anrgen Vb. 2: Wb-Altm* 67, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 21, Wb-Be. 1a. ‘jmdn./etw. anfassen, berühren’ – Ick mag’n Modd’r nich anrög’n Wb-Altm* 67; röge mik nich n! CA-Fö; Rda.: dat Dier rö’t kaine Snute ann ‘das Tier frisst nicht’ Wb-Holzl 164. – 1b. ‘etw. in Gang setzen oder in Gang halten’ – de r nrn ‘das Pendel der Uhr in Bewegung setzen’ Wb-Nharz 15; de Glut mot man öftersch nregen CA-Fö. – 2a. ‘antreiben, anspornen, zur Eile drängen’ – dae Paere anrjen BLA-Brau. – 2b. (refl.) ‘sich beeilen’ – rö’ dick mal an! ‘beschleunige deine Arbeit’ Wb-Holzl 55; r en betjen n ‘fahre etw. schneller’ Wb-Nharz 15. – 3. ‘etw. ansprechen, zur Sprache bringen’ – Sprw.: wer et anrejet, wett’n Felder ‘wer davon spricht, kennt die Ursache des Fehlers’ Sprw-Börde. – 4. ‘beleben, aufmuntern, hervorrufen’, von bestimmten Stoffen – tas rjetn Appett n Wb-Be. – 5. ‘anrühren, verrühren’ – n’ Deich (Teig) anren HA-Oh.
Lautf., Gram.: anrög’n Wb-Altm* 67; -röjen HA-Um; -ren, -rö’en, -rön vereinz. w elbostf.; nrögen, -röhen CA-Fö; anregen, -rjen Wb-Holzl 55 (Allertal), BLA-Brau; -rejet 3. Sg. Präs. Sprw-Börde; nrjen Mda-Sti 21; -rehen CA-Fö; -rn Wb-Nharz 15; [nrjn] Wb-Be.
anschuppen Vb. 1. dass., 3: Wb-We* 200. – 2. dass. wie  anschten 1., 3: BLA-Brau.
Lautf.: anschuppen BLA-Brau; nschüppen Wb-We* 200.
anseggen Vb. 2: vereinz. Altm., 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 22. 1. ‘bekanntgeben, verkünden’ – Minna is dte, aeben hebben se et ansejjen lten BLA-Brau; ’s Knt’n nsn vom Bäcker, der die zum Backen angemeldeten Frauen frühmorgens wecken ließ, damit sie den Teig rechtzeitig fertig bekamen, Wb-Ak 22. – 2. refl. ‘seinen Besuch ankündigen’ – se hat sik tau’n Sönndach aneseggt HA-Oh. – 3. ‘den Nachbarn unterrichten und ihn um Hilfe bitten’. – 4. ‘nachdrücklich ermahnen, dringend raten’ – Dat säg ick di an, dat du hr nich wedd’r räöw’r för’n deist. Wb-Altm* 48; Rda.: einen de wache nse-in ‘jmdn. ausschelten’ Wb-Nharz 16.
Lautf., Gram.: anseggen, -sejjen vereinz. n/mittleres elbostf., BLA-Brau; anseggt Part. Prät. Gaede 1962,147; nseggen, -sejjen Wb-We* 200; nsecht Part. Prät. QUE-Di; nse-in Wb-Nharz 16; ansäng’, Ansäng Wb-Altm 6, Wb-Altm* 48; anjesoaret Part. Prät. CA-Ca; nsn Wb-Ak 22.
Ansicht f. ‘Meinung, Haltung’ 3: vereinz. elbostf., 4: Wäschke 61915,123, Richter o.J. 79 – sau is wenigstens mne Ansicht BLA-Brau.
Antog m. 2: vereinz. nbrdb., Heimatkalender-Je 1927,120 (JE2-Vie), Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze), 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. 1. ‘aus Hose und Jacke (z.T. auch mit Weste) bestehende Kleidung (für Männer), Anzug’ – Uff jede Seite von’n saß’n Schäffe (Schöffe), ooch in’n schwarzen Anzuch. Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze); de Anzuch is op Tauwass emket ‘der Anzug ist so groß gearbeitet, dass er nach einer Gewichtszunahme seines Trägers immer noch passt’ HA-Oh. – 2. ‘Beschleunigungsvermögen’ – dae Paere hebben keinen Anzug, dat ht, sei kennen nich feste antrecken BLA-Brau. – 3. ‘feierliche Bewirtung der Dorfbewohner’, bes. durch neu Zugezogene – Brauch: Kam eine junge Frau in ein anderes Dorf, wurde A. gefeiert. Vk-Anhaltb 45. Die im abgelaufenen Jahr in die Gemeinde Gezogenen gaben Geld oder Bier. Ein Brautpaar, das außerhalb geheiratet hatte, lud zum A. ein. Brauch-Anhalt 3.
Lautf.: Antog, antoch Wb-Altm 6, Spr-Maa 440 (STE-Scher, WO-Ol), Rauch 1929,158; Anzock Vk-Anhaltb 45; nzok, -zoch Wb-Ak 24; Anzug, -zuch Heimatkalender-Je 1923,101 (JE2-Fi), a.a.O. 1927,120 (JE2-Vie), Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze), vereinz. elbostf.; -zuck Richter o.J. 92; Aanzuch Wb-Holzl 56 (HA-Wo); oonsu Mda-Ro.
antwrden Vb. ‘antworten, erwidern’ verbr. (ö anhalt. nur wenige Belege) – ... dunn reipen se. Aber Lischen antwöre nich ... Heimat-Ohre 1924/Wöhlbier (HA-Eim); Her harre ör goarnich drupp eantwurt’t; ... Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie); gannsd woll nich andworden? BE-Gü; nu word doch an! OST-Na; sau twre mek doch an! BLA-Brau.
Lautf., Gram.: Inf.: antwoordn, [antwrdn], [-vrdn] verstr. n nwaltm., vereinz. n Altm., GA-Ku Schw; antwohrten STE-Döl; anwoort(e)n, -woart(e)n vereinz. ö Altm.; antwoaten GA-Mie; anwoordn vereinz. sw OST; [anvrdn] OST-Meß; anwohrten SA-Bru; [antvdn] OST-Ga GrRo; anwoat(e)n OST-Flee Ze; [anwdn] OST-Dü; antworen JE2-Pap; -wo(h)rn, -woarn JE2-Neu, vereinz. s JE2, ZE-Gri, CA-Gli Pö; anwoar’n SA-Altm, STE-Do; [anwn] OST-Ko; antword(e)n, [antwordn], [-vordn] SA-Ku Pü, verstr. ö SA STE n WO, übrige Altm. vereinz., Spr-Maa 440 (JE1-Ran), BE-Gü He, verstr. s BE, DE-Ca; antwort(e)n, -wort’n, [antvortn] (anhalt.: [andwordn]) vereinz. w nwaltm., Wb-Altm 254, verstr. n/w Altm., vereinz. ö Altm., JE2-Cab Reh, vereinz. JE1 w ZE, verstr. sw elbostf., BE-Gü He, verstr. anhalt.; [antvrt] JE2-KlWu; anword(e)n vereinz. n Altm., JE2-Kam; -wort(e)n verstr. n Altm., JE2-GrWud Mü, JE1-Scha, WO-Eb; [antvorn] CALV-Uth; [-vor] JE2-Par; annort(e)n SA-Ma, JE2-Ste; anwoertn OST-Loh; antwö(h)ren WO-Col, verstr. w elbostf., vereinz. WA, QUE-Nei; -wöern, -wern vereinz. w elbostf.; -wö(ö)r’n, -wöhrn, -woern vereinz. s Altm., JE2-GrWu, JE1-Ziep, WO-Dru Ol, verstr. w elbostf.; -woedn STE-Po; [antwdn] SA-Die; [-wn] SA-Sal; [-wn] WO-HWa; [-vön] CALV-Zo; anwören HA-All; -wör’n OST-Werb; antwüören OSCH-Di; antwerden, -wr’den, [antvrdn] Spr-Maa 440 (WO-HWa), WA-Schl, QUE-Hau; antwe(e)ren, -wehren, -wren vereinz. n elbostf., verstr. mittleres/s elbostf.; antwe(e)rn, -wehrn WO-Sa, verstr. elbostf.; oantweern BLA-Hü; [antwern] QUE-Di; [-weordn] SA-El Hen; antweorten SA-Ty; [antweon] SA-Jü; antwieren WA-We; -wiern WE-Ost; antwuurt’n, -wrtn STE-GrMö KlMö, JE2-Schön; -wuren JE2-De Tu; -wu(h)rn JE2-Gü Red; -wuten GA-Dee; -wuat’n STE-Da; [antvurdn] vereinz. n STE; antwurt(e)n vereinz. mittlere Altm., JE2-Schön Scho; an- vereinz. ö Altm.; antturten JE2-Kam; 3. Sg. Präs.: antwort’ Heimatkalender-Ze 1961,89 (ZE-Ze); wortt an OST-Ost; Imp. Sg.: antvoare JE2-Mö; anwore JE1-Scha; word (-t) an OST-Na Neu; wöre an WE-Il; [antvert] GA-Bo; antwere OSCH-KlQue, BA-Ge; twäre an BLA-Brau; 3. Sg. Prät.: antworde Heimatkalender-Ma 1932,44 (JE2-Vie); antwortte Wäschke 61915,6 und 46; -wöre Heimat-Ohre 1924/ Wöhlbier (HA-Eim); Part. Prät.: anetwört WE-Dee; antweert’t WO-NiDo; eantwurt’t Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie).
Appel m. 1. ‘Frucht des Apfelbaums’ allg. – d ln an bor Ebbel’l DE-Ca; w ... krjen Äppeln af ‘wir ernten Äpfel’ JE2-Scho; Eppel un Bern (Birnen) t ik jern HA-Oh; tr Appel is jantz hotzelich (verschrumpelt) Wb-Be; de goldene Appel ‘letzter Apfel, der nach der Ernte am Baum verbleibt’ Wb-Holzl 56 (HA-Eil); Rda.: det is’n Appel! ‘das ist selbstverständlich’ ZE-Roß; Das hauet dn awwer inne Eppel. ‘Ihm ist schwerer Schaden, ein großer Verlust entstanden.’ Wb-Ak 24; daen maoket mr kn appl vrn ai vor ‘er lässt sich nicht täuschen’ Vk-Ask 152; in den sren Appel bten ‘etw. Schwieriges oder Unangenehmes beginnen’ BLA-Brau; Sprw.: der beste Appel word ok ful ‘auch dem umsichtigen Menschen kann ein Fehler unterlaufen’ Sprw-Börde; wenn de Appel ripe is, sau fällt hei ‘man soll eine Sache heranreifen lassen’ Wb-We 9; Reim:de Appl fällt nich wiet van’n Stamm;
sou ast Scho-ap is, is ouk’t Lamm
OST-Schön;
Wiegenlied:Heichen Putteichen hat Eppel jekocht,
stn inne Rre un quackern noch.
Wb-Ak 24.
– Brauch, Volksgl.: Zu Weihnachten oder Neujahr wurden die Bäume angefasst, um eine reiche Obsternte zu bekommen:Bömeken wk up,
Neujahr is km,
saßt gaut Appel un Bäärn dragen!
Brauch-wAltm 12 (SA-Ta).
Schält ein Mädchen einen Apfel, so soll die Schale ein einziges langes Band bilden. Diese wirft es sich über den Kopf und liest aus ihr den Anfangsbuchstaben des künftigen Geliebten heraus. Brauch-Anhalt 6. Geht man beim Empfang des Abendmahls um den Altar, muss man in einen Apfel beißen, dann bekommt man keine Zahnschmerzen. Dies gilt vor allem beim ersten Abendmahl bei der Konfirmation. Die Äpfel müssen aus dem Pfarrgarten gestohlen sein. Abergl-Altm 16 (vereinz. OST). – 2. in der Verbdg.: wilder Apfel PflN ‘wilder Apfel’, auch die Frucht,  Holtappel (n.Z.), 4: BE-Dro, DE-Ho. – 3. ‘Samenträger der Kiefer’,  Knappel, 3: OSCH-Weg, QUE-West. – 4. Pl. ‘rundliche Kotstücke des Pferdes’ 3: Vk-Ask 185. – 5. in der Verbdg.: Appel, Bure, Cruskopp ... Ballspiel der Kinder, ausf. vgl. Abe-Babe, 3: HA-Bee.
Lautf., Gram.: App(e)l, [ap()l] (anhalt.: [ab()l]); außerdem: ppel, [pl] Mda-Sti 9, BA-Ha; [apa], [apo] vereinz. n nwaltm.; Abb(e)l, [ab()l] verstr. Altm.; Abba, [aba], [ab], [ab], [abo] verstr. nwaltm.; [abä] SA-Ch; Pl.: Äpp(e)l, Äbbel, E-, [äp()l], [eb]; außerdem: Appel Brauch-wAltm 12 (SA-Ta); eppele Wb-Nharz 17; auf -n: vereinz. nwaltm., JE2-Scho.
Aprilwder n. ‘Aprilwetter’ 3: Wb-Nharz 17, BLA-Brau.
Lautf.: Aprilwaeder BLA-Brau, aprilwëder Wb-Nharz 17.
arbeiden Vb. ‘Arbeit leisten, verrichten’, auch ‘beruflich tätig, beschäftigt sein’ verstr. (ö der Elbe nur wenige Belege) – in Accort arbeiden BLA-Brau; w arbai’n in Aust (bei der Ernte) schw JE2-Scho; där arweet uff de Boahne CA-Sta; er hat desterwegen gearweetet DE-Kle; dai Dachloina (Tagelöhner) bait gaut SA-Dä; Arbaie dick man nichte moie. Firmenich o.J. 157 (WA-Ost); Dr arwt von fr bis inne spte Nacht. Wb-Ak 26; Richtich arweetn tate bloß, wenne Jeld brauchte. Krause 1964,79; Rda.: Arbeiten, dat de Swaorn knack’n. Spr-Altm 79; ... ahrfahjet wie’n Pärd Vk-Harz 3,46; Sprw.: “De nich arbeitn will, sall ok nich ätn.” Hausfr-Altm 1928,94 (Kredel); Reim:Wenn hei (Kantor) noch deip in’n Bedde liet,
Sin wei schon open Knooken
Un aarbäden schon lange Tied,
Dat uns dat Fell möcht rooken.
Firmenich 1854,139 (BA-Ba).
Lautf., Gram.: Inf.: arbeiden BLA-Brau; r- Wb-Nharz 17 (BLA-Ha Ta); [arbaid] STE-KlSchwa; arbeit(e)n vereinz. nbrdb., WE-Dee; -beien, -baien, -bai’en vereinz. elbostf. (außer sö); -bein, -bei’n, -bain Bewohner-Altm 1,319, vereinz. w elbostf.; [arbain] Mda-War 23; rbein Wb-Nharz 17; [rbai] JE2-Scho; rfeijen Wb-Nharz 17 (BLA-Be); [arwtn] ZE-Kö, arweetn, -wt’n, [arwtn] vereinz. anhalt.; rwden BE-Al; [rwtn] ZE-Roß; arrewt’n Wb-Ak 26; arbaten BA-Ha; arrban Hbl-Ohre 1928 Nr. 22/Wöhlbier (HA-Eim); [rbn] QUE-Di; 3. Sg. Präs.: arbeit’t STE-GrMö; arbeit, [arbait], [-baet] SA-Ku Sa, vereinz. n OST, GA-Bo, CALV-Zo, HA-No; [r-] verstr. nwaltm. n Altm. (außer n OST); [-bit] OST-Ko; [abait] GA-Schw; [bait] SA-Dä; arbeet Vk-Anhalta 62; -bett JE1-Ge; -weet, -wt CA-Sta, Wb-Ak 26; -wett Bauernwelt-Ze; rwett ZE-Roß; [arbjt] WO-Zie; [arvaett] STE-Buch, WO-Zi; [-vaet] vereinz. ö STE; ahrfahjet Vk-Harz 3,46; [arwait], [rvaet] vereinz. OST, STE-Ro, vereinz. s Altm., JE2-Scho, WO-HWa; 3. Pl. Präs.: aarbäden Firmenich 1854,139 (BA-Ba); Imp. Sg.: arbaie Firmenich o.J. 157 (WA-Ost); Part. Prät.: jearbeitet QUE-GrSchie; -orwedet DE-Or; gearweetet, je- DE-Ho Kle; jearweet DE-Vo; -rwet ZE-Roß; arbeit’Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die).
rden Vb. 1. refl. – a. ‘gedeihen, sich gut entwickeln’ 2: STE-Wa, 3: verstr. w elbostf., QUE-Di, Id-Quea 142, 4: Mda-Sti 3, 38 und 125 – dat Swin art sek Id-Eilsa 49; de Bulle well sik nich ren, hei hat noch kein glatt Hr HA-Oh, Sprw.: olt un jung in ein’n Hse rt sek nich BLA-Brau. – b. ‘sich zu etw. eignen’ 3: Wb-Nharz 17, BLA-Brau – dae Kartuffeln ren sek nich taur St a.a.O.; de akker rt sek schlecht, hei is te pappich Wb-Nharz 17. – 2. ‘jmdm. in seinem Wesen ähnlich werden, nach jmdm. geraten’ 3: verstr. elbostf. (außer sö), 4: Wb-Ak 26, Wb-Be – dat Kalf art na’n Ossen Sprw-Börde; Un wii dat ofte sau is, de Meekens aaren meer naa öören Faader, un de Junge ganz naa siine Mutter. Bode 1908,57.
Lautf., Gram.: a(a)rten, rten STE-Wa, HA-Oh, Id-Quea 142; art 3. Pl. Präs. Lindauc o.J. 99, Sprw-Börde; aren, ren vereinz. w elbostf.; aaren 3. Pl. Präs. Bode 1908,57; ahrn, rn, r’n vereinz. sw elbostf., Mda-Sti 3, 38 und 125; aare Imp. Sg. WE-Oster; rt’n, [rtn] Wb-Ak 26, Wb-Be.