Brdegamskrt n. PflN 1. ‘Erdrauch’ 3: QUE-Hau. – 2. ‘Türkischer Schwarzkümmel’,  Brt-in-Hren, 3: WE-Gö. – 3. ‘Klebkraut’ 3: BA-GrAls.
Lautf.: Breddigamskrut BA-GrAls; [bredijamskrt] QUE-Hau; Brädigamskrut WE-Gö. – Etym.: B. wird bei Liebesorakeln verwendet, vgl. Wb-PflN 2,510.
bren Vb. 1. ‘Bier herstellen, brauen’, auch scherzh. übertr. auf die Zubereitung von anderen Getränken, 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm., 3: verbr. elbostf., 4: Wb-Be – Beier bren HA-Oh; prauk m schnell Kaff Wb-Be; Sprw.: Bruen un backen gerät nich alle Dage. Chr-Em 430. – 2. ‘sich zusammenziehen, zusammenbrauen’, von Wolken, 2: GA-Pe, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – de Blocksbarg brut, wie kriet ein Gewitter BA-GrAls.
Lautf.: bru(e)n, [br()n] OST-Ko, verstr. s Altm., verbr. elbostf.; [broun] OST-Meß, STE-Bad; brauen, [brao()n], [brau()n] vereinz. ö nwaltm., verbr. Altm.; [praun] Wb-Be; [braun] vereinz. ö nwaltm.; [braün] SA-Gie; [bräön] verbr. w/mittleres nwaltm.
Bkgort m. dass. wie  Bkrmen, 2: JE2-GrWu, 3: QUE-Hau, BA-GrAls.
Lautf.: Bukgort BA-GrAls; -jurt, [bkjurt] JE2-GrWu, QUE-Hau.
bten 1. Adv. 1/2/3: verbr. nd. (außer s, dort verstr.), 4: Mda-Sti 128. – a. ‘draußen, im Freien, außerhalb eines Raumes, Gebäudes’, vgl. drt(en), s. Kt. – bliv’ butten! Wb-We 24; Ja, butten treckt et sau ... Wedde 1938,47; Ist’t buten kolt, so böt ick Für In’n Oawen an ... Pohlmann 1905,3; bai Naimaond isset bt’n ümma dsta JE2-Scho; Rda.: et is butten sau kolt wie for de Dere ‘es macht keinen Unterschied’ Sprw-Börde. – b. ‘relativ weit draußen (entfernt)’ – butten opp’n Felle (Feld) HA-Eim; Buten vor’n Dörp, wo d’ Wischen anfangen, liet d’ Watermöll. Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.); Rda.: von bt’n rinntreck’n ‘vom Land in die Stadt ziehen’ Wb-Altm 29. – c. ‘außen, an der Außenseite’ – bt’n an Kn JE2-Scho; maake mal de Deer von butten tau BA-GrAls. – 2. Präp. ‘außerhalb, außer’, veralt., 2: Wb-Altm 29, 3: BA-GrAls – but’n Stad waon’ Wb-Altm 29.
Lautf.: but(e)n, [btn], [bt] vereinz. w nwaltm., verbr. brdb. (außer s mbrdb., dort verstr.), verstr. w JE1, vereinz. elbostf.; [btn] Mda-Ze (vereinz. ZE); [bt] Mda-sJe1 6 (JE1-Schor); bud(e)n, [bdn] SA-Stör We, GA-So, verstr. ö Altm., JE2-Schö; boütn SA-Ben; biut(e)n, [biutn] verbr. nwaltm.; [biud] SA-Dä; butt(e)n, [butn] SA-Kä, STE-HWu, vereinz. s Altm., JE1-Da, verbr. elbostf. (außer s, dort verstr.); budden WO-GrAm, CA-Egg; puszen(e) Mda-Sti 128.
Dagstock m. ‘Spazierstock’ 1: verstr. n nwaltm., SA-Bee, 2: verbr. n/mittlere Altm., verstr. s Altm. mittleres JE2, 3: verbr. n elbostf. OSCH WE, vereinz. WA, BA-GrAls, CA-Atz – ... un kloppt mit sien’n Dagstock upp’n Post’n voan Gustav’n sien Quartier. Matthies 1903,16.  Adieustock Dankstock Gnestock Gängelstock Gangstock Gstock Gdendagstock Handprd (scherzh.) Handstock Jungeichene Krück(e) Krückeder Krücker Krucks Krückstock Reiseknüppel Reisestock Spazrstock Stadtstock Stock Taktstock tgstock Wanderstock.
Lautf.: Dagstock, -schtock (bei laienschriftlichen Belegen nicht erkennbar, ob am Ende des 1. Gliedes Verschluss- oder Reibelaut) SA-Bre Brie, verstr. Altm., vereinz. mittleres JE2, verstr. n elbostf. OSCH WE, WA-So; Dach-, [datok] SA-HDo Zie, verbr. n/mittlere Altm., WO-Sa, verstr. n elbostf. OSCH n WE, WA-Am, BA-GrAls, CA-Atz; Dack-, Dagg-, [daktok, dag-] vereinz. SA, verstr. OST mittlere/s Altm., JE2-HGö Schar, verstr. n elbostf., OSCH-Ad, WA-GrGe KlRo; Tag- vereinz. n/mittlere Altm., HA-Vö, WE-Ri; Tack- OST-GrBa, HA-Wed; Da- GA-Wo; Nbf.: Dags- WO-Eb.
dichte Adj. 1.-4.: 1: SA-Dä, Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die), 2: vereinz. brdb., 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. 1. ‘zusammengedrängt, ohne größeren Zwischenraum stehend’ – dai Schtemm schtaon bannich dicht SA-Dä; de Kartuffeln stt te dichte HA-Oh. – 2. ‘nahezu undurchdringlich’ – ... wei hett butten ganz dichten Mist (Nebel) ... Wedde 1938,64. – 3. ‘fest abschließend, undurchlässig’ – dat ft is nich dichte Wb-Nharz 40; ... de Fenster sind dichte to ... Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi); Zuss.: d hann schonn dichte jemacht CA-Ak; Rda.: er is nich dichte ‘er ist unehrlich, unzuverlässig’ CA-Sa; hei is nich ganz dichte ‘er ist dumm, einfältig’ BA-GrAls. – 4. ‘nicht weit entfernt, ganz nahe’, bes. in Verbdg. mit Präp. – ... dichte dornää’m ... Krause 1964,78; ... dichte bei de Biehne. Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze); ... dicht väör de Schündeel ... Pohlmann 1905,7; Wi groten Schaulkinder harr’n use Bänke dichte under de Kanzel ... Lindaub o.J. 36. – 5. in der Verbdg.: dichte vull ‘randvoll’, vom Eimer Wasser,  schrvull, 1: vereinz. ö/s nwaltm., 2: verstr. n Altm. n GA.
Lautf.: dichte, [dit] vereinz. mittleres JE2 mbrdb., verstr. elbostf. anhalt.; [did] vereinz. anhalt.; tichte, [tit] Mda-Sti 36, Wb-Be; dicht, [dit] vereinz. nwaltm., verstr. Altm., Heimatkalender-Je 1924,60 (JE2-Vie), Id-Quea 148.
Ding(s) n. 1. ‘nicht näher bezeichneter Gegenstand, nicht näher bezeichnete Sache’, z.T. auch solche, die nicht bezeichnet werden sollen oder dürfen, auch abw., verstr. – s a gabuddes Ding DE-Ca; ... det Ding wiere nich mehr zeitgemäß ... Heimatkalender-Je 1924,60 (JE2-Vie); ..., ick kann mit dei Dinger nich ummegahn! Rauch 1929,44; ... sie wollten sich naoh das aohle Dinges jaornich ummekuken ... Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa); Verbdg.: das kost an Dink vull (viel) Jeld un ten tt’s nischt Wb-Ak 46; Rda. (z.T. auch mit Bezug zu 2.): dat Dings met ’n Fiff ‘etw. ganz Kompliziertes’ Spr-Asch 23; hasd jelei an Dingk sidsen Androhung von Prügel, CA-Ak; Sprw. (z.T. auch mit Bezug zu 2.): jd Ding an sn rd, geit alles gd in Huse frt Wb-We 96; alle guen Dinge sind ehre (ihrer) dreie Sprw-Börde; Olt un kolt un kain Vörmoejen, Dat sünt drai Dinge, dai niss ’toejen. Lieder-Ma Nr. 779 (WO-Ol). – Volksgl.: Um eine Mäuseplage im kommenden Jahr zu verhindern, darf man in den Zwölften nur von den Dingern reden. SA-Lag. – 2. ‘Angelegenheit, Ereignis’ verstr. – Ich hawwe m an Dinges arlwet ... Wb-Ak 46; det Dink wern mer schon deichseln ZE-Roß; Rda.: ’n Dink t’n Dullhse ‘eine unerhörte Angelegenheit’ HA-Oh; dat is en dum dink ‘das ist eine üble Angelegenheit’ Wb-Nharz 41; datt geit nich mit rechten Dingen tau BA-GrAls. – 3. Bezeichnung von Personen, vorw. in Verbdg. mit charakterisierenden Attr., 1: SA-Pü, 2: vereinz. Altm., ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf. – saune junken Dinger (Mädchen) HA-Oh; liddjes Dingg ‘kleines Kind’ (vgl. 5.), BE-Fr. – 4. Bezeichnung für Gespenstergestalten des Volksglaubens, 3: vereinz. w elbostf. – d geit en Ding umme Wb-We 28. – 5. auch Dim. ‘etw. Kleines, Unbedeutendes’ 2: Wb-Altm 35, Wb-Altm* 52, 3: vereinz. elbostf. – 6. ‘Stück Vieh oder Wild’ 3: Wb-Nharz 41, BLA-Brau. – 7. ‘männl. oder weibl. Geschlechtsteil’ 2: Lieder-Ma Nr. 440 (WO-Ri), 3: verstr. elbostf. – t Ding is’t beste an daen ganzen Maeken BLA-Brau. – 8. in der Verbdg.: en grauen Ding ‘noch nicht entzündeter Kohlemeiler’ 3: BLA-Brau. – 9. Krankheit – a. in der Verbdg.: dat hillige Ding ‘Wundrose’ 2: Zauber-Ma 89 (GA-Mie), 3: a.a.O. 89 (vereinz. HA), Wb-We 51 – Zauberformel zur Besprechung der kranken Stelle:Hillige Ding, ick boite dick,
Datt’u nich stickst,
Datt’u nich brickst ...
Zauber-Ma 89 (HA-Sü).
– b. in der Verbdg.: blind(et) Ding ‘(Blut-)Geschwür’ 2: vereinz. Altm., 3: Wb-Holzl 65 (WA-KlWa), Id-Quea 145. – c. in der Verbdg.: en jefäärlich Ding dass., 3: Wb-Holzl 75 (HA-Eil).
Lautf., Gram.: Ding, Dink Sg.; außerdem: [dig] vereinz. anhalt.; tink Mda-Sti 4; Pl.: Dinger; außerdem: Dingers Spr-Asch 13; Dinge vorw. (2.) und bei verblassender gegenständlicher Bed. bei (1.) vereinz. elbostf.; Nbff. (urspr. Gen.): Dings, [dis] ZE-Roß, vereinz. elbostf.; [tiks] Wb-Be; Dinges vereinz. mittleres/sw elbostf., Wb-Ak 46, Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa).
dorchrgenen Vb. ‘hindurchregnen’ 2: ZE-KlLei, 3: HA-Oh, BA-GrAls, 4: Wb-Ak 49 – Bei uns hat’s durchjernt. a.a.O. 49.
Lautf.: dorchrenen HA-Oh; -rään BA-GrAls; durch- ZE-KlLei; dur(r)ichr’n Wb-Ak 49.
Drfjagd f. ‘Treibjagd’ 2: Heimatkalender-Je 1927,121 (JE2-Vie), 3: QUE-Di, BA-GrAls.
drge Adj. verbr., vgl. trocken. 1a. ‘ohne Feuchtigkeit, nicht (mehr) nass, abgetrocknet’ – de Wesche is dre BE-Am; det Hai (Heu) is dr Mda-sJe1 7 (JE1-Walt); hale mal ’n bettchen dröch Holt rin HA-Bee; dr mken ‘trocknen’ Wb-Nharz 45; ... dann würden ok diss’ Borns drög! Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die); Hr un’nern Bm stmor dre. Wb-Ak 47; Dei is ja en been dorrich eweikt, awer bis Northeim warte wedder dreje. Vk-Harz 3,25 (BLA-Be); Rda.: so drög ass Pulwer ‘völlig trocken’ Wb-Altm 40 f.; He is noch nich drög hinner’n Ohr’n. ‘Er ist noch zu unerfahren.’ Spr-Altm 78; hei hatt ne dre’e Lebber von einem Trinker, BA-GrAls. – 1b. ‘niederschlagsarm’ – ... woart ok moal enen Sommer so drö wie vörriegtet Joahr ... Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie); Wetterregel: Je dröger de Härwst, je köller de Winter, je bätter dät Jahr. Bewohner-Altm 1,338. – 1c. ‘völlig ausgetrocknet, verdorrt, verwelkt, hart’ – de dräu Bläer Mda-Ar 54; de Eer (Erde) is dreuch GA-Wer; ... weil sau dröj un hart et Land ... Gorges 1938,14; Der Flau’mbm is dre, dr muß raus. Wb-Ak 47. – 2. in der Verbdg.: drge stn ‘keine Milch geben’, von Kühen – fäat K’m (vor dem Kalben) mün’n dai Kui wat droich schtaon SA-Dä; ... mitte Kuh is das wo nich janz richtig, die schteht je beinahe trehe ... Wäschke 61915,95. – 3a. ‘nicht saftig oder fettig’, von Speisen – ... sau dröe wie saun Twieback ... Klaus 1936,4; ... awwers wolle nich so recht rutschen, weils en bisjen zu trehe war ... Heese21919,78. – 3b. ‘ohne (saftigen oder fettigen) Belag’, von einer Brotscheibe oder von Kuchen – der ett dett Brot drehe ZE-Brä; Van Plum-Mos werd’ Drö’ Kantn ok Noch smidig mehr ... Kredel 1927,75; dror Gchen schmeggd mich nich DE-Ca. – 4. ‘mager, dünn’ – der Mensche is drege CA-Fö; Rda.: drech wie ne Zicke Sprw-Börde; Dr is so dre w Flschhammersch Fr’n sein Windhund. Wb-Ak 47; Sprw: je dröjer de Hund, je gröter de Fleuen (Flöhe) Sprw-Börde. – 5. ‘sehr sachlich, spröde’, auch ‘nicht wortgewandt’ – subst.: hei iss ’n ganzen Dröjen HA-Bee.  Gt.
Lautf., Gram.: dröge JE2-Nkli, vereinz. elbostf.; drö(ö)g, -ch, -j [dr] Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die), vereinz. ö/s nwaltm., verstr. w SA (außer nwaltm.), vereinz. mittleres/ö SA nö GA, verbr. ö/s Altm. (außer sw) n/mittleres JE2, verstr. n elbostf., WA-Un; dröger Kompar. Bewohner-Altm 1,338; dröjer Kompar. Wb-Holzl 79, Sprw-Börde; [dre] Id-Eilsa 58; dröhe WE-Dee; dröe, [dr] Mda-nwJe1a 39 (JE1-Lo), HA-Oh, vereinz. nw OSCH n/mittleres WE; drö Bewohner-Altm 1,323, verstr. nö OST, vereinz. mittleres/sö JE2, JE1-Wer Wo, WE-Dar Strö; trög OST-Vie; drege, dreje, [drej] Mda-sJe1 7 (vereinz. w JE1), vereinz. s elbostf., BE-Am; dre(e)g, -ch, [dr] verstr. mittleres/s JE1 ö elbostf.; drehe verstr. s mbrdb., vereinz. BE, DE-Wö; dre-e, dre, [dr] vereinz. mittleres JE1, verstr. s mbrdb. s elbostf. anhalt.; dre, dr verstr. s mbrdb., Wb-Nharz 45, QUE-Di; treje, trje CA-Ca, Mda-Sti 137; trehe vereinz. anhalt.; [tre] Wb-Be; draeje Vk-Ask 377; [dri] Mda-Ze (ZE-Gro); dr() ZE-Göd; dreug, dräug, -ch, [droe] verstr. mittleres/ö SA, vereinz. w OST sw Altm.; [droi], [dri] verbr. n/w nwaltm., verstr. in einem Streifen von N nach S im mittleren SA, vereinz. n GA; dräu, droi Mda-Ar 53 und 54 (SA-Vi, OST-Ar Schr), STE-Po; troi STE-Po; dröig, -ch SA-Um, GA-Al, vereinz. n JE2, Chr-Em 431, HA-Oh; [droü] OST-Meß, GA-Schw; dröüch OST-Schön; [dräü] vereinz. mittlere Altm.; dröi WO-Ri, JE2-GrWu Schö; drüö OSCH-Di.