leggen Vb. 1. ‘etw., sich in eine waagerechte oder stark geneigte Lage bringen’ verbr. – eck hebbe mek elecht OSCH-Har; lech dik in’t Bedde HA-Oh; dat Kern hat sik e’lecht HA-Oh; de Masd ljen ‘einen gerichteten Mast niederlegen’, Schifferspr., Elbschifferspr. 377 (WO-Ro); Rda.: iwwer de Kniee lähn ‘prügeln, schlagen’ KÖ-Bre; sek op den Rüggen leggen ‘sterben’ Wb-We 80; sek op de fle Ste leggen ‘faulenzen’ a.a.O. 80. – 2. refl. ‘bettlägerig werden’ verstr. – sich ln CA-Ak. – 3. ‘etw., sich in eine bestimmte Lage, an einen best. Ort bringen’ verbr. – eek lachte alles ackerat oppen SchuufkarrnVk-Harz 3,23; lg de Hse uffn Schdl DE-Ca; an Land leggen ‘den Kahn ans Ufer bringen und dort befestigen’, Schifferspr., Elbschifferspr. 365 (JE2-Pa). – 4. ‘Samen in den Erdboden bringen’ verstr. – Arften lejjen HA-Oh; Jurreken, B’n ln Wb-Ak 101. – 5. ‘Wäsche glätten und zusammenlegen’ – Wesche ln 4: CA-Ak. – 6. ‘ein Ei legen’, von Hühnern und Vögeln, verbr. – lött de Hünder leggen JE1-Wo; Nu segg man bloß, Vader – dat use Häuner gar nist mehr leggen willt. Lindauc o.J. 7. – 7. refl. ‘nachlassen, schwinden’ verstr. – de Wint hat sik e’lecht HA-Oh. – 8. in den Rda.: sik in’t Jeschirre lejjen ‘sich sehr anstrengen’; sik in’n Det lejjen ‘sich unnütz über etw. aufregen’ 3: HA-Oh.
Lautf.: leggen, [legn] Elbschifferspr. 365 (STE-Bit Tan, JE2-Mi Pa), JE2-Ku, JE1-Wo, verbr. mittleres/sw elbostf.; [leg] verstr. nwaltm., OST-Har; [le] verstr. Altm.; [le], [le] verstr. nwaltm., OST-Bi, JE2-HSe Scho, verstr. nw JE1; [l] Mda-Ar 24; [l]Siedler-Je Kt. VIII (JE2, n JE1); läng’n Wb-Altm 122; lejjen, [lejn] verbr. JE1 n/mittleres elbostf.; [ljn] Siedler-Je Kt. VIII (s JE1, n ZE); [ljn] Elbschifferspr. 365 (WO-Ro, CA-Ak); lein Wb-Nharz 116; [lain] Dialekt-Ma 12 (verstr. s JE1), verstr. ZE; [lain] Mda-Ro; [ln] BLA-Be Sti; [ln], ln Mda-Ze (ZE-Roß Stre), verstr. anhalt. Zuss.: zu 1.: hen-; zu 3.: hen-, hinder-, in-, n-, wer-; zu 4.: n-; sonstiges: ls-, wer-.
Lnige f. 1. ‘längerer, meist gerader Strich’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 127, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Be – Linijen trecken HA-Bee; dai Lnich is schaif taogng SA-Dä. – 2. dass. wie  1Lne 1., 1: verbr. nwaltm., 2: vereinz. SA s Altm., 3: verbr. elbostf., 4: CA-Schw (veralt.) – gif mik mol de Linie herCA-Schw. – Volksgl.: Sylvesternacht dört’n kein Tüg (Wäsche) opp de Linig hängen laten, süss sterwet wer ut de Familij. OSCH-Schw. – 3a. dass. wie  1Lne 3a., 1: SA-Rist, 3: verstr. elbostf. – De Direktor kann de Peere nich holen, … de Linig fallt ne ut de Hand, un hei stört von’n Bocke. Lindaub o.J. 33. – 3b. dass. wie  1Lne 3b., 3: WA-Bey. – 3c. dass. wie  1Lne 3c., 3: OSCH-Har.
Lautf.: Linije, [lnij] vereinz. s Altm. n elbostf., verstr. OSCH WE, Wb-Be; Linie WA-Bey, Wb-We 82, CA-Schw; Lneje HA-Oh, lneje Wb-Nharz 118; [lnj] WO-Mei; Lnig, Linig Wb-Altm 127, vereinz. w elbostf.; Lnich, [lni] verbr. nwaltm., vereinz. SA n GA n elbostf., OSCH-Har, QUE-Di. – Etym.: mnd. lnie, linige, linee 1. ‘Leine, Strick, Glockenseil’, 2. ‘gezogene Linie, gerader Strich’, vgl. HWb-Mnd 2,826. Zus.: zu 3.: Krz-.
Luchser m. 1. ‘Knopf, mit dem man beim Spiel am meisten gewinnt’ 3: Wb-Nharz 121. – 2. TiN ‘Sperling’,  Spatz, 3: OSCH-Har.
Lßenschelle f. ‘Schelle zur Verbindung von Runge und Rungenstütze’ 3: WO-Gu, OSCH-Har.
Lautf.: Lühssenschelle WO-Gu; Lß- OSCH-Har.
Mgenworst f. dass. wie  Mgen 2a., 2: GA-Bo, 3: OSCH-Har.
Lautf.: [mvorst] GA-Le; M-nwost OSCH-Har.
Mlerbrt n. 1. ‘Frucht des Weißdorns’,  Mlbre, 3: vereinz. HA, verbr. OSCH, vereinz. WA, verstr. WE, Wb-Nharz 122, BLA-Wie, verstr. QUE, BA-Ho Rie, CA-Atz. – 2. ‘Frucht der Heckenrose’,  Hgebutte, 3: OSCH-Har.
Lautf.: Malerbrt QUE-Di; Mal(l)derbrot, malderbrt vereinz. HA, verbr. OSCH, vereinz. WA, verstr. WE, Wb-Nharz 122, BLA-Wie, vereinz. QUE, BA-Ho Rie, CA-Atz; -brout OSCH-Schl, WE-Ro; Molderbrot WE-Rho Ri; Maller- OSCH-KlQue, WE-Oster, QUE-Di Que St; Malwer- HA-Um.
Melk f. 1. ‘flüssige, weiße, fetthaltige Absonderung der Milchdrüsen bei Säugetieren’, bes. die als Nahrungsmittel verwendete von Kuh, Ziege, Schaf, verbr. – drinkste denn Melk? WO-Dru; de Melk jerünnt HA-Oh; dai Mek is blarrarich (dünn) SA-Dä; Rda.: De hät wat in de Melk to brocken. ‘Er ist wohlhabend.’ Bewohner-Altm 1,349; sauveel Maat (Liter) Melk n De, sauveel Sticken Botter de Woche BA-Re; Sprw.: wer de Melk in Kaffee drinkt, kann nich bottern QUE-West. – Nach dem Melken wurde die M. durch ein Seihtuch gegossen: dat Mek wt drgng Saidauk saiet SA-Dä. Die anschließend in  Satten gefüllte M. lagerte bei gleich bleibender Temperatur so lange im  Melkschapp, bis sich an der Oberfläche Sahne bildete: d is all schn Rm up de Melk JE2-Scho. Nach dem Abschöpfen und weiterer Reifung wurde diese zu  Botter weiterverarbeitet. Übrig blieb die  Mgermelk, die nach der Gerinnung zur Herstellung von  Käse 1. und  Quark verwendet wurde. Bauernwelt-Ze. – Volksgl.: Frisch gemolkene M. darf nur verdeckt über den Hof getragen werden, da die Kühe sonst den  Sunnenschott bekämen. Bauernwelt-Ze, Vk-Anhalta 210 (ZE-Stre). Um die M. oder die Kühe vor Behexung zu schützen, streut man an die M., die über die Straße getragen werden muss, einige Körner Salz oder einige Stücken Brot (KÖ-Ar, DE-Go). Vorbeugend gegen blaue, d.h. fettarme M., wirkt die Fütterung der Kühe mit Tüpfel-Hartheu am Johannistag. Vk-Anhalta 210. Geben die Kühe dennoch blaue M., gießt man etw. davon nach Sonnenuntergang in ein flie- ßendes Gewässer, wobei man der entschwindenden M. nicht nachsehen darf (HA-Gro). Gegen blutige M. hilft das Melken durch einen alten Besen (WO-Ir). Zauber-Ma 90. – 2a. in der Verbdg.: ste Melk ‘frische Vollmilch’ 1: SA-Rist, 2: Brauch-wAltm 21. – 2b. in der Verbdg.: gue (gute) Melk dass., 3: OSCH-Har. – 2c. in der Verbdg.: sre Melk ‘Sauermilch’, war ohne oder mit Zusätzen (Brot, Zucker, Zimt, Rosinen) beliebtes Gericht während der Sommermonate, 2: JE2-Gü Nka, Bauernwelt-Ze, 3: verstr. elbostf., 4: BE-Dro Grö La, DE-Schie – de sure oder dicke Melk hem se in’n Sommer jern’ne jetten met’n Stücke Brot dotu JE2-Gü. – 2d. in der Verbdg.: dicke Melk dass., 1: SA-Meh Rist, 2: GA-Ziep, WO-Ri, verstr. JE2, Vk-Anhaltb 10 (verbr. ZE), 3: WO-Ir, JE1-Nie, HA-Bee Oh Sie, BLA-Brau, 4: Vk-Anhaltb 10 (verstr. anhalt.) – hte und jefft änne Satte dicke Melk JE2-Scho. – 3a. ‘milchiger Saft keimender Getreidekörner’ 3: vereinz. elbostf. – de weiten is in der melk (während des Keimens) forfrren Wb-Nharz 125. – 3b. ‘milchiger Saft in Pflanzen’ 3: Wb-Nharz 125.
Lautf.: Melk verbr. nd.; Mellek, [melk] Mda-nwJe1a 41 (JE2-HSe), vereinz. w ZE, HA-Oh, OSCH-Di, vereinz. s elbostf.; Meak SA-Ko; [mek] verstr. nwaltm.; [meok] SA-Ah Al Hö; [mlk] Mda-Ar 27, Mlk Wb-Altm 136; mälek Mda-Ro; Mäak SA-Bon; [mk] SA-Die; [mk] SA-Pü; [mok] SA-Zie; Mäek SA-Scha; Mölk OST-Wah; [mölk] BLA-Be; [mk] SA-Rist; [mök] SA-Ev; [möok] SA-Ku Sal; Mjok SA-Rist; [müak] SA-Kuh; Milch, [mil] verstr. ZE, CA-Ca, BE-Grö, DE-Schie; [mil] Mda-Ze (ZE-Gro Roß); Millich, [mili] Mda-Ze (ZE-Gro Roß), BA-Ha, vereinz. w anhalt.; melech Mda-Sti 176; [ml] BA-Ha. – Gram.: n. belegt SA-Ch Dä. Zuss.: zu 1.: Kalbsmilch, Klopp-, K-, Mger-; zu 3b.: Hunde-, Keiseken-, Keitschkenmilch.
Melkbrett n. 1. dass., 3: HA-Oh, OSCH-Har. – 2. ‘Zunge’, scherzh. – … bruke bloß na siner Tunge de kucken … Un harre hei rinnesäbelt in’t Fleisch, denn vorrschwund dat ole Melkbrät woll’n Augenblick … 3: Klaus 1936,3.
Lautf.: Melkbrt HA-Oh, OSCH-Har; -brät Klaus 1936,3.
Melksf n. ‘Sieb zum Durchseihen von Milch’ 3: HA-Oh, OSCH-Har, BLA-Brau, 4: Wb-Be.
Lautf.: Melksf BLA-Brau, -sw OSCH-Har; -sef HA-Oh; [milizp] Wb-Be.
Melkstock m. dass., 3: OSCH-Har.