Assiette f. ‘Napf, flache Schüssel’ 2: Hausfr-Altm 1927,50 (STE-Ste), 3: QUE-Di.
Lautf.: Asjett QUE-Di; Aßjett Hausfr-Altm 1927,50 (STE-Ste). – Etym.: zu frz. assiette ‘Teller’, vgl. HWb-Frz 56.
Ast m. 1a. ‘stärkerer Zweig eines Baumes’,  Tacke(n), 1: SA-Le, 2: GA-Le, vereinz. STE, WO-Ro, vereinz. s JE2 JE1 ö ZE, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. – dor Asd is abjebrochen BE-GrWi. – 1b. ‘Ansatzstelle eines Astes im (bearbeiteten) Holz’ 2: Mda-sJe1 34 (verstr. s JE1), 3: Wb-Nharz 18, 4: Wb-Ak 27 – Ins Brt is an Ast. a.a.O. 27. – 2a. ‘höckerartige Verkrümmung der Wirbelsäule zwischen den Schulterblättern, Buckel’ 2: ZE-Roß, 4: Vk-Anhaltc 102, Wb-Ak 27, Wb-Be – Rda.: sich’n Ast lachen ‘heftig lachen’ ZE-Roß. – 2b. ‘Rücken’, auch ‘Schulter’ 2: ZE-Roß, 3: QUE-Di, 4: Wb-Ak 27, Krause 1964,32 – Mit hohkjekrempelte Hosnbeene, de Karre uffn Ast, balangsierte da dorch. a.a.O. 32.
Lautf.: Ast, [ast]; außerdem: [asd] verstr. anhalt.; st Mda-Sti 2. – Etym.: ahd. ast, altgerm. (got.) asts; im Gegensatz zu Zweig auch ‘Auswuchs am Baum, Knorren’ und seit ca. 1800 landschaftlich ‘Buckel’, vgl. Paul 102002,94.
attjen Vb. 1. ‘stehlen’,  klauen, 3: BLA-Brau, 4: BLA-Sti. – 2a. ‘ertappen, fangen, ergreifen’ 3: Wb-Nharz 19, QUE-Di – se hämm ne atcht a.a.O. – 2b. ‘schnappen, beißen’, von Hunden, 3: Wb-Nharz 19. – 3. ‘sich anstrengen’, bes. um mit jmdm. bei der Arbeit Schritt zu halten, 3: Id-Eilsb 146.
Lautf., Gram.: atjen; außerdem: atchen Id-Eilsb 146; atcht Part. Prät. QUE-Di.
Autor m. ‘Anstifter, Anführer’, auch ‘Hauptperson’ 3: Id-Eilsa 49, Wb-Nharz 19, QUE-Di.
Lautf.: Auter, -r.
Back(e)brett n. ‘Brett in der Bäckerei, auf das die fertigen Backwaren gelegt werden’ 3: QUE-Di, 4: Wb-Be – Rda.: wi saun Backebrt von einer liederlichen, unsauberen Frau gesagt, QUE-Di.
Lautf.: Bakbrt QUE-Di; [pakprt] Wb-Be.
backen Vb. 1. ‘Teig bereiten und ihn in der Ofenhitze garen’ verstr. – haite packmmer uns Kuchn Wb-Be; willn’je back’n, back’n Nachahmung der Laute des Frosches, Spr-Mab 382; subst.: Jibacktes ‘Gebackenes’ QUE-Di; beis Schlachten un Backen ward de Molle vurjeholt Serimunt 1929 Nr. 46; d müsst Brme (Hefe) hln tum Backng JE2-Scho; Rda.: De is jo män half gar backt ‘er ist unschlüssig, zögerlich’ Bewohner-Altm 1,326; dä is nich gar ’ebacket ‘ihm ist nicht zu trauen’ WE-Oster; Jenn Fru woll Brod spar’n – har Koken backt. Sprw-Altma 22; Sprw.: Backen un Bruun gerött nich alle Dage WO-Gu; Bi’t Waschen un Backen hebb’n de Fruen den Düwel in’n Nacken Spr-Altm 15; In de ganze Welt wä(r)t Brot backt ‘auch in der Fremde findet man sein Auskommen’, bes. zu jmdm. gesagt, der die Heimat nicht verlassen will, Wb-Altm 278; Kinderreim:Backe, backe Kauk’n,
De Bäck’r hatt’ eraup’m.
Waer will schoene Kuchen back’n,
Daer muß hab’m sieb’m Sachen: ...
Lieder-Ma Nr. 104 (WO-Ol);
Abzählreim:Eene, deene, detzel,
wer backt Pretzel?
Wer backt Kok’n?
De mött sök’n!
Matthies 1912,11;
Neckreim:In Bind (ON Binde) is nischt to find,
as en dröjen Tacken, da mütten
all de Wieber mit backen.
OST-Ker.
– Bis ins 20. Jh. hinein wurde der Teig noch zu Hause bereitet und zum Backen dem Bäcker des Ortes oder ins gemeindeeigene Backhaus gebracht. Alle zwei bis drei Wochen war Backtag. verstr. Verschiedentlich wurde auch im eigenen Backofen, der sich häufig im Garten befand, gebacken. Essen-nwAltm 19, Kost-Ma 75.  Backhs, Backwen, Brt 1., Kken 1. – 2. in den Verbdg.: – a. (ge)backt(e) Bren dass. wie  Back(en)bren 1., 2: STE-Je Steg, JE2-Bü HSe, vereinz. JE1, 3: JE1-Ca HWa, vereinz. mittleres/s elbostf. –b. (ge)backt(e) Plmen dass. wie  Back(en)plmen, 2: WO-Zi, vereinz. JE1, 3: JE1-Ca HWa, vereinz. sö elbostf. – 3a. ‘etw. (an)kleben’ 1: SA-Dä Rist, 2: OST-Sta, 3: HA-Bee. – 3b. ‘kleben, haften, sich zusammenballen’ 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., 3: verstr. elbostf. – de Snei backet all HA-Oh; ... datt Slimmste is, dat dee Eere sau backt, worumme man ’n halben Zentner an’e Schauhe mitsleepen mott ... Hbl-Ohre 1928 Nr. 18/Wöhlbier (HA-Eim); et himme bakt mek op’n lwe Wb-Nharz 19. – 4. ‘schlagen, prügeln’,  verhauen, 2: OST-Sta, 3: CA-Eick.
Lautf., Gram.: back(e)n, [bak()n]; außerdem: Inf.: [bak] verstr. nwaltm. Altm., JE2-Scho; Backent subst. Dat./Akk. Sg. Bewohner-Altm 1,321; [pakn] Wb-Be; pcken Mda-Sti 2; 3. Sg. Präs.: bäckt Vk-Harz 3,61; backet (3.) HA-Oh; ba(c)kt Matthies 1912,11, Wb-Altm 9, ZE-Roß, vereinz. elbostf. (vorw. 3.); bakket (3.) Id-Eilsa 50, Wb-We 11; 1. Pl. Präs.: [pakr] mit Enklise des nachfolgenden Personalpron. Wb-Be; Imp. Sg.: backe vereinz.; 1./3. Sg. Prät.: bakte, bauk Wb-Nharz 19; puk Mda-Sti 33; Part. Prät.: jebacken Serimunt 1929 Nr. 46; e- Vk-Harz 8,30; gebackte, je-, [jbakt] attr. f. Nom. Pl. vereinz. sö Altm., JE2-Bü, vereinz. JE1 mittleres/s elbostf.; Jibackts subst. QUE-Di; ’ebacket vereinz. w elbostf.; ebackt, [bakt] JE2-Scho, vereinz. s/ö elbostf.; backt, [bakt] vereinz. nwaltm., verstr.Altm.; backte attr. f. Nom. Pl. OSCH-Schw, WE-Ha.
Balke(n) m. 1. ‘vierkantiges, massives, langes Stück (Bau-)Holz’, bes. zum Stützen und Tragen, 2: vereinz. Altm., JE2-Bö, Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie), verstr. ZE, 3: Spr-Mab 385 (WO-Ol), verstr. w elbostf., 4: vereinz. omd. – ..., denn brauchter drei Balken vorschs Dach, ... Wäschke 61915,54; Rda.: de Snute an’ Balken hängen ‘hungern’ OSCH-Schw; hei lücht, dat sek de Balken böet Id-Eilsa 53; n’ Balken op beide Schuldern drn ‘es jedem recht machen wollen’ HA-Oh, Sprw.: Wter hat keine Balken a.a.O.; Wetterregel: Im März ... “nimmt Moses de Balkens ünner’t Ies weg.” vom Abtauen und Dünnerwerden des Eises auf Gewässern gesagt, Winter-Altm 74; de hus beveden, de fenster cleperden, und in der Borde (Börde) etlikerwegen velen de honre van den balken, ... über ein Erdbeben, 1409, Schöppenchr-Ma 327. – 2. Teil an Geräten oder Vorrichtungen: – a. ‘Hebebaum am Wippbrunnen’,  Wippe, 2: SA-Kä, STE-Bis. – b. ‘Verbindung zwischen hinterem Pflugteil und Vorderpflug, Pflugbaum’ 4: vereinz. anhalt. (außer KÖ). – c. ‘Querholz am Fuhrwerk zur Befestigung der Zugstränge’ 1: SA-Die. – d. ‘das Querholz der Harke, an dem die Zinken sitzen’,  Harkenhft, 1: SA-Ho, 2: WO-Me, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. w omd. – e. ‘das Querholz der Egge, an dem die Zinken sitzen’ 3: Vk-Ask 198, 4: CA-Ak. – f. ‘Schaft des Ankers’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 236 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-Pa). – 3. ‘oberer Abschluss eines Raumes, (Zimmer-)Decke’ 2: Brauch-Anhalt 42 (ZE-Bor), ZE-Roß, 3: vereinz. w/s elbostf., 4: verstr. s CA, Brauch-Anhalt 42 (DE-Ra) – ’n Balleken weisen (weißen) Wb-Ak 31; bis n’n Balleken QUE-Di; Rda.: Dene ligget de Balken op’n Koppe ‘er langweilt sich zu Hause und geht deshalb ins Wirtshaus’ Sprw-Harzvorld 382. – 4. ‘Bodenraum über der Scheunentenne oder über Ställen’, auch ‘Raum der Scheune, in dem die Garben verpackt werden’,  Banse, 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm. (außer n WO), 3: HA-NHa – ’n ganzen Balken vull Weiten Wb-Altm* 49. – 5a. ‘schmaler, unbebauter Streifen zwischen Ackerstücken’, z.T. mit Buschwerk o.ä. bestanden, auch als FlN, 2: Wb-Altm 10, 3: Burghardt 1967,178. – 5b. ‘Spargelbeet’ 3: HA-Ost. – 6. Pl. ‘harte Erdschollen’, werden bei schwerem, trockenem Boden abgepflügt, 2: OST-Sta.
Lautf., Gram.: Balk(e)n, [balk()n], [balk] (anhalt.: [balgn]) Sg. und Pl.; außerdem: balkens Pl. Spr-Mab 385 (WO-Ol); Balkens Akk. Pl. Winter-Altm 74; [balk] verstr. Altm. (außer CALV n WO); Balke, b-, [balk] Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie), ZE-Göd Kö, Wb-Holzl 58, Wb-Nharz 20; Balle(c)k(e)n, [balk()n] ZE-Roß, HA-Oh, vereinz. s elbostf., verstr. s CA; [palkn] Wb-Be; [balk] Mda-Ze (vereinz. ZE); [bkn] SA-Die; [bk] verstr. nwaltm.; [blkn] BA-Ha; pleken Mda-Sti 2.
Ballen m. 1. ‘Packen, Bündel eines bestimmten Materials’ 3: HA-Oh, QUE-Di, 4: Wb-Ak 30, Wb-Be – an Bal’l Jte Wb-Ak 30. – 2a. ‘Muskelpolster an der Innenseite der Hand- oder Fußfläche’ 3: Wb-Nharz 20, 4: Wb-Ak 30, Wb-Be. – 2b. ‘krankhafte Schwellung am Körper’ 3: Wb-Nharz 20, 4: Wb-Ak 30 – ek hewwe d en orntlichen baln ln Wb-Nharz 20.
Lautf.: Ball(e)n; außerdem: Bal’l Wb-Ak 30; [paln] Wb-Be.
bedörftig Adj. ‘bedürftig’ 3: Wb-Nharz 22, QUE-Di.
Lautf.: bedarftich Wb-Nharz 22; bi- QUE-Di.
bedrgen Vb. ‘betrügen’ 1/2/3: verstr. nd., 4: Mda-Sti 22 und 53, Vk-Anhalta 85, Wb-Ak 35 – hei bedrüjjt OSCH-Ott; ek hewwe nich bedrn QUE-Di; Sprw.: Wer’n Bur’n bedregen will, de mütt fröh upstaohn. Bewohner-Altm 1,325; Denken un Meinen bedrüggt mannigeinen WE-Oster; köp Nahwers Rind un frie Nahwers Kind, da warst du selten bedragen WO-Gu; wär’t Krn n Wäge un de Mäkens op’n Danzbodden taxiert, bedriggt sik silwest BA-Re; subst.: Wat anfängt mit Leigen, mot ennen mit Bedreigen. Chr-Em 429.  TZ: anfleuten anfren anhchen anhübschen anleiden anputzen anrkern anschten anschummeln anschuppen anschustern ansmren anssen balbren bastharken bedümpeln beggeln beluchsen bemgeln beschten beschummeln beschuppen beseiweln betobiesen betrecken betrummeln betünteln frikassren gaunern hindergn lacken lackren lackmeiern lmen links mucheln werwittjen; bes. beim (Karten-)Spiel: buscheln fcheln fucheln fuckeln 1mauscheln mgeln muscheln, weitere Synonyme  schummeln.
Lautf., Gram.: Inf.: bedregen, -drg(e)n, [bdrgn] Wb-Altm 14, Bewohner-Altm 1,325, CALV-Zo; [-drg] SA-Ku, verstr. w Altm.; [-drj()n] vereinz. ö Altm., Dialekt-Ma 7 (verstr. w JE1); [-dr] vereinz. SA OST; bedreen, [bdrn] vereinz. ö Altm., JE2-Zo, Mda-Ze (vereinz. ZE); [-drn] Dialekt-Ma 7 (verstr. JE1), verstr. ZE; [-trjn] WO-Col; petrjen, pi- Mda-Sti 22 und 53; [bdrg] SA-Lüg Sa; [-trjn] STE-Buch Je; [-drin] STE-Bö Steg, JE2-Scho; [-drn] OST-GrRo, STE-Wa; [-trjn] WO-Zi; [-drn] Mda-Ze (ZE-Roß); betren Wb-Ak 35; -dreigen, -dreijen, [bdraejn], [-draijn] vereinz. elbostf.; [-draig] SA-Dä; bedrai’en, [-drain] Wb-Holzl 60, Dialekt-Ma 3 und 7 (vereinz. nö CA); -drei(h)n, -drain, -drin vereinz. elbostf.; bidrain OSCH-Di; [bdräig] verstr. nwaltm.; [-dräi] vereinz. SA; 3. Sg. Präs.: bedrüggt, -drüjjt, -drücht Hausfr-Altm 1928,93 (Kredel), vereinz. w elbostf.; -driggt, -drijjt, -dricht vereinz. mittleres/s elbostf.; Part. Prät.: bedrogen, [bdrgn] verstr. elbostf.; -dron Id-Eilsa 51; -drohn, -drn vereinz. w elbostf.; -trogen Vk-Anhalta 85; pe-, pitrgen Mda-Sti 23; bedraog’n Wb-Altm 279; [bdrn] QUE-Di; bedragen WO-Gu; -draw’n vereinz. Altm.; [bdrn] Dialekt-Ma 7 (vereinz. s JE1, ZE-Göd); [-draun] JE2-Scho; [-drt] Dialekt-Ma 7 (verstr. mittleres/s JE1).