Gebrassel(e) n. 1. ‘unnütze, wertlose Sachen, Gerümpel’ 1: SA-Se. – 2. ‘altes, baufälliges Haus’,  1Bde, 3: WE-Elb, BLA-Tr.
Lautf.: Gebrassele WE-Elb; -prassel SA-Se; Jiprassele BLA-Tr.
Gelte f. 1. ‘(niedriges) ovales hölzernes Gefäß’, häufig mit zwei Henkeln, zu versch. Zwecken gebraucht,  Tubbe(n), bes. ‘(hölzerne) Wanne, in der Wäsche eingeweicht oder gewaschen wird’,  Tubbe(n), auch als Abwaschschüssel,  Afwaschschöttel, 2: GA-Bo, vereinz. n WO, 3: verbr. elbostf., 4: vereinz. nthür., verbr. w/mittleres anhalt. – So’n Dreckschwan (Dreckschwein) muß me am besten denn nu jleich in de Jilte stechen. Spr-Asch 16; Die war jerase inne Kiche un scheierte de Jelten un de Tubben ... Wäschke 41920,86. – 2. ‘hölzernes Gefäß zum Auffangen, Schöpfen oder Lagern von Flüssigkeiten’ 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 145 – ne Jilte vull Rnewter HA-Oh. – 3. ‘Holzgefäß mit senkrecht nach oben stehendem Griff’, bes. zum Tränken der Kälber oder als Gefäß, in das die Milch gemolken wird, 3: BLA-Tr, 4: Mda-Fuhne 191 und Kt. 12 (verstr. s KÖ mittleres/s DE).
Lautf.: Gelte, J- (anhalt.: [jeld]) vereinz. s elbostf., Mda-Sti 145, verbr. w/mittleres anhalt., Mda-Fuhne 191 und Kt. 12 (verstr. mittleres/s DE); Gilte, J- (anhalt.: [jild]) vereinz. n WO, verbr. elbostf., vereinz. nthür. w/mittleres anhalt.; Jilde OSCH-Schw, WA-HDo; Gülte, J- GA-Bo, vereinz. WO n WA, WE-Weh. – Etym.: zu mnd., mhd. gelte ‘kleineres Holzgefäß’ < mlat. gal(l)eta ‘Gefäß, Kübel’, vgl. HWb-Mnd 2,59, Kluge 242002,342.
Gequatsche n. dass. wie  Genl(e), 2: JE2-GrWud, ZE-Roß, 3: BLA-Tr.
Lautf.: Jequatsche JE2-GrWud, ZE-Roß; Ji- BLA-Tr.
Giftflge f. TiN 1. ‘Viehbremse’,  2Bremse, 3: WE-Si, BLA-Tr. – 2. ‘Hornisse’,  1Hornske, 3: a.a.O.
Lautf.: Giftfleie, J-.
Gls(e)s n. 1. ‘dünnes, weiß scheinendes, brüchiges Eis, das beim Darauftreten bricht’ 3: BLA-Tr. – 2. ‘Glatteis’ 3: Wb-Nharz 61. – 3. ‘glitzernde Eiskristalle, die bei klarem Frost herumflirren’,  Gnsten, 2: SA-GrGe Jeg, 3: BLA-Hü.
Lautf.: Glasies SA-Jeg; Glaas- SA-GrGe, BLA-Hü; Glase-, glse-s Wb-Nharz 61, BLA-Tr.
Graff n. ‘für die Beerdigung eines Toten ausgehobene Grube’, auch ‘kenntlich gemachte Stelle auf dem Friedhof, wo ein Toter begraben ist’ verstr. (aus dem Nwaltm. keine Belege) – ... jeht ... na ihren Mann sein Jrab ... Heimatkalender-Ze 1961,89 (ZE-Ze); dor had awwor a schnes Jrb DE-Ca; ... dat dei Linne op Greitchen Krusen sien Graw stund. Rauch 1929,73; Rda.: kumm int Graf Ausdeutung des Krächzens der Krähen, BLA-Tr; d bringest mik noch in’t Grf ‘du entnervst mich völlig’ HA-Oh; hei dreihet sich in Grawe um, wenne dat hört Sprw-Börde. – Volksgl.: Erde von einem frischen G. gilt als Heilmittel. Vk-Anhalta 25. Sackt ein G. nach, stirbt bald wieder jmd. CA-Lö. Wer sich gegen seine Eltern vergeht, dem wächst die Hand aus dem G. (verstr.): Dich wekst m deine Hand aus Jrb! Wb-Ak 79. Das gilt auch für jmdn., der ein G. schändet. Vk-Anhalta 187. Wer eine Blume von einem G. pflückt und daran riecht, verliert den Geruchssinn. a.a.O. 187; zur Beerdigung  Begrfnis.
Lautf., Gram.: Graff, J-, [graf], [jraf] verstr. brdb. (außer ZE, dort vereinz.), verstr. w JE1, WO-HWa, HA-Bee, Wb-We* 211, Id-Quea 148; Jrab, [jrab], [jrap] verstr. ZE; jrp Mda-Sti 48; Gra(a)f, Grf, -w verstr. elbostf.; [jrb] DE-Ca; [grf], [jrf] vereinz. s elbostf.; Jrb, [jrp] BA-Ha, Wb-Ak 79, Wb-Be; Dat. Sg.: Grawe, grwe, J- vereinz. elbostf., Mda-Sti 48; Grabe QUE-West; Pl.: Gräwer, J-; außerdem: grwer Wb-Nharz 63.
1Hmel m. 1. ‘kastrierter Schafbock’ verbr. – Rda.: hei kummet’r hinder, w Thomas hindern Hmel ‘er ist begriffsstutzig’ HA-Oh. – 2. ‘Schmutzsaum oder Schmutzklümpchen an Frauenkleidern, auch an Wolle oder Haar von Tieren’,  Klter, 2: Wb-Altm* 55, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 149, Wb-Be – disse Schmuddelsocke hat je mastens silbenst anen Hamel an saner Kledage Spr-Asch 34. – 3a. Schimpfwort, 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 64, Wb-Be – d bist an Hammel Wb-Ak 64. – 3b. ‘unsauberer, schmutziger Mensch’, Schimpfwort,  Farken, 3: Wb-Nharz 68, BLA-Tr.
Lautf.: Hmel; außerdem: Haomel Wb-Altm 77, Wb-Altm* 55, [hml] QUE-Di; [hm] Mda-Ar 23; haoml Mda-Ohre (GA-Rä) 352; [hml] GA-Da; [hm] SA-Rist; Häömel Wb-Altm 77; Hammel, [haml]Heimatkalender-Je 1924,60 (JE2-Vie), HA-Ack, BLA-Tr, QUE-Hau, Wb-Ak 64, Vk-Anhaltb 7, Wb-Be; [haml] Mda-Ze (verstr. ZE), Vk-Ask 185, Mda-Ro. Zuss.: zu 1.: Leithammel, Lock-; zu 3.: Knätschhammel, Leithammel, Mutterhammel, Neidhammel, Ntdig-.
Happel m. 1a. ‘Bart’ 3: vereinz. WE. – 1b. ‘Bart der Ziege’ 3: WE-Kö, Wb-Nharz 70, BLA-Tr. – 2. ‘Unterkiefer’ 3: WE-Strö.
Hasselfelde ON, in der Verbdg.: Hasselfelder Kemmelturken, Hasselfelder Rindfleischbuurn NeckN für die Bewohner von Hasselfelde, 3: BLA-Tr.  Rwer.
Hwerrispe f. dass. wie  Hwerraspe, 2: SA-Kun NFe, GA-Wen, 3: HA-Gro, OSCH-Vo, WA-Alt Do, BLA-Tr.
Lautf., Gram.: Hawerrispen Pl. HA-Gro, BLA-Tr; Haber- Pl. WA-Alt Do; HaferrispeOSCH-Vo; Hoaferrispen Pl. SA-Kun NFe, GA-Wen.