Molke(n) f., m. 1. ‘wässrige, grüngelbliche Flüssigkeit, die bei der Gerinnung von ungekochter Milch entsteht’,  Waddeke, 1: SA-Pe Wa, 2: SA-GrAp Pre, verstr. nö/s Altm., JE2-Schl, verstr. JE1 ZE, 3: vereinz. n elbostf., verstr. mittleres/sw elbostf., verbr. sö elbostf., 4: vereinz. nthür., verbr. w anhalt., DE-Els – das was wor blaibt is de Molge BE-Gü. – 2. ‘entrahmte Milch, Magermilch’ 3: Wb-We* 226.
Lautf.: Molke, [molk] SA-Wa, OST-Krum, vereinz. s Altm., JE1-Stei, vereinz. ZE n elbostf., verstr. mittleres elbostf., Wb-We* 226, QUE-Co Nei; [molg] BE-Gü; Molk SA-Pe, OST-Ko; Molleke BLA-All; Molk(e)n SA-GrAp Pre, verstr. nö/s Altm. JE1, ZE-Dor Roß, vereinz. n elbostf., verstr. mittleres elbostf., WE-Kö, BLA-Ta, verstr. QUE, BA-Ba Re Schie, verbr. CA; [molgn] verstr. BE; Molleken, [molkn] BLA-So Tr, BA-Ha, Wb-Be, BE-KlMü, moleken Mda-Sti 14; Mollakn HA-Har; Molkt STE-Ka; Mulke OST-Pol; Mulleke CA-Do; Mulk(e)n, [mulkn] OST-Schr, GA-Wen, JE2-Schl, ZE-Brä, QUE-Scha, vereinz. CA, DE-Els; [mulgn] BE-Me Ra; Mulkent Albrecht 21822 3,11; [mulgn] BE-Gier Sa Scha. – Gram.: auf -e auslautende und endungslose Formen: f.; auf -n auslautende Formen: m.; außerdem: f. BE-He HErx.
Nacht f. 1. ‘Tageszeit zwischen dem späten Abend und der Morgendämmerung’ verstr. – et Nachts ‘in der Nacht’ HA-No; b nachte dass., Wb-Nharz 131; Bi Nachten goah’k dao mien Lew’dag nich we’r vöärbi. Pohlmann 1905ff.,116; Vor Nacht isse jekom’m. Wb-Ak 118; lest’n Nacht waiat tau dsta (dunkel) SA-Dä; dao will ik east Nacht iwa schlaop’m SA-Dä; g Nacht Grußformel vor dem Schlafengehen, QUE-Di; Rda.: b nacht un newel ‘ganz heimlich’ Wb-Nharz 131; de Fawrke geit Dch un Nacht HA-Oh; sik de Nacht umme de ern sln ‘wegen etw. nachts nicht zum Schlafen kommen’ HA-Oh; Sprw.: de Nacht is keines Minschen Fründ Wb-We 91; Inne Nacht sin alle Katzen jrau. Wb-Ak 118. – 2. ‘die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar’,  Twölften – a. in der Verbdg.: de hilligen twölf Nächte 1: SA-Dö, 2: SA-GrAp, STE-Sche, JE2-Par, Vk-Anhaltb 25 (ZE-Cos Stra), ZE-Reu, 3: vereinz. elbostf., 4: BA-Gü, vereinz. anhalt. – b. in der Verbdg.: de hilligen Nächte 2: OST-Bi, GA-Wet, STE-Ei Kre, JE2-Bre See Wu, JE1-Ih Mö, vereinz. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: BA-Ha, Vk-Anhaltb 25 (BE-Il). – c. in der Verbdg.: de twölf Nächte 2: STE-Go Ost, ZE-Bur, 3: WE-Mi, QUE-Ga. – d. in der Verbdg.: die zwölf rauhen Nächte4: Vk-Anhaltb 25 (BE-Fr). – e. in der Verbdg.: die langen Nächte 4: a.a.O. 25 (BE-Il, DE-Mei). – f. in der Verbdg.: die geheimen Nächte 4: a.a.O. 25 (BE-Il). – g. in der Verbdg.: de witten Nächte 3: WE-Schie. – h. in der Verbdg.: de grulichen Nächte 3: BE-KlMü. – 3. in der Verbdg.: fre Nacht ‘Nacht vor Pfingsten’ 1: BrauchwAltm 59f. (vereinz. nwaltm.), 2: a.a.O. 59f. (vereinz. SA, verstr. GA, STE-Bu Kö), 3: vereinz. n elbostf. – Brauch: In dieser N. ist es den jungen Männern erlaubt, Schabernack zu treiben. So werden z.B. Ackerwagen auseinandergenommen und auf den Dächern wieder zusammengebaut oder das Vieh der Bauern vertauscht. Die Burschen haben bei ihrem Rundgang sogar das Recht zu stehlen, weshalb die Bauern Geld oder Naturalien bereitlegen. Beim Abhalten eines Dorfgerichts werden Personen, bes. die Mädchen des Ortes, getadelt oder verspottet. Brauch-wAltm 59f. – 4. in der Verbdg.: de kolden Nächte ‘die drei Eisheiligen’,  shilligen, 2: JE1-Grü, 3: HA-Sie.
Lautf., Gram.: Nacht, [nat]; außerdem: ncht Mda-Sti 13; Pl.: Nächte verstr. nd. (außer nwaltm. und n/mittlere Altm.), BA-Gü Ha, verstr. anhalt.; Nächt SA-Dö, vereinz. n/mittlere Altm.; Nechte HA-Oh, nechte Wb-Nharz 131; [ned] BE-He Wa; nachte Wb-Nharz 131, Mda-Sti 13. Zuss.: zu 1.: Johannis-, Matthias-, Midder-.
Ngebrt f. ‘Nachgeburt des Viehs’, bes. von Rindern und Pferden,  Hmen, 2: SA-GrAp, GA-Ip Ziep, vereinz. ö Altm., ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf. (außer sw), 4: BA-Schie, vereinz. BE.
Lautf.: Na(h)geburt vereinz. n/mittleres elbostf., CA-Atz; -jeburt ZE-Roß, QUE-Di, BA-Schie; Nachgeburt HA-Wef, WA-Schw; [nxjbrd] BE-Am Il Scha; [nax-] BE-Ad Gü; Noa(h)geburt GA-Ip Ziep, vereinz. ö Altm., HA-AHa, OSCH-Nei; -jeburt CA-We; [njbrd] BE-Fr Wa; No(h)geburt SA-GrAp, OST-Schr, GA-Se; Nor- STE-Bö.
Ngenge n. TiN ‘Fluss-Neunauge’ 2: SA-GrAp, OST-Gies, STE-Tan, JE1-Grü, ZE-Roß, 3: BLA-Ta, CA-Ca, 4: BA-Ha – Ock schal eyn yder man sin neghen oghenghelt gheuen, van den schocke eyn pf. 1467, Willkür der Fischer zu Tangermünde, Cod. dipl. Brdb. 1 16,98.
Lautf., Gram.: Nenoge BLA-Ta; Näg’nog’n Pl. STE-Tan; -ougn Pl. SA-GrAp; Nienauge BA-Ha; Neunore CA-Ca; -ohn Pl. JE1-Grü; Neinoge OST-Gies; [nain] ZE-Roß.