anspen Vb. 1. vorw. in der Verbdg.: sik nen anspen ‘sich betrinken’ 3: vereinz. elbostf., 4: CA-Ak. – 2. ‘die Aufnahme in die dörfliche Gemeinschaft der Burschen mit einem Umtrunk begehen’ – Brauch: Die gerade konfirmierten Jungen gaben den Burschen Bier aus, um sich von diesen im Trinken unterweisen zu lassen. 3: Id-Eilsa 49.
Lautf.: ansupen, -spen HA-Oh, Sprw-Börde; [anzp] Id-Eilsa 49; nspen Wb-Nharz 16; [nzaufn] CA-Ak.
antn Vb. 1. (refl.) – a. ‘(sich) anziehen, ankleiden’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 6, Mda-Ar 37, Mda-sJe1 25 (vereinz. s JE1), Heimatkalender-Ze 1964,89 (ZE-Ze), 3: vereinz. s elbostf., 4: vereinz. anhalt. – t di an Mda-Ar 37; Karl zoch de Uneform als Posteljon an, ... Heimatkalender-Ze 1964,89 (ZE-Ze); Rda.: ... un so war denn jeplant, währnd de Fahrt de Schpendierhosn anzuziehn. Krause 1964,51. – b. in den Verbdg.: gt warm/ordentlich antn ‘sich warm einhüllen, anziehen’,  inmummeln, 1: SA-Lag Ty, 2: vereinz. Altm. (außer sw). – 2. ‘eine leck gewordene Naht am Kahn nochmals abdichten’, Schifferspr., 4: Elbschifferspr. 374 (CA-Ak), Wb-Ak 24. – 3. ‘ein Seil straff ziehen’ 3: Wb-Nharz 16. – 4. ‘gut wirken’, bes. vom Eindringen des Regens in den Ackerboden, 1: SA-Dä, 4: Wb-Ak 24 – Dr Rn hat njezen. a.a.O. 24. – 5. ‘den Dienst antreten’ – Die Knechte traten ihren Dienst zu Neujahr an, da die Zeit der Zwölften ( Twölften) ursprünglich als Beginn des neuen Erntejahres angesehen wurde. 2/4: Ackerbau-Anhalt 280 (ZE-Kö, vereinz. KÖ).
Lautf., Gram.: ante(h)n, -tn vereinz. Altm. (außer sö); -tain SA-Lag; [antain] SA-Dä; ntein Wb-Nharz 16; antäin SA-Ty; [antn] Mda-sJe1 25 (vereinz. s JE1); tohg ahn 3. Sg. Prät. Firmenich o.J. 165 (CA); ahnetogen Part. Prät. Wille 1927,XV (BLA-Be); zock an 3. Sg. Prät. Heese 21919,107; zoch - 3. Sg. Prät. Heimatkalender-Ze 1964,89 (ZE-Ze); zokke - mit Enklise des nachfolgenden Personalpron. m. 3. Sg. Prät. Wäschke 61915,50; anzuziehn Inf. mit zu Krause 1964,51; [andsn] Elbschifferspr. 374 (CA-Ak); nzen Wb-Ak 24; [ndsn] Mda-Fuhne 35 (DE-Ca).
Arftenfrter Pl. SpottN für die Schiffer von Tangermünde, 2: Elbschifferspr. 324 (WO-Ro), 4: a.a.O. 324 (CA-Ak).
Lautf.: [erfsnfrdr] Elbschifferspr. 324 (WO-Ro); [erbsn-] (Grundwort aus dem Nd. imitiert) a.a.O. 324 (CA-Ak).
rs m. 1. ‘Gesäß’ verstr. – du lest wedder nich lucker, bett de erst’n Ars vull krist HA-Bee; Rda.: in Marse sien ‘entzwei sein’ Sprw-Eils 39; in Marse hebben ‘aufgegessen haben’ Id-Eilsa 78; wedder Kopp noch Ars von unverständlichem Gerede, HA-Um; s Maul zum Arsche hlen ‘schweigen’ KÖ-GrPa; Das is je w in rsch jewest von einem stark zerknitterten Stück Papier oder Kleid gesagt, Wb-Ak 26; an len Arsch ‘grobe Zurückweisung’ KÖ-GrPa; lick mek in’n rsch dass., BLA-Brau; n’ Oarsch vullhauen ‘jmdn. schlagen, prügeln’ CA-Bru; de Köster schleit de Woch vön Moarß vom Abendläuten am Sonnabend gesagt, STE-Scho; hei hät de Naoäs tauknäpen ‘er ist gestorben’ SA-Ch; hat’n kollen Oarsch ekricht dass., WA-La; sich uffen rsch setzen ‘sehr überrascht sein’ Wb-Ak 26; ’n Ars riskieren ‘wagemutig sein’ Sprw-Eils 38; in rsch kukken ‘neugierig zuschauen’ Wb-Nharz 18; kimmt doch nich ut’n Arsch ‘er kommt mit einer Arbeit nicht voran’ Sprw-Börde; den geit der Arsch mit Grundis ‘er hat große Angst’ a.a.O.; dene geit de Mrs t un in wine Wachtelpipe dass., Wb-We 87; immer forn Marsche lien ‘ständig hinter jmdm. herlaufen, im Wege sein’ Sprw-Börde; einen for’n rse bimmeln dass., Wb-Nharz 18; dähn soll ick woll ’n Arsch utklaihn? ‘er will sich wohl extra bitten lassen?’ OSCH-Grö; einen in’n Ars krupen ‘sich einschmeicheln’ OSCH-Schw; eenen en Loch in Arsch bohren ‘unablässig um etw. bitten’ CA-Sa; einen w in rsch jekrpen sn ‘jmdm. sehr zugetan sein’ Wb-Nharz 18; alles in’n Arsch rin jochen ‘jmdm. alles zukommen lassen’ Sprw-Börde; hei is glks mit’n Mrse rum ‘er ist schnell beleidigt’ HA-Oh; de will schiten un hat nist im Maarsche ‘er will mehr erreichen, als er vermag’ Wb-Holzl 56; kein Himme (Hemd) öwern Mrse hebben ‘arm sein’ Wb-We 87; dat paßt drop wie de Arsch op’n Emmer ‘es passt sehr gut’ BE-Re; dick wart et noch mal vorn Arse bullern ‘dir wird es noch einmal schlecht ergehen’ HA-Oh; Sprw.: wenn’n Noars vöborgt, müttn dörcht Ripp’n schiet’n OST-Schön; du kannst dick dreihen wie du wist, de Ars is ümmer hinn’n WO-Gu; Rätsel: Et hänget an’ne Wand un hat sich en Arsch verbrännt? – de Brapanne. WO-Schn.  TZ: 2Achter Achterdl Achterkastell Achtern rswark Bürzel Gatt Hinderachte Hinderdl Hindere Hindergestell Hinderkastell Hinderste Hindervrdel Hinderwgen Kackarsch Ktel Kiste, weitere Synonyme  P. – 2. ‘Heck eines Kahns’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 163, 315 und 355 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), ZE-Roß, 4: Elbschifferspr. 163 und 315 (CA-Ak), Wb-Ak 26 – Denn kroch dr mich mit seine Nse in mei’n rsch. ‘Dann bohrte sich der Bug eines anderen Kahns in das Heck meines Kahns.’, bei einer Havarie, a.a.O. 26; der Kn jd uf’n rsch ‘der Kahn ist am Heck zu schwer beladen und taucht dort tiefer ein’ Elbschifferspr. 315 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa, CA-Ak); Schdr kwr forn rsch ‘das Steuer mit dem Staken so weit zur Seite drücken, dass das Helmholz völlig über Bord steht’ a.a.O. 355 (JE2-Pa). – 3. ‘Unterseite eines Wurzelstockes’ 3: BLA-Brau. – 4a. ‘unteres Ende des Getreidehalms’ – haug dn Roggen uffen rsch, de lde (liegt er) w hinjeld! 4: BE-Wa. – 4b. ‘unterer Teil der Getreidegarbe’ 3: WA-Neu.
Lautf., Gram.: Ars, rs Nom. und Akk. Sg. WO-Gu, verstr. w elbostf.; -e Dat. Sg. WE-Rok; Aors, O(a)rs, rs Matthies 1912,19 und 27 (SA-Die Se), vereinz. Altm.; A(a)s, s GA-Wed, HA-No, WE-Be; Arsch, - Nom. und Akk. Sg. JE1-Grü, verstr. elbostf. (außer sö), vereinz. omd.; [ar] WA-Neu; sch GA-Da; Aorsch, O(a)rsch, rsch, -, [r] vereinz. Altm., Elbschifferspr. 163, 315 und 355 (JE2-Mi Pa), ZE-Roß, vereinz. ö elbostf. w anhalt., DE-Lau Or; [ar] Mda-Ze (verstr. ZE); Mrs vereinz. sw elbostf.; Marse Dat. Sg. HA-Oh, OSCH-Ba, Sprw-Eils 39; Ms WE-Be, Wb-We 87; Moars, -ß Wb-Altm 8, STE-Scho; Mars Wb-We 87; mrsch Wb-Nharz 123; Maarsche Dat. Sg. Wb-Holzl 6; Marsch Wb-We 10; -e Dat. Sg. Sprw-Börde; Naors, Noars SA-Rist, Wb-Altm 8, Wb-Altm* 49, OST-Sa Schön; Noaers SA-Lüd; Nas Nom. und Akk. Sg. SA-Ost, STE-KlMö Schi; Naoäs SA-Ch.
Arschpauker m. ‘Lehrer’, scherzh.,  Kantor, 1: SA-Die, 2: SA-Pla, GA-Trü, verstr. ö Altm. s JE2 n JE1, 3: verstr. elbostf. (außer äußerstes sw), 4: CA-Ak, DE-Mö.
Lautf.: Arschpauker; außerdem: [rbaukr] CA-Ak.
2August 1. männl. RN – Neckreim:Aujusd, sosd m runnerkom’m,
sosd m bei Aujusd’n kom’m. –
Bai Aujusd’n mack ich nich,
d is mr ds lderlich.
4: CA-Ak;
August, der Schutzmann kimmt,
Loaß dich jo nich sähn,
Sonst werschte ufgehängt
Oans linke Been.
4: Vk-Anhaltc 118 (DE-De).
– 2a. ‘Clown im Zirkus’ 2: Heimatkalender-Je 1927,119 (JE2-Vie), 4: Wb-Ak 27, Wb-Be. – 2b. Schimpfwort, bes. ‘dummer, einfältiger Mensch’,  Dussel, 3: vereinz. w elbostf., 4: Spr-Anhalt 170 – Was ist das für ein August? a.a.O. 170.
Lautf.: August, Aujust, [aujust], [-d]; außerdem: Kurzformen: Aute ZE-Roß, Vk-Anhaltc 115, Wb-Ak 29; Gust, J- vereinz. w elbostf.
Außenliek n. ‘durch Leinen gebildete äußere Umrandung eines Segels’, war nur lose eingenäht, so dass es sich im Wind bewegen konnte, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 220 (WO-Ro, JE2-Pa), 4: a.a.O. 220 (CA-Ak).
Aussig ON, tsch. Usti nad Labem, bes. in der Verbdg.: Aussiger Pott (auch: Aussiger Töppe Pl.) ‘bunt bemalte, topfartige Obertasse mit einem Henkel’, wurde von den Schiffern gern als Geschenk von A. mitgebracht, 2: Elbschifferspr. 400 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 400 (CA-Ak), Wb-Ak 29.
wends Adv. ‘abends’ 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-Gü, Heimatkalender-Ma 1930,82 (JE2-Vie), Heimatkalender-Ze 1961,89 und 1964,95 (ZE-Ze), 3: verstr. elbostf., 4: CA-Ak, Heese 21919,64 – ... un för de “Wostsingers”, de aomds kaomen, moakt de Schlachder besonnere Wost. Ehlies 1960a 80; Abends schpielten se in’s Schtadttheator von Schillorn “De Reewor”. Heimatkalender-Ze 1964,95 (ZE-Ze); Sprw.: de Voggels, de froi singet, hlt bens de Katte HA-Oh; Wenn’t aw’nds eener fleut’t (flötet), sitt de Deuwel up’t Dack. Bewohner-Altm 1,320. – Volksgl.: A. darf man nicht ausfegen, da man sonst mit dem Schmutz auch das Glück aus dem Haus fegt. Abergl-Ma 233 (WO-Ol).
Lautf.: aw’nds Bewohner-Altm 1,320; abends, - Heimatkalender-Ze 1961,89 und 1964,95 (ZE-Ze), vereinz. w elbostf., WA-Un; abens, - HA-Oh, OSCH-Di; am’nts Heese 21919,64; am’ns Rauch 1929,16; Ams, a’ms Wb-Holzl 33, BA-Re, Spr-Asch 23; Aands Heimatkalender-Ma 1930,82 (JE2-Vie); ahns JE2-Gü; [v()ns] verstr. s OST n STE; [bms] WO-Zie; aomds Ehlies 1960a 80 und 1960b 298; [ms] verstr. mittleres/s nwaltm. wAltm., vereinz. ö Altm., WO-HWa, [ms] CA-Ak; [aoms] vereinz. n nwaltm.; [aons] vereinz. ö STE; [auns] STE-Wa.
B n. ‘zweiter Buchstabe des Alphabets’ verstr. – Sprw.: wr  st, muss  B sn CA-Ak; Kinderreim:A-be-bi-baff
Bt’n grt Stück aff
Wb-Altm** 39.
A, B, C,
Koater leep in’n Sneei,
as ’r werrer ruter kamm,
har’r witte Hosen an.
Matthies 1912,11 (OST-Erx).