kenast m. ‘Ast einer Eiche’ – Rda.: truu un fast as een Eekenast von der Beständigkeit und Zuverlässigkeit des Altmärkers gesagt, 2: OST-Sta, STE-Wa.
rnst m. 2: OST-Sta, ZE-Roß, Heimatkalender-Ze 1962,92 (ZE-Ze), 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Be, vereinz. sw DE. 1. ‘ernsthafte, sachliche Einstellung eines Menschen’, auch ‘fester Wille, ernsthaftes Streben, wirkliche Meinung’ – ... un man wußte nich, ow hei Spaß make, oder Erenst. Klaus 1936,35; tas is mai ful’ler Arnst Wb-Be. – 2. ‘ernste Wirklichkeit’ – n wart’t ernst HA-Oh.
Lautf.: Eernst vereinz. elbostf.; ernst HA-Oh; Erenst vereinz. w elbostf.; ërnst Wb-Nharz 52; Iernst OST-Sta, OSCH-Di; Arnst, [arnst] ZE-Roß, Heimatkalender-Ze 1962,92 (ZE-Ze), Wb-Be, vereinz. sw DE.
Fack n. 1a. ‘von Balken begrenztes Feld eines Fachwerkhauses, Gefach’, wurde mit umwickelten Staken, Lehm und Stroh ausgefüllt, 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 49, GA-Miest, Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie), 3: verstr. elbostf. – Rda.: H hat nich Dack un Fack. ‘Er besitzt kein eigenes Haus.’ Wb-Altm 49; under Daak un Faak bringen ‘etw. in Sicherheit/zum Abschluss bringen’ Wb-Holzl 83. – 1b. ‘Raum der Scheune, in dem die Garben verpackt werden’,  Banse (Kt.), 3: verstr. w elbostf. (außer äußerster NW), vereinz. w WA, QUE-Di Wed (elbostf. neben Banse) – int Faak bansen WE-Rok; smiet dat Stroe int Fak Id-Eilsa 60. – 2. ‘abgeteilter Teil eines Möbelstücks oder Behältnisses zur Aufbewahrung von etw.’ 2: OST-Sta, verstr. mbrdb., 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 13, Wb-Be – ... hier int underste Fak von’n groten Melkschrank ... Rauch 1929,17. – 3. ‘Fachgebiet, Beruf’ 2: Bewohner-Altm 1,331, 3: vereinz. elbostf. – Sprw.: Bliwt’n jeder bäi sin Fack, fällt keen Snider van’t Dack. Bewohner-Altm 1,331.
Lautf., Gram.: Fack, [fak] SA-Dä, vereinz. Altm., verstr. mbrdb. (veralt. neben Fach), Wb-We 149, QUE-Wed; Fach, [fax] verstr. mbrdb., HA-Bee Oh (3.), Spr-Asch 31 (3.), Mda-Ro, Wb-Be; fch Mda-Sti 13; Fa(a)k, [fk] verstr. elbostf.; Faok, [fk] Wb-Altm 49, vereinz. elbostf.; Pl.: Faok’r Wb-Altm 49; [fk] SA-Rist; [fkr] HA-Uep; Fäke, fëke vereinz. w elbostf.
Faxen Pl. 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 48, OST-Sta, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. 1. ‘spaßige Entstellungen des Gesichts, Grimassen’ – Faxen machen Wb-Ak 55. – 2. ‘dumme Streiche, Unfug, Albernheiten’,  Schwernackder Junge hat nischt wie Faxen in’n Kopp ZE-Roß.
Lautf.: Fax(e)n, Facks(e)n; außerdem: [faksn] SA-Dä. – Etym.: wohl zu  fickfacken ‘hin und her bewegen’, auch ‘necken’ und dem entsprechenden Subst., aus dem Fack(e)s gebildet wurde, vgl. Kluge 242002,280.
fett Adj. 1. ‘von hohem Fettgehalt, fettreich’ vereinz. – ... de fettn Happn ... Krause 1964,48; unse Bri w wa fett JE2-Scho; Rda.: dat mket ’n Kel nich fett ‘das ist unerheblich, ändert nichts mehr’ HA-Oh; Dat is en fett Maaltiet, see de Snider; do eten negen Mann von enen Luusschinken. Berufe-Altm 252. – 2. ‘fruchtbar’, vom Ackerboden – Sprw.: fetter Bon drecht ok Unkrut 3: Sprw-Börde. – 3. ‘üppig, kräftig gewachsen’ 3: Wb-Nharz 208. – 4. ‘sehr dick, korpulent, feist’, auch ‘gemästet’, von Vieh, verstr. – die is awwer fette, dän seine Olle ZE-Roß; Aber use schön fett Swien halt (holen) se uns weg. Lindaua o.J. 44; Wenn se denne ihre drei odder vier Zentnär hann, denn sinn se fett jenunk ... Heese 21919,86; Rda.: Mit fetten Ml kickt h t hgen Finstern ‘er gibt an, tut sich wichtig’ Wb-Altm 260; Sprw.: Dick’ Drank mockt fett’ Swin. Bewohner-Altm 1,328; en blöer Hund word selten fett Sprw-Börde; n magern Verglik is beter as’n fetten Prozess OST-Sta. – 5. ‘betrunken’,  dn, 1/2/3: verstr. nd., 4: BLA-Sti.
Lautf.: fett, [fet] (anhalt.: [fed]); außerdem: fatt BLA-Sti.
Ffkammlinnen n. dass., 2: OST-Sta.
fipperig Adj. ‘unruhig, unstet’ 2: Wb-Altm 51, OST-Sta, 3: Id-Quea 152.
Lautf.: fipperig Id-Quea 152; fipprig Wb-Altm 51, OST-Sta.
Flassrpe f. ‘Gerät mit einer Reihe Zinken zum Ablö- sen der Samenkapseln von den Flachsstängeln, Riffelkamm’ 1: SA-Rist, 2: OST-Sta.
Lautf.: Flassreep OST-Sta; [flasrp] SA-Rist.
Frenslde Plt. ‘erwachsene weibl. Personen’, auch abw., 1: vereinz. nwaltm., 2: verstr. Altm., vereinz. JE2, Heimatkalender-Ze 1962,92 (ZE-Ze), 3: verbr. elbostf., 4: Richter o.J. 7 – Ick sah, wie de Frunslü öhre Snoppdäuker parat stoken. Lindauc o.J. 37; Un för dei Fraunslü erst weier dei Tüffelutkriegertied dei schönste Tied. Ehlies 1960b 298; De Frnsld, de Frnsld, de draog’n doch gaor to nüdlich, nüdlich, nüdlich Tüg. Ausdeutung des Rufs der Lerche, Wb-Altm 126; Sprw.: Hunne pissen un Fruunslüü weenen, wenn’s willen OST-Sta; Manche Fronslüd hebb’n Mul an’n Kopp, wo’n Müs’ un Ratten mit vergeb’n künn. Spr-Altm 15; de frnsle sint afktenkeppe, ble willen se sau, ble sau Wb-Nharz 4.
Lautf.: Fruenslüt SA-NFe; -lüe Hausfr-Altm 1930,8 (SA-Die), vereinz. n/w/mittleres elbostf.; -lü’, [frnsl] JE2-Scho, Wb-Holzl 93; -liede, Frenslde WA-We, BLA-Brau; -liete Heimatgesch-Bad 52; -li’e vereinz. ö/s elbostf.; Frnsld Wb-Altm 58 und 126; Frunslüe Hbl-Ohre 1928 Nr. 18/Wöhlbier (HA-Eim); Fru(u)nslü(ü), Frnsl OST-Gen Sta, vereinz. w elbostf.; Frnsle WA-Neu, Wb-We* 262; frnsl Wb-Nharz 220; Fronslüd Spr-Altm 15; [frousl] SA-Rist; Frauenslüe Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi); -lü’ Bewohner-Altm 1,333, JE2-Gü; -leite Richter o.J. 7; Fraunslü(ü) Ehlies 1960b 298, vereinz. ö Altm.; Frau’nsleite Heimatkalender-Ze 1962,92 (ZE-Ze).
1fuchtig Adj. ‘ärgerlich, zornig, aufgebracht’ 1: SA-Dä, 2: Heimatkalender-Ma 1931,86 (Altm.), OST-Sta, Mda-nwJe1b 79/Mda-sJe1 28 (JE2-HSe, verbr. JE1, ZE-Göd), ZE-Roß, 3: verbr. elbostf., 4: verstr. omd. – hai kann bannich fuchtich wrn SA-Dä; wurre t awwer fuchtich Wb-Be.  z.T. Berührung mit den Bed. ‘reizbar, leicht zornig aufbrausend’, ‘mürrisch, verdrießlich’ (vgl.  brummig) und ‘böse’: adderig arg argerlich balstrig bärbissig brenfalsch 1borstig bse bshaftig bsig bstig dull dullerhr falsch fsch fuchsig fuchsteufelswild fuchswild fnsch giftig 1gnatterig gnatzig grdig gramm grammig gransig grantig grimmig grollig grundfalsch hch ingrimmig werig kaspert(sch) knurrig kollerig kratzig krittelig krtig krs mdig murrig rsig tücksch wild wütend wütig.