batz Interj. Ausruf bei einem heftigen Fall, Aufprall, vgl. bauz, 2: Wb-Altm 12, OST-Sta, 3: vereinz. elbostf. – batz! doa lte von jmdm. gesagt, der plötzlich gefallen ist, Spr-Mab 389 (WO-Ol).
Beddelsack m. ‘Sack für erbettelte Dinge’ 2: Wb-Altm 207 und 249, Bewohner-Altm 1,367, OST-Sta, 3: vereinz. elbostf. (außer sö) – Sprw.: Wollsmack brägtn Bäddelsack ‘Schlemmerei führt zur Verarmung’ Bewohner-Altm 1,367.
Lautf.: Bedd(e)lsack; außerdem: Bell’l- OSCH-Grö; Bäddel- Bewohner-Altm 1,367, OST-Sta.
bnig Adj. ‘rüstig, gut zu Fuß’, auch ‘nach einer Krankheit wieder auf den Beinen’ 2: Bewohner-Altm 2,40, OST-Sta, 3: verbr. elbostf. – der is noch hellisch beinig CA-Fö; ... de Doktor hat eseggt, nah de Arzenie ... were ek woll in en paar Daen wedder beinig sien. Wedde 1938,73.
Lautf.: beenig OST-Sta; bnich QUE-Di; sonst: beinig, -ai-, -ich.
Bspell n. ‘Beispiel, Exempel’, auch ‘Vorbild’ 2: OST-Sta, 3: QUE-Di, 4: vereinz. anhalt. – nimp tich an Paischpl n tn Wb-Be.
Lautf.: Biespöll OST-Sta; -spehl QUE-Di; Beispiel Richtero.J. 121, Heese 21919,5; [paipl] Wb-Be.
Brkmaschne f. ‘Maschine zum Aufbrechen der getrockneten Flachsstängel, um deren holzige Teile zu entfernen’, im Unterschied zur  2Brke besitzt die B. eine größere und zwei oder drei kleinere Walzen, zwischen denen der Flachs gebrochen wird, 1: vereinz. nwaltm., 2: OST-Sta.
Lautf.: Braokmaschien OST-Sta; [brkma] SA-Rist; [brgman] SA-Die; [braok-] SA-Dä.
1Brse f. 1a. ‘siebartig durchlöcherter Aufsatz an der Tülle der Gießkanne’ 1: SA-Die, 2: Wb-Altm 25, Mda-Ze (verstr. ZE), 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 131, verstr. anhalt. – de Brause fonne Jsganne gann ich nich fingng (finden) DE-Ca. – 1b. ‘Gießkanne’ 1: SA-Bee Dä, 2: Wb-Altm 25, OST-Sta, 3: verstr. elbostf. – 2. ‘Limonade’ 2: Mda-Ze (verstr. ZE), 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be. – 3. ‘lebhaftes Mädchen’ 2: Wb-Altm 25.
Lautf.: Bru(u)se, [brz] Mda-Ze (verstr. ZE), verstr. elbostf. n anhalt.; Bru(u)s, [brs] SA-Bee Die, Wb-Altm 25, OST-Sta; prse, [prze] Mda-Sti 131, Wb-Be; [br] BE-Ad; [brius] SA-Dä; Brause, [brauz] Mda-Ze (ZE-Roß), HA-Oh (2.), BE-Gü, verstr. anhalt.; [prauze] Wb-Be (2.); Brausche (-sch- sth.), [brau] BE-Ge Gier.
Brsekanne f. dass. wie  Brse 1b., 1: SA-Die Rist, 2: OST-Sta, 3: Wb-Holzl 71 (WA-KlWa).
Lautf.: Brusekanne Wb-Holzl 71 (WA-KlWa); Bruskann, [brskan] SA-Die Rist, OST-Sta.
brsen Vb. 1. ‘rauschen, tosen’, auch ‘sprudeln’ 2: Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi), 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 19 – Der Storm bruste är um de Näse ... Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi); Selterswater brset HA-Oh. – 2. ‘brünstig sein’, von der Sau,  brümmsch, 1: verbr. nwaltm., 2: SA-Stei, OST-Schr. – 3. ‘zornig aufbrausen’ 2: Wb-Altm 25. – 4. ‘mit der Gießkanne gießen’ 1: SA-Rist, 2: Wb-Altm 25, OST-Sta, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 19, Wb-Ak 41, Wb-Be. – 5. ‘üppig, kräftig wachsen’ 2: Mda-nwJe1b 66 (JE1-Gra), 3: Wb-Nharz 34 – dat krn brset orntlich a.a.O. 34.
Lautf., Gram.: brus(e)n, [brzn] Inf., [brst] 3. Sg. Präs.; au- ßerdem: bruste 3. Sg. Prät. Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi); prsen Mda-Sti 19; [przn] Wb-Be; brsen (--) Wb-Nharz 34; [briust] 3. Sg. Präs. verbr. nwaltm.
1Ber m. 1a. ‘(Groß-)Bauer, Landwirt, Besitzer eines Bauernhofes’ verbr. – Die B. hatten freie Verfügungsgewalt über ihren (Erb-)Besitz, Abgaben und Belastungen lagen allenfalls auf dem Hof, nicht auf der Person des B. Da sie die größten landwirtschaftlichen Nutzflächen (um 1900 bis zu Größen von über 70 Morgen in der Altm., über 100 Morgen im Unterharz und in der Börde, wo sich sogar Höfe bis zu einer Größe von 400 Morgen fanden) und als Einzige ein volles Pferdegespann (Vollspänner: 4 bis 6 Pferde) besaßen, bildeten sie die Oberschicht. Wohlhabende B. arbeiteten nicht mehr selbst mit, sondern leiteten den landwirtschaftlichen Betrieb von einem im Anwesen eingerichteten Kontor aus. Nur sie durften als B. bezeichnet werden, im letzten Drittel des 19. Jh. gingen sie selbst zur Bezeichnung Ökonom über. Unter ihnen standen in der sozialen Hierarchie die Dreiviertel-/Halbhüfner und Halbspänner sowie die Kossaten (vgl. ausf. Ktste(r)) und Grundsitzer, die über wenig oder nur gepachtetes Ackerland verfügen konnten. vgl. u.a. Knechte-nwAltm 5, Vk-Altm 50, Alltag-Börde 14 f., 403, Volkstum-Ma 36, Vk-Unterharza 41. – de grte Ber ‘der Besitzer eines Bauernhofes’ Wb-We 24; bie de groten Bure wärt disse Arbeit in Akkort e’makt HA-Neu; d Mut (Magd) dnt bain Ban JE2-Scho; Da is mal ... en Bure west, dei’n grotes Anwesen harre. Rauch 1929,77; en Buer mutt feste mit taufaat’n, der kann nich blot mit’n Handschtock jahn WA-We; Slimm genogt, dät de Bure nich to ville Insicht häm ... Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); Bei den eenen (gemeint ist eine Gaststätte) waren der Farre un der Kanter un der Schulze un de Bauern ... Heese 21919,101; Zundert alleweile hat je wo jeder Bauer seine Jagd ... Wäschke 61915,24; Rda.: den Buren up’n Aeddelmann setten ‘nach Wein Bier trinken’ Id-Altm; dat willt nu mal Engels weeren, sää de Paster, dunn leigen sebben besoopene Buren undern Disch HA-No; Sprw.: Sommerroggen un Ziegenmeß freten den Bur’ as he is. ‘Beide ruinieren den B., weil der Sommerroggen den Boden auszehrt und Ziegenmist nutzlos ist’. Spr-Altm 87; Tanzlied:Alleweil sin de Bauern lustig,
Alleweil sin de Bauern froh,
Alleweil kost’ der Weizen fuffzig
Un zwee Groschen das Bund Stroh.
Vk-Anhaltc 141 (BA-Neu);
von den anderen sozialen Schichten des Dorfes streng geschieden, entwickelte sich ein eigenes Standesbewusstsein, dem bes. im Selbstbild best. Eigenschaften zugeordnet werden: Sprw.: ein Bur kann nich artreckt (erzogen) wern, dei mot geboren sien WO-Gu; de Hoff stärvt nich, blot de Buurn stärven OST-Sta; Wenn man ainen Buren opp de Töne (Zehen) tritt, denn hinkt dat ganze Dörp. Wb-Holzl 35; Wer’n Bur’n bedregen will, de mütt fröh upstaohn. Bewohner-Altm 1,325; de Buur de up sien Vee nich acht, de acht sick sälwest nich OST-Sta; Hat de Bure Geld, denn hat’t de ganze Welt. ‘Eine gut gehende Landwirtschaft, sichert auch den Wohlstand eines Landes.’ Chr-Em 428; das Bestreben, dieser Stellung auch äußerlich Ausdruck zu verleihen, regt zu Spott an: Rda.: Dät versteiht sich, sä de Bur, dao sprak’r hochdütsch. Bewohner-Altm 1,325; Een Bur woll ook väörnehm sind, häi slep bet half Naomiddag. a.a.O. 1,324; Sprw.: Bure blifft Bure un wenn hei slöpt bet Middag HA-Bee; n slächten Buan, de nich prohlen un stähn (stöhnen) kann, je nohdem wiet anbracht is STE-KlMö; In Gedanken frt de Br k in’t Kutsch. wird gesagt, wenn sich jmd. Illusionen macht, Wb-Altm 205; Bur is keen Eddelmann. Bewohner-Altm 1,324; andererseits wird den B. Eigennutz, Geiz und übermäßiges Gewinnstreben nachgesagt: Rda.: Ei is Ei, sagte de Bur, dunn bracht’r ’n Preister ’n Sperlingsei. Spr-Altm 87; Dat kost nix, sä de Bur, do prügelt he sin Jung. Heimatland-Ga 1930 Nr. 10; Sprw.: Wenn de Bure fon Je’m höört, dat is als wenn de Slach ön röört. Wb-Holzl 35; Wenn de Bur spar’n will, denn fängt’r bäin Köster un Prester an. Bewohner-Altm 1,324; ’ne Arme kann man ebenso argern as ’ne Rieke sagte de Bur, as he nach Geld freiete. Spr-Altm 87; Wenn de Köh’ god togaohn un de Fraun’s god afgaohn, denn kann de Bur bestaohn. ‘Wenn die Rinder gut gedeihen und die Ehefrau stirbt, kann der Bauer (durch eine erneute Heirat einer vermö- genden Frau) seinen Reichtum mehren.’ Bewohner-Altm 1,324; ebenso gilt der B. als dickköpfig und bequem: wat de Bur nich will, det deit he nich STE-Do; ehe der Bure zweemoahl jeit, schlept’te detten der Buuk weh deit JE1-Wol; sowohl abw. als auch anerkennend (mit Bezug auf die Bauernschläue): en Bur is en Bur, is en Beist (Biest) von Natur WE-Oster; Br iss ’n Br, Schelm von Natur. Wb-Altm 98; aus der Sicht der Stadtbevölkerung werden den Bauern Unkultiviertheit, Rückständigkeit, Beschränktheit, sogar Dummheit und Grobheit vorgeworfen: Rda.: de Ber stöt’n in’n Nacken ‘Derbheit und Ungebildetheit dringen immer wieder beim B. durch’ Wb-We 24; dat gaet ja as wenn dai Biua Pliu’m fritt ‘das geht sehr schnell’ SA-Dä; Alltoglik sä de Bur, dao har’r een Pärd vör’n Waw’n (Wagen). Bewohner-Altm 1,325; wat versteht de Bure von Jurkensalat? OSCH-Eils; Wat de Welt doch grod is, sä de Bur, dunn keek’r äöwer’n Kohltun. Bewohner-Altm 1,324; A’ wil (jetzt) kaom ick, sä de Bur, dao feel häi ut de Luk. Verspottung von übertriebenem Eifer, a.a.O. 1,324; Sprw.: wat de Bur nich kennt, det fritt he nich GA-Trü; wenn de Buer keine Inwenige (Wendestelle) härre, pleue hei bet na Jerusalem WE-Dee; De Bur’n lieben lange Mettwöst un korte Predigt. Spr-Altm 87; de dümmsten Burn hebbn de jrötsten Tüffeln STE-Bir. – 1b. in der Verbdg.: lüttger/kleiner Ber ‘Kleinbauer, Besitzer eines kleinen Ackerhofes’,  Ktste(r), 2: ZE-Jü, 3: vereinz. OSCH WE. – 2. ‘grober, unhöflicher Mensch’, abw., 4: Wb-Ak 33, Vk-Anhaltc 42 – Rda.: D bist an richtijer Bauer, nimmst nonichem de Mitze ab. Wb-Ak 33. – 3. ‘Unter’, Spielkarte, 2: Wb-Altm 29. – 4. ‘Weihnachtsmann’,  Wnachtsmann, vgl. Berkls, 3: Wb-Nharz 35.
Lautf., Gram.: Buer, [br, nwaltm., nbrdb.: -, -] vereinz. ö nwaltm., verstr. nbrdb., WO-Ma, verstr. mittleres/s elbostf.; per Mda-Sti 19; Buere, [br] vereinz. s JE2 n JE1, HA-Oh, vereinz. nw OSCH, WA-Un; Buur, [br] SA-HDo Ho, vereinz. w Altm., verstr. ö Altm., JE2-Gü, GA-Ge, verstr. sw elbostf., vereinz. ö elbostf.; pr Mda-Sti 19; Bure, [br] verstr. s Altm., vereinz. mittleres JE2, verstr. mbrdb., verbr. n elbostf., vereinz. n OSCH; Bu(h)rn Pl. SA-Han Rie, vereinz. ö Altm., JE1-Gü, BA-Re, Vk-Unterharza 52 (BA-Schie); [biu] verbr. nwaltm.; [biu] SA-Dä; Büer SA-Um; [büu] SA-Hi Pe; Bauer Sg., Bauern Pl. verstr. s ZE, QUE-GrSchie, Vk-Anhaltc 141 (BA-Neu), verbr. anhalt.; [paur] Wb-Be.
buffen Vb. 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 26, vereinz. ö Altm., 3: verbr. elbostf., 4: Mda-Sti 131, CA-Ak, Wb-Be. 1. ‘(mit der Faust oder dem Ellenbogen) stoßen’ – he bufft mei in’t Siet OST-Sta. – 2. ‘schlagen, prügeln’,  verhauende Jungens buffet sik HA-Oh.
Lautf.: buff(e)n; außerdem: [bufn] SA-Dä; puffen Mda-Sti 131; [pufn] Wb-Be.