Hackenbter m. 1. ‘Mensch, der anderen in niederträchtiger, hinterlistiger Weise Schaden zufügt’,  s, 3: Wb-Nharz 67. – 2. ‘Besitzer eines kleinen Ackerhofes’, scherzh.,  Ktste(r), 2: OST-Gla, STE-Schö. – 3. ‘steile Treppe’ 3: Wb-Holzl 99 (HA-Eil).
Hals m. 1. ‘Körperteil des Menschen und bestimmter Säugetiere, der Rumpf und Kopf miteinander verbindet’, auch ‘Genick’ allg. – sek en hals brken Wb-Nharz 68; Rda.: ewwer Hals un Kopp ‘überstürzt, in großer Eile’ Sprw-Börde; et geit um Hals un Kopp ‘es geht ums das Leben, um die gesamte Existenz’ CA-Fö; dat is jo kein hals aff ‘das ist nicht so gefährlich’ Id-Quea 156; en Hals ummedreien ‘zugrunde richten, ruinieren’ Sprw-Börde; en Hals afschnien ‘übervorteilen, betrügen’ Sprw-Börde; einen ewer’n Hals kommen ‘zu ungelegener Zeit kommen, belästigen’ BLA-Ca; von Halse schaffen ‘sich von Mühen, Unbequemlichkeiten freimachen, sich eines lästigen Menschen entledigen’ Sprw-Börde; de len einen op en Halse ‘sie verursachen jmdm. Mühe und Kosten’ CA-Fö; sei sin sich um en’ Hals efall’n ‘sie haben sich umarmt, versöhnt’ CA-Fö; Sprik dek nist öwer’n HalsMahnung zu Vorsicht und Zurückhaltung im Gespräch, Sprw-Harzvorlg 254; en lanken hals mken ‘neugierig hinterhersehen’ Wb-Nharz 68; Sprw.: nu, datt de Hals aff iss, nu will’r kreien ‘wenn es zu spät ist, will man sich bessern’ Wb-Altm 276. – 2a. ‘der Rachenraum mit Kehlkopf, Luft- und Speiseröhre als Sitz der Atem- und Stimmwege’ allg. – Rda.: an schlimm Hals ‘Halsentzündung’ Serimunt 1930 Nr. 82; ich hawwe’s in Hals ‘ich habe eine Halsentzündung’ Wb-Ak 64; ein taun Halse rut hängen ‘bei jmdm. Widerwillen, Abneigung hervorrufen’ Sprw-Börde; de Lüe nischt in’n Hals hängen ‘nichts bekannt werden lassen’ Sprw-Börde; öhne steiht dä Hals wiet open ‘er bekommt nie genug’ OSCH-Ba; dae kan’n Hals k nich ful krjen dass., BLA-Brau; er kreit ‘n Hals nich vull wie anne Schtoppjans dass., Spr-Anhalt 168; En Hals opsparren ‘laut sprechen, schreien’ Sprw-Harzvorld 382; hei hat den Hals wiet operetten dass., CA-Fö; wenn dr doch m sei’n jrßen Hals h’l worre! ‘wenn er schweigen, sich zurückhalten wollte!’ Wb-Ak 64; se lacht ut vulln Hals SA-Sa; den lacht de Deuwel utn Hals ‘er lächelt heimlich und schadenfroh’ OST-Gla; Sprw.: de K melkt dörch’n Hals ‘der Milchertrag hängt von der Fütterung ab’ Wb-Altm 278. – 2b. in der Rda.: in falschen/sünndagschen/unrechten/verkrten Hals kmen/krgen ‘sich beim Trinken verschlucken’,  verslken, 2: verstr. Altm. – 3. ‘Flaschenhals’ 3: Wb-Nharz 68. – 4. ‘Tülle der Gießkanne’ 1: SA-Die. – 5. ‘Ecken des Segels’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 191 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 191 (CA-Ak).
Lautf.: Hals; außerdem: [halts] Wb-Be; [hs] SA-Ah Dä; [haos] SA-Die. Zuss.: zu 1.: Kkel-, Kker-, Kk-, Lang-; zu 2a.: Kaff-; zu 5.: Ober-; sonstiges: Keller-.
Husar m. 1. wie Standardspr., 3: HA-Oh, 4: Wb-Be. – 2. TiN ‘Feuersalamander’,  Vrftsch, 4: BLA-Sti. – 3. TiN ‘ Libelle’ 2: OST-Gla.
Lautf., Gram.: Husare HA-Oh, BLA-Sti; [huzre] Wb-Be; Husoarn Pl. OST-Gla.
Hsbodden m. ‘Dachboden, Raum bzw. Räume unter dem Dach’ 2: Mda-Ost 49 (OST-Gla Me), OST-Los, 3: vereinz. elbostf., 4: Wäschke 31919,152.
Lautf.: Hsbodd(e)n; außerdem: Husböhn OST-Los; Huusbööen Mda-Ost 49 (OST-Gla); Husböähn a.a.O. 49 (OST-Me); Hausbonn’n Wäschke 31919,152.
ingarwen Vb. 1. ‘zerschlagen, zerstören’ – et fenster ingarben 3: Wb-Nharz 86. – 2. ‘auf jmdn. einschlagen, jmdn. verprügeln’,  verhauenop einen ingarben 3: a.a.O. 86. – 3. ‘einschneiden, einkerben’ 2: SA-Ra, OST-Gla.
Lautf., Gram.: ingarben Wb-Nharz 86; -gerwen SA-Ra; -järft Part. Prät. OST-Gla.
Jackel (Genus?) 1. ‘hölzerne Gabel mit zwei Zinken’, zum Aufschütteln des ausgedroschenen Getreides, um die Körner am Boden zu sammeln, 2: Wb-Altm* 58. – 2. ‘schlechtes, stumpfes Taschenmesser’,  Pk(s), 2: OST-Gla. – 3. ‘altes Schaf’, Schimpfwort, 2: Wb-Altm 91, Bewohner-Altm 2,87, GA-Da.
Lautf.: Jackel OST-Gla; Jack’l Wb-Altm* 58; Jachel, [jal] (3.) Wb-Altm 91, Bewohner-Altm 2,87, GA-Da.
kkeln Vb. 1. ‘gackern’, vom Huhn, bes. wenn es ein Ei gelegt hat, 1: verbr. nwaltm., 2: allg. Altm. JE2 JE1, 3: verbr. n/w elbostf., vereinz. sö elbostf., 4: Mda-Sti 95 – wenn dai Huina lacht hem’m, dann fangs an tu kaokn SA-Dä; dat haun kkelt sau vl, et fenkt jewis ble an te lein Wb-Nharz 91.  Vb.: gackeln gackern gatzen grlen kadken kadksen kakedken kakedksen kakedtzen kakedeien kken kakentzen kkerlten kksen kalksen 2krkeln krken krksen krtschen parkeln rpen schackern schärkeln scharken schattern 2schstern schrkeln schrtern schren takedken takedeien; Interj./Adv.: jetzt kakakk kakedk kakedks kakedtz kakelt kkel-kkel kakentz kluckenätz mik-mik tack-tack takedk tick-tick. – 2a. ‘schwatzen, Nichtiges reden’,  nlen, auch ‘laut und albern reden’ 2: Wb-Altm 97, Id-Altm, Spr-Altm 15, ZE-Roß, 3: JE1-Wo, vereinz. w elbostf., 4: Mda-Sti 52, Wb-Be – zwischen käkeln JE1-Wo; Der Wieweroart is loat upstoahn un denn en bitschen quaokeln, un gliek noa Disch ut noawern goahn, to lumbern un to koakeln. Spr-Altm 15; Wat kakelst du denn! Id-Altm. – 2b. ‘unverständlich, undeutlich sprechen’, bes. von Kleinkindern, die zu sprechen versuchen,  1nusseln, 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Be. – 2c. ‘jmdn. nachahmen, um ihn zu necken oder zu verhöhnen’ 3: Wb-Nharz 95, Wb-We 61, Id-Queb 1. – 3. ‘laut lachen’,  jchen, 2: verstr. Altm. – de koakelt richtig OST-Gla.
Lautf.: kkeln, kakeln, [kkln] vereinz. brdb., verbr. elbostf., Mda-Sti 52 und 95; [kkll] Mda-nwJe1b 68 (verstr. nw JE1); kakan vereinz. nwaltm.; koakeln, [kkln], kkeln SA-Ku Pü Zie, verbr. brdb., QUE-Di, Wb-Be; [kk] vereinz. s Altm., ZE-Roß; [kkn], [kkon], [kkon] verbr. ö/s nwaltm.; [kkan] SA-Wü; [kg] SA-Rist; [gg] JE2-Scho; [kaokn], [kaokon] verbr. n/w nwaltm.; käkeln, kkeln, [kkln] JE1-Wo, Wb-Nharz 95, Wb-We 61, Id-Queb 1, Wb-Be; käökeln Wb-Altm 97. – Etym.: mnd. kkelen ‘gackern, von Hühnern’, vgl. HWb-Mnd 2,501. Zus.: zu 2c.: nkkeln.
kstsch Adj. dass. wie  ksefrtsch, 2: OST-Gla Schö, JE2-Ze, JE1-Flö, 3: Wb-Holzl 119, HA-Bar Scha, OSCH-Gü, CA-Ba Ca, 4: vereinz. nw anhalt.
Lautf.: kiesetsch HA-Scha; -ätsch, [kzt] OST-Gla Schö, JE2-Ze, JE1-Flö, Wb-Holzl 119, OSCH-Gü, vereinz. nw anhalt.; kiesätisch HA-Ba; kieseätsch CA-Zu, [kzt] CA-Ba.
1Klster m. 1a. ‘Kleister, Leim’, aus Mehl oder Stärke unter Zusatz von Wasser hergestellt, 2: Wb-Altm 105, vereinz. ZE, 3: vereinz. HA OSCH, QUE-Di, 4: Mda-Sti 17, Wb-Be – Tapten wert mit Klster fest e’backet HA-Oh. – 1b. ‘trockener Schleim in den Augenwinkeln’,  Klter, 3: OSCH-Grö, WA-HDo, 4: DE-Ho. – 1c. ‘schlecht gekochte Suppe’ 2: ZE-Roß. – 2. ‘Geld’, scherzh.,  Zaster, 2: OST-Gla, GA-Kö, STE-Steg, WO-Co, JE2-HBe, 3: WA-GrGe HDo, 4: CA-Ak. – 3. in der Verbdg.: im/in Kleister sein ‘betrunken sein’,  dn, 2: vereinz. mbrdb., 3: CA-Gli, 4: CA-Ak Chö, BE-Am.
Lautf., Gram.: Kliest(e)r, Klst(e)r; außerdem: Kleister, [klaistr] OST-Gla, GA-Kö, STE-Steg, WO-Co, JE2-HBe, vereinz. mbrdb., WA-GrGe HDo, CA-Ak Gli, DE-Ho; [glaisdr] BE-Am. Zus.: zu 1.: Ml-.
klwen Vb. 1. ‘etw. spalten’, bes. Holz, 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm., Siedler-Je § 1§43f., JE2-HSe Scho, verstr. JE1 ZE, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 159, Wb-Ak 90 – miin Brooda mütt dat holt saaen (sägen) un klööwen Mda-Ost 48 (OST-Gla); dat Aegnht kloift schlecht SA-Dä. – 2. ‘platzen, bersten’, bes. in Verbdg. mit Bastlösereimen, 2: STE-Bin Bir, WO-Zie, verstr. n/ö JE2, 3: verstr. n/mittleres elbostf., WE-Strö, BA-Ali – Bastlösereim:Kristan + Bastian,
lat de Piepe affgahn,
lat se jo nich klöwen,
ick will dick ok watt jewen …
HA-Sü.
– 3. ‘schlagen, prügeln’, beim Handgemenge,  verhauen, 2: Wb-Altm. 106. – 4. ‘etw. mit jmdm. teilen’ – willn klöw’n Ausspruch eines Bauern, der sein Glas Branntwein mit seinem Gegenüber teilen will, 2: Wb-Altm 266.
Lautf., Gram.: klöwen, klöven, [klvn] Beiträge-Altm 1,140, vereinz. n Altm., HA-Bre Sü, klöw’n Wb-Altm 106, [klvn] OST-GrBeu Kru Krum, STE-Sa; [klv] Mda-Ar 38; [klvet] 3. Sg. Präs. vereinz. mittleres JE1; klöven STE-Wa; klöb(e)n OST-GrBeu, WO-Zi, vereinz. n elbostf., Id-Eilsa 72, BLA-Ti, CA-Fö; klömen HA-Gro, klöm’n HA-Ost; [klm] verbr. SA, STE-Wa, WO-Zi; klö’m GA-Fle, Wb-Holzl 121, HA-Eil Schw; [kl] vereinz. s. Altm., HA-NHa; [klöem] CALV-Je; [klöim] SA-Zie; klum STE-Bin, JE2-Scho; klö(h)n, [kln] vereinz. s JE2, Mda-nwJe1a 45 (JE1-Ih Rie); kl’n, klö’n vereinz. n/mittleres JE2; klöon JE2-Kl, [klon] STE-Bö Buch Steg; klun STE-Bin, JE2-HGö, Mda-nw Je1a 45 (JE1-Pa), [klöun] STE-Je; [kln] Siedler-Je § 143; kloeb’m Lieder-Ma Nr. 341 (WO-NiDo); kleben HA-Oh War; klwen WE-Strö; kleub’m SA-Rie; [kloem] CALV-Uth Zo; [kloim] verstr. nwaltm., vereinz. mittleres SA, OST-Har; [kloi] SA-Dä; [klim] GA-Ku; [kloüm]SA-Vie; kloift 3. Sg. Präs. SA-Dä; klewet 3. Sg. Präs. WA-La; klben, kleben Wb-We 66, Wb-Nharz 99, klbn, klebn JE1-Ca, Mda-Sti 159; klebet 3. Sg. Präs. WA-Schw; [klm] WO-Mei; klem BA-Ali; klmm vereinz. JE1 CA, [kl] WO-HWa, Mda-Ze (ZE-Gro Roß), ZE-Roß, kl’m Wb-Ak 90, [kl] Nd-Börde § 36 (WO-Schn); [kl()n] Mda-Ze (ZE-Reu Stre); [klaüm] GA-Fau Schw; klüöben OSCH-Di; Part. Prät: geklöft Holt GA-Wern; geklöift – GA-Kak; geklöeuftet – GA-Mie; gekleuft – GA-Sche; geklötet – JE1-Grä. Zus.: zu 2.: in-.