Langenstein ON – Neckreim:In Langenstein
Kucket de Schape in Schornstein
3: Vk-Harz 3,75;
Langensteinsche Klippenschieter NeckN für die Bewohner von Langenstein, 3: QUE-West.
Lerborn m. ‘Drehbrunnen’,  Born, 2: STE-Ga, 3: WO-Hei, QUE-West.
Lautf.: Leierborn.
lk Adj., Adv. 1. ‘gleich, übereinstimmend, ebenso’ 2: verstr. Altm., 3: verstr. elbostf. – lke gret HA-Oh; Sprw.: Hen un her is lik wiet. Bewohner-Altm 2,123; Heiratsregel:Liek Gd, lieke Jhr
Geben dat beste Pr.
Hochzeit-Altm 63.
– 2. ‘sofort’,  glk, 1: SA-Ah, 3: Wb-Nharz 117 (QUE-West). – 3a. ‘gerade, nicht krumm, in unveränderter Richtung’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 127, JE2-Scho – like Reg’n (Reihen) Wb-Altm 127; lk äöw’r ‘genau gegen- über’ a.a.O. 127; du müst dän Drt lke bin (biegen) JE2-Scho. – 3b. ‘flach, eben’ – op lieker Ere sien 3: Id-Eilsa 76. – 4. ‘ steil, stark ansteigend’ – däi Lerrä stait tau liek 1: SA-Dä. – 5. in der Verbdg.: lk un recht dn ‘aufrichtig und redlich handeln’ 2: Wb-Altm. 127. – 6. ‘trotzdem, dennoch, gleichwohl’ 3: Wb-Nharz 117 (BLA-Ben).
Lautf.: li(e)k, lk SA-Ah Dä, verstr. Altm., HA-Oh, Wb-Nharz 117 (5.); like, [lk] JE2-Scho, verstr. elbostf.
Linnewwerstl m. dass., 2: WO-Loi, JE1-Ro Wo, 3: vereinz. n elbostf. OSCH, QUE-West.
Lautf.: Linneweberstohl WO-Loi; Linnewäber- WO-El; Linneweberstauhl vereinz. s GA OSCH, QUE-West; Linnewewer- vereinz. HA; Linneweberstuhl JE1-Ro; Linewär- JE1-Wo.
lütt Adj. 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm., verstr. JE2, vereinz. JE1, ZE-KlLei, 3: verbr. elbostf. (außer s WA, CA belegt nur CA-Löd), 4: Wb-Ak 107, BE-Fr 1. ‘von vergleichsweise geringer Ausdehnung, geringem Umfang’,  kleinlittchen Hoff ‘kleine Bauernwirtschaft’ Beiträge-Nd 65 (WO-HWa); düt lütje Bauk Klaus 1936,III; der lüttje Finger QUE-West; sik ne lüttje Wost snurren (erbetteln) HA-Oh; dät Schwn is lütt as Frkng JE2-Scho; Hannjochen hare sick en lütgen witten Spitz opetreckt … Rauch 1929,70; det is mann rechtn lüttjen Mda-nwJe1a 36 (JE1-Ih); in mda. Benennungen der ON statt standardspr. Klein-: Littjen Garmslä ‘Klein Germersleben’, Littjen Wanzlä ‘Klein Wanzleben’ Wb-Holzl 137; Lüttchen Möringen ‘Klein Möhringen’ STE-KlMö; … eyn hus … in der lutken straten … 1471, StB-Neuhaldenslebena 91. – 2. ‘von vergleichsweise geringer Zeitdauer’ – tf’n lüttj ‘warte ein wenig’ Wb-Altm 130; Bi lütgen (nach und nach) har et an e fänget … Rauch 1929,71; Rda.: dat dert ne lüttje wichkeit! ‘das dauert aber lange!’ HA-Oh. – 3. ‘jung, noch nicht erwachsen’ – liddjes Dingg ‘kleines Kind’ BE-Fr; ein lüttjeck Kind OSCH-Ba; lüttje Oanten ‘junge Enten’ SA-Stei; De litje Rosel von Schulzens … Spr-Asch 24; dat Kint is noch tau lüttich HA-Oh; Sprw.: Lüttje Lü’e owerloopt laicht mid Zorn Wb-Holzl 34.
Lautf., Gram: lütt verstr. nwaltm., verbr. Altm., verstr. JE2, JE1-Kra, Id-Queb 9; lütte (wohl vorw. attr. sw. Nom. Sg., aus Belegen nicht ersehbar, ob attr. oder präd. Verwendung, gilt auch für die nachfolgenden -e Formen) vereinz. mittleres/s JE2; Lütt m. Wb-Altm 130; Lütten m. Akk. Sg. WO-Gli; Lüdden m. Akk. Sg. STE-Osth; (bei) litt’n Wb-Ak 107; lüttig, -ich vereinz. n elbostf. OSCH; luttich OSCH-Di; lüttk, [lütk] verstr. nwaltm., Wb-Altm 130; lüdk SA-Böd; lüttg Wb-We 84; lütkt SA-Pe; lüttge (wohl vorw. attr. sw. Nom. Sg.) JE2-Go, vereinz. n/w elbostf., QUE-Su; Lüttgen m. Akk. Sg. OSCH-KlQue; lüttj, lüttch vereinz. Altm. n elbostf., OSCH-Eil, Wb-We 84; lüttje, lüttche (wohl vorw. attr. sw. Nom. Sg.) vereinz. SA OST, verstr. s Altm., vereinz. JE2 JE1, ZE-KlLei, verbr. elbostf. (außer s WA, CA belegt nur CA-Löd); Lüttje, Lüttchen. CALV-Calv, JE2-Alt, verstr. n elbostf., vereinz. OSCH WE; Lütsche n. WO-Col; lüttjet (st. n. Nom. Sg.) JE1-Re, verstr. elbostf.; [lit] Beiträge-Nd 65 (WO-HWa), littch Wb-Holzl 135; litsch QUE-Tha; lit(t)je, littche (wohl vorw. attr. sw. Nom. Sg.) GA-Esch, WO-GrAm, WA-Sche, WE-Ost, Wb-Nharz 118, BA-Re, Spr-Asch 24; [lidjs] st. n. Nom. Sg. BE-Fr; litje m., n. Wb-Nharz 118; Littchen m. Akk. Sg. WE-Ost; Litsche n. GA-Bo; lüttgig, lüttchig, -jig, -ich SA-Im, verbr. n elbostf., Id-Eilsa 77, OSCH-Ho, WE-Is Rho; luttjich OSCH-Be; littjig, litjich HA-Va, Wb-Nharz 118; lüttjek st. n. Nom. Sg. OSCH-Ba Schl, verstr. WE; lüttjekes st. n. Nom. Sg. OSCH-Eils; lutjek st. n. Nom. Sg. OSCH-Di; littchek st. n. Nom. Sg. QUE-Su; lüttchen JE2-Za.
Mlhse m. ‘ Bäcker’, scherzh., 3: ADVk Nr. 238b (QUE-West).
Melk f. 1. ‘flüssige, weiße, fetthaltige Absonderung der Milchdrüsen bei Säugetieren’, bes. die als Nahrungsmittel verwendete von Kuh, Ziege, Schaf, verbr. – drinkste denn Melk? WO-Dru; de Melk jerünnt HA-Oh; dai Mek is blarrarich (dünn) SA-Dä; Rda.: De hät wat in de Melk to brocken. ‘Er ist wohlhabend.’ Bewohner-Altm 1,349; sauveel Maat (Liter) Melk n De, sauveel Sticken Botter de Woche BA-Re; Sprw.: wer de Melk in Kaffee drinkt, kann nich bottern QUE-West. – Nach dem Melken wurde die M. durch ein Seihtuch gegossen: dat Mek wt drgng Saidauk saiet SA-Dä. Die anschließend in  Satten gefüllte M. lagerte bei gleich bleibender Temperatur so lange im  Melkschapp, bis sich an der Oberfläche Sahne bildete: d is all schn Rm up de Melk JE2-Scho. Nach dem Abschöpfen und weiterer Reifung wurde diese zu  Botter weiterverarbeitet. Übrig blieb die  Mgermelk, die nach der Gerinnung zur Herstellung von  Käse 1. und  Quark verwendet wurde. Bauernwelt-Ze. – Volksgl.: Frisch gemolkene M. darf nur verdeckt über den Hof getragen werden, da die Kühe sonst den  Sunnenschott bekämen. Bauernwelt-Ze, Vk-Anhalta 210 (ZE-Stre). Um die M. oder die Kühe vor Behexung zu schützen, streut man an die M., die über die Straße getragen werden muss, einige Körner Salz oder einige Stücken Brot (KÖ-Ar, DE-Go). Vorbeugend gegen blaue, d.h. fettarme M., wirkt die Fütterung der Kühe mit Tüpfel-Hartheu am Johannistag. Vk-Anhalta 210. Geben die Kühe dennoch blaue M., gießt man etw. davon nach Sonnenuntergang in ein flie- ßendes Gewässer, wobei man der entschwindenden M. nicht nachsehen darf (HA-Gro). Gegen blutige M. hilft das Melken durch einen alten Besen (WO-Ir). Zauber-Ma 90. – 2a. in der Verbdg.: ste Melk ‘frische Vollmilch’ 1: SA-Rist, 2: Brauch-wAltm 21. – 2b. in der Verbdg.: gue (gute) Melk dass., 3: OSCH-Har. – 2c. in der Verbdg.: sre Melk ‘Sauermilch’, war ohne oder mit Zusätzen (Brot, Zucker, Zimt, Rosinen) beliebtes Gericht während der Sommermonate, 2: JE2-Gü Nka, Bauernwelt-Ze, 3: verstr. elbostf., 4: BE-Dro Grö La, DE-Schie – de sure oder dicke Melk hem se in’n Sommer jern’ne jetten met’n Stücke Brot dotu JE2-Gü. – 2d. in der Verbdg.: dicke Melk dass., 1: SA-Meh Rist, 2: GA-Ziep, WO-Ri, verstr. JE2, Vk-Anhaltb 10 (verbr. ZE), 3: WO-Ir, JE1-Nie, HA-Bee Oh Sie, BLA-Brau, 4: Vk-Anhaltb 10 (verstr. anhalt.) – hte und jefft änne Satte dicke Melk JE2-Scho. – 3a. ‘milchiger Saft keimender Getreidekörner’ 3: vereinz. elbostf. – de weiten is in der melk (während des Keimens) forfrren Wb-Nharz 125. – 3b. ‘milchiger Saft in Pflanzen’ 3: Wb-Nharz 125.
Lautf.: Melk verbr. nd.; Mellek, [melk] Mda-nwJe1a 41 (JE2-HSe), vereinz. w ZE, HA-Oh, OSCH-Di, vereinz. s elbostf.; Meak SA-Ko; [mek] verstr. nwaltm.; [meok] SA-Ah Al Hö; [mlk] Mda-Ar 27, Mlk Wb-Altm 136; mälek Mda-Ro; Mäak SA-Bon; [mk] SA-Die; [mk] SA-Pü; [mok] SA-Zie; Mäek SA-Scha; Mölk OST-Wah; [mölk] BLA-Be; [mk] SA-Rist; [mök] SA-Ev; [möok] SA-Ku Sal; Mjok SA-Rist; [müak] SA-Kuh; Milch, [mil] verstr. ZE, CA-Ca, BE-Grö, DE-Schie; [mil] Mda-Ze (ZE-Gro Roß); Millich, [mili] Mda-Ze (ZE-Gro Roß), BA-Ha, vereinz. w anhalt.; melech Mda-Sti 176; [ml] BA-Ha. – Gram.: n. belegt SA-Ch Dä. Zuss.: zu 1.: Kalbsmilch, Klopp-, K-, Mger-; zu 3b.: Hunde-, Keiseken-, Keitschkenmilch.
Mlswle f. TiN ‘Mehlschwalbe’,  Swalwe, vgl. Mehlschwalbe, 3: QUE-West.
Lautf.: Mehlschwahle.
1Ms n. 1. ‘breiartige Masse aus gekochtem Obst oder gekochten Rüben, Kartoffeln, Erbsen u.ä.’, bes. ‘Pflaumenmus’ verstr. – dat Maus is siua SA-Dä; wie willt Maus kok’n HA-Bee; d müst dät Ms ümran JE2-Scho; Rda.: tau Maus slen ‘verprügeln’, auch ‘zerschlagen, zerstören’ Wb-We 87; Maus is en Brotdieb QUE-West. – 2. ‘Mehlsuppe’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 139, STE-GrMö Ho Schi.
Lautf.: Moos, [ms] SA-Ku Zie, verstr. Altm., JE2-Scho, Dialekt-Ma 10 (verstr. sw JE1, JE1-Me Wa); Maus, [maus], [maos] verstr. nwaltm. elbostf.; Mus, [ms] vereinz. omd.; [ms] Dialekt-Ma 10 (verstr. mittleres/s JE1), Mda-Ze (ZE-Gro Reu Stre); Must WE-Oster; mst, must Mda-Sti 180. Zuss.: zu 1.: Kartoffelmus, Keiseken-, Kersen-, Klecker-, Klicker-, Lecker-, Lungenmus, Milchmus, Msken-; zu 2.: Klikker-, Klter-.