Dackdrüppe f. ‘Dachrand, von dem das Regenwasser abtropft, Dachtraufe’, vereinz. auch vom Tropfenfall, 1: SA-Dö Rist, 2: vereinz. ö SA, verstr. s SA, sonst verbr. Altm. (außer n OST) JE2 (außer n Rand), verstr. JE1 ZE, 3: verstr. s GA s WO HA, verbr. ö/s elbostf., 4: BLA-All – unna d Dackdrippe kann man sick unnaschtelln JE2-Scho; Rda.: von’n Räjen under de Dakdrippe kommen ‘seine schwierige Lage nicht bessern können’ Sprw-Börde. – V olksgl.: Unter die D. trägt man Sachen, die schnell in Verwesung übergehen sollen, z.B. die Nadel, mit der das Totenhemd genäht wurde oder den geknoteten Faden, den man beim Besprechen von Warzen verwendete. Vk-Anhalta 328.  Dackdrpe Dackdrüppel Dackdrüppige Dacklecke Dackse Dacksige Droppenfall Drüppe Drüppige Einkehligte sdrüppige 2se sfall sige Traufe.
Lautf.: Dackdrüppe WO-Ri Zi, JE1-Nie; -drüpp, [dakdrüp] vereinz. sö GA, verstr. s OST STE; -trüpp SA-HHe, OST-Kau, GA-Sta; -drippe, [dakdrip] CALV-Zo, verstr. sö Altm., verbr. JE2 (außer n Rand), verstr. JE1, ZE-Brä Nu, GA-Nie; -dripp, [-drip] vereinz. ö SA ö GA, verbr. ö Altm. (außer n OST n WO), JE2-HGö Neu; -dribb vereinz. mittlere Altm.; -trippe WO-Co Wo, JE2-HBe Schl, JE1-Lei Scha, vereinz. ZE; -tripp verstr. mittlere Altm.; [dakdröp] CALV-Je; Dackdröpp, [-dröp] SA-Dö, vereinz. ö SA, verstr. s SA GA, STE-Hü Steg; -drepp GA-So; -tröpp GA-Kö Vi; Dachdrippe verstr. mittleres/s JE1; -trippe vereinz. JE1, verstr. ZE, BLA-All; Da(a)kdrüppe vereinz. WE, QUE-Ga, Vk-Anhalta 8 (verstr. n BA); dg- Pessler 1906,200 (GA-Bös); Daaktrüppe BLA-Ta; Da(a)kdrippe HA-Mo, verbr. ö/s elbostf.; -trippe GA-Esch, HA-Weg, verstr. s elbostf. (außer n CA); [dkdrüp] HA-NHa; Daokdrippe, [-drip] WO-Me Sa, WE-Re, vereinz. ö elbostf.; im nd. Gebiet vereinz. auch Dach-Belege.
Dämmerung f. ‘Übergang bes. vom Tag zur Nacht’,  Schummerstunde, 2: STE-Ba, JE1-Wö, ZE-KlLei, 3: JE1-Me, HA-Oh, verstr. s elbostf., 4: BLA-All, QUE-Frie, vereinz. w anhalt.
Lautf.: Dämmerung, -unk; außerdem: Dämmerunge QUE-Frie; demmerunk, demmerunge Wb-Nharz 40.
Dme(n) f., m. 1a. ‘großer geschichteter Haufen’, bes. ‘geschichteter großer Stroh- ( Strdme(n)), Getreide- oder z.T. auch Heuhaufen ( Heuhocke(n), n.Z.)’ 1: verbr. nwaltm., 2: verstr. n/mittlere/w Altm., STE-Buch Kö, vereinz. n WO, verstr. mbrdb., 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – n’ Dimmen bansen HA-Oh; ... ick äwer verkroop mi för ne Wiele hinder ’n Diemen ... Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie). – 1b. ‘geschichteter großer Holzhaufen’,  Holtdme(n), 1: vereinz. s nwaltm., 2: vereinz. w Altm., OST-Beh, STE-Schl, vereinz. n WO JE1 ZE, 3: vereinz. n/mittleres/ö elbostf., verstr. sw elbostf., 4: vereinz. omd. – 2. ‘mit Stroh und Erde (dachförmig) abgedeckte Erdgrube zum Überwintern von Hackfrüchten’ 1: vereinz. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-Nkli, JE1-Ist Schw, 3: Wb-Nharz 41, 4: BLA-All.
Lautf., Gram.: m.: Diem(e)n SA-Bee Win, vereinz. n/mittlere Altm. n WO, JE2-Nkli, Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie), verstr. JE1 (außer w, dort nur JE1-Ra) ZE, vereinz. mittleres elbostf., BLA-Ta Tr, verstr. sö elbostf., BA-Sil, verstr. KÖ DE; Die’m, D’m, [d], [dmm] GA-Po, STE-Buch Kö, Mda-nwJe1b 69 (JE1-HZi), Dialekt-Ma 11/Mda-sJe1 28 (verstr. mittleres/s JE1 - außer w, dort nur JE1-Ran - ZE-Göd), ZE-Roß, Dialekt-Ma 11 (vereinz. nö CA), BE-Gü He, verstr. anhalt.; [t] Wb-Be; Diem, Dm (wohl = Die’m, bei nwaltm. und altm. Belegen auch f. mit e-Apokope möglich) SA-Bee, Wb-Altm 35, SA-Vie, vereinz. OST GA, JE1-Ist Schw, HA-NHa, WA-We, WE-Ath, BLA-All, CA-Gra; [die] ZE-Kö; Dümen JE1-Wer; Dü’m HA-Eil; Dimm(e)n vereinz. s SA nw GA, OST-Beh, verstr. n/mittleres elbostf., vereinz. nw WE, QUE-Co Fr; Dimm’m, Dimm’, [di], [dimm] verbr. nwaltm., vereinz. n Altm., verstr. s Altm. (außer STE), Mda-nwJe1b 69 (verstr. n/w JE1), Dialekt-Ma 11/MdasJe1 28 (vereinz. mittleres JE1, verstr. w JE1), verstr. n/mittleres elbostf.; [d] Siedler-Je Kt. X (s JE2 JE1); Dimm (wohl = Dimm’m, bei nwaltm. und altm. Belegen auch f. mit e-Apokope möglich) vereinz. nwaltm. w Altm., WO-Bu, Sprw-Börde, OSCH-Wu, CA-Bo; Dimme HA-Oh, OSCH-Di; Dümm(e)n GA-Bö, WO-Drei; Dümm’, [dümm] WO-Dru, Mda-nwJe1b 69 (JE1-Dre); f.: Dieme HA-NHa, BA-Ali; Dimme (vereinz. auch m. möglich) verstr. sw elbostf.; Timme BLA-So.
Drkenei n. ‘ungewöhnlich kleines Hühnerei’,  Kkenei, 2: OST-Schr, 3: Wb-Nharz 45, vereinz. n BA, 4: BLA-All, BA-Schie.
Lautf.: Drakenei vereinz. n BA; Drachen-, drachen- OST-Schr, Wb-Nharz 45, BA-Schie; Trachen- BLA-All.
1gel m. 1. TiN ‘Igel’ 2: SA-Rie, 3: vereinz. elbostf., 4: BLA-All, Wb-Be, Heimatkalender-Be 1936,155 – .... mich war nämlich ungerwäks an Ijel ewwern Wäk jekullert. a.a.O. 155; Rda.: dat paßt dertau wie der Igel taun Arschwischen ‘das ist völlig ungeeignet’ BA-Re. – 2. ‘kleiner Pflug zum Anhäufeln der Kartoffelpflanzen’ 3: WA-Bo, BE-KlMü, 4: vereinz. anhalt.
Lautf.: Egel Wb-We* 207; [jl] SA-Rie; Igel, Ijel, [jl] vereinz. elbostf. omd.; Ejjel vereinz. w elbostf.
Farken n. 1. ‘junges, noch nicht entwöhntes Schwein, Ferkel’ 1/2/3: verbr. nd., 4: BLA-All Sti, verstr. w/mittleres anhalt., bes. im s ZE und im Omd. veraltet neben  1FerkelKoofense keene Farken? Wäschke 61915,108; ... dät Dine Sau män zwee Ferken ’ehat hät ... Heimatkalender-Je 1923,95 (JE2-Vie); Wat, dritteihn Farken? ... De Su hat doch blot twölf Titten ... Wedde 1938,16; wenn’t twei Farken sünt, denne frt se besser HA-Oh; Rda: De Farken waschen sick ok nich un wern doch Swiene. Erwiderung eines unsauberen, schmutzigen, Menschen (vgl. 2.), Bewohner-Altm 2,22; veel Geschrei un wennig Wulle säe der Deuwel und da frat hei ’t Farken Sprw-Börde; Sprw.: Wenn een’n Ferken anbo’n wärd, mütten dänn Sack upmaoken. ‘Man muss eine günstige Gelegenheit nutzen.’ Bewohner-Altm 1,331.  Fark 1Ferkel Ferksken Fickel kel Sgfarken (bis zu 6 Wochen alt). – 2. ‘unsauberer, schmutziger Mensch’, bes. von Kindern, Schimpfwort, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – dat is’n Farken! Sprw-Börde.  TZ: Arschmurkel sstücke Dreckbatzen Dreckbr Dreckfarken Dreckferkel Dreckfinke Drecklappen Dreckmurkel Dreckpansen Dreckpsel Dreckspatz Dreckswn Fselswn 1Fickebatz Fickel Finke Fltangel Hacksch 1Hmel Kladderbock Krfarken Lusch 2Mauschel Messfinke Messhund Mistbiene Mistschwein Miststück Mochfinke Mochkempe Mochsau Modderkempe Modderschwein Mohrrüpel Mohrschwein Molli Moorfarken Morchel Mran; weitere Synonyme  Swn, weibl.  Slampe.
Lautf.: Fark(e)n Bewohner-Altm 2,22, SA-Ne Sal, OST-GrAu, verbr. s Altm. ([frk]), verbr. JE1 ZE elbostf., BLA-Sti, verstr. w/mittleres anhalt. ([frgn]); Faorken JE1-Flö; [fg] GA-Da; Farrek(e)n, [farkn] verstr. w elbostf., QUE-Di, Wb-Ak 54; [fargn] BE-Gier; Ferk(e)n vereinz. nw elbostf. WE, Id-Quea 152, BLA-All; Ferk(e)n vereinz. nwaltm., verstr. Altm. (außer s Rand) JE2, JE1-Ka Wo; rk(e)n, [frk] vereinz. nwaltm., verstr. Altm. (außer s Rand) JE2, JE1-Grü Stei; [fk] verbr. nwaltm.; Färgn OST-Mech; Faäkn SA-HDo; Faoäken GA-Wen; [fk] SA-Ku; Fearken SA-Stei; Fäerken GA-Ber; Fäaken SA-Hö; [fagn] SA-Die; [fk] OST-Har.
1Flott m., n. 1a. ‘Fettschicht auf der ungekochten Milch, Sahne’,  Sne, 2: Wb-Altm 54, vereinz. s Altm. (außer sö), 3: verstr. w elbostf. – Flt op de Mellek HA-Oh; Rda.: licke flt derbe Abweisung, Mda-Ohre 350 (GA-Rä). – 1b. ‘Haut auf der gekochten Milch’,  Pelle, 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. s Altm. (außer sö), 3: JE1-Me, verstr. w elbostf., 4: BLA-All. – 2. PflN ‘Kleine Wasserlinse’,  ntenflott, 2: OST-Meß, GA-Kak Miest, 3: HA-Bar Sü.
Lautf.: Flott, [flot] verstr. nwaltm., Wb-Altm 54, OST-Meß, vereinz. s GA (n der Ohre), CALV-Calv Uth, JE1-Me, verstr. w elbostf., BLA-All; Floot, [flt] SA-Gla We, vereinz. s Altm. (außer sö), verstr. s GA, vereinz. n HA, HA-Oh, WE-Is; [flout] CALV-Je Zo.
Fpe f. 1. ‘aus einem Weidenzweig gefertigte Flöte’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. n/mittlere Altm., verstr. s Altm. n/mittleres JE2, Mda-nwJe1b 68 (JE1-Ih), 3: Mda-sJe1 28 (JE1-Pe) – maok mik doch enns an Faup SA-Dä; ... will’r sick Tackens awsnied’n. Dao will’r sick Fleuten van maoken un Fopen. Pohlmann 1905,60; Bastlösereim:Foop, Foop Bastjoahn,
loat de Foop afjoahn,
loat se nich verderw’n
loat’n Foop ut wär’n.
STE-Wa.
Die versch. Arten der Pfeifen werden von den Kindern aus einem Weidenzweig oder einem hohlen Pflanzenstängel, bes. im Frühling, wenn die Pflanzen voll im Saft stehen, gefertigt. Dazu trennt man ein astloses Stück von einem Weidenzweig ab und klopft es anschließend so lange, bis sich die Rinde löst und abgedreht werden kann. Das Aufsagen von Bastlösereimen (vgl. u.a. kloppen, Ppe, Sebastian) soll ein Platzen der Rinde verhindern. Bei einer einfachen kleinen Pfeife, die nur einen brummenden Ton von sich gibt (deshalb u.a. die Benennung Brummer, auch die F. gehört dazu), wird die Rindenhülse an einem Ende abgeschabt und breit zusammengedrückt, so dass man ein Mundstück erhält, das auch für die Schalmei Verwendung findet. Ein anderer Typ besitzt vorn ein (eingesetztes) Mundstück, eine Kerbe am vorderen oberen Teil und einen hinteren Verschluss (aus dem Holz des abgetrennten Zweiges), der entweder fest oder beweglich ist, was dann eine Veränderung der Tonhöhe ermöglicht. Durch das Einsetzen einer Erbse o.ä. in die Kerbe entsteht eine Trillerpfeife.  Aufzählung unabhängig von den versch. Arten: Bass Bastfleute Blubberfleute Botterfleute Brammer Brummbass Brumme 1Brummel Brummelfpe Brummer Ddelbass DdelsackDdelsackppe Dwrfleute Dwrppe Fpe Fleutdse Fleute Fleutje(n)ppe Flottenppe Fuppe Füppke Heppe Hopper Huppe Huppeh Huppeppe Huppeppe Hupper Huppo 1Huppup Kloppeppe Kloppfleutje Knarre Kuckucksfleute Lappje Ppe Pper Parpe Ppe Plockfleutje Plock(s)ppe Ploppppe 2Ppe Purpe Purpel 1Quke Quarke Quarre Ringelfpe Schalmei Stempelfleute Trar Traratt Waldhrn Wdenfleute Wdenfpe Wdenppe. – 2. ‘Gummisauger der Kleinkinder’,  Nuckel, 4: BLA-All, BE-Gier KlSchie.
Lautf., Gram.: Fope, [fp] SA-Win, OST-Zeh, verstr. s Altm. n/mittleres JE2, Mda-sJe1 28 (JE1-Pe); Foop, -b, [fp] vereinz. ö nwaltm., verbr. n/mittlere Altm.; Fop(e)n Pl. vereinz. Altm.; [fb] BE-Gier KlSchie; Pfope STE-Gro; Pfoop GA-Ga, STE-Wei; Faup, [faup] verbr. nwaltm.; [feop] SA-Jü; Fopje Dim. WO-Ke Sa; [fp] Mda-nwJe1b 68 (JE1-Ih); Fappe BLA-All.
Frschten n. ‘dörfliches Schützenfest’ 3: verbr. w elbostf. QUE n BA, 4: BLA-All – Friescheiten war dat Hauptfest ... Wedde 1938,80; Friescheiten in’n Dorpe ... un en Junge von twölf Jahren sin, ... Kinderslüe, dat is ’ne Pracht. Lindaub o.J. 35; Rda.: Dat is unse Friescheiten, dat geiht keinen wat an Sprw-Harzvorle 143. – Brauch: In einigen Orten ist das F. noch Teil der Pfingstfeierlichkeiten, sonst wird es häufig im Sommer begangen. Jeder Schütze muss einen Einsatz bieten, von dem er sich frei schießen kann. Den ersten Schuss gibt der Schützenkö- nig des vergangenen Jahres ab. Das Wettschießen dauert so lange, bis ein neuer Schützenkönig ermittelt ist. Weitere Bestandteile des Festes, das sich z.T. über mehrere Tage erstreckt(e), sind Umzüge der Schützen, ein Zapfenstreich, Platzkonzerte, Wettspiele und Tanzveranstaltungen. Vk-Harz 8,66 ff.
Lautf.: Friescheiten, Fr-; außerdem: -schitn Wb-We* 261; -schtn QUE-Di; Fräschießen BLA-All.
flenzen Vb. ‘untätig, faul herumlungern, nichts tun’ 3: vereinz. elbostf., 4: BLA-All, Richter o.J. 130 – ... abber das Faullenzen jefällt ’n zu jut ... a.a.O. 130.
Lautf.: fuhlenzen, flenzen; außerdem: Faullenzen subst. n. Richter o.J. 130.