Handgeld n. 1. ‘Taschengeld’ – en bettjen Handjeld hem’m Wb-Holzl 100. – 2. dass. wie  Handdler, 2: OST-See, WO-Ro, 3: HA-Bee, OSCH-Har, BLA-Be Rü, QUE-Nei, 4: DE-Kle. – 3. ‘Anzahlung, die beim Verkaufsabschluss zu dessen Bestätigung übergeben wird’ 3: Sprw-Börde, Wb-Nharz 69. – 4. ‘erste Einnahme eines Verkäufers am Morgen’ 3: HA-Oh, Sprw-Börde, Wb-Nharz 69, 4: CA-Lö, Wb-Be – Volksgl.: Auf das H. wird gespuckt, damit die Tageseinnahmen hoch ausfallen. Bringt eine alte Frau das H. oder wird beim ersten Kauf nicht bar bezahlt, so bedeutet das Unglück (Wb-Nharz 69, Wb-Be), wird das H. von einem kleinen Mädchen gebracht, so hat der Händler den ganzen Tag über Glück (Wb-Be).
Lautf.: Handgeld; außerdem: -jeld Wb-Holzl 100, Sprw-Börde, BLA-Rü, QUE-Nei; Hantjelt HA-Oh, hant- Wb-Nharz 69, [hantjelt] Wb-Be.
Hwerbock m. 1. TiN ‘Heuschrecke’,  Heuprd, 1: verbr. nwaltm., 2: verstr. w Altm., Mda-Ar 23, OST-See, 3: WA-Alt Bo Schw, WE-Asp, QUE-Di – Pingsten springen de Dirns up d’ Hingsten un de Jung’s up d’ Hawerbück. Bewohner-Altm 1,355. – 2. TiN ‘Weberknecht’,  Schsterspinne, 3: Mda-Weg 96, Sprw-Harzvorlg 264, vereinz. WE, BA-Ali GrAls – Kinder rissen dem H. mitunter die Beine aus, um deren Zuckungen zu beobachten. Weil diese entfernt an das Sensenschwingen der Mäher erinnerten, rief man aus: Kucket, hei meihet! Sprw-Harzvorlg 264 (vgl. 1Meier 2.). – 3. TiN ‘Bekassine’,  Wtersneppe, 2: Wb-Altm 78. – 4. ‘verkleidete Gestalt, die zu Fastnacht umging und die Leute mit zwei langen hölzernen Hörnern stieß’, in Silstedt üblich bis in die erste Hälfte des 19. Jh., 3: Vk-Harz 8,33.
Lautf., Gram.: Hwerbock verstr. SA, WA-Bo, WE-Schau, QUE-Di, hwerbok Mda-Weg; Haber- SA-Schm, WA-Alt Schw, verstr. WE, BA-Ali GrAls; Hoawer- verstr. SA, OST-See; Hoaber- GA-Klö; -böck Pl.(?) SA-Bre; Hawerbück Pl. Bewohner-Altm 1,355; Hoawerbuck SA-Bad; Haow’rbuck, -bock Wb-Altm 78; Hwerbock verstr. SA; Howerbuck SA-Thür; [haowbok] SA-Dä; Hwebock SA-Dre Jah Pü, GA-Wen; Hafer- vereinz. SA, GA-Ga; Hoafer- SA-Im KlGe Ne; Hoferbuck SA-Ben; [hrbk] Mda-Ar 23; Habock WE-Heu, Sprw-Harzvorlg 264.
Heckentn m. dass. wie  Hecken 1., 1: SA-Ah Ty, 2: SA-Sa, OST-See, GA-Schw Wer, 3: HA-Uhr, BLA-Ha, QUE-Nei.
Lautf., Gram.: Heckentu(u)n; außerdem: -tiun SA-Ty; -tüne Pl. HA-Uhr; Hecketun BLA-Ha.
hitzig Adj. 1. ‘erhitzt’ 3: Wb-Nharz 80. – 2. ‘hastig, erregt’ 3: Wb-Nharz 80, 4: Wb-Be. – 3a. ‘brünstig’, von der Hündin,  lpsch, 1: SA-Han, 2: verstr. brdb., 3: verstr. w elbostf., 4: CA-Ak Ma, DE-Lau Vo. – 3b. ‘brünstig’, von der Katze,  bolzen, 2: JE1-Ist, 3: OSCH-Wu, BLA-Tr, CA-Ca, 4: BA-Ha. – 3c. ‘brünstig’, von der Ziege,  böcksch, 3: WO-Eich, Wb-Nharz 80. – 3d. ‘brünstig’, von der Sau,  brümmsch, 2: OST-See. – 3e. ‘brünstig’, vom Kaninchen, 3: HA-Oh.
Lautf.: hitzig; außerdem: hitzich, [hitsi] HA-Oh, Wb-Nharz 80, Wb-Be.
Höltke(n) m. 1a. PflN ‘wilder Apfel’, auch die Frucht,  Holtappel, 2: Wb-Altm 84, 3: Wb-Holzl 107 – Rda.: ji werd’t noch sure Höltjen te kauen kri’en Warnung an jmdn., der wählerisch ist, Wb-Holzl 107 (HA-Um). – 1b. dass. wie  Hltjebre, 3: HA-Erx, WE-Oster – Rda.: ‘t is nich Holtje un nich Smoltje (Schmalzbirne) ‘es ist nicht eindeutig bestimmbar’ WE-Oster. – 2. ‘Holzpantoffel’,  Höltentuffel, 2: OST-See, 3: GA-Se.
Lautf.: Höltk’n Wb-Altm 84; Höltje GA-Se, Wb-Holzl 107, WE-Oster; Höltjen HA-Erx; Holtje WE-Oster; Holzken OST-See. – Gram.: auf -n auslautende Formen können Sg. oder Pl. darstellen.
Jungosse m. ‘kastriertes junges männl. Rind’,  Osse, 2: OST-See, JE2-Gü Mö Mü, 3: WE-Da Kö.
Lautf.: Jungosse; außerdem: -oss OST-See.
1Kks (Genus?) 1. dass. wie  Kker 2., 2: OST-GrHo Schö, STE-Arne, 3: WA-Wo, CA-Löd. – 2. dass. wie  Kker 3., 2: OST-See Vie.
Lautf.: Kaks; außerdem: Koaks WA-Wo, CA-Löd.
Krbleck n. ‘kleine Handschaufel für zusammengefegten Schmutz’ 2: SA-GrGe Win, OST-See Wal, JE2-Gü, JE1-Gö Ka, 3: verstr. elbostf., 4: BA-Ha, verbr. anhalt. – mache en Dregg uffs Gorblech BE-GrWi; jibb m es Gorblech hor DE-Ca.  Dreckblech Dreckschüppe Kehrichtschippe Krschüppe Müllschüppe Schüffel Schüppe.
Lautf.: Kehrbleck SA-GrGe, OST-Wa; -blech, [krble] verstr.; [-ple] Wb-Be; [grble] verbr. BE, vereinz. KÖ, DE-Ro; [kr-] DE-Els; [gr-] KÖ-Mö, DE-Ca Ro.
Kindermt n., nur in dem Sprw.: Kinder- un Kälwermt mten olde Lde wten/kennen ‘Erwachsene dürfen von Kindern (und Jungtieren) nichts erwarten, was über deren Verständnis und Leistungsfähigkeit hinausgeht.’ 2: Wb-Altm 100, Spr-Altm 14, Bewohner-Altm 1,344, Firmenich 1854,122 (OST-See), 3: Chr-Em 429, Mda-Weg 106.
Klwe(n) m., f. 1a. dass. wie  Klotz 1., auch ‘gro- ßes Stück eines Baumstammes’ 2: Wb-Altm* 60, 3: Wb-Nharz 100, Spr-Asch 39, CA-Fö, 4: Wb-Be. – 1b. ‘Baumstumpf’ 3: Wb-We 67. – 1c. dass. wie  Klotz 2c., 2: OST-See, GA-Est, 3: WO-Dru, HA-Bel, WA-Ste, WE-Heu We, 4: Mda-Sti 159, BE-Grö, KÖ-Wu. – 2a. dass. wie  Klotz 3., 1: SA-Ah, 2: verstr. Altm. (außer CALV), vereinz. s JE2, JE1-Scha, ZE-Gri, 3: verstr. elbostf. (außer s WO BLA), 4: BE-KlSchie Wa. – 2b. ‘klein gehacktes (Stück) Brennholz’ 1: verstr. nwaltm., 2: verbr. Altm. (außer n OST), vereinz. JE2, JE1-Da Grä, ZE-Wö, 3: verstr. n/mittleres elbostf., QUE-Nei Que, 4: Mda-Sti 160, Wb-Ak 91, KÖ-KlPa Kö.  Anbterholt Anmkeholt Backholt Brennholt Fidibus Flusterholt Feranmkeholt Ferholt Hauspäne Hring Holt Holtdrümmel Holtklwe(n) Holtscheit Holtslitter Holtspaldern Holtsplintern Holtsplitter Holtstücke Kachelholt Kachelwenholt Kalfakter Kn Knholt Knspn Knstange Klafter Klafterholt Kleinholt Klwefm(e) Klwenholt 1Kluft Knüppelholt Kkenholt Musselwark Nuschels wenscheit Sgehring Scheit Scheiterholt Scheitholt Slatte Slitter Snippels Spalder Spalderholt Splholt Splett Splinter Splitter Splitterholt Spn. – 2c. ‘Peitschenstiel’,  Ptschenstock, 3: BE-He. – 3a. ‘eine durch Trockenheit im Erdboden entstandene Spalte’ 3: QUE-Di. – 3b. ‘feste Erdscholle’ 4: Mda-Sti 159. – 3c. ‘Teil einer Ackerfläche beim Pflügen’ 3: Wb-Nharz 100. – 4. ‘dicke Brotscheibe’,  Stulle, 1: SA-Dä Die. – 5a. ‘Flaschenzug’, 3: Wb-Holzl 121, Id-Eilsa 72. – 5b. ‘Holzgehäuse, in welchem sich eine Scheibe auf einem im Gehäuse befestigten Bolzen dreht’, Hauptbestandteil des Flaschenzuges, 2: Elbschifferspr. 205 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 205 (CA-Ak).
Lautf., Gram.: Klo(o)w(e)n vereinz. ö Altm.; KloweJE2-Vie (f.) Wie, JE1-Ca, ZE-Grie (f.), CA-We, Wb-Ak 91 (f.); Klo(o)w SA-Ah Die Neu, OST-Ar, GA-Ber; Kloawen OST-Spä, GA-Klin, [klwen] OST-KlBeu; Kloaw, [klf] vereinz. Altm.; [klaof] SA-Dä; Klöw OST-Wol, GA-KloNeu; klwe f. Mda-Sti 159; [klew] QUE-Di; Kloben verstr. Altm., vereinz. JE2, JE1-Scha, verstr. elbostf., Mda-Sti 160, BE-Grö, KÖ-KlPa Kö; Klobe JE2-Alt Jer, ZE-Gri Wö, HA-All (f.) Eim Ma (f.), WA-Do Un, CA-GrRo; Kloob’m Lieder-Ma Nr. 426 (WO-Ol); [klobm] QUE-Di; [klebm] OSCH-Eils; Klomen HA-Wa, KÖ-Wu; Klo(h)m SA-Sla Win, JE2-Ba, CA-Ba Gli, Klo’m Wb-Holzl 121, HA-Eil; [kl] Elbschifferspr. 205 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa, CA-Ak), OSCH-Wu; [kl] Wb-Be; [gl] BE-He KlSchie Wa; Klaom’n GA-Al; Klaom SA-Schön Wa; [kloahm] SA-Ah; Kloon STE-Ta; Klöon STE-Ost; Klaafn Pl. STE-Da; Klaun JE2-Kam; Kluben WE-Ost. Zuss.: zu 2.: Holt-; sonstiges: Hack-.