grt Adj. verbr. 1. ‘von vergleichsweise beträchtlicher Ausdehnung, beträchtlichem Umfang’ – En Pott vull Futter, grot un swaar ... Gorges 1938,12; ... en groot Stück Speck ... Brauch-wAltm 70 (GA-Ber); ... ’s war viel jreeßer ... Richter o.J. 5; d hest wa ne jrte Fratte (Warze) anne Hand JE2-Scho; ... de een dat was’n hell’schen groten Kerl ... Pohlmann 1905 ff.,124 (OST-GrRo); schwaere Per ... trecken dann grauten Woagen SA-Bee; ... un schmeet’nt up’n groten Hup. Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie); Verbdg.: sich grot maken ‘sich auf Zehenspitzen stellen, um größer zu werden’ WA-See; Rda.: ... jroß wie de Kuchnteller ... Krause 1964,17; hält grote Schticken op ne ‘hält sehr viel von ihm’ Sprw-Börde; grte grosnen in’n sakke hebben ‘große, illusorische Pläne hegen’ Wb-Nharz 65; Sprw.: Een grod Minsch is’n klein Ledder in’t Hus. Bewohner-Altm 1,350; der dümmste Buer het de grötsten Tüffeln JE2-Bö; jrte Wunne jefft jrte Nrwen JE2-Scho. – 2a. ‘eine höhere Anzahl an Lebensjahren aufweisend, älter’ – de merschten harrn jröttere Kinder to hus JE2-Gü. – 2b. ‘für die älteren Schüler zuständig’ – de grte schaule Wb-Nharz 65; de grete Kanter HA-Oh. – 2c. ‘(fast) erwachsen’ – Un wenn Kinner grot wän ... Hausfr-Altm 1928,94 (Kredel); Sei sülben wören alle to hope bi Kohlzupp grot worren ... Essen-nwAltm 91 (SA-Han); dat is’n greten Bengel HA-Oh; ... de janzen Paschlewwer Leite, jroß un kleen ... Wäschke 61915,5. – 3. ‘erheblich, beträchtlich, von hoher Intensität’, auch ‘eine beträchtliche Menge darstellend’ – jrßes Wasser ‘Hochwasser’ Wb-Ak 81; b dui greot Hitt döst ’n bannich SA-Dä; ... de grötste Prahlenbarg in ganz Sleddenstidde. Wedde 1938,23; ... hadden se immer jroßen Arfolch bei de Zarbstor. Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze); ... umme dat de Not nich gar te groot sien solle ... Wille 1927,XV (BLA-Be); Sprw.: Je grötter (zu 1.) et Stücke, je grötter et Glücke. Sprw-Harzvorld 399. – 4. ‘sehr, überaus, stark, viel’,  bannig, in Verbdg. mit einer Negation: ‘nicht viel, wenig, kaum’ – groot nödich hem’m Wb-Holzl 98; D is nich jrß was zu arre’m (erben). Wb-Ak 81. – 5. ‘sehr aufwändig, großartig, wirkungsvoll, auf große Wirkung zielend’ – dai Kinndoip wd greot fat (gefeiert) SA-Dä; Rda.: ’s jrße Wort fr’n ‘tonangebend sein’ Wb-Ak 81; Sprw.: in de Br (Börde) hemm’se grete Wr (Worte) HA-Oh. – 6a. ‘bedeutend, gewichtig’ – ... weile in Große Paschlemn die jretzte Sähnswurrigkeet harre, nämlich anne Inschrift. Wäschke 61915,13; Rda.: dat is keine grete Sache nich ‘das ist leicht zu bewerkstelligen’ HA-Oh. – 6b. ‘sozial höher gestellt, angesehen, vornehm, wohlhabend, mächtig’ – grte lde Wb-Nharz 65; grote Buern Sprw-Börde; ... un behannele öhm als’n groten Harrn. Rauch 1929,87. – 7. ‘wesentlich, hauptsächlich’ – Verbdg.: in greten Ganzen HA-Oh.
Lautf., Gram.: gro(o)t, j-, [grt], [jrt] verstr. ö/s nwaltm., SA-Kal, vereinz. s GA (n der Ohre), verbr. mittlere/ö Altm. n/mittleres JE2 mbrdb. elbostf.; groß, j-, [grs], [jrs] vereinz. s ZE, BE-Gü, verbr. omd.; gret, grt HA-Oh, WE-Wa; groat SA-Kun, vereinz. nw OST ö GA (n der Ohre); grout, [grout] OST-Meß Schön, vereinz. sw GA (n der Ohre), STE-Ho, Matthies 1912,30 (STE-Que), CALV-Uth Zo; groaut SA-Ra, vereinz. mittleres/s GA (n der Ohre); graut, j-, [graut], [jraut] verbr. w Altm. (nach S hin abnehmend); [raut] vereinz. mittleres SA; gruot OSCH-Di; gruet, j- WE-Rok, Mda-Ro; [jrs] Mda-Fuhne 20 und 79 (vereinz. sw KÖ, KÖ-Me, DE-Ca Que – ältere Generation); [greot] verbr. nwaltm.; Kompar.:gröter Matthies 1912,29 und 30 (SA-NFe, OST-GrRo); jreeßer, [jrsr] Mda-Ze (ZE-Roß), Richter o.J. 5; grötter-, j- Bewohner-Altm 1,332, JE2-Gü, verstr. n/w elbostf.; gretter, j-, [jretr] verstr. ZE mittleres/ö/s elbostf.; jresser, jreszer, [jresr] ZE-Roß, Mda-Sti 37, Wb-Ak 81; Superl.: jreeßt-, [jrst-] Mda-Ze (ZE-Roß), Heimatkalender-Ze 1962,89 (ZE-Ze); gröt(t)st-, j-, [grötst-] SA-Dä, vereinz. nbrdb., verstr. n/w elbostf.; gröttest- vereinz. mittleres/sw elbostf.; gret(t)st-, gretzt-, j-, [jretst-] verstr. ZE, Sprw-Börde, Wb-Nharz 65, Mda-Sti 37, Wb-Ak 81, Wäschke 61915,13; jrest- Wb-Ak 81.
Grummet m., n., f. dass. wie  Grumm(e), 1: SA-Bee, 2: Wb-Altm 69, vereinz. mittleres OST n WO mittleres JE2, verbr. mbrdb., 3: vereinz. w JE1 HA mittleres elbostf., verstr. sw elbostf., verbr. sö elbostf., 4: verbr. omd. – wor h’l mrjen es Jrummd BE-Am; ... un de Grummet mal ummewennen? Lindaua o.J. 146.
Lautf.: Grummet, J- Wb-Altm 69, vereinz. mittleres OST, WO-Mah Zi, vereinz. mittleres/s JE2, verstr. JE1, verbr. ZE, vereinz. HA mittleres elbostf., verstr. s elbostf., verbr. nthür., vereinz. s CA, Krause 1964,110; Jrummit ZE-Cob Gö; Grummt, J- (anhalt.: [jrumd]) SA-Bee, WO-Co, JE2-Pa, verstr. w/mittleres/s JE1, ZE-Göd, vereinz. s ZE HA OSCH, WA-Am Re, verstr. s elbostf., verbr. anhalt.; Gram.: m.; außerdem belegt: n.: vereinz. sw JE1, ZE-Bur Stra, WA-Am, vereinz. s elbostf., BA-Ha, verbr. anhalt.; f.: JE1-Lei, Lindaua o.J. 146, HA-Vö, BLA-Sti, CA-Ma.
Holt n. 1. Holz zur Verwendung als Bau- oder Brennmaterial bzw. zur Herstellung von Gegenständen, verbr. – dat Ding is t Holt emket HA-Oh; dät Schplint is t Holt emokt JE2-Scho; dät Holt is fsch (morsch) JE2-Scho; dat Ht hat all feaschpaokt (verrottet) SA-Dä; Hols hr! Kommando beim Fortbewegen schwerer Gegenstände, Wb-Ak 71; Rda.: dat is ne farschtersdochter, d het holt for der dr ‘sie hat einen üppigen Busen’ Wb-Nharz 81; ut Holt laten sich keine Bolzen dreihen ‘wer dumm ist, den kann man nicht gescheit machen’ Sprw-Börde; Sprw.: wu man Holt hauwet, fallt Späne Wb-We 53; Rätsel: Liet in’n Holte un schreit in’n Dörpe? – das Kind in der Wiege, Chr-Em 438; Liet int Holt un jeiht. – der Brotteig, STE-Ost; Wat liet in’t Holt un’ hät’n Hütken up? – das Bier im Fass, Bewohner-Altm 2,174; Steiht in’t Holt un lärmt. – der Pfarrer auf der Kanzel, SA-Rie; Wecker steiht in’t Holt un’ lärmt all’ Lü an, un’ keener därft äm Antwuhrt gäwen? – dass., Bewohner-Altm 2,168; Wat geiht in Holte un schitt witt? – die große Säge, HA-No; … do arbeiden se disse bruggen mit allen truwen unde vulbuweden de bruggen … und dat holt koften se ut dem holte to Gusen. 1422, Schöppenchr-Ma 368. – 2. ‘klein gehacktes (Stück) Brennholz’, vorw. in der Verbdg.: kleinet Holt, vgl. auch Kleinholt,  Klwe(n), verstr. – Bei min’n Onkel […] mockten se Holt. Heimatkalender-Je 1927,118 (JE2-Vie); Hle m an Armvull Hols inne Kiche! Wb-Ak 71. – 3. ‘Wald’ 1: SA-Bee Ch, 2: verstr. Altm., Siedler-Je § 271, JE1-Scha, 3: verbr. elbostf. (außer CA), 4: verstr. nthür. w BE; häufig in FlN, FlN-Ma/Anhalt 66 (verstr., außer nö Altm., w anhalt.) – ich je ins Hols BE-Fr; in’t Holt feuern HA-Oh; nn Holte ‘in den Wald’ WO-Mei; op’n Holte gn ‘durch den Wald gehen’ Wb-We 53; op’n holte rnt et Wb-Nharz 81; Rda.: holt rit un frit ‘im Wald zerreißt man leicht die Kleidung und bekommt man schnell Hunger’ Wb-Nharz 81; Sprw.: So ass’n in’t Holt rinn schrt, so schrt wedder rt. Wb-Altm 277; Item. hy heth ok bekant, dat hy to Brunßwik in der Dyffestraten eyne ko gestalen heth und hadde dy in dat holt gefurth. Dar is sy. 1487 FB Zerbst 35; Die dritte gemein heist das Forttichen, ist ein holz; … Amt Dessau und Lippehne 1547/49, Landreg-Anhalt 1,74.  Busch Danne Fichte Forst Fre Hg(en) 1Heide Kne Lfh gen Lfholt.
Lautf.: Holt verstr. brdb. elbostf.; Haolt GA-Mie, STE-Lü; Ho(o)t, [ht] verstr. nwaltm.; Hooed SA-Ah; Holz, [holts] verstr. s ZE, OSCH-Emm, verstr. sö elbostf. omd.; Hols Wb-Ak 71, [hols] verstr. w JE1 nö CA, vereinz. BE; [hol(t)s] Dialektgeogr-Elbe/Saale Kt. 3 (verbr. s ZE n CA anhalt.) – Etym.: Hols hr! Wb-Ak 71 auch als ‘Hol es her!’ deutbar. Zuss.: zu 1.: Hassel-, Huppen-, Kappen-, Kn-, Krn-, Kersen-, Knallbüssen-, Knorr-, Krp-, Lang-, Lattenholz, Linden-, M ser-, Meine-, Mrwe-, Mudden-, Nütt-, ster-; zu 2.: Heinotter-, Kachel-, Kachelwen-, Kn-, Klafter-, Klapperholz, Klapperstorchenholz, Klein-, Klwen-, Knäcker-, Knack-, Knäppnerholz, Knickholz, Knister-, Knüppel-, K-ken-, Kreien-; zu 3.: Lf-; sonstiges: Hänge-, Hangel-, Hn-, Harken-, Helm-, Hinderass-, Kant-, Krf-, Klapphölzer, Kn-wel-, Knüppel-, Kopp- , Krnen-, Krümmel-, Krumm-, Kummet-, Mler-, Mangel-, Mantel-, Nudelholz.
Hrn n. 1a. ‘spitzer, harter Auswuchs am Kopf bestimmter Tiere’ verstr. – d Osse het tw Hne JE2-Scho; Rda.: sek dat Sl ümme de Hören smiten laten ‘sich zur Heirat bewegen lassen’ Wb-We 53; einen in horne hebben ‘betrunken sein’,  dn, Wb-Nharz 82; Hei nämmt sick vöäl up de Höär’n. ‘Er bürdet sich viel auf, stellt sich schwierige Aufgaben.’ Bewohner-Altm 1,338; Wenn ‘r Häörn hr, denn stött ‘r. ‘Wenn er könnte, wie er wollte, so käme man mit ihm nur schwer aus.’ Wb-Altm 278; j elder de bok, j schtwer et horn obszö- ne Anspielung, Wb-Nharz 82. – 1b. ‘Geweih’ 3: OSCH-Di. – 1c. ‘die von Tieren an Hörnern und Hufen gebildete harte Substanz’ 3: Wb-Holzl 106, OSCH-Di. – 2. ‘schmerzhafte Beule, die man sich durch Stoß oder Schlag zugezogen hat’,  Brsche, 1: SA-Bee, 2: GA-Wu, JE1-Schor, ZE-Cob, 3: vereinz. elbostf., 4: BA-Ha Sil, Wb-Ak 71, CA-Löb, verbr. BE – d hasd awwor an Horn n Gobb BE-Gü; ich hawwe mich an orntlijes Horn ’n Tts jerennt Wb-Be. – 3. ‘das spitze Ende einer Leiter’ 3: Wb-Nharz 82. – 4. ‘hornförmiges Gerät des Schmieds, das in den Amboss gesteckt wird’ 4: Wb-Ak 71. – 5. Dim. ‘Gebäckstück von gekrümmter Form’ 2: STE-Ste, JE1-Scha, 3: WE-Elb, BLA-Hü. – 6. ‘Winkel, auslaufendes Ackerstück, in eine Niederung oder ein Gewässer hineinragende hohe Landzunge, Halbinsel’, in FlN, 2: vereinz. Altm., verbr. JE2 JE1, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt – … dat hus geleghen up dem horne … 1428, SchB-Akenc 37; … izlicher hat zu seinem hauß 2 stucken oder 1 horn oder 1 kabel graß zu Nawendorf. Amt Dessau und Lippehne 1547/49, Landreg-Anhalt 1,54.
Lautf.: Hoorn, Hrn Wb-Holzl 106 (1c.), verstr. s elbostf.; [hrn] GA-Da; [hn] OST-Ko; Hern HA-Oh; Horn, [horn] SA-Bee, GA-Wu, JE1-Schor, Mda-Ze (ZE-Roß), ZE-Cob, HA-All, verstr. s elbostf., verbr. nthür. w anhalt.; horne, [horn] verstr. ZE; huoren (1c.) OSCH-Di; Höörn, Hrn verstr. w elbostf.; Hern WE-Wa; [hn] SA-Ku, OST-Kru; [hn] WO-HWa; Hören Wb-We 53; Häörn Wb-Altm 77; [hr] Siedler-Je § 117 (s JE2); [härn] Siedler-Je § 117 (s JE2, n JE1); [hn] SA-Jü, verstr. n/ö Altm.; [hän] Siedler-Je § 117 (n JE2); [hn] Mda-Ar 30; [hn] verstr. s Altm.; [hon] GA-Bo; [hn] JE2-Scho; Hörn HA-Sie, OSCH-Hor; hüören OSCH-Di (1b.); [hr] Siedler-Je § 117 (mittleres JE2); [hr] a.a.O. § 117 (s JE1); [hrn] a.a.O. § 117 (s JE1); [hn] WO-Mei; [haen] SA-Hö; [hoin] SA-Die Pe Wü; [häin] SA-Da El; [hurn] DE-Ca (veralt.); Dim.: Hörnchen STE-Ste, JE1-Scha, WE-Elb, BLA-Hü. – Gram.: Pl.: Höörn Wb-Holzl 107; Häörn Wb-Altm 278, Höär’n Bewohner-Altm 1,338; [hn] SA-Ku, OST-Ko Kru; [hn] GA-Bo, WO-HWa; Hern HA-Oh; Hörner Spr-Altm 78; Hören Wb-We 53; [hrn] GA-Da; [hn] SA-Jü, verstr. n/ö Altm.; [hn] verstr. s Altm.; [hon] GA-Bo; [hn] JE2-Scho; [hn] WO-Mei; [hoin] SA-Die Pe Wü; [häin] SA-Da El; [haen] SA-Hö; [hernr] Mda-Fuhne 67 (verstr. s anhalt.); hernder Mda-Sti 46; [horner] ZE-Roß, Horner Wb-Ak 71; [hornr] Mda-Ze (verstr. ZE); Harrner QUE-Di; [harnr] Mda-Fuhne 67 (verstr. anhalt.); harnr Mda-Ro; harnder Wb-Nharz 82. Zuss.: zu 1.: Hirsch-, K-; zu 5.: Martins-; sonstiges: K-.
in 1. Präp. räumlich, verbr. – a. zur Bezeichnung eines Raumes, Bereiches, innerhalb dessen sich etw. befindet, geschieht – de Kinner spöeln in Grass SA-Bee; d Hoischprengsel (Heuschrecke) sitt int Gras JE2-Scho; hei is in Dorpe HA-Oh. – b. zur Bezeichnung des Zieles einer Bewegung oder Handlung – füll doch d Schtippe in in’n Napp JE2-Scho; in’n Kel’ler jn Wb-Ak 73; Solch ein alter Süper kennt keen Weg int Dörp bäter, as den naon Krog; … Bewohner-Altm 2,128; ik huschele mik int Bedde CA-Fö. – 2. Präp. zeitlich, verbr. – a. zur Bezeichnung eines Zeitraums, innerhalb dessen etw. geschieht – De Dahlöhner worn in Sommer bei de Bure in Arbeit un in’n Winter jingen se nah de Forscht tum Holthaun. JE2-Gü; Dat is in’n Freujahr mien erstes, dat ick miene Hagelvorrsicherunge make!Rauch 1929,114; Mme Bom’m km inne Schummerstun’ne immer rewwer un vorzlte was. Wb-Ak 113; Rda.: sei doch nich so hawwelich, denn word det doch in Läm nischt ZE-Roß. – b. zur Bezeichnung eines Zeitraums, nach dem etw. geschieht – Wetterregel: wenn dai Linn bluijn is in faia (vier) Wochan Aöst (Erntezeit) SA-Dä. – 3. Präp. zur Bezeichnung der Art und Weise, in der etw. geschieht, verbr. – in der le HA-Oh; tas jt awwer  alles in Hast haite Wb-Be; tr lft je haite in Hemsarmel (nur mit Hemd bekleidet, ohne Jackett o.ä.) Wb-Be; Uff’n Hof wärd allens hinjestawwelt, daß me in Dustern driwerwech fallen kann. Spr-Asch 42; dett Krut wärt in kleine Hukkens tosammesmetten HA-Neu. – 4. Präp. zur Bezeichnung einer beabsichtigten Tätigkeit, eines Zwecks, 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 136, ZE-Ste – In Summer joahn de Mannssen schon janz tiede in Mähn. ZE-Ste; dai Dean git in danzan SA-Dä. – 5. Präp. ohne eindeutigen Bezug auf (nur) eine der unter 1. – 4. dargestellten Bed., bes. in Verbdg. und Rda., verbr. – hei is fam in sn Hanwak JE2-Scho; in jde Lmslre Wb-Be; hei is in de drittich HA-Oh; Rda.: Himmel un Äre in Bewejung setten Sprw-Börde. – 6. Adv. – a. ‘darin’ 2: Bewohner-Altm 1,338, 3: verstr. elbostf. – et isser nischt inne ‘es ist nichts darin’ Wb-Nharz 87; da stait nist von inne Wb-Holzl 110; Rda.: da steckt keiner inne ‘das kann niemand genau wissen’ WE-Dee; Hand van’n Sack, is Hawer in ‘Hände weg, das ist mein Eigentum!’ Bewohner-Altm 1,338. – b. Adv. ‘bei uns’, auch ‘zu Hause, im Hause’ 1/2/3: vereinz. nd. – wai hemm düt Jaoa Feagaunde (Erntefest) in SA-Dä; H is in. Wb-Altm 89; einder mott inne blben HA-Oh.
Lautf.: in; außerdem: inne (6.) verstr. elbostf.
2inlden Vb. ‘einladen, jmdn. zu sich als Gast bitten’ 1: SA-Bee, 2: JE2-Scho, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 74, Wb-Be – Se han uns zu re Hochzeit injel’n. Wb-Ak 74.
Lautf., Gram.: inla’en Wb-Holzl 110; -la’n Rauch 1929,168, -ln HA-Oh, Wb-Nharz 85; innela’n Part. Prät. Lindauc o.J. 67; innelad Part. Prät. OSCH-Wu, innelat Part. Prät. HA-Eim; inl’n Wb-Ak 74; [inl] ZE-Roß, Wb-Be; inload Part. Prät. SA-Bee; [inlit] Part. Prät. JE2-Scho.
jdern Idefinitpron. bezeichnet jede einzelne Person einer Gesamtheit, 1: SA-Bee, 2: Wb-Altm 92, Wb-Altm* 58.
Lautf.: jedern Wb-Altm* 58, jder-n Wb-Altm 92; jerereen SA-Bee.
Jeeben ON – Rda.: De is nich van Jeeben, de is van Tangeln. ‘Er nimmt lieber, als er gibt.’ 2: Bewohner-Altm 1,341; Neckreim:In Jeeben ist nicht tau leben,
In Grieben ist nicht tau blieben,
In Tangeln ist nichts tau angeln,
In Stapen ist nichts tau rapen,
Poppau liegt mitten in der Welt,
hier wird die Erdachse geschmiert.
1: SA-Bee.
2Kapelle f. ‘kleineres Orchester, bes. für Unterhaltungsmusik’ 1: SA-Bee, 3: HA-Oh, 4: vereinz. anhalt.
Lautf.: Kapelle; außerdem: Kapell SA-Bee.
Kde f. ‘Reihe aus ineinander greifenden, beweglichen Metallgliedern’ verbr. – de Hunn lieht ant Käh uptn Hoff SA-Bee; Rda.: fonn de Gedde ls sinn ‘ausgelassen, närrisch sein’ BE-Ad; der Kn ld anne Kedde ‘der Kahn ist gerichtlich beschlagnahmt worden’, Schifferspr., Elbschifferspr. 314 (CA-Ak); Rätsel: Lock bi Lock un hält doch – Kde. WA-GrGe. – a. ‘im Fluss liegende Kette, an der sich die Kettendampfer ( K-dendamper) stromaufwärts zogen’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 426 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 426 (CA-Ak), Wb-Ak 87. – b. ‘ Strang zum Anschirren von Zugtieren’ 2: SA-Ra, 3: OSCH-Grö, BA-Rie. – c. ‘Zugkette, Kette, die Hinterpflug und Fahrgestell miteinander verbindet’,  Lrkde, 3: BLA-Tr, 4: BE-Be.
Lautf.: kte Mda-Sti 157; Kd Wb-Altm 93; [kt] Mda-Ar 26; Ke Volksspr-Altm 90; Kä(h), [k] verbr. SA, OST-Bi Ga, GA-Ku; [käi], [ki] verbr. n/w nwaltm.; [kae] SA-Dä; Kedde, [ked] vereinz. sö Altm., Elbschifferspr. 314 (JE2-Mi Pa), Mda-nwJe1a 51 (verbr. nw JE1), verbr. elbostf., Elbschifferspr. 314 (CA-Ak); [ked], [ket] SA-Kal Vie, GA-Fau Schw, verbr. ö Altm.; Kette, [ket] verstr. s Altm., JE2-Scho, verstr. ZE, Wb-Ak 87, Wb-Be; [ged] BE-Ad, Mda-Fuhne 93 (verbr. BE KÖ DE); [kel] Mda-Ze (ZE-Gro); käde Mda-Ro; [kt] Mda-Ar 26, STE-Ber. – Gram.: n. belegt SA-Bee. Zuss.: Halfter-, Hals-, Halskoppel-, Haltekette, Hr-, Hemm-, Hunde-, Kinn-, K-, Koppel-, Krlen-, Kummetkette, Leitkette, Lr-, Lp-, Middel-.