GrBeu; Hummelk, [humlk] SA-Die, verbr. Altm. (außer sö), GA-Ka; [hmlk] Mda-Ar 30; [humlk] OST-Dü GrRo Wal, GA-Schw; Hummilk GA-Kak; Hummek SA-Schm; Hummerk SA-Brie; Hummack verstr. nwaltm.; Hummark SA-Böd; Hummuck SA-Im Jeeb; [humok] verstr. w SA; [humk] SA-Dä; Hummelken SA-Scha Ta, verstr. w/mittlere Altm., GA-Weg; Hummilken GA-Si; Hummölken SA-Jee; Hummaken SA-Ro; Hummocken SA-KlBie Roh; Hummücken STE-Scho; Hummlicke WO-Bl; Ummelke GA-Esch. – Gram.: Hummel m. belegt JE2-Ro Schm; Formen mit k-Suffix m. belegt SA-Scha, OST-Me. Zuss.: zu 1.: Moss-; zu 2.: Horn-.
Hund m. 1. TiN ‘Hund’, z.T. bes. das männl. Tier, verbr. – Rda.: dat kein Hund ‘n Schticke Brot von ne nimmtdie Schwere eines moralischen Versagens kennzeichnend, Sprw-Börde; uffen Hund kom’m ‘verarmen, abmagern’ Wb-Ak 72; de geit vor de Hunne ‘er stirbt’ WE-La; da liet der Hund bejraben ‘das ist der entscheidende Punkt’ Sprw-Börde; wickelt sich in’n Hund ‘er schweigt, gibt keine Antwort’ Sprw-Börde; Dao krei’t wädder Hund noch Haohn noa. ‘Das ist völlig unwichtig.’ Bewohner-Altm 1,340; kann keinen Hund ut’n Backoben locken Sprw-Börde; met allen hunnen gehisst ‘raffiniert, durchtrieben’ Id-Quea 158; Hei denkt ümmer, grod Hund is sin Päd’ (Pate), un klein hät nich maol Vadder staohn. ‘Er ist eingebildet.’ Bewohner-Altm 1,340; nimmt wie der Hund ‘n Schwanz mank de Beine ‘er geht kleinmütig davon’ Sprw-Börde; h is bekand asn bundn hund ‘er ist überall bekannt’ GA-Da; dai schütt sik dat af as Hund dann Raigng ‘er ist völlig gleichgültig’ SA-Dä; sei lwet w Hund un Katte ‘sie vertragen sich nicht’, meist von Eheleuten, HA-Oh; Dat is gerade, wie wenn’n en dob’n Hunne wat seggt mit Bezug auf einen Schwerhörigen, Sprw-Harzvorld 374; junke Hunne met Schtickebrn scherzh. Antwort auf die Frage, was es zu Mittag gibt, HA-Neu; mit dem Hund gemessen und den Schwanz vergessen ‘zu knapp gemessen’ WE-Dee; der Wech is mit’n Hund emet’t und der Schwanz tauejeben von einer ungenauen Entfernungsangabe, Sprw-Börde; dei wett sienen Hund woll te lei’n, dat’e nich owern Strick schitt ‘er versteht es, seine Interessen durchzusetzen’ WO-Gu; Wenn de Hund nich eschetten harre, harre’n Hasen ekrejjen Zurückweisung von Ausreden, Sprw-Harzvorld 374; deck schitt de Hund watschroffe Verneinung, Ablehnung, WE-Dee; bei dn is der Knippel bei’n Hund jelt ‘dort geht es ärmlich zu’ Wb-Ak 72; Von de Hund, de en bät’n hat, davon mütt’n Haar uppleng’n. ‘Um einen Kater zu beseitigen, muss man erneut Alkohol trinken.’ Spr-Altm 82; Sprw.: en blöen Hund ward selten fett HA-No; je dröjer de Hund, je gröter de Fleuen Sprw-Börde; De Hunn’, d am fründlichst’n swänzeln, de bt’n toerst. Wb-Altm 278; Hunn, dee veöhl blaffen, biet’n nich GA-Trü; Oll’ Hunn’ blaffen lihren, hölt swar. Bewohner-Altm 1,340; Väöl Hunn’ is ‘n Haos’n sin Dod. Spr-Altm 29; liet (liegt) Harre, liet Hund HA-Sü; ein Hund bellt nich lange ‘ein Mensch allein kann nicht lange streiten’ WO-Ma; Den letzten biet’t de Hunne. Wb-Holzl 33; Wo de Tun ‘n legst’n (am niedrigsten) is, da will’n all Hun’ räwerspring’n. Spr-Altm 82; Hunne pissen un Fruunslüü weenen, wenn’s willen OST-Sta; Wenn’t Flesch up is, bieten sick de Hünn’ um de Knaoken. Bewohner-Altm 1,332; Wer’n Hund hang’n will, findt ok’n Strick dato. Spr-Altm 82; wer’n Hund hauen will, findt ok en Knüppel WO-HWa; kimmet mor ewwern Hund, kimmet mor  ewwern Schwans Wb-Ak 72; liewer der grote Hund in Dörpe wie der kleine in de Stadt Sprw-Börde; wöcker sik as’n Hund verhrt, mutt Knoaken fräten SA-Ab; Neckreim:Wenn Schult’n Hund ‘n Köter weer
un denn bittschen gröter weer
un denn ‘n bittschen bunt,
denn weerd’ ‘n schön’n Hund
. Matthies 1912,30 (OST-
GrRo);
Kinderreim:ek wil dek eml wat forteln
fon Peter Sneln,
d har en klein hinneken,
dat konne bten un konne beln,
konne eppelkens fscheln,
konne nete knakken
un konne in emmer kakken
. Mda-Weg 98.
– Volksgl.: Frisst ein H. Gras (vereinz.) oder jault er (GA-Da), so wird es regnen. Sein Jaulen kann auch einen Todesfall ankündigen (GA-Da), bes. bei Nacht (CA-Lö), beim Glockenläuten (Vk-Altm 206) oder wenn er die Schnauze dabei nach unten hält (Vk-Anhalta 31). Hält er die Schnauze nach oben, zeigt das einen bevorstehenden Brand an. a.a.O. 31 (CA-Zu, BE-GrMü). Nach H. schlägt der Blitz, deshalb ist bei Gewitter zu ihnen Abstand zu halten. a.a.O. 31 (BA-Bad). Einen Hundebiss behandelt man durch Auflegen von Haaren des H. a.a.O. 286. – 2. Schimpfwort, vereinz. – Hund for’n Jroschen Wb-Ak 72; dullen Hund HA-Oh; saun vorfluchten Hund Wb-We 54. – 3. NeckN für die Bewohner von Winningen, mit Bezug auf die ihnen unterstellte Durchtriebenheit, 3: Vk-Ask 167. – 4. in der Verbdg.: bunt Hund ‘mit grünem Laub geschmückte Gestalt beim Pfingstumzug’,  Pingsten, 2: Brauch-wAltm 63 (SA-Rie). – 5. in der Verbdg.: der tolle Hund ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, 2: ADVk Nr. 49 (JE2-Mö). – 6. ‘(hintere) Querstange am  Ldetg’ 2: ZE-Roß, 3: HA-Uep, OSCH-Har, QUE-Hau, 4: verstr. anhalt. – 7. in der Verbdg.: verwassener Hund ‘verwachsener Holzklotz, der schwer zu spalten ist’,  Knorren, 2: JE2-Bu, JE1-Stei. – 8. in der Verbdg.: hölten Hund ‘Flachsbreche’ – Rda.: wenn erst de hölt’n Hunne bellt, is de Sömmer vorbie 3: HA-Bee.
Lautf., Gram.: Pl.: Hunne, [hun]; außerdem: Hunn’, [hu] verbr. nwaltm. n/mittlere Altm.; Hünn’ Bewohner-Altm 1,332. Zuss.: zu 1.: Haff-, Halwen-, Hellen-, Hrden-, Hoff-, Jagd-, Jammer-, Khrden-, Lnen-; zu 2.: Hellen-, Himmel-, Jammer-, Lumpen-, Mess-; zu 6.: Hinder-.