inbleustern Vb. dass. wie  inbten, 2: OST-Möl, GA-Schw, STE-Kö, WO-Bu Co.
Lautf.: inbleustern WO-Bu Co; -bleistern GA-Schw; -pleistern STE-Kö; -plöstern OST-Möl.
jrig Adj. 1. ‘ein Jahr alt’ 2: Wb-Altm 92, Kredel 1927,73, OST-Möl, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 27 – ‘n jäörig Swn Wb-Altm 92; en jarich Schaap Wb-Holzl 111. – 2. ‘sich jährend’ 4: CA-Ak.
Lautf.: [jri] CA-Ak; jerich HA-Oh; jäörig Wb-Altm 92; jrig Mda-Sti 27; jrich, jarich vereinz. elbostf.; jrig Kredel 1927,73; johrig OST-Möl.
Joachim 1. männl. RN – Rda.: Flschers Jochen kickt t Strumpknütters Finster ‘der Strumpf hat ein Loch’ 2: Wb-Altm 111. – 2. zur abw. Personenbezeichnung – a. in der Form Jochen in Komposita mit charakterisierendem Bestimmungswort. – b. in versch. Verbdg.: oll’ Joch’n ‘dummer, einfältiger Mensch’, Schelte,  Dussel, 2: Wb-Altm 92; blinne Jochen ‘jmd., der nicht aufpasst’ 3: Wb-We 59. – 3. in der Verbdg.: Jochen Schult TiN ‘Sperling’, Schimpfname,  Spatz, 2: OST-Möl. – 4. in der Verbdg.: Hans-Jochen-WinkelHans 7.
Lautf.: Jochen; außerdem: Jochem HA-Ack. Zuss. mit -jochen: zu 2.: Holster-, Kaddel-, Modder-, Nl-, Nussel-.
Kalf n. 1a. ‘Jungtier des Rindes’ allg. – d Schelln jeffste d Kälwa JE2-Scho; n’ Kalf afwnen ‘ein K. der Mutter entwöhnen’ HA-Oh; dass.: wai hemm dat Kf afsett SA-Dä; Kindern, die bei Anbruch der Dunkelheit nicht vom Spielen zurück ins Haus kommen wollen, ruft man zu: das dreibeinige Kalb kommtVk-Anhaltb 49 (ZE-Pü, DE-Que); Rda.: sau dumm wn Kalf Wb-We 61; hei mket n (Augen) w en gestken Kallef WE-Be; von einem Grobian sagt man: mäncher wädd glik as en johrig Kalw geboren OST-Möl; et Kalf in de gen schln ‘die Wahrheit schonungslos (und ohne Umschweife) sagen und dadurch jmdn. beleidigen’ Wb-Nharz 91; Sprw.: hat de Dwel de Kau hlt, kann’e dat Kalf ek noch krn HA-Oh; et Kalf art na’n Ossen Sprw-Börde; von’n groten Bullen fällt ook en groot Kalw HA-No; bi Kälwer un lüttje Kinder mott’n de Maate wetten ‘Erwachsene dürfen von Kindern (und Jungtieren) nichts erwarten, was über deren Verständnis und Leistungsfähigkeit hinausgeht.’ HA-No. – Brauch und Volksgl.: Wennt Kalf in de eerste Melk blök’n deht, wart’et nich graut. Abergl-Ma 234 (GA-Mie); Kälber müssen dienstags oder donnerstags (an den Fleischtagen) abgesetzt werden. Wenn man viele weibl. Kälber bekommen will, muss die Frau des Bauern bei der ersten Fuhre Getreide das Tor selbst und ohne zu sprechen öffnen (KÖ-Dro), oder man muss die Nachgeburt der Kuh unter einem Apfelbaum vergraben (ZE-Rie). Vk-Anhalta 23.  Moses 2. – 1b. in der Verbdg.: Kälfken kumm Lockruf für Kälber,  Mtsche, 1: SA-Mel Ta, 3: verstr. w elbostf. – 2. ‘dummer, alberner Mensch’,  Dussel, auch Schelte für jmdn., der sich albern benimmt, meist auf ältere Mädchen bezogen, 2: verstr. brdb., 3: verstr. elbostf., 4: CA-Ak – bist’n Kalf Wb-Altm 94; elt Kalf! HA-Oh. – 3. in der Verbdg.: Kleenes Kälbchen TiN ‘Marienkä- fer’,  Marenkwer, 2: Vk-Anhaltb 68 (ZE-Se). – 4. ‘weiße Luftblase im Eis gefrorener Wasserflächen’ 3: OSCH-An.
Lautf.: Kalf, Kalw; außerdem: [kf] verbr. nwaltm.; Kävken Dim. SA-Mel; Kallef, [kalf] Mda-nwJe1a 41 (JE1-HZi Pa), verstr. ZE elbostf.; Kälveken Dim. verstr. w elbostf.; Kalb vereinz. ZE anhalt.; Kälbken Dim. SA-Ta; [galb] Mda-Fuhne 31 (DE-Ca); Kal(l)eb Id-Eilsa 70 (2.), Wb-Ak 83, DE-Lau; [kálp] ZE-Roß, Wb-Be; [klep] Mda-Sti 46. Zuss.: zu 1.: Hirsch-, K-, Ktz-, Mastkalb, Mtsche-, Ossen-; zu 3.: Marienkalb, Mle-, Mondkälbchen, Mtsche-, Mkälfken.
Knallbüssenholt n. 1. dass., 2: OST-Möl. – 2. ‘Holz des Holunders’ 2: JE2-Scho.
knapp Adj., Adv. 1a. ‘in so geringen Mengen vorhanden, dass es bald verbraucht ist, kaum ausreichend’ 1: SA-Dä, 2: verstr. nbrdb., Heimatkalender-Ma 1932,47 (JE2-Vie), 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 161, Wb-Be, Wäschke 41919,36 – Et Jeld is knappe. Gorges 1938,56; et is knappe op de Tt HA-Oh; weil det Fudder fört Veh man ümmer knappe wor, wort met’te Vehwirtschaft janz erbärmlich. JE2-Gü; Rda.: is knapp, giw aw Ausdeutung des Krächzens der Krähen, OST-Möl. – 1b. ‘gerade ausreichend’ 1: Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die), 2: Wb-Altm 109, ZE-Roß, 3: Wb-Holzl 122, HA-Oh, Wb-We 69, Wb-Nharz 101, QUE-Di, 4: Mda-Sti 161, Wb-Be, Wäschke 41919,31 – Sin Voder sin Möll in de Heid hadd ok ehrn Oekelnam’ (Spitzname) davon krä’n, dätt dat Woter in’ Sommer so weinig was, dät et knapp tom Möhlen langte Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die); et is knappe mt (gemessen) HA-Oh. – 2. ‘kärglich’ 2: ZE-Roß, 3: Wb-Nharz 101 – knappe lben a.a.O. 101. – 3a. ‘eng, fest anliegend’, von Kleidung, 3: Id-Eilsa 73, Wb-We 69, Wb-Nharz 101 – dei Stebbel is tau knappe Wb-We 69. – 3b. ‘nicht ganz’ 2: Heimatkalender-Je 1924,62 (JE2-Vie), Mda-Ze (verstr. ZE), 3: Lindauc o.J. 118, Wb-Nharz 101- De Wiesche – et war man ne smale Striepe von knappe anderthalf Morgen … Lindauc o.J. 118; et is knappe feire ‘es ist nicht ganz vier Uhr’ Wb-Nharz 101. – 4a. ‘fast gar nicht’ 3: Id-Eilsa 73, Id-Queb 4, 4: Mda-Sti 49. – 4b. ‘fast niemand, kaum jmd.’ 3: Wb-We 69, Wb-Nharz 101 – under hunderten is knappe einder a.a.O. 101. – 4c. ‘mit Mühe, mit knapper Not, gerade noch’ 2: Wb-Altm 108, 3: HA-Bee Oh, OSCH-Di, Wb-Nharz 101, QUE-Di – gah man langsamer! Ick kann ja knappe middekom’m! HA-Bee; hei kam knappe mit’n Zuch HA-Oh; Rda.: t’ geit man knapp ‘ich habe gerade noch mein Auskommen’ Wb-Altm 108. – 5. ‘gerade, in dem Moment (als)’ – Knapp was de nu buten un ruter ut d’ Dör, Dao sett’t sei ehr Emmern up d’ Stä’ daol up d’ Er’… 2: Pohlmann 1905,66.
Lautf.: knap(p) vereinz. Altm., Elbschifferspr. 394f. und 438 (JE2-Mi Pa), Heimatkalender-Ma 1932,47 (JE2-Vie), verstr. ZE, OSCH-Di, Wäschke 41919,31 und 36; [knab] Elbschifferspr. 394f. und 438 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa); knappe JE2-Gü, verstr. elbostf.; knppe Mda-Sti 49 und 161.
Lnewinkel m. ‘Ecke, in die sich das launische oder trotzige Kind stellen musste’, auch dass. wie  Lneecke, 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 129, OST-Möl – dat Kind in’n Liunwingg schten SA-Dä.
Lautf.: Lnwinkel Wb-Altm 129, OST-Möl; [liunwig] SA-Dä.
Mkler m. 1. ‘Zwischenhändler, Vermittler’ 2: Wb-Altm* 62, 3: Wb-Holzl 140, HA-Oh, 4: Wb-Be. – 2. ‘wählerischer, nörgeliger, unzufriedener Mensch’,  segrimm, 2: Wb-Altm 131, OST-Möl, 3: Wb-Nharz 122 – Rda.: Mäkler und Strohwisch find’n hinner jeden Tun ‘Nörgler und kleine Strohbesen findet man überall’ OST-Möl. – 3. ‘Person, die wählerisch im Essen ist’,  Kmsnte, 4: BE-Bo.
Lautf.: Mäkler Wb-Altm 131, Wb-Altm* 62, OST-Möl; [mklr] Wb-Be, mklr Wb-Nharz 122; Mkelr BE-Bo; Mkeler HA-Oh; Meekler Wb-Holzl 140; mklr Wb-Nharz 122. – Etym.: mnd. mkeler ‘kaufmännischer Vermittler, Makler’, mit Bezug auf das Feilschen und Kritisieren beim Handeln Übertragung auf (2., 3.), vgl. HWb-Mnd 2,946, Kluge 231995,534.
1Ml n. 1. ‘der Nahrungsaufnahme dienende Mund- öffnung mancher Tiere’ vereinz. – dl het än klain Ml JE2-Scho. – 2. ‘Mund des Menschen’, z.T. abw., verbr. – keine Täne in Mule QUE-Wed; sik’t Ml afwischen HA-Oh; Rda.: holt dien Ml ‘schweig’ HA-Bee; et ml tau’n rse hlen ‘schweigen’ Wb-Nharz 129; et Mul schtoppen ‘jmdn. zum Schweigen bringen’ Sprw-Börde; H günn’t n dat Ml nich. ‘Er ist nicht in der Stimmung, jmdn. anzusprechen.’ Wb-Altm 141; D kannst woll’s Maul nich ufmachen? Wb-Ak 111; n Mul vull vorrtellen ‘einen Schwatz machen’ Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim); rede dich man keene Fusseln ant Mul ‘rede nicht so viel’ ZE-Mü; Dat Mul geiht är as’n Lämmerstart. ‘Sie ist eine Schwätzerin.’ Spr-Altm 15; de schleit sick jo met’t Mul ümt Uhren (Ohren) dass., OST-Möl; nahn Mule kauen ‘anderen nach dem Mund  rden’ OSCH-Dee; tot Mul rähn dass., JE2-Gü; nahn Muule sawwern dass. WE-Da; einen wat in’t ml schmren ‘einen Sachverhalt verständlich darlegen’ Wb-Nharz 129; et Mul vull nehmen ‘wichtig tun, prahlen’ Sprw-Börde; sek det Ml verbrennen ‘sich durch unbedachtes Reden schaden’ Wb-We 90; ek neme kein Bld vrt Ml ‘ich sage offen meine Meinung’ Wb-We 90; hei hat’t Ml op de rechte Stelle ‘er ist schlagfertig’ HA-Oh; hei makt sich en fettes Mul ‘er ist sehr auf sich bedacht’ Sprw-Börde; da sparre hei Ml un Näse op ‘da staunte er sehr’ Wb-We 90; dat Muul stellen ‘lesen lernen’ Wb-Holzl 143; ‘s Maul wischen ‘nichts abbekommen, leer ausgehen’ Wb-Ak 111; et jift wat uffs Maul Androhung von Prügel, Spr-Asch 17; ainen ‘t Muul weterich maken ‘Verlangen bei jmdm. hervorrufen’ Wb-Holzl 143; et löppet mek in’n Mule rum ‘mir fällt es gleich wieder ein’ WE-Dee; H st t, ass wenn’r ämm t’t Ml kraopen wr. ‘Er sieht ihm (dem Vater) sehr ähnlich.’ Wb-Altm 206; Sprw.: Wenn’r dät oll Mul nich har, soll’r dät oll Nöälen woll laoten. gegen übermäßiges Selbstlob und Prahlerei, Bewohner-Altm 1,351; wer Geld un Got denkt to erlang’n, mütt allererst bi’t Mul anfang’n Warnung vor übermäßiger Genusssucht, Sprw-Börde.  TZ: Klappe Labbe Lke Mlwark Mund Mundwark. – 3. Dim. ‘Kuss’ 4: Mda-Sti 40.
Lautf., Gram.: Mu(u)l, Ml verbr. nd., verstr. nthür.; [ml] f. Mda-nwJe1a 40 (JE2-HSe); Mua SA-Han Ro; mlechen Dim. Mda-Sti 40; [miu] SA-Dä; Moul WE-Oster; Maul ZE-Roß, Spr-Asch 17, verstr. anhalt. Zuss.: zu 1.: Lwen-; zu 2.: Kibbeken-, Klatsch-, Läster-, Lecker-, Lgen-.
Mlpe m. 1. ‘neugieriger Mensch, der gaffend (als unerwünschter Zuschauer) herumsteht’ 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf. – Rda.: Maulaffen feil hebben ‘gaffend (als unerwünschter Zuschauer) herumstehen’ Wb-We 87; tr schparrt Maulaffn dass., Wb-Be. – 2. ‘am unteren Ende der Segelstange angebrachte haken- ähnliche Befestigungsvorrichtung’, an ihr wurde das freie Ende der in den  Stangenblock eingezogenen Leine befestigt, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 211 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Pa), 4: a.a.O. 211 (CA-Ak). – 3. PflN ‘Löwenmaul’ 2: OST-Möl.
Lautf., Gram.: [mlp] Beiträge-Nd 75 (WO-HWa); [-p()] Elbschifferspr. 211 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Pa); Mulaop, [mlp] vereinz. Altm.; Mulaopen Pl. Bewohner-Altm 1,351; Mlaffe, ml- HA-Oh, Wb-Nharz 129; maul-, [maulaf] Spr-Maa 428 (WO-Ol), Elbschifferspr. 211 (CA-Ak), Wb-Be; Maulaffen Pl. Wb-We 87.