Lnige f. 1. ‘längerer, meist gerader Strich’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 127, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Be – Linijen trecken HA-Bee; dai Lnich is schaif taogng SA-Dä. – 2. dass. wie  1Lne 1., 1: verbr. nwaltm., 2: vereinz. SA s Altm., 3: verbr. elbostf., 4: CA-Schw (veralt.) – gif mik mol de Linie herCA-Schw. – Volksgl.: Sylvesternacht dört’n kein Tüg (Wäsche) opp de Linig hängen laten, süss sterwet wer ut de Familij. OSCH-Schw. – 3a. dass. wie  1Lne 3a., 1: SA-Rist, 3: verstr. elbostf. – De Direktor kann de Peere nich holen, … de Linig fallt ne ut de Hand, un hei stört von’n Bocke. Lindaub o.J. 33. – 3b. dass. wie  1Lne 3b., 3: WA-Bey. – 3c. dass. wie  1Lne 3c., 3: OSCH-Har.
Lautf.: Linije, [lnij] vereinz. s Altm. n elbostf., verstr. OSCH WE, Wb-Be; Linie WA-Bey, Wb-We 82, CA-Schw; Lneje HA-Oh, lneje Wb-Nharz 118; [lnj] WO-Mei; Lnig, Linig Wb-Altm 127, vereinz. w elbostf.; Lnich, [lni] verbr. nwaltm., vereinz. SA n GA n elbostf., OSCH-Har, QUE-Di. – Etym.: mnd. lnie, linige, linee 1. ‘Leine, Strick, Glockenseil’, 2. ‘gezogene Linie, gerader Strich’, vgl. HWb-Mnd 2,826. Zus.: zu 3.: Krz-.
ltjen Vb. ‘den Kopf zum Schlafen anlehnen oder niederlegen’, bes. in Bezug auf kleine Kinder gebraucht,  ankuscheln, vgl. lunzen 1b., 3: Id-Eilsa 77, OSCH-Schw, BLA-Tr, QUE-Hau.
Lautf.: ltjen, [ltn]; außerdem: luntjen BLA-Tr.
Mken n. 1. ‘Kind weibl. Geschlechts’,  Drn, 1: SA-Ku, 2: vereinz. n/mittlere Altm., verstr. s Altm., JE2-Ba HGö Ki, verstr. JE1, verbr. ZE, 3: verbr. elbostf., 4: verbr. omd. – Jungens un Mchens Wb-Ak 108; lüttje Mkens HA-Oh; … so lange wie’s Mächens in’n Dorfe jiwwet … Wäschke 4 1920,14; … en hübsches Mäken, mit opige blonne Hare … Rauch 1929,7; Rda.: dat is en gut Mäken, dat kann nich nä segen WE-Be; Wenn de en Mächen wörre, dann wörr’t ‘ne Hure wor’n. von einem sehr nachgiebigen, energielosen Mann, Sprw-Harzvorlg 254; Sprw.: ein Mäken mott ober keine Tüne (Zäune) springen HA-Um; Der leiwe Gott is jedem Mä-ken ‘n Mann schüllig. Spr-Altm 15; Schön Blömen un schön Maeten stn nich lang. Hochzeit-Altm 62; Mä-kens de fleutchet (die flöten, d. h., die vorlaut, wenig zurückhaltend sind) und Heuhner de kreihn, de mot’n bi Tieten et Genicke umdreihen. Chr-Em 431; use Herregott lett nich lichte en junk Mäken vordarben, leiwer lett’e en olen Mann de Frue starben WE-Oster; wer dat Mäken hewwen well, de hol et mit de Mudder HA-Um; wär’t Korn an Wege un de Mäkens op’n Danzbodden taxiert, bedriggt sek selwest BA-Re; Wer dat Mäken vom Danzbodden un den Acker von Ahnewenn (Pflugwendestelle) besieht, de wird allemal bedrogen. Hbl-Ohre 1928 Nr. 25/ohne Verf. (Hötenslebener Winkel); Wenn en Mäken frien will, mot et en Kuffer vull Knocken (Flachs), en’n Kuffer vull Lennewand un en Botterfatt vull Strümpe hebben. a.a.O. Nr. 25/ohne Verf. (Hö-tenslebener Winkel); Tanzreim:De Kühe kummen, de Ochsen brummen,
De Maechens sollen zu Tanze kummen.
Lieder-Ma Nr. 1017
(Anhalt);
Mäk’n, wasch dik, kämm dick, putz dick scheen!
Kumm, wai woll’ moal noan Danzsaal jehn.
a.a.O. Nr. 990
(WA-Eg);
Kinderreim:Wenn de Mäjens na’n Felle gaht,
Sind se witt un wacker, sind se witt un wacker,
Aber söst se seihn, wenn eck se seih,
Wenn se in Kauhstall gaht,
Könnst ‘ter deck vor vorfehren
(erschrecken). Ausdeutung
des Gezwitschers der Schwalben, OSCH-Schw;
Mken krt de stwe t,
junge drechtn drek rt,
drecht ne op de bre
(Brücke),
de bre de secht knaks!
– fetter Jarke drinkt en Snaps.
Mda-Weg 107;
Hei rum,
Str rum,
ei wi sin de Mächens dumm,
trei’m sich mit de Jungens rum.
Wb-Ak 108;
Neckreim der Jungen:Denkt Ihr denn, denkt Ihr denn, Mächens sin teier?
Finwe for’n Fenk, zehne for’n Zweer, fufzehn for’n Dreier.

Vk-Anhalta 84.
– 2. ‘weibl. Schwein’ – dat is en Mäken 3: Wb-Holzl 140. – 3. ‘Tochter’ 3: Wb-We 85, CA-Ca, 4: Wb-Ak 108 – Unse Mchen heirt. Wb-Ak 108. – 4. ‘Dienstmädchen, Landarbeiterin in einer Bauernwirtschaft’,  Magd, 2: Wb-Altm 131, OST-Kru, JE2-De, JE1-Gö Ka, 3: vereinz. n elbostf., verstr. s elbostf., 4: verstr. anhalt. – … hei harre sick ok balle ‘n Meeken anneschafft. Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim).
Lautf.: Mäk(e)n, [mk()n] vereinz. n/mittlere Altm., verstr. s Altm., JE2-Ba De Ki, verstr. JE1 ZE, verbr. elbostf., vereinz. anhalt.; [mk] SA-Ku, OST-Wal, WO-Zi, ZE-Kö; Me(e)ken JE1-Ka, verstr. sw WO mittleres/s HA, WA-HDo Re, QUE-Di, BA-Rie; Mäcken WA-Ste, QUE-Wed; Mägen OSCH-Eils, [mgn] BE-He; Mäjen, [mjn] Id-Eilsa 77, OSCH-De GrQue Schw, KÖ-Wo, DE-Ca Ro; Maeten Hochzeit-Altm 62; Mädchen OST-Ucht, JE1-Kü Wö, ZE-Eich Lu, vereinz. elbostf. anhalt.; Mä(ä)ch(e)n, Maechen, [m()n] JE2-HGö, JE1-Kra Schor, verstr. ö/s ZE, Sprw-Harzvorlg 254, vereinz. s elbostf., verstr. nthür., verbr. anhalt.; Maichen BLA-Sti; mchen Mda-Sti 27. Zuss.: zu 1.: Harfenmädchen, Mords-, ster-; zu 4.: Kinder-, Ladenmädchen, Lehrmädchen, Nei-.
Marterwoche f. ‘Karwoche’ 3: OSCH-Schw, 4: CA-Ak – Volksgl.: in de Marterwoche dört’n nicht waschen, süss krijt’n Lüse OSCH-Schw.
Lautf.: Marterwoche OSCH-Schw; [mardrwo] CA-Ak.
Melkstünzken n. dass. wie  Melkschöttel 2., 3: OSCH-Schw.
Lautf.: Melkstünschen, -stunschen.
Mrenkken m. ‘Kuchen mit einer Schicht aus geriebenen Möhren’ 3: OSCH-Schw.
Lautf.: Maurenkauken.
2mten Vb. 1. ‘jmdm. (zufällig) begegnen’, veralt., 2: Wb-Altm 140, 3: Mda-Ohre 351 (GA-Rä), GA-Wa, Id-Eilsb 147, OSCH-Schw, Gesch-Ro 16 – Hai hat meck’ emött. Gesch-Ro 16; Wi hemm uns mt’. Wb-Altm 140. – 2. ‘entgegnen’ – “Nicht all’n”, mött Max … 2: Matthies 1903,43.
Lautf., Gram.: mt’n Wb-Altm 140; möttn Mda-Ohre 351 (GA-Rä); [möt] Id-Eilsb 147; mött 3. Sg. Prät. Matthies 1903,43; Part. Prät.: mt’ Wb-Altm 140; mött GA-Wa, OSCH-Schw; emött Gesch-Ro 16.
Mk f. 1. TiN ‘Rind’, vorw. in der Kinderspr., verbr. – Kinderreim:Mukeiken, Bählamm,
leip’n bei’e ‘n Barg hinan;
Mukeiken leip so sehr,
Bählämmecken kunn nich mehr,
Mukeiken, Bählamm.
HA-AHa;
Hast en Dälerken,
Gah nah’r Stadt,
Köpe deck ne Muhkauh,
Krist en Kälweken tau.
Kälweken hat’n Swänzken,
Dat makt diel diel dänzken.
OSCH-Schw;
Mukäusiken muh,
wovon bist du sau ruh?
Ek bin so ruh, ek bin sau matt,
kriege min bettchen Futter nich satt.
Davon bin ek sau ruh.
QUE-Scha.
B Bb Bk Mtsche Mtschek M. – 2. TiN ‘Marienkäfer’,  Marenkwer, 3: Vk-Harz 3,62 (WE-Oster), verstr. BLA QUE, 4: BLA-All Sti, BA-Ha. – 3. TiN ‘Glühwürmchen’ 4: Mda-Sti 178. – 4. in Kinderreimen über M. von Halberstadt, vgl. Bk, auch Varianten mit anderen Städtenamen (Dresden, Halle, Jüterbog), 1: SA-Mel Pe We, 2: vereinz. n Altm., verstr. s Altm., JE2-Alt Schl, vereinz. JE1, 3: verbr. elbostf., 4: verstr. nthür., CA-Brei Lö Sa, BE-Ad Dro – Kinderreim:Mukoh von Halberstadt,
bring doch usen Fritzen wat.
Watt salleken den woll bringen?
Roe Schau mit Ringen,
roe Schau mit Gold besloan,
dao sall use Fritze oppe danzen goan.
GA-Eick;
Moku von Jüterbog,
bring unsen Kinne en bunten Rock,
einen recht scheenen bunten
un den Hans en olen Stinkebock.
BA-Re;
Muhkeiken von Halle!
Wat deiste in unsen Stalle?
Wärstet Muhkeiken von Halle nich,
denn stindste in unsen Stalle nich.
WO-GrAm.
Lautf.: Mu(h)ko(h) verstr. Altm. JE2, vereinz. w JE1, (4.): GA-Eick, WO-Je, WA-La, BLA-Ti, CA-Pö Salz; -kök(e)n Dim. SA-Pe, vereinz. Altm., JE2-Schl, JE1-Mo Schor Zep, (4.): JE1-Gü, QUE-West, CA-Löd; -kösken Dim. BA-Rie; mkwechen Dim. Mda-Sti 178, [mkwn] Dim. BA-Ha; Muhkewwelichen Dim. BLA-All; -koah OST-Bre; -kau(h) vereinz. nwaltm., verbr. elbostf.; -koi(h)k(e)n, -keuken Dim. SA-We, Lieder-Ma Nr. 77 (WO-HWa), Firmenich o.J. 158 (WA-Ost); -käukelken Dim. SA-Die; -käusken Dim. BLA-Ha So Tr; -käuseken, -keuseken Dim. Mda-Weg 107, OSCH-Schw, verstr. BLA, QUE-Fr; -käusiken Dim. QUE-Scha; -käuschen Dim. BLA-Ta Tr, QUE-St; -käuzchen Dim. QUE-St; -keiken Dim. WO-GrAm, HA-AHa, QUE-Que; -keieken Dim. HA-Va; -ku(h) vereinz. nwaltm., verstr. brdb., vereinz. elbostf., verstr. omd.; -kue JE2-Ki; -kühchen Dim. HA-Scha, Vk-Harz 3,62 (WE-Oster); muksken Dim. Id-Queb 12; [mg] vereinz. BE; Muhkiewichen Dim. BLA-All, Vk-Anhaltb 70 (BA-Neu), QUE-Fr; -kibejen Dim. QUE-Frie; Mohköheken Dim. Firmenich o.J. 164 (um SA-Kal); Mo(h) kau OSCH-Be, BA-Re, CA-Bie KlRo; -kuh JE1-The, vereinz. BA, CA-Sa Schw; -kü(h)chen Dim. QUE-Que, vereinz. CA; -kuchen Dim. CA-Brei Schw; [mg] BE-Nie; Mohkiewichen Dim. BA-Ha; Moahkuh CA-Kü.
murken Vb. 1. Lautäußerung von Hamster oder Kaninchen, 3: HA-Oh. – 2. ‘ein glucksendes Geräusch hervorbringen’ 3: Sprw-Harzvorld 399, OSCH-Schw – Rda.: de Kaldunen murket ‘Hunger haben’ OSCH-Schw. – 3. dass. wie  2murkeln 3., 3: Id-Eilsa 80, Wb-We* 228.
nstarwen Vb. ‘das auf dem Stoppelfeld liegen gebliebene Getreide zusammenharken’,  sstarwen, 3: OSCH-Schw.
Lautf.: nasterwen.