Brtballsingen n. ‘Heischegang zu den jungen Eheleuten, um den  Brtball zu erhalten’ 1: SA-Bre, 2: Vk-Altm 227, Brauch-wAltm 50 ff.
Danne f. 1. PflN – a. Sammelbezeichnung für Nadelbäume, bes. für Tanne und Fichte (und Kiefer, s. 1b.), verstr. – ... ut de Dannen lett sick düchtig wat ruter snie’n. Lindaua o.J. 86. – b. ‘Kiefer’,  Kfer, 2: verbr. Altm., vereinz. nw JE2, 3: verbr. nw elbostf., verstr. nö elbostf., vereinz. s HA OSCH, verstr. sw elbostf., vereinz. sö elbostf. – 2. Pl. ‘Wald’,  Holt, bes. ‘Nadelwald’ 1: SA-Bre, 2: verbr. Altm., JE2-HGö Kam – ... namm n’ Gräwert un ging no’t Dann’ ... Hausfr-Altm 1929,24 (STE-KlMö).
Lautf., Gram.: Danne, [dan] verbr. s Altm., verstr. n/mittleres JE2 mbrdb. elbostf.; Dann verstr. nwaltm., verbr. n/mittlere Altm., JE2-Kam; Dann(e)n, Dann’, [da] Pl. verbr. Altm., JE2-HGö Kam, Siedler-Je § 138b, verstr. elbostf.; Tanne, [tan] JE2-Scho, vereinz. sö elbostf., verstr. anhalt.; Tann SA-Stap Vie, GA-Wu, verstr. ö Altm.; Tannen Pl. Richter o.J. 32; tnne Mda-Sti 2.
Deckbulle m. ‘Zuchtstier’,  Bulle, 1: SA-Bre, 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. n/mittleres elbostf.
Lautf.: Deckbulle vereinz. n/mittleres elbostf.; -bull SA-Bre, vereinz. Altm.
Dl(en)wand f. ‘halbhohe Wand, die in der Scheune die Tenne von der Banse trennt’,  Bslag, 1: SA-Bre, 2: JE2-Gü, JE1-Ma 3: WA-KlWa.
Lautf.: Dälenwand WA-KlWa; Deälen- JE1-Ma; Dähl- SA-Bre, JE2-Gü.
Dk m. 1. ‘Teich, Wasserloch, kleines stehendes Gewässer’, bes. ‘Dorfteich’, auch in FlN, 1/2/3: verbr. nd., 4: verstr. omd. – ... leip ahn ’n Diek un kieke tau ... Lindaua o.J. 27; Sacht könn’n ook naoh’n Diek hen de Küken män gaohn ... Pohlmann 1905,58; Von die villn kleen’n Seen, Teiche un Timpels jarnich zu redn. Krause 1964,29. – Volksgl.: Die kleinen Kinder kommen aus dem D. ADVk Kt. 74 (verstr.): där Kneppenstorch bringt dia Kinger ut den Diek ZE-Mü.  auch für kleine, schlammige Wasserlöcher, die bes. durch Überschwemmung entstehen; Teiche, die einem bestimmten Zweck dienen, wurden nicht aufgenommen: 2Brack Delle Dümpe 1Kolk Kple 1Kle Kte 2Lke Lock Modderkle Modderlock Mörtel Pl 2Pump Pütte Sl Sumplock Tümpel Wasserlache Wterkle Wterlock Wterpl Wterpütte Wl. – 2a. ‘Damm, künstlich errichteter Wall gegen Überflutung an Gewässern’,  Damm, 1: SA-Bre Le, 2: SA-Rie, verstr. OST ö STE, Elbschifferspr. 422 (WO-Ro), verstr. JE2 n JE1 (bes. an den Flussläufen von Jeetze, Biese, Elbe und Havel). – 2b. ‘Deichverband’ – r is bei’n Deich. ‘Er ist beim Deichverband beschäftigt.’ 4: Wb-Ak 45.
Lautf.: Diek, [dk] verbr. nd.; tch Mda-Sti 17; De-ik verstr. nw WE; Teich, [tai] verstr. anhalt.; [dai] Mda-Ze (ZE-Roß). – Etym.: mnd. dk ‘Teich’ und auch ‘Damm’ dringt im 15. Jh. ins Hd. in der Form dch ein, wo es auf mhd. tch ‘Teich’ trifft, erst im 18. Jh. kommt es zur heutigen Bed.-differenzierung von Deich und Teich; das Wort geht auf ags. dcian ‘graben, den Boden ausheben’ zurück; zu der Bed. ‘Fischteich, Graben’ tritt an den fries. Küstenregionen die sich aus der Beachtung der ausgeworfenen Erde entwickelnde Bed. ‘Damm’, die dann ins Ndl. übernommen wird; an die Elbe gelangt das Wort durch ndl. Siedler, wo es erstmals 1159 in einer Urkunde über den Verkauf eines Waldes bei Schartau (JE1) überliefert ist, vgl. Pfeifer 1989,263 f. und 1793 f., Teuchert 21972,45 und 94, Spr-Elbe/Saale 129.
Drwegständer m. dass. wie  Drwegpler, 1: SA-Bre, 2: vereinz. Altm., 3: Mda-nwJe1a 44 (JE1-HWa Nie).
Lautf.: Dorwegständer SA-Bre; Do(o)rwegstänner vereinz. Altm.; [drvetendr] Mda-nwJe1a 44 (JE1-HWa Nie).
1Dwel m. 1a. ‘Teufel’ verbr. – ... kieke sick in de Stube umme, op woll de Deubel nich hinder’n Oben vorrkeime. Lindaua o.J. 64; Rda.: op Deuwel kumm rut ‘mit aller Macht’ CA-Fö; des deuwels sn ‘eifrig, versessen (auf etw.) sein’ Wb-Nharz 40; is hinder her, wie der Deuwel hinder de Seele dass., Sprw-Börde; bis de ganz des Deubels? ‘bist du verrückt geworden? Wb-We 28; Ritt sei denn der düwel?! dass. (3. Pl.), Id-Quea 150; den lacht de Deuwel utn Hals ‘er lächelt heimlich und schadenfroh’ OST-Gla; Ick bin so falsch (ärgerlich), ick mücht mäi met’n Deuwel slaon. Bewohner-Altm 1,326; Von d kann der Teiwel kn Pechlicht besn. ‘Sie ist sehr geizig.’ Wb-Ak 169; de hat’n Düwel barwet lopen sein von einer zänkischen Frau, Id-Eilsa 59; De Olsch hät de Deuwel van de Kar verlar’n. dass., Bewohner-Altm 1,327; dann plaocht dai Daiw ‘er hat ein schlechtes Gewissen’ SA-Dä; in deuwels kiche kommen ‘in eine schwierige Lage geraten’ Wb-Nharz 40; Noch ihr de Deuwel Schoh’ ankrieg’t ‘in aller Frühe’ Bewohner-Altm 1,327; Ick will dick wol krin, eh dick de Düwel krigt. Hbl-Ohre 1928 Nr. 25/ohne Verf. (HA-Höt); da hätt de Düwel sien Spöäl mang wenn etw. nicht gelingen will, STE-Wa; de Düwel sitt’r inne dass., WE-Zi; wi de Doiwel sien Speel hat ‘wie es der Zufall will’ Wb-Holzl 77; Wie ’s dor Teiwel will ... dass., Krause 1964,133; dat solle doch mit’n Deuwel taugahn ‘das müsste doch zu machen sein’ Sprw-Börde; d sast dänn Dwel nich anne Wand mln ‘du sollst kein Unheil heraufbeschwören’ JE2-Scho; Dät weet der Deubel ... Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie); ... denn is hüte Abend de Deuwel los. ‘... gibt es heute viel Trubel, Unruhe, Aufregung.’ Wedde 1938,22; Dat geit nao dusent Düw’l dass., Wb-Altm 44; sps mot sn! se der deubel, d hate sne gresmutter mit der mesgrepe kisselt. Mda-Weg 90; All’ Bitschen helpen wat, sä de Deuwel, dunn at’r de Bottermelk met de Meßfork. Bewohner-Altm 1,327; Väl Köpp, väl Sinn’, sagt de Düwel, da harr he een Karr’ vull Poggen (Frö- sche) schob’n. Spr-Altm 88; in Ausrufen und Flüchen: fui daibel OSCH-Di; in dreideuwelsnamen: ja ärgerliche Zustimmung, Sprw-Börde; dn Dwel ek HA-Oh; Dat di de Düw’l Wb-Altm 44; de sall de Deiwel holn STE-Schö; Doa sloa doch glieks de Düwel rin! Matthies 1903,35; Sprw.: de eine is’n andern sn Dwel ‘niemand gönnt einem anderen etw.’ HA-Oh; Tr’n Düw’l un Apptk’r, se hämm väöl Büss’n. Wb-Altm 275; Stiffmutter is’n Deuwel sin Underfutter HA-No; Steen ut’r Hand is’n Düwel in d’ Hand. ‘Mit einem Steinwurf kann man Schaden anrichten.’ Spr-Altm 88; wenn man von Düwel sprickt, is’e nich wit. SA-Bre; Wenn’n von’n Dübel seggt, kimmt e all um e Ecke. Chr-Em 431; wer et abends piepet, den danzt de Düwel op en Dake. Id-Eilsa 59; Hät de Deuwel irst een’n Finger, kriegt’r ook de Hand. Bewohner-Altm 1,327; Wer vor d’ Höll whnt, mütten Dübel to’n Fründ hemm. Firmenich 1854,122 (OST-See); Wer in’n Himmel will, mot’n Düwel taum Vadder hebben. Hbl-Ohre 1928 Nr. 25/ohne Verf. (HA-Höt); wer Geld hat, de kann Döwel danzen sehn. SA-Im; wu Geld is, da is de Düwel, un wu kein is, da is e tweimal HA-No; De Dübel schitt immer op’n gröttsten Hucken. Chr-Em 431; Hat de Doiwel de Kau ehaalt, kann hai dat Kalf ok noch halen. Wb-Holzl 33; In de Nod frätt de Deuwel Flegen. Bewohner-Altm 1,352; de Düwel is sau swart nich, as man ne afmlt ‘etw. wird nicht so schlimm, wie es zunächst zu befürchten ist’ Wb-We 34. – 1b. ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, 2: JE2-Scho, 4: verstr. anhalt. (jüngere Generation). – 2a. ‘böser, durchtriebener, hinterlistiger Mensch’,  s, auch ‘zänkischer Mensch’, Schimpfwort,  Stänker, 2: ZE-Roß, 4: Wb-Ak 169, Wb-Be – Das is an Teiwel! Wb-Ak 169. – 2b. in der Verbdg.: armer Teufel ‘armer, besitzloser Mensch’ – ... un an Selwerkoofen war bei dän armen Teiwel oh nich zu denken. 4: Heese 21919,25.
Lautf.: Düw(e)l, [dvl] SA-Bre Dan, verstr. nbrdb. n/w elbostf., Id-Quea 150; [dv] SA-Ev; Dübel Firmenich 1854,122 (OST-See), vereinz. w elbostf.; Diewel, dwel vereinz. sw elbostf.; Döwel Schwerin 1859,46, SA-Im; [duiv, -o] verstr. nwaltm.; Deuw(e)l, Doiw(e)l, [doivl] SA-Ah, vereinz. Altm., verstr. elbostf.; Deubel Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie), vereinz. elbostf.; [divl] SA-Pü; Deiw(e)l, [daivl] Wb-Altm 34, vereinz. SA, STE-Schö, vereinz. WO, JE2-Scho, verstr. mbrdb., vereinz. s elbostf., verstr. omd.; [daiv, -o] verstr. nwaltm.; Teiwel, [taiwl] vereinz. anhalt.; Deibel STE-Arne, Vk-Anhaltc 88 (ZE-We), HA-Oh, vereinz. anhalt.; [däiwl] JE2-Scho.
rdklten m. dass., 1: SA-Bre, 2: vereinz. Altm., 3: HA-Oh.
Lautf.: Erdklut(e)n SA-Bre Lie, STE-Da; Eerkluden STE-Osth; ertklten HA-Oh; Ärdkluden OST-Lin.
telschapp m., n. dass. wie  teschapp, 1: SA-Bre Dä, 2: Wb-Altm 48, Albrecht 21822 1,171.
Lautf.: Etelschapp Wb-Altm 48; Aetel- Albrecht 21822 1,171; Ädel- SA-Bre; [aitlap] SA-Dä.
Fedderbusch m. ‘hochragendes Federbüschel am Kopf von Vögeln’,  Noll(e), 1: SA-Bre, 2: GA-Mie, 3: vereinz. s elbostf., 4: Wb-Be, DE-Que.
Lautf.: Fedderbusch; außerdem: [fedrpu] Wb-Be; Fäerrerbusch GA-Mie.