frtlpen Vb. ‘weglaufen’2: Firmenich 1854,122 (OST-See), 4: vereinz. omd. – ... uf de Schtraße is an Bulle fortjeloffen ... Wäschke 61915,26.
Lautf., Gram.: löppt furt 3. Sg. Präs. Firmenich 1854,122 (OST-See); fortjeloffen Part. Prät. Wb-Ak 115, Wäschke 61915,26; furtjelaefen Part. Prät. Vk-Unterharza 55 (BA-Schie).
Fr f. 1. verbr. – a. ‘erwachsene weibl. Person’ – De Fru is prächtig: ... Pohlmann 1905,46; Dört (weibl. RN) was ’ne rendliche Fru ... Hausfr-Altm 1930,8 (SA-Die); d olle Frauens köddan (schwatzen) a wärra JE2-Scho; ... satt da oppen Grabenrand ne öldere Frue. Rauch 1929,5; Anne Fraue met veeln Kinnern ... Spr-Asch 49; Meine Mutter, die immer ’ne jude Frau jewäst is ... Richter o.J. 10; Rda. (bei den Rda. und Sprw. sind auch Bezüge zu 1b. und umgekehrt bei 1b. zu 1a. möglich): Wasch’n tär’t (zehrt), har jene Fru seggt, dao har ’s en Nachtmütz wuschen. Spr-Altm 15; Geit doch nicks äöwer de Rennlichkeit, sagt jene Fru, un kehrt all Sünndag morgen är Hem’ üm. a.a.O. 15; Sprw.: Fruen het lange Haare un korten Verstand. Chr-Em 429; Is keen Frau so riek, Se geit d’ Koh gliek. ‘Auch die Schwangerschaft einer reichen Frau ist den Gegebenheiten der Natur unterworfen.’ Firmenich 1854,123 (OST-See). – b. ‘Ehefrau’ – de junge Fru HA-Bee; “Lieschen un keen anner werd mal dien Fru!” Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.); dän seine Frau kann ick dorch’n Tod nich vorrknusen ZE-Roß; Rda.: Dänn Weg münn’ s’ all gaohn, sä jenn Frau, dao führten s’ ähren Mann non’n Gallig’n. Bewohner-Altm 1,333; Ach watt sall dät lang’ Toben, sä de Frau, har de Mann ähr väör rutsmeten, har s’ hinn wärr ringaohn. a.a.O. 1,333; Sprw.: De Fru un de Katte höört hinder de Döör, de Mann un de Hund höört daföör. Wb-Holzl 33; de Fraun un de Besens, de her’n ins Haus Spr-Asch 18; dä Mann kann mit sien Wagen nich sau vel infeuern wie dä Frue mit de Schörte rut dröcht HA-Sü; De Fru kann mehr to’t Finster ruutlangen, as der Mann to’t Schüündöhr ’rinföhrt. Blicke-Drömling 1,120; de Fre kann nischt erwarben, aberst vl verdarben Wb-We 160; ee der liewe Jott lett en Mäken vordar’m, ee lett’e den Mann de Fru star’m BA-Re; Twee go’ Fruns gewt män up de Welt, de een is dod un de änner kann keener finn’. Bewohner-Altm 1,333; Reim:‘Gud’n Dach, gud’n Dach, Vadd’r Kooberenck,
Wat moakt denn oere Fru?’
‘Se wascht sick nich, se kämmt sick nich,
Se iss ne olle Suu.’
Lieder-Ma Nr. 843 (WO-Ol).
– c. ‘sozial höher gestellte weibl. Person’, bes. ‘Hausherrin, Bäuerin, Dienstherrin, Frau des Dienstherren’ – unse Fraue Wb-Ak 60; de Fr Pastor HA-Oh; So junks nu de Fra Amtmänn’n. Wäschke 61920,28; Fraü giff mik enns mn Leon (Lohn) SA-Dä; Sprw.: Gode Magd werd gode Fru. Spr-Altm 14; Keen schärper Ro’ (Rute), as wenn de Knecht Herr wärd un de Mawd Frau. Bewohner-Altm 1,358. – 2a. in der Verbdg.: de Fru von Zicksn Zacksn Kinderspiel, 2: GA-Wern. – 2b. in der Verbdg.: Frau Holle hät meck en Pott eschenkt Kinderspiel, 3: QUE-Di. – 3. ‘Hebamme’,  Hfamme. – a. in der Verbdg.: Fr Wse 3: WE-Kö Ve. – b. in der Verbdg.: die weise Frau 2: OST-Ost. – 4. ‘in den  Twölften umherziehende Gestalt des Volksglaubens’, ausf. und mit weiteren Quellen s. Flechsig 1975. – a. in der Verbdg.: Fr Fren/Fren 3: a.a.O. 89 (vereinz. w WE). – b. in der Verbdg.: Fr Frke a.a.O. 89 (WE-De Strö). – c. in der Verbdg.: Fr Gde 2: a.a.O. 88 (n Altm.). – d. in der Verbdg.: Fr Harke2Harke. – e. in der Verbdg.: Fr Holle 3: Flechsig 1975,89 (Harzv. Nharz.). – f. in der Verbdg.: Frau Wulle 3: a.a.O. 89 (BLA-Brau).
Lautf., Gram.: Fru, [fr] Hausfr-Altm 1930,8 (SA-Die), vereinz. n/mittlere Altm., verstr. s Altm., vereinz. JE2 JE1 (neben -au-), verbr. w elbostf., vereinz. nö elbostf., WA-KlWa, vereinz. QUE, BA-Ba; Frue, [fr] verstr. s Altm., Mda-Ohre 356 (GA-Rä), vereinz. sw elbostf., verbr. ö elbostf.; [fr] SA-Kal; Froa OST-Klei; [fro()] veralt. Siedler-Je § 144a (JE2 JE1); froe ZE-Kö; [fraö] verbr. n/w nwaltm.; [fraü] SA-Dä; [frau] SA-Wü; Frau, [frau], [frao] verstr. ö/s nwaltm., verbr. n/mitttlere Altm., vereinz. sw JE2, Mda-nwJe1a 40 (vereinz. nö JE1), verstr. ZE, BE-Gü, verstr. anhalt.; Fraue, [frau] verstr. n/mittleres JE2, verbr. mbrdb., vereinz. w JE1, Spr-Asch 50, QUE-GrSchie, Wb-Ak 60, verbr. BE, vereinz. KÖ; fraugge Mda-Sti 32; Fra nur in Verbdg. mit dem Nachnamen oder einer Amtsbezeichnung Wäschke61920,28, Heese21919,35; Pl.: auf -n belegt: Spr-Altm 15, Chr-Em 429, vereinz. s elbostf., Krause 1964,16, DE-Vo; auf -ns belegt: vereinz. nbrdb., verstr. elbostf.
Flholt n. ‘morsches, faulendes Holz’,  morsch, 2: OST-See, GA-Klö, JE2-Vie, 3: WA-Dom, 4: CA-Ak.
Lautf.: Fu(h)lholt; außerdem: -hult JE2-Vie; Faulholz CA-Ak.
Gekrsch(e) n. ‘ständiges lautes (und schrilles) Rufen und Schreien, Geschrei’,  Spektkel, 1: SA-Darn, 2: OST-See, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Doch nu gungt Gekriesche wedder los. Rauch 1929,18.
Lautf.: Gekriesch SA-Darn, OST-See; -kriesche, J- ZE-Roß, vereinz. elbostf. anhalt.; Jekreisch CA-Sta; -kreische KÖ-Kö.
Glgossel f. dass. wie  Glgarst, 2: OST-See.
glitschen Vb. 1a. ‘gleiten, rutschen’, auch ‘aus der Hand gleiten’ 2: Wb-Altm 65, STE-Wa, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 117 – ... de Krickel (Kurbel am Drehbrunnen) glitsche Fieken ut de Hänne ... Lindaub o.J. 6. – 1b. ‘ausgleiten, ausrutschen’ 2: STE-Wa, 3: vereinz. elbostf. – 1c. dass. wie  glissen 2., 2: OST-See. – 2. ‘flache Steine so auf eine Wasserfläche werfen, dass sie mehrmals springen’,  Botterstulle, 2: SA-Rie.
Lautf., Gram.: glit(t)schen, j-.
Gdendagstock m. ‘Spazierstock’,  Dagstock, 1: verbr. nwaltm., 2: verstr. w/mittlere Altm., OST-See, 3: WO-Gu, verstr. nw elbostf., sonst vereinz. w elbostf. WA, QUE-Hau – ... snet sik en Guddendagstock ut de Kerchhoffshegge ... Lindauc o.J. 18.
Lautf.: Godendagstock, -dach-, [gdndatok] vereinz. nwaltm., verstr. w/mittlere Altm., OST-See; -tag- SA-Roh, GA-Rö; Go(h)ndag-, Gn-, -dach- Wb-Altm 68, SA-Kun, GA-Mie; [n datok] SA-Chei; Gotendagstock GA-Ku; -dack- GA-Klö Wa; Gaudendach-, [gaudndatok] SA-Ah Ta; [gaudn-] SA-Ev; Gaundagstock, -dach-, [gaun-] vereinz. n nwaltm.; Gud(e)n- vereinz. sw nwaltm., SA-HHe, vereinz. s GA, HA-Em, WE-Dee Oster; Gn- HA-Oh; Gudden- SA-Scha, vereinz. HA; [gudndaktok] SA-Ku; [gudnda-] SA-Pü; Gunndagstock, -dach-, J-, [gu-] verbr. nwaltm., GA-Wen, WO-Gu, verstr. nw elbostf., OSCH-Ott Schw, vereinz. WA, QUE-Hau; Guten- GA-Sa; Gutentag- SA-Ro, GA-Se; Guttendag- HA-No; Gutt’ndagg- SA-NFe; -tag- HA-Wa.
Gras n. 1. ‘Gesamtheit der Wiesenpflanzen als Pflanzendecke, Rasen’ verbr. – Grs mein (mähen) HA-Oh; annan Dach wat dat Gras wennd SA-Dä; Hüte Morgen woar dät Gras noch natt ’ewest ... Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie); Arnst un Fritze lagen hinder de Gar’ns ... int greune Graß! Rauch 1929,54; Uff de Stra- ßen that Dich das scheenste jriene Jras wachsen ... Richter o.J. 6; Rda.: dee mutt ins Gras bieten ‘er wird bald sterben’ JE1-Ziep; H kann Gras wassen hörn. ‘Er glaubt an den kleinsten oder eingebildeten Zeichen zu erkennen, wie sich etw. entwickeln wird, ist überklug.’ Wb-Altm 277; kein Graas under de Fäute wassen laten ‘jmdn. zur Arbeit antreiben’ Sprw-Börde; Sprw.: Wer weet, wo Hingst is, wenn Graß wesst. ‘Man soll sich nicht übermäßig über die Zukunft Gedanken machen.’ Firmenich 1854,122 (OST-See); Bauernregel: wenn de Uhr bi Daog schleiht tweemaol acht, denn waßt dat Gras bi Dag un Nacht STE-Wi. – 2. in der Verbdg.: bunt Gras PflN ‘Bandgras’ 3: Hbl-Ohre 1935 Nr. 6/Becker (HA-Bee).
Lautf.: Gras(s), Graß, J-, [gras], [jras] verbr. nwaltm. brdb., Rauch 1929,54, HA-Bee, Mda-Ma 61 (CA-Fe), verstr. ö DE; [ras] vereinz. mittleres SA, OST-Kru, GA-Fau; Gra(a)s, Grs, J- verbr. elbostf., BLA-All, Mda-Sti 16, vereinz. anhalt.; Graos, J-, [grs], [jrs] WO-HWa, verstr. s elbostf., verbr. anhalt.
hken Vb. 1. ‘einhaken, einhängen’, auch ‘hängen bleiben’ 4: verbr. anhalt. – ich bin mit main’n Rock n’n Nl hken jeblemm un hawwe mich an Draiangel ninjerissen CA-Ak. – 2a. ‘den normalen Ablauf behindern, ins Stocken geraten lassen’ 2: Wb-Altm 76, Firmenich 1854,122 (OST-See) – Rda.: Dät wärd sick hken, haa d’ Möller säggt, haa’t söäbent Geboot bäden sollt. Fir-menich 1854,122 (OST-See). – 2b. ‘ stottern’ 3: CA-Ca. – 3. ‘ein Fuhrwerk rückwärts bewegen’ 3: verstr. elbostf. – hake doch gliks op’n Hoff Id-Eilsa 66. – 4. ‘einen Wagen durch Entgegenstemmen abbremsen’ 3: Wb-We 43. – 5. refl. ‘sich leicht streiten, necken’ 2: Wb-Altm 76, 4: Wb-Ak 64. – 6. ‘zweifeln’ 3: Spr-Harza 220. – 7. ‘mit dem Hakenpflug pflügen’, vgl. Hke(n) 1c., 2: Wb-Altm 76.
Lautf.: hken verbr. elbostf.; [hgn] Mda-Fuhne 72 (verstr. BE KÖ DE); [hgn] a.a.O. 72 (vereinz. BE KÖ); [hkn] QUE-Di, CA-Ak, hken Firmenich 1854,122 (OST-See), Wb-Ak 64; haok’n Wb-Altm 76, [hkn] Wb-Be; [hgn] Mda-Fuhne 72 (verstr. ö DE). – Etym.: (6.) zu mnd. hken ‘Einwendungen machen’, vgl. HWb-Mnd 2,196. Zus.: zu 1.: in-.
halfdt Adj. ‘kraftlos, erschöpft’,  slapp, 2: OST-See.