Messkle f. 1. dass. wie  Messjauchenpütte, 2: Wb-Altm 136, OST-Ca, Mda-nwJe1b 72 (JE2-HSe), verstr. JE1, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Be. – 2. dass. wie  Messhocke(n) 1., 1: SA-Ku, 2: vereinz. w Altm., 3: WE-Strö, QUE-Hau.
Lautf.: Messkule, [meskl] CALV-Zo, Mda-nwJe1b 72 (JE2-HSe), verstr. JE1 elbostf.; [-kl] vereinz. w Altm.; Messkele HA-Oh; Msskl Wb-Altm 136; Mestkuhle JE1-Ca; -kuhl OST-Ca; mistkle Id-Queb 11, Wb-Be.
Milchner m. 1. ‘männl. Hering’, vgl. Melker 1., 1: SA-Ku, 2: verstr. ö Altm., ZE-Roß, 3: vereinz. n elbostf., 4: Wb-Ak 113, Wb-Be. – 2. ‘Samenflüssigkeit der männl. Fische’, bes. des Herings, vgl. Melker 2., Melkern, 2: vereinz. Altm., 3: HA-NHa.
Lautf.: [miln] vereinz. sö Altm., WO-HWa Mei, HA-NHa; Milchnär ZE-Roß; Milchner HA-Oh; [miln] SA-Kal Ku, verstr. ö Altm.; [milinr] Wb-Be; Millichenr Wb-Ak 113; [meln] SA-Vie, STE-Wa.
Mollwormsklump(en) m. dass. wie  Mollbarg, 1: SA-Ku, 2: SA-Bad Re Stap, verstr. nw OST, GA-Kak.
Lautf.: Mollwormsklumpen OST-Gol GrGa Neu; -klump OST-Gen; [mvmsklümp] Pl.(?) SA-Ku; Mollwormklumpen SA-Bad Re, OST-Ker Thie; [molvmklumpn] OST-Bi; Mollwörmklümp Pl.(?) GA-Kak; Moorwormklumpen SA-Stap.
1Mudder f. 1a. ‘Frau, die ein oder mehrere Kinder geboren hat’, bes. im Verhältnis zu ihrem Kind, allg. – mne Mudder HA-Oh; ‘ne fremme Mutter ‘Stiefmutter’ Wb-We 92; Murra kp m ne Tüte Boms (Bonbons) JE2-Scho; Von de Diewesgrund hät uns Vals Mutter in Viesen männigmoal in de Schummeringe gruselige Geschichten vertellt. Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie); van orem vader unde van orer mutter 1484, StB-Neuhaldenslebend47. – Volksgl.: wer sne Mudder sleit, dne wasset de Hand t’n Grwe HA-Oh. – 1b. ‘Ehefrau, Frau des Hausherren’, auch Anrede für Frauen, 2: vereinz. Altm., 4: Wb-Be – wi jts tenn, Mutter Mattsn? Wb-Be; mohrn Ohmt gohn wie to Sängerball, da wätt ollig en affpädt (getanzt) mätt Muddern OST-Los. – 2. ‘Großmutter’,  Grtmudder, 3: HA-Scha, QUE-Co, CA-Ca, 4: DE-Kle. – 3a. in der Verbdg.: Mutter, Mutter darf ich ein Spiel, 2: OST-GrBa. – 3b. in der Verbdg.: Mutter, in Keller brummt et ein Spiel, 3: QUE-Di. – 4. ‘Hebamme’, scherzh.,  Hfamme – a. in der Verbdg.: Mudder Grpsch 2: verstr. OST, GA-KlEn, STE-Beel Bül, WO-Sa, JE2-Scha, JE1-Bü, 3: HA-NHa Uep, OSCH-Grö. – b. in der Verbdg.: Griepschens Mutter 2: GA-Qua. – c. in der Verbdg.: Mudder Grp 1: SA-Ku, 2: SA-Ben, OST-Ca Spä Zie. – d. in der Verbdg.: Mutter Storch 2: JE2-Wa. – 5. ‘Gebärmutter der Frau’, auch ‘Scheide der Frau’,  Mse, 3: HA-Bee Oh, Wb-Nharz 130 – de Mudder is nich in Ornung HA-Oh. – 6. ‘(für die Zucht geeignetes) weibl. Schaf’ 3: WE-Ro. – 7. ‘Schraubenmutter’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 130, 4: CA-Ak.
Lautf.: Mudder; außerdem: Mudda, [mud], [mud] SA-Dä, vereinz. s Altm., JE2-Scho; [mud] verstr. nwaltm. Altm.; [md] Mda-Ar 37; [mudr] Mda-Fuhne* § 255 (verbr. anhalt.); [mura] JE2-Scho; [mur] SA-Da Rie; Mutt(e)r, [mut() r] vereinz. nd., verstr. omd.; [mut] STE-Buch Steg, WO-HWa Zi; [mut] WO-Zie; Modder SA-Ah, GA-KlEn; Moder, Mohger Id-Altm. Zuss.: zu 1a.: Hochzeitsmutter, Mit-; zu 2.: Klsmudders, Ölder-, Öldern-; zu 4.: Kinder-; sonstiges: Kornmutter, Lausemutter, l-.
Neiterin f. dass. wie  Neisterin, 1: SA-Ku, 2: vereinz. Altm. (außer STE), JE2-Ku Wa, JE1-Scha, 3: HA-All Em, BE-KlMü, 4: CA-Do.
Lautf.: Nei(h)terin, [naitrin] SA-Sa, GA-Ziep, HA-Em; Neitrin GA-Sa; Neitrien JE2-Ku; Neihtrine HA-All; [naetrn] CALV-Zo; [ntrn] SA-Ku; Nähtern BE-KlMü, CA-Do; Nähtrin OST-Sta; [ntrn] SA-Ma; Nähdrine JE1-Scha; Näitrin JE2-Wa. – Etym.: bei einigen Formen Anklang des Grundwortes an Trne, der Kurzform von  Katharina.
stern n., z.T. im Pl. 1. ‘christliches Fest der Auferstehung Christi’ verstr. – D ne stern hat’s m mechtich jeschneiet. Wb-Ak 123; tau estern kummet se Junge t de Schaule HA-Oh; to Auster gaw dätt immer n graut Schüssoh mit geferwtn Eier SA-Rist; Rda.: wenn ick dick in de Schnute schlage, fällt Ostern un Pingesten op einen Dach Androhung von Prügel, Sprw-Börde; wenn estern un Pingesten op einen Dch fallt ‘niemals’ HA-Oh; Kinderlied:Wenn’t Ostern is, wenn’t Ostern is,
denn slacht mien Vader’n Bock,
denn danz’t mien Mutter, denn danz’t mien Mutter,
denn krie’ eck en nien Rock.
WE-Oster.
– Brauch: Das Osterfest wurde um drei Uhr am ersten Ostertag eingeläutet. Vk-Harz 8,44 (WE-Elb). Vor Sonnenaufgang schöpften die Mädchen bereits das  sterwter. Im Mittelpunkt des österlichen Brauchtums steht jedoch das  sterei. An den Ostertagen fanden versch. Spiele und Wettkämpfe statt, an denen vornehmlich die Burschen oder die Erwachsenen teilnahmen. Bes. Ballspiele (z.B.  Ballslgen, Klsen) waren beliebt. verstr. Mütter strickten ihren Kindern einen Ball. Vk-Anhalta 225 (BE-GrMü). Andere Spiele waren z.B.  Hnenslgen (Brauch-Ma 262 – WO-He),  Semmelfrten (Brauch-wAltm 53) oder der  Knigslp (Brauch-wAltm 54). Um Hasselfelde wurden Eichhörnchenjagden veranstaltet. Vk-Harz 8,45. Die Mädchen zogen vor die Häuser der Brautpaare, die im letzten Jahr heirateten, um einen Ball zu erbitten,  Brtball, sterball (verstr.). O. war ein Termin für den Gesindewechsel (verstr.) sowie für die Aufnahme der Knaben in den Kreis der erwachsenen Jugend (Brauch-wAltm 44),  bengeln, hänseln 3. Zu O. wurde ein fladenartiges Gebäck gegessen (Vk-Anhalta 226 -verstr. ZE, Spr-Asch 42, BA-Op) und eine mit Weißbier angerichtete Suppe gereicht (Vk-Anhalta226). – Volksgl.: Man zieht hinaus, um den Sonnenaufgang am Morgen des 1. Ostertages zu betrachten, weil die Sonne vor Freude tanzt (Brauch-Ma 262 – STE-Bo, vereinz. n elbostf.), drei Freudensprünge macht (verstr. Altm.) oder weil zwei Sonnen zu sehen sind (Brauch-Ma 263 – GA-Grau). Breitet man dabei ein Tuch aus, so ist der sich darauf sammelnde Tau gut gegen Krankheiten. Brauch-Ma 262 (HA-Sü). Das Umwandern der Äcker soll eine gute Ernte sichern. Brauch-wAltm 55. Regnet es am Ostersonntag, ist im Jahr mit Trockenheit zu rechnen. Brauch-Ma 263 (GA-Fle Grau). Ein am Ostersonntag auf nüchternen Magen gegessener Apfel schützt vor Geschwüren. SA-Ku. – 2a. in der Verbdg.: kleine(s) Ostern ‘Sonntag nach Ostern’ 2: Vk-Anhaltb 27 (ZE-Cob), 4: Wb-Ak 123, Wäschke 71913,25. – 2b. in der Verbdg.: weiße Ostern dass., 3: Vk-Anhaltb 27 (BA-Ra).
Lautf.: Ostern, [strn] verstr. (außer nwaltm. w Altm.); [strn] JE2-De; [stn] STE-Gro, CALV-Calv; [stan] JE2-Scho; estern HA-Oh; [ostn] SA-Meh; [ustn] vereinz. n GA; estrn Mda-Ro; uostern OSCH-Di; Auster SA-Rist; [eost] SA-Dä.