langhen Adv. ‘entlang, geradeaus’ 2: OST-Sta, Heimatkalender-Je 1924,62 (JE2-Vie), ZE-Roß, 4: Wb-Ak 102, DE-Ca – un denn jehmer noch n Stickchen na de Bahne lenkhenn ZE-Roß.
Lautf.: langhen OST-Sta, Heimatkalender-Je 1924,62 (JE2-Vie); lank hin Wb-Ak 102; lenkhenn ZE-Roß; [leg hin] DE-Ca.
lker(s) Adv. 1. ‘gleich, übereinstimmend, ebenso’ 3: Wb-We 82, Wb-Nharz 117. – 2. ‘getrost, ruhig’ 2: OST-Sta. – 3. ‘ohnehin, sowieso’ 2: OST-GrBeu, 3: vereinz. Nharz. – ek moste dn wch lker ‘ich hätte den Weg ohnehin gehen müssen’, wird gesagt, wenn man auf seinem Weg etw. für andere erledigt, Wb-Nharz 117. – 4. ‘trotzdem, dennoch, gleichwohl’ 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. Nharz. – ‘t iss lkers all gd ‘es ist dennoch gut’ Wb-Altm 127.
Lautf.: lker vereinz. Nharz.; lkers vereinz. Altm.; liggers OST-GrBeu; likerst OST-Sta.
Lgensnack m. ‘erlogene Darstellung, Erzählung’ 2: SA-HTr, OST-Sta.
lthals Adj. 1. ‘mit lauter Stimme’ 1: vereinz. nwaltm., 2: vereinz. nbrdb., 3: vereinz. elbostf. – ludhals schräien ‘laut und heftig weinen’ STE-Scho; hei hat luthals elachet Id-Eilsa 77. – 2. ‘großsprecherisch, prahlerisch’ 2: OST-Sta.
Lautf.: lu(u)thals, lt-; außerdem: lud- vereinz. nwaltm., STE-Scho, HA-NHa; luuthaas SA-Ah; [ltals] Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa).
Mecklenburg in der Verbdg.: Mecklenburgisches/ Mecklenburger Wpen ‘Sitzhaltung, bei der der Kopf bei aufliegenden Ellenbogen auf beide Hände gestützt wird’ 2: Wb-Altm 244, Bewohner-Altm 1,349, OST-Sta, 3: Wb-We 88, Wb-We* 225.
Lautf.: Mecklenbörgsch Woapen OST-Sta; mecklenbörg’sch Wappen Bewohner-Altm 1,349; Mekelnborgsche Woap’n Wb-Altm 244; Meklenborger Wpen Wb-We 88; Mekkelnborjer Wappm Wb-We* 225.
1Ms f. 1. TiN ‘Maus’ verbr. – d lfd ne Maus DE-Ca; dai Ms gnauan (knabbern) an dat Breot SA-Dä; Uffen Bon’n hammer ville Meise. Wb-Ak 112; Rda.: de Müs pissen ‘es regnet fein’ OST-Sta; dat is Muus wi Maus ‘das ist einerlei’ Wb-Holzl 144; ‘t is Ms as Mn (Muhme) dass., Wb-Altm 139; hei st t w en pott vull mse ‘er sieht mürrisch, unzufrieden aus’ Id-Queb 12; H kickt ass ‘n Ms t ‘n Dunk Hd (Haufen Werg). ‘Er trägt eine zu große Kopfbedeckung.’ Wb-Altm 142; sitten w de ms in der falle ‘keinen Ausweg mehr wissen’ Wb-Nharz 130; dat hilpt for de Müse, sää de Bure, dunn stok’e sine Schüne an HA-No; Sprw.: Mse hecken Mse BA-Re; De Mus lett dat Nasch’n nich. Spr-Altm 82; mid Speck fängd man Ms GA-Da; lüttge Müse hett ook Swänze HA-No; de Miese, de morjens danzen, kriegt’n Abend de Katze WA-West; is de Katte nich te Hs, danzet de Mse op’n Dische HA-Oh; wenn de Müse dicke sind, smeckt et Mehl bitter OSCH-Eils; Wenn de Muus satt is schmeckt det Mehl bidder. Firmenich 1854,132 (STE-Ste); Kinderreim:t’ laip enne Muus
Umme Kauhheers Huus,
Den Tripp, den Trapp,
Den Berg hinab.
Lieder-Ma Nr. 100 (WE-Ro).
Volksgl.: M., bes. in Scheunen, werden durch die Ausräucherung der Räume mit der Asche eines verbrannten, übel riechenden Krebses bekämpft (BA-Rie). Als Mittel gegen M. gelten außerdem: am Johannistag gesuchtes Bilsenkraut, Johanniskrone, Echte Hundszunge, Zweige vom Vogelkirschbaum oder Knoblauch (BA-Bad). Vk-Anhalta 34. In den Zwölften wird von Dingern statt von M. geredet, um eine Mäuseplage zu verhindern. Gebräuche-Altm 83. Um Mäusefraß zu vermeiden, beginnt man mit dem Mähen an einem Sonnabend und fährt auch das erste Fuder an diesem Wochentag ein (KÖ-Ar). M. gehören zum Gefolge der Geister und besitzen deshalb Zauberkräfte. Von M. angefressenes Brot schützt vor Zahnschmerzen (ZE-Na). Wer eine M. laufen sieht, hat Unglück. Masssenweisem Auftreten von M. folgen teure Zeiten (CA-Zu). Vk-Anhalta 34. – 2. ‘Handballen unterhalb des Daumens’ 2: Wb-Altm 142, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – mich dd de Maus s w DE-Ca. – 3. ‘zähe Sehne im Muskelfleisch’,  Hrwass, 2: JE2-Cab, 3: HA-All. – 4a. Dim. ‘Kniescheibe des Pferdes’ 3: Wb-Holzl 144 (HA-Um). – 4b. Dim. ‘Geschwulst am Kniegelenk des Pferdes’ 3: JE1-Ca. – 5. ‘kleines  Kind’, Kosewort, 2: Bewohner-Altm 2,146. – 6. ‘kleiner Schlitten der Kinder’,  Slde(n), 2: WO-Me, HA-Som. – 7. Pl., auch in der Verbdg.: witte Mse ‘Geld’,  Zaster, 2: WO-Wo, vereinz. JE1, 3: verstr. n/ö elbostf., 4: BE-Neu.
Lautf.: Mu(u)s, Ms verbr. nd., Mda-Sti 34, BA-Ha; Museken Dim. (4a.) Wb-Holzl 144 (HA-Um); mes BLA-Brau; [ms] SA-Die; [müis] SA-Dä; [mius] verstr. nwaltm.; Miseken Dim. (4b.) JE1-Ca; Maus verstr. anhalt. – Gram.: Pl.: Müse vereinz. s Altm., JE2-Scho, verstr. n/w elbostf., Id-Queb12; Ms, [ms] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; Miese, mse HA-AHa Hu, verstr. s/ö elbostf.; Muse, [mz] GA-Bo Le, CALV-Uth, verstr. ZE, Mda-Sti 34; Mäuse (7.) WO-Wo, vereinz. JE1 n/ö elbostf.; Meise verstr. anhalt. – Etym.: (7.) wohl aus Gaunerspr., Nbf. zu  2Ms, vgl. Wb-Rotw [3481]. Zuss.: zu 1.: Hassel-, Heu-, Hs-, Kerken-, Krabbel-, Miezmaus.
Msedarm m. PflN 1. ‘Vogelmiere’,  1Mre, 2: OST-Sta, WO-Zie, ZE-Bra KlLei We, 3: vereinz. n elbostf. OSCH, verbr. sö elbostf., 4: BA-Ha Schie, verstr. w anhalt., KÖ-Kö, DE-Ca – holg m Mausedrm forr de Hinnor DE-Ca. – 2. ‘Knöterich’ 3: OSCH-Ba. – 3. ‘Stechender Mäusedorn’ 3: Vk-Ask 72. – 4. ‘Wiesen-Platterbse’ 3: CA-Ca.
Lautf., Gram.: Musedarm vereinz. n elbostf. OSCH, verstr. sö elbostf.; -darme Pl. JE1-Ca, BA-Re, vereinz. n CA; -darmen Pl. WA-Ste; -därme Pl. WO-Zie, WA-Un; Müsederm Pl.(?) OST-Sta; msedaerm Vk-Ask 72; Mausedarm, [mauzdarm] ZE-Bra KlLei We, vereinz. sö elbostf., verstr. s CA, KÖ-Kö; Mausedar(re)m Wb-Ak 112; [mauzdrm] verstr. w anhalt., DE-Ca; [-drm] Pl. vereinz. w BE; [-tarme] Pl. Wb-Be; Mausedärme Pl. QUE-We, BA-Ha Ra Schie.
Nkeldei m. dass., 2: Wb-Altm 144, Bewohner-Altm 2,146, OST-Sta, 3: Id-Eilsa 80, OSCH-Di.
Lautf.: Na(a)keldei; außerdem: Naokel- Wb-Altm 144; Nackel- Bewohner-Altm 2,146.
k Lockruf für junge Schweine,  Kusch-Kusch, 2: OST-Sta.
kel n. ‘Ferkel’ 2: OST-Sta.