hpenvull Adj. dass., 2: verstr. OST, GA-Sta, STE-Schi, 3: JE1-Wa, HA-Uep, OSCH-Ott, WE-Sa, BLA-Rü, BA-Ali, CA-Fe.
Lautf.: hüpenvull GA-Sta; -vollOST-Vie; [hpnful] OST-Krum; [hp-] OST-Mech Thie, STE-Schi; hupenvull OSCH-Ott, WE-Sa, BLA-Rü, BA-Ali; [hpmful] HA-Uep; hupevull JE1-Wa, CA-Fe; hüpken- OST-Go.
Huppeppe f. dass. wie  Huppe 1., 3: BLA-Rü.
Lautf.: Hoppepiepe.
Jauchenpütte f. ‘Jauchengrube, Jauchenpfütze’ 1: vereinz. nwaltm., 2: SA-HTr Max, OST-Kö We, GA-Klö, verbr. sö Altm., verstr. s JE2 JE1 ZE, 3: verbr. n/ö elbostf., OSCH-KlQue, WE-Is Kö Lan, BLA-Rü So, 4: verstr. s CA BE.  delkle dellock delpl delpütte Drecklock Dreckpl Gre Grekle Grelock Grepütte Grestde Gte Gtenpl Gülletümpel Jauchenborn Jauchengrube Jauchenkle Jauchenlache Jauchenlock Jauchenpl Jauchensump Jauchentümpel 1Kle Messjauche Messjauchenpütte Messjauchenrönne Messkle Messkte Messlke Messlock Messpl Messpütte Messstde Messsump Mge Mischekle Mischepl Mischesump Mistjauchentümpel Modder Modderkle Modderlock Modderpfütze Modderteich Muddelock Pl Pütte(n) Sd Sdkle Sdlock Stinkpütte Sump Sumpkle Sumplock Sumppl Tümpel.
Lautf.: Jauchenpütte vereinz. sö Altm. s JE2 JE1, ZE-KlLei, verstr. n/ö elbostf.; -pütt SA-Dre, OST-We, GA-Klö, STE-Steg; -pitte vereinz. sö Altm. s/w JE1 w ZE ö elbostf.; -pfütze GA-Kä, JE1-Kü, BLA-Rü So, CA-Ba Bru Su; -fitze CA-Ra; [jaunfids] verstr. BE; Jaukenpütte WO-Col, vereinz. mittleres elbostf.; -pitte OSCH-Krop, WA-Hak; Jauchepütte vereinz. sö Altm., JE2-Red, JE1-Ho Me Pa, ZE-Dor, HA-Em Iv Schw, WE-Is; -pitte ZE-We Wei, HA-So, CA-Fe; -pitze CA-KlRo; -pfütze STE-Schä, ZE-Buk, GA-Se, OSCH-KlQue, WE-Kö, CA-Lö; -pfitze CA-Salz; -fitze CA-Me; -pinne ZE-Sta; Jaukepütte HA-Har Ost, OSCH-Be Nei Ott; Jauch- STE-Grie; -pütt verstr. ö SA STE; -pfütze CA-Brei; Jaukpfütz OST-Kö; Joochenpitte JE1-Walt; Juchepfütze WE-Lan; Jukepütte JE1-Re.
Johann ohne Genus ’24. Juni’ verstr. – dai Kamö’n (Kamillen) mün’n um Johannich arum plückt w’n SA-Dä; Jhannich mott de Pachte betlt wern HA-Oh; Der Tag gilt als einer der längsten des Jahres: üm Johann blifft ümma schummrich ra msikngjrau JE2-Scho; Rda.: sau lank w de Dch forr Jhannich ‘sehr lang’ HA-Oh; Bauernregel: f Jhannich bitt um Rng, nh kümmt he ungelng SA-Rist. – Brauch: Zu J. wurde nicht gearbeitet (Wb-Altm 264, Volksfeste-Altm 296), z.T. fiel die  Hgelfer auf diesen Tag (Brauch-wAltm 90). Anderenorts wurde bei einem Umzug unter Musikbegleitung die  Johanniskrne durch das Dorf getragen, dies konnte mit einem Heischegang verbunden sein. Volksfeste-Altm 290 (STE-Osth), Brauch-Ma 273f. (STE-Bo, WO-Ol), JE1-Pre, Vk-Anhalta 257 (CA-Zu). Die Krone konnte an der Spitze eines Mastes (Vk-Anhalta 257), einer Tanne (Vk-Harz 8,64) oder der stehen gebliebenen Pfingstmaie (Brauch-Rie 748) befestigt werden. Die Tanne wurde auch mit Esswaren geschmückt (WE-El, BLA-Ta), die Kinder tanzten um die Johanniskrone (BLA-Rü So). Vk-Harz 8,65. Auch Tanzveranstaltungen der Jugend waren üblich. Diese wurden häufig von den Mädchen ausgerichtet (verstr. ZE, verbr. anhalt.)  auch Johannisdanz, Mädchenjohann, Mädchentanz. Nur in der ö Altm. und in JE2 waren  Johannisfer üblich. In Radegast wurde ein Brunnenfest gefeiert, vereinz. wurden von Mitternacht bis spätestens Sonnenaufgang die Brunnen gereinigt (Vk-Anhalta 257). Der Johannistag war Tag des Dienstwechsels für das Gesinde. JE2-Ki, WO-Ba, CA-GrRo, ADVk Nr. 150 (JE1-Gra, BA-Ba). – Volksgl.: Die Nacht des Johannistages eignet sich für Liebesorakel ( auch Johannisnacht). So kann ein Mädchen im Traum den zukünftigen Mann sehen, wenn es zu J. zwischen 11.00 und 12.00 Uhr unter strengstem Stillschweigen neun Arten Blumen sammelt, sie zum Kranz windet und unter ihr Kopfkissen legt. Brauch-Ma 273 (WO-Ol). Den zu J. oder am Vorabend gesammelten Pflanzen wird bes. starke Heilkraft zugeschrieben. Vk-Altm 239, Brauch-wAltm 89f., Vk-Anhalta 257f., Wirth 1928,34. Z.T. ist auch hierfür die Zeit zwischen 11.00 und 12.00 Uhr vorgeschrieben (GA-Wer). Zum Schutz vor Hexen, Unholden und anderem Unheil nagelt man in der Johannisnacht ein Hufeisen auf die Türschwelle, anderenorts bricht man zu J. zwischen 11.00 und 12.00 Uhr Zweige des Faulbaums und hängt sie im Stall auf (DE-Go). Vk-Anhalta 258. Über der Tür befestigt man Eschenzweige, um das Haus zu schützen. Vk-Harz 8,66 (QUE-Ga). Auch die  Johanniskrne (dort ausf.) wird zum Schutz vor versch. Unheil angebracht. Wer zu J. an Blumen riecht, bekommt Blut- oder Nasenkrebs. Brauch-Ma 273 (HA-Sü), Mda-Ohre 360 (GA-Rä). Am Johannistag badet man nicht, weil das Wasser ein Opfer sucht.Vk-Anhalta 257 (ZE-Ze, BA-GrAls, KÖ-Kö, DE-De). Die Flüsse Bode und Holtemme fordern Opfer (Vk-Harz 8,66), ein Tümpel in Neuhaldensleben rief mit menschlicher Stimme nach einem Opfer (Brauch-Ma 273).
Lautf.: [johan] JE2-Scho, Johanni BE-Grö; [johani] SA-Dä Sta, Johannich HA-Oh, Chr-Em 427, WE-Dee; [jhani] SA-Rist; Johannig WE-Oster; [johanij] Nd-Börde § 57; Jhnnije Mda-Sti 127; Jehanne Wb-Ak 77; Jehannig Wb-Altm 264; Jehannich Zauber-Ma 95 (GA-Mie), Wb-Holzl 112, Id-Eilsa 69, QUE-Di. Zus.: Knechte-.
Kanker m., f. 1. TiN ‘Spinne’, auch spez. ‘Weberknecht’,  Schsterspinne, 2: Wb-Altm 95, GA-Da, JE2-Bö Sa, 3: Wb-Nharz 92, BLA-Rü, Id-Queb 1, QUE-Su, 4: Mda-Sti 156, verstr. BE. – 2. ‘Spinngewebe’,  Spinneww(e), 2: Wb-Altm 95, Mda-Ar 41, ZE-Kö, 3: vereinz. elbostf., 4: CA-Ak, BE-Grö, DE-Ca – ne Degge henged noch anne Ganggor DE-Ca. – 3. TiN ‘Eintagsfliege’ 2: JE2-Grü NSchl Scho – d Kangkas fln to Johann JE2-Scho. – 4. ‘dünner, minderwertiger Stoff’ 4: CA-Ak. – 5. ‘üppig gewachsener Baum mit dünnen Zweigen’ 3: Wb-Nharz 92. – 6. ‘Gans mit langen Beinen und langem Hals’ 3: Wb-Nharz 92.
Lautf.: Kanker, [kakr]; außerdem: [kak] Mda-Ar 41; [kaka] JE2-Scho; [kankr] ZE-Kö; [gagr] verstr. BE, DE-Ca; knker Mda-Sti 156. – Gram.: m.; außerdem: f. DE-Ca.
Kfernappel m. ‘Samenträger der Kiefer’,  Knappel (Kt.), 3: OSCH-Emm, BLA-Rü Ta Wie, QUE-Su West.
Lautf., Gram.: Kiefernappel QUE-Su; -apfel QUE-West; sonst: -äppel Pl.
Kkekke f. ‘Küche, in der nur gekocht wird’, zur Unterscheidung von der Wohnküche, 3: BLA-Rü.
Lautf.: Kokeküche.
Kolkrwe 1. m. TiN ‘Kolkrabe’ 3: Id-Eilsa 73, Wb-We 76, Wb-Nharz 110, BLA-Rü, 4: CA-Ak, Wb-Be – dr sk s schwards aus w an Kollekrwe CA-Ak;Kulkrabe din Hus brennt af,
dine Kinder schrien
lösch, lösch, lösch
Ausdeutung des Krächzens der Krähen,
BLA-Rü.
– 2. f. in der Verbdg.: olle Kulkrabe ‘unordentliche, liederliche Frau’, Schimpfwort,  Slampe, 3: HA-No.
Lautf.: Kolkrawe Id-Eilsa 73; [kolkrwe], [-rw] CA-Ak, Wb-Be; Kulkrawe, -rwe Wb-We 76, Wb-Nharz 110, BLA-Rü; -rabe HA-No.
Kpmannsdisch m. dass wie  Kpldendisch, 2: OST-Sto Wal, JE2-Ki, 3: BLA-Rü.
Lautf.: Kpmannsdisch OST-Wal, JE2-Ki; Kob- OST-Sto; Kopmannstisch BLA-Rü.
Latte f. 1. ‘vierkantige Holzstange’ 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – a. ‘Stange des Lattenzauns’ 3: HA-Oh, BLA-Rü – ne Latte anngeln an’t Stakitt HA-Oh. – b. ‘Stange, auf der die Hühner im Hühnerstall sitzen’,  Sittestange, 2: STE-Arne, 3: WO-He, 4: BE-Me Sa. – c. ‘auf die Dachsparren aufgenageltes Querholz’, dient zur Befestigung der Ziegel, 3: BLA-Brau. – 2. ‘langer, hagerer Mensch’,  Lltsch, 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 103 – ne lange Latte HA-Oh. – 3. ‘Schulden, hohe Rechnung’, bes. von Zechschulden, 4: Wb-Ak 103, Wb-Be – , hawwich t anne Latte jemacht Wb-Be.
Lautf., Gram.: Latte; außerdem: [ladn] Pl. BE-Me Sa. – Etym.: (3.) mit Bezug auf  Karfholt. Zus.: zu 1b.: Hner-.