garweln Vb. dass. wie  garwen 4., 2: OST-Schön.
Lautf.: gerweln.
gpern Vb. 1. ‘nach etw. gieren, heftig verlangen’, bes. nach Essen und Trinken, auch von Tieren, 1: SA-Dä, 2: vereinz. nbrdb., verstr. mbrdb., 3: verbr. elbostf., 4: verbr. omd. – unse Karnickel, dee jiepern orntlich na det frische Hei ZE-Roß; Jib’m doch an Stickchen Kchen, ich kann’s jr nich mit nsn, we jpert. Wb-Ak 79.  gampeln gattern gren gimmeln gpen 1gren gittern gnren hangelren himmeln hgen hgern janken lippern lungern. – 2. ‘unablässig, in lebhafter und lästiger Weise um etw. bitten’,  beddeln, 2: OST-Schön, WO-Fa, vereinz. ZE, 3: vereinz. mittleres elbostf.
Lautf.: giepern, gpern, j- (SA-Dä, nbrdb.: jiepän, [jpan], anhalt.: [jbrn]); außerdem: jippern vereinz. sw elbostf., Mda-Sti 107. – Etym.: gehört zu nd. gpen, jpen ‘den Mund aufrei- ßen’ und ist damit wohl verwandt mit Geifer, das zu einem Vb. geifen ‘gähnen, klaffen, den Mund verziehen’ zu stellen ist, vgl. Kluge 242002,339 und 357, Pfeifer 1989,523.
Grpsche f. ‘Hebamme’,  Hfamme, 2: OST-Schön, JE1-Dö.
Lautf.: Griebsche JE1-Dö; Gribbsch OST-Schön.
handlich Adj. verstr. 1. ‘bequem zu handhaben’ – en hantliches bl Wb-Nharz 69; tr Schtock is forr mich jerde s hantlich Wb-Be. – 2. ‘passend, angemessen’ – n’ handlich’ n Prs Wb-Altm 74; Rda.: make et man handlich ‘mäßige dich, bleib vernünftig’ Wb-Holzl 100. – 3. ‘tüchtig, kräftig, ansehnlich’ – ne handlige Speckkawel Rauch 1929,173; un dat jing ne handliche Prü- leräi los Lautdenkmal 1937 (OST-Schön); d schteit j hantlich grs Wb-Nharz 69; dat is al en ganz hantliches mken eworren a.a.O. 69.
inkrachen Vb. 1. ‘einstürzen, zusammenfallen’,  infallen, 3: HA-Oh, Wb-Nharz 86. – 2. ‘tüchtig einheizen’,  inbten, 2: OST-Schön Spä, 3: Wb-Nharz 86.
j Pt. verbr. 1a. zustimmende Antwort – Kimmeste mit n ewwer Ellewe? – Ja! Wb-Ak 74; Is dei Hofstidde grot? – O ja, sau wie unse, dat’r bequem veir Päre veirspännig op umme wenn’n könn’n. Rauch 1925,36; hei secht nich j datau HA-Oh; j, j, et is w d sechst Wb-Nharz 88. – 1b. ärgerlich zustimmende Antwort – kommst de denn nu met? – jodoche! ZE-Roß; “Jaddoche,” – sase Fritze arjerlich – … Wäschke 61920,5. – 1c. Antwort auf eine negativ gestellte Frage – Haste mei’n Vter nich jesn? – J. Wb-Ak 79. – 2. iron. in verneinenden, abweisenden Antworten – Ja! Hunneschite! Wb-We 57; Ja, morgen wenn de Bökke lammet! Wb-We 57; ja wol, dat wil ek daun Wb-Nharz 88. – 3. nachgestellt bei Fragen mit erwarteter Zustimmung – hei sieht meck hellsch knackschälig (kränklich, blass) ut, ja? BA-Op; wollmer na Dessau fahrn, je? ZE-Roß; Wilt’n dat ma daun, ja? BA-Op. – 4. bekräftigend mit Bezug auf etw. Bekanntes – Dat is jo nu all lange her. Gorges 1938,34; dat wärt ja widder jut Spr-Asch 18; Ich hre je schn. Wb-Ak 76; das gansde je dn DE-Ca. – 5. emotionale Äußerungen verstärkend – a. Überraschung, Erstaunen – Das schmeckt je jallebitter. Wb-Ak 76; dat is ja Hagel Spr-Asch 18; du geist jo so hump’lig Wb-Altm 86; sau! dat is jo recht hipsch! Sprw-Börde; nee, awwer sauwat ok, ja ja BA-Op. – b. Empörung – dat is jo tum katolsch wärn STE-Schi; dat is jo balle gar nich mehr taun uthooln OSCH-Grö; dat geiht jo ok alles nich HA-Bo. – c. Bedauern, Enttäuschung – dat is j schlim Wb-Nharz 90. – 6. verstärkend in Aufforderungen – Daß de das j nich vorjißt. Wb-Ak 79; man j nich! HA-Oh; dat due man ja Spr-Asch 18. – 7. eine Äu- ßerung einleitend und eine kurze Besinnung oder Verzögerung andeutend – Tja, min leiwe Hermann! Klaus 1936,3; ja, dat is saune sache Wb-Nharz 88; jao, dat is jo nu all lang her OST-Schön.
Lautf.: Neben regional variierende Belege (ja, j, j, j) treten mitunter semantisch und positionell bedingte Differenzierungen (z.B. je in unbetonter Stellung).
kacken Vb. ‘seine große Notdurft verrichten’,  schten, 2: Wb-Altm 93, OST-Schön, STE-Ka, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 83, Wb-Be – Mutter, ick mott mal kacken HA-Bee; Zus.: Rda: kacke dich man nich in! ‘sei nicht so ängstlich!’ ZE-Roß.
Klafter m., n., f. 1. altes Raummaß für geschlagenes Holz, 2: Nd-KlWu 19, 3: vereinz. elbostf., 4: Vk-Anhalta 20 (BA), Wb-Be – Die Höhe des Maßes differierte landschaftlich, im Kreis BA z.B. umfasste ein K. vier Kubikmeter Holz. Vk-Anhalta 20. – 2. ‘großer geschichteter Holzhaufen’,  Holtdme(n), 1: SA-Ro, 2: OST-Schön Thie, JE1-Zi, ZE-Roß. – 3. ‘klein gehacktes (Stück) Brennholz’,  Klwe(n), 2: SA-Pa, 3: WO-Gli, HA-Bad Som, BA-Fro, CA-GrRo.
Lautf.: Klafter, [klaftr]; außerdem: [klaftä] Nd-KlWu 19. – Gram.: m.; außerdem: n.: SA-Pa, HA-Som; f.: Vk-Anhalta 20 (BA). – Etym.: mhd. klfter, mnd. klachter ‘Maß der ausgespannten Arme’, vgl. Kluge 231995,445.
Klinkerfleute f. ‘dünner Kaffee’,  Plurre, 2: OST-Schön, JE2-Ku.
Lautf.: Klinkerfleut JE2-Ku; -fleuit OST-Schön.
klmig Adj. 1. dass. wie  klm 1., 3: Wb-Holzl 121, Wb-Nharz 100. – 2. dass. wie  klm 2., 2: OST-Schön, 3: Wb-Holzl 121, HA-All Um, OSCH-Be – nich koold awer klomich Wäder Wb-Holzl 121.
Lautf.: klo(o)mig, -ich.