Harkentinke(n) m., f. dass. wie  Harkentn, 3: BLA-Brau, QUE-Nei, BA-Fro Ra, 4: QUE-Frie, DE-Ra.
Lautf.: Harkentinken QUE-Nei; -zinken BLA-Brau, QUE-Frie, BA-Ra; Harkngzinkng DE-Ra; Harkentinke BA-Fro. – Gram.: f. belegt BA-Fro.
Hwertg n. 1. dass. wie  Hwertog 1., 3: verstr. Nharz., 4: verstr. nthür. – 2. dass. wie  Hwerstell, 3: WE-Dar He, BA-Ba Re, 4: BLA-Sti, QUE-Frie, BA-Ha.
Lautf.: Hwertg, -tüg WE-He, BLA-Wie, BA-Ho; -ti(e)g BLA-Ta Ti, BA-Ba; hwertch Wb-Nharz 72; Habertüg WE-Dee; -tüch QUE-Que; -tieg QUE-Tha West; Hawwertüg BA-Re; -tiech BA-Op Ra Rie; -ziek BA-Ha, -zi(e)g QUE-Frie, BA-Schie; -zch BLA-All Sti; [havrts] QUE-Hau.
heiraten Vb. ‘die Ehe eingehen’, vgl. fren, 2: SA-Altm Meh, verbr. OST GA, verstr. STE n WO, verbr. JE2 JE1 ZE, 3: WO-Gu, OSCH-Emm, WA-So, verstr. QUE CA, 4: QUE-Frie, BA-Ha, verstr. anhalt. – unsor Nabbor had jeheird BE-Scha; Sprw.: Wr starrewet, word jelwet un wr heirt, word schlecht jemacht. Wb-Ak 68.
Lautf.: heirtn, heirdn; außerdem: vereinz. heirtn.
Kartuffelkorf m. ‘kleiner geflochtener Henkelkorb, in den die geernteten Kartoffeln gelegt werden’ 2: verstr. s nbrdb., verbr. mbrdb., 3: verbr. elbostf., 4: QUE-Frie.  Afskekorf Bkorf Drgekorf rdtuffelkorf Füllkorf Füllfatt Handkorf Hängelkorf Henkelkorf Henkkorf Hwekorf Jrenkpe Kartuffelhandkorf Kpe Kltkorf Korf Leseeimer Lsekpe Lsekorf Lesekötze Pnert Plükkekorf Pottkorf 2Schelle Singpter Singpterkorf Swinge Tüffelkorf Wdenkorf.
Lautf.: Kartuffelkorf JE2-Cab, verbr. elbostf., -korb GA-Se, QUE-Frie, CA-Schö; Kartuffelnkorf vereinz. HA; Kartüffel- verstr. s nbrdb., GA-Wa, OSCH-Ott; Kartoffel- verstr. mbrdb., CA-Löd Pö; -korb verstr. s nbrdb., verbr. mbrdb., CA-Ba Pö.
Keiseke(n) f., n., m., vorw. im Pl. 1. dass. wie  Keileke(n) 1., 3: WO-Ba, Wb-Holzl 117, verbr. sw elbostf. QUE, 4: vereinz. nthür., Wb-Be. – 2. PflN ‘Traubenholunder’ 3: WE-Strö. – 3. PflN ‘ Wacholder’, 3: verstr. s/sw elbostf., 4: QUE-Frie. –4. PflN ‘Eberesche’,  Vgelbre, 3: OSCH-Krop.
Lautf., Gram.: f.: Keiseke, -ai- Wb-Holzl 117, verstr. sw elbostf., Mda-Sti 156; Pl., jedoch vereinz. Sg. m./n. möglich: Keise(c)ken, -ai- WO-Ba, verbr. sw elbostf., vereinz. QUE; Keisken vereinz. BLA, verbr. QUE, verstr. BA; Käsken verstr. BA; [kskn] Wb-Be; Kiseken WE-Kö; Kiesekens QUE-Nei; Kiesken QUE-St. – Etym.: wohl Mischform aus  Keileke(n) und Püsseke ‘Holunder’ < mnd. ped(d)ik ‘Mark, das Innerste in Bäumen und Sträuchern’ oder aus sorb. bezynka ‘Holunder’, vgl. u.a. Dahlberg 1941,57, Foerste 21957,1851, Wb-PflN 4,73; Bischoff 1957,516 hält slaw. Herkunft auf Grund der geogr. Verbr. für unwahrscheinlich.
Klocke f. 1a. ‘Glocke’, bes. die Kirchenglocke, verbr. – Der Klang der K. ist in zahlreichen Reimsprüchen nachempfunden: Bim, bam, bohler, Kost nen halben Daoler GA-Ga; Kümmt all to Kerk! Kümmt all to Kerk! OST-Sa; bimm baum, bälaumWE-Ve; Rätsel: Gät un schlät int Holt, Dag in, Dag ut: Un kümmt doch nich rut! Volksspr-Altm 93 (SA-Vi); Rda.: an de grte Klocke schlahn ‘etw. überall herumerzählen, aufbauschen’ CA-Fö; De hät de Klock lü’n hürt, weet äöwer nich wo’s’ hangen. ‘Er weiß nicht genau Bescheid.’ Bewohner-Altm 1,344; Nu weet ick, wo de Klocken hangen. a.a.O. 344; nu wettste, wat de Klocke eschlahn hat CA-Fö. – Brauch: Die K. wurde nicht nur zum Kirchgang geläutet, u.a. erinnerte das Läuten an bestimmten Tagen die Dorfbewohner an deren Ablieferungspflicht: Eier für den Pastor, Schütten (Abliefern) des Zehntgetreides, die Schüttenden bekamen Schnaps und Tabak. Brauch-Anhalt 92ff. (KÖ-Wa, DE-Ro). Am Michaelstag (29. September) läuten die Glocken Zinsen, Pachte, Swinegeld (OSCH-Krop). – Volksgl.: Die K. gilt vielfach als Vorzeichen des Todes: Vom Klang der Kirchenglocken heißt es, wenn sie singen, stirbt bald jmd. (GA-Ro). Klingt bei einer Beerdigung eine Glocke nach oder haben beim Leichenzug die Glocken einen traurigen Klang, so folgt bald ein weiterer Todesfall. Vk-Anhalta 174 (BE-Pei, KÖ-Kö Ost). Schlägt beim Trauergeläut die große Glocke zuerst an, ist das nächste Todesopfer ein Mann, bei der mittleren Glocke eine Frau, bei der kleinen ein Kind. a.a.O. 174 (BE-Pei). – 1b. ‘ Klingel an der Haustür’ 1: SA-Ah, 2: verstr. n/mittlere Altm., CALV-Calv, verstr. JE2, JE1-Mö, ZE-Wö Ze, 3: JE1-Pre, Wb-Nharz 100, BA-Rie, BE-He, 4: QUE-Frie, BA-Neu, DE-Grie Wö. – 1c. ‘kleine Glocke’, bes. für weidende Kühe und Schafe, auch am Schlitten, 2: SA-Sta, 3: Wb-Nharz 100. – 2a. ‘Uhr’, bes. die Turmuhr, 1: SA-Dä, 3: WO-Gu, Wb-Holzl 121, CA-Fö, 4: Wb-Ak 91 – uns Klock gaet to l aot ‘die Uhr geht nach’ SA-Dä. – Volksgl.: Das Schlagen der Uhren kann den nahenden Tod ankündigen: Schlägt die Turmuhr (Glocke) dem Geistlichen ins Vaterunser oder ins Amen, stirbt ein Kirchgänger. Vk-Anhalta 174 (KÖ-Ar, DE-Go). Gleiches tritt ein, wenn die Uhren vom Rathaus und vom Kirchturm gleichzeitig schlagen. a.a.O. 174 (DE-Je). Steht eine Wanduhr plötzlich still, stirbt am anderen Tag zur gleichen Stunde ein Verwandter. a.a.O. 174 (KÖ-Thu). – 2b. ‘Uhrzeit’ 2: Wb-Altm 106, Hausfr-Altm 1927,45 (STE-Ber), JE2-Scho Schön, verstr. ZE, 3: Rauch 1929,13, vereinz. HA OSCH, Wb-Nharz 100, Wb-We 67, 4: Wb-Ak 91, Wäschke 41920,8 – W hk is denn de Klocke? ‘Wie spät ist es?’ Wb-Ak 91; so umme half Klocke veiere rum OSCH-Wu; Ik ha äin Morr’n van Klock dree bet Klock nä’n Gras mäht … Hausfr-Altm 1927,45 (STE-Ber); Klocke fünwe is et doch all düster HA-Bo; … von Klockener viere bes Klockener achte …’ungefähr von 4 bis 8 Uhr’ Wäschke 41920,8. – 3a. ‘glockenförmiges, unten geschliffenes Gerät aus Metall zum Enthaaren gebrühter Schweine’ 1: SA-Roh, 3: HA-Oh, Wb-Holzl 121 (HA-Wo), QUE-Hau, 4: Wb-Ak 91. – 3b. ‘Glasglocke’, zum Abdecken von Nahrungsmitteln, 4: Wb-Be.
Lautf., Gram.: Klocke, [klok] Sg.; Klock(e)n, [klok] Pl.; außerdem: Klock SA-Ah Dä, verbr. Altm., JE2-Kam; Klöcke JE2-Schön; Glocke Sg., Glocken Pl., [glok] Pl. SA-Roh, STE-Grie, CALV-Calv, JE2-Scho, ZE-Wö, OSCH-Eils, QUE-Frie, BA-Neu, DE-Grie; Glock OST-Bre Na, GA-Jä; Jlocke, [jlok] JE1-Pre, Mda-Ze (ZE-Roß), Ldk-Anhalt 2,64 (ZE-Kö), CA-Ak, Wb-Be; Klockener Wäschke 41920,8: zur Angabe der ungefähren Zeit, Bildg. mit -er: ist ein abgeschwächtes der, ausf. vgl. der 5. Zuss.: zu 1b.: Hs-, Klinge(l)-, Klinger-; zu 3.: Kse-, Lampenglocke; sonstiges: ster-.
kloppen Vb. 1a. ‘klopfen, schlagen, hämmern’ 2: Wb-Altm 106, Spr-Altm 79, ZE-Roß, 3: vereinz. HA OSCH, Wb-We 67, Wb-Nharz 100, QUE-Di, 4: vereinz. omd. – an Nl inne Wand klopp’m Wb-Ak 91; hei het al umme dreije klopt Wecken durch Klopfen, Wb-Nharz 100; Rda.: hei is med den Dummbüdel ekloppet ‘er ist dumm, nicht bei Verstand’ Wb-We 67; Upp’n Busch klopp’n ‘jmdm. Informationen entlocken’ Wb-Altm 106. – 1b. ‘die Sense dengeln, durch Hämmern schärfen’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. mittleres SA, vereinz. OST, verbr. mittlere/s Altm. JE2 mbrdb., 3: verbr. elbostf., 4: BLA-Sti, QUE-Frie, vereinz. BA, verbr. ö CA BE, KÖ-Bie Cör, vereinz. DE – haste nau schon de Sese jekloppt? ZE-Steu. – Brauch: In der Feierabendzeit sa- ßen die Mäher auf der Straße vor den Haustüren und klopften ihre Sensen. Die Sense wurde auf einen Amboss gelegt und die Schneide langsam weiterrückend mit einem Hammer solange geklopft, bis sie haarscharf war. HA-Ack.  denneken hmern 1hren. – 1c. ‘durch wiederholte Schläge Bast von einem Weidenzweig zur Fertigung einer Flöte lösen’, dabei wurden Bastlösereime gesungen oder gesprochen, 1: Matthies 1912,7 (SA-Fa), 2: vereinz. Altm. (außer GA), verstr. mbrdb., 3: vereinz. nw elbostf., verstr. sö elbostf., 4: verstr. nthür., vereinz. anhalt. – Bastlösereim:Klopp, klopp Stoak’n
will’n Fleit moak’n.
All Wied’n goahn aff,
un du geihst ouk aff.
Matthies 1912,7 (SA-Fa).
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d. ‘Getreide dreschen’,  dörschen, 4: BE-Neu. – 1e. ‘Steine mit dem Hammer zerkleinern’, bes. solche, die zur Instandhaltung der Chausseen dienten, 3: HA-Oh, Wb-Nharz 100. – 2. refl. ‘sich  balgen, prügeln’ 1: SA-Bee, 2: Wb-Altm* 78, SA-Pre, GA-Ga Ro, STE-Ta, JE2-Me Schar, vereinz. mbrdb., 3: vereinz. n elbostf. w JE1, Wb-We 67, WE-Be, Wb-Nharz 100, 4: vereinz. w anhalt. – se hebben sek hellesch eklopt Wb-Nharz 100. – 3. ‘kaufen’ 3: Id-Queb 4.
Lautf., Gram.: klopp(e)n; außerdem: klopp’m, kloppm SA-Brie, GA-Lo, JE2-GrWud, JE1-Wo, QUE-Di, CA-Atz, Wb-Ak 91, KÖ-Kör, DE-Ra; [klop] GA-Sche, JE2-Scho, JE1-Re, Wb-Be, DE-Els; klopp Imp. Sg. Matthies 1912,7f. (SA-Fa NFe, STE-Hü), OST-Sa, STE-Ho Schä, BE-Nie; kloppe Imp. Sg. GA-Fe, WO-An, verstr. mbrdb., vereinz. nw elbostf., verstr. sw elbostf., vereinz. omd.; gekloppt Part. Prät. JE2-Schar; [klpm] Siedler-Je § 252, HA-Uep; klobb(e)n SA-Mel, STE-Han Sto, WO-Ri; klobm, [klob] SA-Dä Rist, CA-Ak; [glob] verbr. BE, Mda-Fuhne 16 (DE-Ca); klopfen OST-Möl Ucht, STE-Schä, WO-Ro, JE2-Alt Ge, vereinz. JE1, ZE-Ra, CA-Schw; klopfe Imp. Sg. BA-Neu Sip, KÖ-Ma; [glub] veralt. Mda-Fuhne 16 (DE-Ca). Zus.: zu 1a.: in-.
Knorrholt n. 1. dass. wie  Knorren 1a., 2: GA-Bo, ZE-Na, 3: HA-Oh, 4: QUE-Frie, DE-Lin. – 2. dass. wie  Knorren 1b., 4: DE-Or. – 3. dass. wie  Knorrdost 1a., 3: Wb-Nharz 103.
Lautf.: Knor(r)holt GA-Bo, HA-Oh, Wb-Nharz 103; -holz DE-Lin Or; Knorre- ZE-Na; Knurr- QUE-Frie.
Kummetgeschirr n. ‘Geschirr für Zugtiere, bei dem das Zugtier mittels des um den Hals gelegten  Kummets zieht’ 2: verstr. nbrdb., JE1-Zi, 3: verstr. elbostf., 4: QUE-Frie.
Lautf.: Kummetgeschirr QUE-Frie; -geschirre WO-Eb; [kumtjr] QUE-Hau; Kummtgeschirr vereinz. Altm.; -geschirre JE1-Zi; -jeschirr OST-Na; [kumdjir] GA-Da; Kummgeschirre JE2-Ba; Kumbtgeschirr JE2-Neu; Kump- SA-KlGa, OST-Lin; -jeschirre WE-La; -jeschürre WE-Strö Zi; -jeschörre vereinz. w elbostf., WA-Un; Kumpengeschirr STE-Bir.
Mädchentanz m. ‘Tanzfest, zu dem die Mädchen eines Ortes einluden’ 4: QUE-Frie, verbr. anhalt. – Brauch: Der M. fand hauptsächlich in der Pfingstzeit oder zu  Johann statt. Da die Mädchen die Einladenden waren und auch die Kosten übernahmen, stand ihnen das Recht zu, sich ihre Tanzpartner auszuwählen. Mit diesem Fest verbundene Spiele, die das Austreiben des Winters und den Beginn der Wachstumsperiode symbolisierten, fanden bereits um die Wende zum 20. Jh. nur noch vereinz. statt. In einigen Orten Anhalts wurden zudem Braut- oder Königspaare gewählt. Vk-Anhalta 250ff., Vk-Anhaltb 14 und 61, Ackerbau-Anhalt 327ff.
Lautf.: Mädchentanz; außerdem: [mnsdans] Mda-Fuhne 14 (DE-Ca).