hantren Vb. 1. ‘geschäftig (mit den Händen) Arbeit verrichten’, auch ‘mit einem Werkzeug, Instrument umgehen’ 1: SA-Rist, 2: Wb-Altm 75, Pohlmann 1905ff.,124, OST-Sta, 3: Beiträge-Nd 63 (WO-HWa), Wb-Nharz 69, 4: DE-Ca. – 2. in der Verbdg.: der Kahn hantiert sich gut ‘der Kahn reagiert gut auf Steuerbewegungen’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 303 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 303 (CA-Ak).
Lautf., Gram.: hantren Wb-Nharz 69; [handrn] DE-Ca; [handrd] 3. Sg. Präs. Elbschifferspr. 303 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa, CA-Ak); handtiert Part. Prät. Pohlmann 1905ff.,124; hanteeren OST-Sta; hantrn Wb-Altm 75; [hant] SA-Rist.
Hoff m. 1. ‘zu einem Gebäude gehörender, von Mauern oder Zäunen umschlossener Platz’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm., verstr. JE2 JE1 ZE, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 38, Wb-Ak 70, Wb-Be, DE-Els – uf ‘n hwe Mda-Sti 38; jeh ma uff ‘n Hoff! ‘geh mal hinter das Haus’ ZE-Roß; dat Morrats up’m Hoff mütt ens tosammkratst wn SA-Dä; Uffen Hoff stt de Plumpe. Wb-Ak 70; Rda.: n’n Howwe gn ‘zur Toilette gehen’ HA-Oh. – 2. ‘Garten beim Haus’ Wb-Altm* 56. – 3. ‘Bauernhof, Gehöft’ 2: Wb-Altm 83, Wb-Altm* 56, Mda-Ar 29f., OST-Sta, GA-So, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 38, Wb-Ak 70, Wb-Be – hei hat ‘n schönen Hoff Id-Eilsa 68; Rda.: erst de Hoff, dann de Buer GA-So; Sprw.: de Hoff stärwt nich, blot de Buure stärwen OST-Sta. – 4. ‘Gutshof’ 2: Wb-Altm* 56, 3: Id-Eilsa 68, Wb-Nharz 80, 4: Wb-Be – arwtste tenn noch uffn Hwe? Wb-Be. – 5. ‘Dienst auf dem Gutshof’ 2: Wb-Altm 78, Wb-Altm* 56 – Haow dn Wb-Altm* 56. – 6. ‘Freistätte beim Haschespiel’,  1Ml, 2: JE1-Sche. – 7. ‘heller, den Mond umgebender nebelartiger Ring’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 80, 4: Wb-Ak 70 – Wenn der Mnd an Hoff hat, jiwwet’s Rn. Wb-Ak 70.
Lautf.: Hoff, [hof]; außerdem: Haow’ Wb-Altm 78, Haow Wb-Altm* 56. – Gram.: Pl.: Höwwe Wb-Holzl 105, HA-Ost Wa, OSCH-Ba De, WA-Un, verstr. n WE, [höv] Mda-nwJe1a 51 (verstr. nw JE1); [hv] Mda-nwJe1a 51 (JE1-Dre); [hv] Mda-Ar 29f.; [hf] SA-Rist; Häöw’ Wb-Altm 83; [hv] MdanwJe1a 51 (JE2-HSe, JE1-Nie Scha); [hev] Mda-nwJe1a 51 (JE1-Bie Ger), Dialekt-Ma 6 (verstr. w JE1, ZE-Dor), Hewwe Firmenich o.J. 159 (WA-Ost), WA-We, hewe Wb-Nharz 80; [hv] Dialekt-Ma 6 (JE1-Güt Schor Walt, ZE-Göd, verstr. nö CA), hwe Mda-Sti 50. Zuss.: zu 1.: Kerk-; zu 3.: Ktsten-; sonstiges: Misthof.
Hund m. 1. TiN ‘Hund’, z.T. bes. das männl. Tier, verbr. – Rda.: dat kein Hund ‘n Schticke Brot von ne nimmtdie Schwere eines moralischen Versagens kennzeichnend, Sprw-Börde; uffen Hund kom’m ‘verarmen, abmagern’ Wb-Ak 72; de geit vor de Hunne ‘er stirbt’ WE-La; da liet der Hund bejraben ‘das ist der entscheidende Punkt’ Sprw-Börde; wickelt sich in’n Hund ‘er schweigt, gibt keine Antwort’ Sprw-Börde; Dao krei’t wädder Hund noch Haohn noa. ‘Das ist völlig unwichtig.’ Bewohner-Altm 1,340; kann keinen Hund ut’n Backoben locken Sprw-Börde; met allen hunnen gehisst ‘raffiniert, durchtrieben’ Id-Quea 158; Hei denkt ümmer, grod Hund is sin Päd’ (Pate), un klein hät nich maol Vadder staohn. ‘Er ist eingebildet.’ Bewohner-Altm 1,340; nimmt wie der Hund ‘n Schwanz mank de Beine ‘er geht kleinmütig davon’ Sprw-Börde; h is bekand asn bundn hund ‘er ist überall bekannt’ GA-Da; dai schütt sik dat af as Hund dann Raigng ‘er ist völlig gleichgültig’ SA-Dä; sei lwet w Hund un Katte ‘sie vertragen sich nicht’, meist von Eheleuten, HA-Oh; Dat is gerade, wie wenn’n en dob’n Hunne wat seggt mit Bezug auf einen Schwerhörigen, Sprw-Harzvorld 374; junke Hunne met Schtickebrn scherzh. Antwort auf die Frage, was es zu Mittag gibt, HA-Neu; mit dem Hund gemessen und den Schwanz vergessen ‘zu knapp gemessen’ WE-Dee; der Wech is mit’n Hund emet’t und der Schwanz tauejeben von einer ungenauen Entfernungsangabe, Sprw-Börde; dei wett sienen Hund woll te lei’n, dat’e nich owern Strick schitt ‘er versteht es, seine Interessen durchzusetzen’ WO-Gu; Wenn de Hund nich eschetten harre, harre’n Hasen ekrejjen Zurückweisung von Ausreden, Sprw-Harzvorld 374; deck schitt de Hund watschroffe Verneinung, Ablehnung, WE-Dee; bei dn is der Knippel bei’n Hund jelt ‘dort geht es ärmlich zu’ Wb-Ak 72; Von de Hund, de en bät’n hat, davon mütt’n Haar uppleng’n. ‘Um einen Kater zu beseitigen, muss man erneut Alkohol trinken.’ Spr-Altm 82; Sprw.: en blöen Hund ward selten fett HA-No; je dröjer de Hund, je gröter de Fleuen Sprw-Börde; De Hunn’, d am fründlichst’n swänzeln, de bt’n toerst. Wb-Altm 278; Hunn, dee veöhl blaffen, biet’n nich GA-Trü; Oll’ Hunn’ blaffen lihren, hölt swar. Bewohner-Altm 1,340; Väöl Hunn’ is ‘n Haos’n sin Dod. Spr-Altm 29; liet (liegt) Harre, liet Hund HA-Sü; ein Hund bellt nich lange ‘ein Mensch allein kann nicht lange streiten’ WO-Ma; Den letzten biet’t de Hunne. Wb-Holzl 33; Wo de Tun ‘n legst’n (am niedrigsten) is, da will’n all Hun’ räwerspring’n. Spr-Altm 82; Hunne pissen un Fruunslüü weenen, wenn’s willen OST-Sta; Wenn’t Flesch up is, bieten sick de Hünn’ um de Knaoken. Bewohner-Altm 1,332; Wer’n Hund hang’n will, findt ok’n Strick dato. Spr-Altm 82; wer’n Hund hauen will, findt ok en Knüppel WO-HWa; kimmet mor ewwern Hund, kimmet mor  ewwern Schwans Wb-Ak 72; liewer der grote Hund in Dörpe wie der kleine in de Stadt Sprw-Börde; wöcker sik as’n Hund verhrt, mutt Knoaken fräten SA-Ab; Neckreim:Wenn Schult’n Hund ‘n Köter weer
un denn bittschen gröter weer
un denn ‘n bittschen bunt,
denn weerd’ ‘n schön’n Hund
. Matthies 1912,30 (OST-
GrRo);
Kinderreim:ek wil dek eml wat forteln
fon Peter Sneln,
d har en klein hinneken,
dat konne bten un konne beln,
konne eppelkens fscheln,
konne nete knakken
un konne in emmer kakken
. Mda-Weg 98.
– Volksgl.: Frisst ein H. Gras (vereinz.) oder jault er (GA-Da), so wird es regnen. Sein Jaulen kann auch einen Todesfall ankündigen (GA-Da), bes. bei Nacht (CA-Lö), beim Glockenläuten (Vk-Altm 206) oder wenn er die Schnauze dabei nach unten hält (Vk-Anhalta 31). Hält er die Schnauze nach oben, zeigt das einen bevorstehenden Brand an. a.a.O. 31 (CA-Zu, BE-GrMü). Nach H. schlägt der Blitz, deshalb ist bei Gewitter zu ihnen Abstand zu halten. a.a.O. 31 (BA-Bad). Einen Hundebiss behandelt man durch Auflegen von Haaren des H. a.a.O. 286. – 2. Schimpfwort, vereinz. – Hund for’n Jroschen Wb-Ak 72; dullen Hund HA-Oh; saun vorfluchten Hund Wb-We 54. – 3. NeckN für die Bewohner von Winningen, mit Bezug auf die ihnen unterstellte Durchtriebenheit, 3: Vk-Ask 167. – 4. in der Verbdg.: bunt Hund ‘mit grünem Laub geschmückte Gestalt beim Pfingstumzug’,  Pingsten, 2: Brauch-wAltm 63 (SA-Rie). – 5. in der Verbdg.: der tolle Hund ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, 2: ADVk Nr. 49 (JE2-Mö). – 6. ‘(hintere) Querstange am  Ldetg’ 2: ZE-Roß, 3: HA-Uep, OSCH-Har, QUE-Hau, 4: verstr. anhalt. – 7. in der Verbdg.: verwassener Hund ‘verwachsener Holzklotz, der schwer zu spalten ist’,  Knorren, 2: JE2-Bu, JE1-Stei. – 8. in der Verbdg.: hölten Hund ‘Flachsbreche’ – Rda.: wenn erst de hölt’n Hunne bellt, is de Sömmer vorbie 3: HA-Bee.
Lautf., Gram.: Pl.: Hunne, [hun]; außerdem: Hunn’, [hu] verbr. nwaltm. n/mittlere Altm.; Hünn’ Bewohner-Altm 1,332. Zuss.: zu 1.: Haff-, Halwen-, Hellen-, Hrden-, Hoff-, Jagd-, Jammer-, Khrden-, Lnen-; zu 2.: Hellen-, Himmel-, Jammer-, Lumpen-, Mess-; zu 6.: Hinder-.
indrummeln Vb. dass. wie  indrusseln, 2: Wb-Altm 41, OST-Sta.
Klappermann m. ‘Pferdewagen’, nur im Rätsel, vgl. Klimpermann, 2: Bewohner-Altm 2,171, SA-Meh, OST-Sta, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be.
Kldge f. ‘Gesamtheit der Kleidungsstücke’ 2: Wb-Altm 104, OST-Sta, JE2-Scho, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 90, Wäschke 41919,2 – … un mit anne Kledasche, die mer sonst nich in Paschlemn sahk. a.a.O. 2.
Lautf.: [kld], Kldje JE2-Scho, verstr. elbostf.; Kleedasch OST-Sta; Kledage Spr-Asch 34; [kled] Id-Eilsa 72, kledsche Id-Queb 4, Kledasche Wäschke 41919,2; [kld] ZE-Roß, Kledsche (--) Wb-Ak 90; Kledaosch Wb-Altm 104; Kledagie Wb-We 67; kladge Wb-Nharz 97.
Klnsnack m. dass. wie  Klner, 2: OST-Sta, 3: Lindauc o.J. 106 – Kaartjen war dunn noch nich grot Mode; lieber word ‘en lüttjen Klöhnsnack mackt. a.a.O. 106.
Knutte(n) m. 1. ‘Knoten’ 2: Wb-Altm 111, SA-Bu HTr, Mda-nwJe1b 71 (JE2-HSe), JE2-Scho, Mda-nwJe1b 71 (verstr. nw JE1), verstr. ZE, 3: verstr. w JE1 w/s elbostf., 4: vereinz. omd. – in’n Knutten binn’n HA-Oh; Mache m an Knutt’n inne Kreiselpeitsche! Wb-Ak 94; Rda.: d sit de knutte ‘da liegt die Schwierigkeit’ Wb-Nharz 103; Reim: unn wenn dat soll sau wieder gohn, mok ek noch en Knitten in Hosenbn QUE-Di. – 2. ‘Samenkapsel des Flachses’ 2: OST-Sta, Bauernwelt-Ze (ZE-Ser), 3: OSCH-Schl. – 3. ‘Pustel im Gesicht’,  1Pickel, 1: SA-Han. – 4a. dass. wie  Knst 7c., 3: Id-Queb 5, 4: DE-Ca. – 4b. ‘roher, ungebildeter Mensch’ 2: STE-Wa.
Lautf., Gram.: Knutt(e)n, Knutt’n, [knut()n] Wb-Altm 111, SA-Bu, verstr. w/s elbostf., vereinz. omd.; Knutt(e)n Pl. Bauernwelt-Ze (ZE-Ser), OSCH-Schl; [knudn] WA-Neu; [gnudn] DE-Ca; Knutte, [knutt] Mda-War 26, Id-Eilsa 73, Wb-Nharz 103; [knut] verstr. n/w JE1; Knütt’n SA-HTr; [knotn] ZE-Roß; Knot(t)eSTE-Wa, Vk-Ask 375; Knott, [knot] OST-Sta, JE2-Scho, Mda-nwJe1b 71 (JE1-Dre GrLüb Re), verstr. ZE; Knött SA-Han; Knetten Bauernwelt-Ze (ZE-Ser); Knittn QUE-Di. Zuss.: zu 1.: Hren-, Krz-, Lgen-.
1Ksel m.(?) ‘kleines, auch altes, baufälliges Haus’,  Bde, 2: Wb-Altm 98, SA-Im Meh, OST-Sta, STE-Bis Ho.
Lautf.: K(ä)ösel.
Krummjölk (Genus?) ‘Gebäck aus Weizenmehl in Form eines Ringes’, wurde zu Ostern gebacken, 2: Bewohner-Altm 2,71, OST-Sta.