kauden Vb. ‘Flachs auf der  Kaude bearbeiten’ 3: OSCH-Schl, Flachsbearb-Osch 235 (OSCH-Schw).
Lautf.: kauen.
Kissenwertog m. dass. wie  Kissenbezug, 2: GA-Rö, STE-Scha Schl, ZE-Reu, 3: JE1-HWa, vereinz. n elbostf., OSCH-Schl, WE-El Sta, 4: DE-Que.
Lautf.: Kissenöwertog, -toch STE-Scha, WO-Drei, WE-El; -öbertoch STE-Schl; -übertoch HA-AHa; -owertoch HA-Ost; -obertoch HA-War; -ubertoch WE-Sta; -öbbertog JE1-HWa; -ewwertoch ZE-Reu; -ewwerzok DE-Que; Küssenowertoch GA-Rö; -obbertoch OSCH-Schl.
Kladdei m. 1. ‘aufgeweichter, lehmiger Boden’ 3: Wb-Nharz 97. – 2. ‘altes, baufälliges Haus’,  Bde, 3: OSCH-Schl, WA-HDo, BA-Re.
Knutte(n) m. 1. ‘Knoten’ 2: Wb-Altm 111, SA-Bu HTr, Mda-nwJe1b 71 (JE2-HSe), JE2-Scho, Mda-nwJe1b 71 (verstr. nw JE1), verstr. ZE, 3: verstr. w JE1 w/s elbostf., 4: vereinz. omd. – in’n Knutten binn’n HA-Oh; Mache m an Knutt’n inne Kreiselpeitsche! Wb-Ak 94; Rda.: d sit de knutte ‘da liegt die Schwierigkeit’ Wb-Nharz 103; Reim: unn wenn dat soll sau wieder gohn, mok ek noch en Knitten in Hosenbn QUE-Di. – 2. ‘Samenkapsel des Flachses’ 2: OST-Sta, Bauernwelt-Ze (ZE-Ser), 3: OSCH-Schl. – 3. ‘Pustel im Gesicht’,  1Pickel, 1: SA-Han. – 4a. dass. wie  Knst 7c., 3: Id-Queb 5, 4: DE-Ca. – 4b. ‘roher, ungebildeter Mensch’ 2: STE-Wa.
Lautf., Gram.: Knutt(e)n, Knutt’n, [knut()n] Wb-Altm 111, SA-Bu, verstr. w/s elbostf., vereinz. omd.; Knutt(e)n Pl. Bauernwelt-Ze (ZE-Ser), OSCH-Schl; [knudn] WA-Neu; [gnudn] DE-Ca; Knutte, [knutt] Mda-War 26, Id-Eilsa 73, Wb-Nharz 103; [knut] verstr. n/w JE1; Knütt’n SA-HTr; [knotn] ZE-Roß; Knot(t)eSTE-Wa, Vk-Ask 375; Knott, [knot] OST-Sta, JE2-Scho, Mda-nwJe1b 71 (JE1-Dre GrLüb Re), verstr. ZE; Knött SA-Han; Knetten Bauernwelt-Ze (ZE-Ser); Knittn QUE-Di. Zuss.: zu 1.: Hren-, Krz-, Lgen-.
knuttendörschen Vb. ‘Samenkapseln des Flachses dreschen’ 3: OSCH-Schl.
Lautf.: knuttendöschen.
knuttenworpen Vb. ‘den ausgedroschenen Samen des Flachses vom  Knuttenkaff trennen’, vgl. auch knuttendörschen, 3: OSCH-Schl.
Lautf.: knuttenwörpen.
Ködderaze f. ‘nichtiges Gerede’,  Quassel, 3: Wb-We 71, OSCH-Schl.
Lautf., Gram.: Ködderazie Wb-We 71; Ködderzijen Pl. OSCH-Schl.
Kqutjer m. ‘Besitzer eines kleinen Ackerhofes’, abw.,  Ktste(r), 3: OSCH-Schl Wu.
Lautf.: Kaukwatjer OSCH-Schl; Kauhquatcher OSCH-Wu.
Lämmerswanz m. 1. ‘Lämmerschwanz’ 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Be – Rda.: wackelt wie’n Lämmerschwanz ‘ist sehr unruhig, zappelig’ Sprw-Börde; zapplich w’n Lemmerswanz dass., HA-Oh. – 2a. Dim. dass. wie  Lamm 3., 3: OSCH-Schl, 4: BA-Ha. – 2b. ‘Blüte des Wegerichs’ 4: BE-KlSchie.
Lautf.: Lemmerswanz HA-Oh; Lämmerschwanz, Lemmer- verstr. elbostf., BE-KlSchie; Dim.: Lämmerschwänzchen BA-Ha; [lemrwensjn] OSCH-Schl; [-wentsn] Wb-Be.
Lf m., n. 1. ‘(menschlicher) Körper’ verbr. – Rda.: einen te Liewe gahen ‘jmdn. bedrängen’ Sprw-Börde; bliew meck von Liewe ‘belästige mich nicht’ OSCH-Schl; se len mek opn lwe ‘sie fallen mir zur Last’ Mda-Weg 105; fon’n Lwe afheln ‘sich verteidigen’ HA-Oh; angest op’n lwe hebben ‘große Angst haben’ Wb-Nharz 117; bi Liw’ un Hals’ nichheftige Verneinung, Wb-Altm 127; hei hat et up en Liwe ‘er ist sehr schnell’ WE-Dee; he hät’t upp’n Lw ass’n Schoböst ‘er ist sehr eifrig, aber ohne etw. zu erreichen’ Wb-Altm 278; hei het nischt op’n lwe ‘ihm mangelt es an Kleidung’ Wb-Nharz 117; dai gift sn Hamm (Hemd) fan Lf wech ‘er ist sehr freigiebig’ SA-Dä; Sprw.: ten un Drinken höllt Lf un Sle te sammene HA-Oh; Wr sich das Zeich ’n Leiwe flickt, dr hat’n janzen Tch kn Jlick. Wb-Ak 104. – 2. ‘Mensch, Person’, nur in der Rda.: sn Lf keinen Rt wten ‘sich keinen Rat wissen’ verstr. – 3. ‘Bauch’, bes. ‘Magen, Darm’, auch ‘Unterleib’ verbr. – et koldert mik in’n Lwe HA-Oh; de Lf iss rt ‘die Gebärmutter oder der Mastdarm ist vorgetreten’ Wb-Altm 127; Ich hawwe’s ins Leib ‘ich habe Bauchschmerzen’ Wb-Ak 104; H hat all’n gden Knagg’l (Stück Brot) to Lw. Wb-Altm 108; Rda.: open Lf ‘regelmäßiger Stuhlgang’ HA-Oh; de Liewe daun ‘tüchtig essen’ Id-Eilsa 76; sek det Lf vull sln dass., Wb-We 81; is gut bi Liewe ‘ist gut genährt, beleibt’ Sprw-Börde; dat kummet alles in ein Lw Wb-We 81; du hast woll’n Stewwel in’n Lwe? ‘du wirst wohl nicht satt?’ HA-Oh; Sprw.: Supp’nwerk höllt kn Lf ‘Suppen sättigen nicht’ Wb-Altm 127; besser wat in’t Lief (Bauch) als um’t Lief (Körper) ‘man sollte erst für die Nahrung und dann für die Kleidung sorgen’ Sprw-Börde; op’t Lif kuckt jeder, awer in’t Lif nich ‘man sieht, was jmd. für Kleidung trägt, aber nicht, was gegessen wird’ BA-Re.
Lautf.: Lif, Lief; außerdem: lp Mda-Sti 17; Leib verstr. anhalt.; [laip] ZE-Roß, Wb-Be. – Gram.: n. belegt Spr-Altm 78, ZE-Göd, verbr. elbostf., verstr. anhalt. Zus.: zu 1.: Langlfken.