Khrdentasche f. ‘Tasche des Kuhhirten’ 2: Hausfr-Altm 1933,51 (SA-Meh).
Lautf.: Kortasch.
3Matte f. ‘Geld’,  Zaster, 2: SA-Meh, GA-Wer, vereinz. STE, 3: GA-Hö, HA-Ma Schw Um.
Lautf.: Matte; außerdem: Mattematte STE-Wa. – Etym.: zu jidd. mattono ‘Geschenk, Gabe’, vgl. Wb-Rotw [3462].
Melk f. 1. ‘flüssige, weiße, fetthaltige Absonderung der Milchdrüsen bei Säugetieren’, bes. die als Nahrungsmittel verwendete von Kuh, Ziege, Schaf, verbr. – drinkste denn Melk? WO-Dru; de Melk jerünnt HA-Oh; dai Mek is blarrarich (dünn) SA-Dä; Rda.: De hät wat in de Melk to brocken. ‘Er ist wohlhabend.’ Bewohner-Altm 1,349; sauveel Maat (Liter) Melk n De, sauveel Sticken Botter de Woche BA-Re; Sprw.: wer de Melk in Kaffee drinkt, kann nich bottern QUE-West. – Nach dem Melken wurde die M. durch ein Seihtuch gegossen: dat Mek wt drgng Saidauk saiet SA-Dä. Die anschließend in  Satten gefüllte M. lagerte bei gleich bleibender Temperatur so lange im  Melkschapp, bis sich an der Oberfläche Sahne bildete: d is all schn Rm up de Melk JE2-Scho. Nach dem Abschöpfen und weiterer Reifung wurde diese zu  Botter weiterverarbeitet. Übrig blieb die  Mgermelk, die nach der Gerinnung zur Herstellung von  Käse 1. und  Quark verwendet wurde. Bauernwelt-Ze. – Volksgl.: Frisch gemolkene M. darf nur verdeckt über den Hof getragen werden, da die Kühe sonst den  Sunnenschott bekämen. Bauernwelt-Ze, Vk-Anhalta 210 (ZE-Stre). Um die M. oder die Kühe vor Behexung zu schützen, streut man an die M., die über die Straße getragen werden muss, einige Körner Salz oder einige Stücken Brot (KÖ-Ar, DE-Go). Vorbeugend gegen blaue, d.h. fettarme M., wirkt die Fütterung der Kühe mit Tüpfel-Hartheu am Johannistag. Vk-Anhalta 210. Geben die Kühe dennoch blaue M., gießt man etw. davon nach Sonnenuntergang in ein flie- ßendes Gewässer, wobei man der entschwindenden M. nicht nachsehen darf (HA-Gro). Gegen blutige M. hilft das Melken durch einen alten Besen (WO-Ir). Zauber-Ma 90. – 2a. in der Verbdg.: ste Melk ‘frische Vollmilch’ 1: SA-Rist, 2: Brauch-wAltm 21. – 2b. in der Verbdg.: gue (gute) Melk dass., 3: OSCH-Har. – 2c. in der Verbdg.: sre Melk ‘Sauermilch’, war ohne oder mit Zusätzen (Brot, Zucker, Zimt, Rosinen) beliebtes Gericht während der Sommermonate, 2: JE2-Gü Nka, Bauernwelt-Ze, 3: verstr. elbostf., 4: BE-Dro Grö La, DE-Schie – de sure oder dicke Melk hem se in’n Sommer jern’ne jetten met’n Stücke Brot dotu JE2-Gü. – 2d. in der Verbdg.: dicke Melk dass., 1: SA-Meh Rist, 2: GA-Ziep, WO-Ri, verstr. JE2, Vk-Anhaltb 10 (verbr. ZE), 3: WO-Ir, JE1-Nie, HA-Bee Oh Sie, BLA-Brau, 4: Vk-Anhaltb 10 (verstr. anhalt.) – hte und jefft änne Satte dicke Melk JE2-Scho. – 3a. ‘milchiger Saft keimender Getreidekörner’ 3: vereinz. elbostf. – de weiten is in der melk (während des Keimens) forfrren Wb-Nharz 125. – 3b. ‘milchiger Saft in Pflanzen’ 3: Wb-Nharz 125.
Lautf.: Melk verbr. nd.; Mellek, [melk] Mda-nwJe1a 41 (JE2-HSe), vereinz. w ZE, HA-Oh, OSCH-Di, vereinz. s elbostf.; Meak SA-Ko; [mek] verstr. nwaltm.; [meok] SA-Ah Al Hö; [mlk] Mda-Ar 27, Mlk Wb-Altm 136; mälek Mda-Ro; Mäak SA-Bon; [mk] SA-Die; [mk] SA-Pü; [mok] SA-Zie; Mäek SA-Scha; Mölk OST-Wah; [mölk] BLA-Be; [mk] SA-Rist; [mök] SA-Ev; [möok] SA-Ku Sal; Mjok SA-Rist; [müak] SA-Kuh; Milch, [mil] verstr. ZE, CA-Ca, BE-Grö, DE-Schie; [mil] Mda-Ze (ZE-Gro Roß); Millich, [mili] Mda-Ze (ZE-Gro Roß), BA-Ha, vereinz. w anhalt.; melech Mda-Sti 176; [ml] BA-Ha. – Gram.: n. belegt SA-Ch Dä. Zuss.: zu 1.: Kalbsmilch, Klopp-, K-, Mger-; zu 3b.: Hunde-, Keiseken-, Keitschkenmilch.
mitgn Vb. 1a. ‘gemeinsam mit jmdm. gehen, jmdn. begleiten’ verstr. – 1b. ‘andere zum Arbeitsort begleiten, um mitzuarbeiten’ 3: Hbl-Ohre 1925 Nr. 3/Wöhlbier (HA-Eim), 4: Wb-Ak 115 – le Heine nm forsch Ackermachen kn Jeld, dderfr junk Tante Mne n dr’n Acker mit. Wb-Ak 115. – 1c. ‘an einer Beerdigung teilnehmen’ 4: Wb-Ak 115. – 2. ‘stehlen’,  klauen – a. in der Verbdg.: mitgn lten 2: SA-Meh, OST-Schön, 3: HA-Oh. – b. in der Verbdg.: meddegn (metgn) hten 3: Wb-Nharz 125.
Lautf., Gram.: mittegaon Part. Prät. Abergl-Ma 228 (WO-Ol); mitjn Wb-Ak 115, Wäschke 31909,28; jung mit 3. Sg. Prät. Hbl-Ohre 1925 Nr. 3/Wöhlbier (HA-Eim); metgn Wb-Nharz 125; -goahn SA-Meh, OST-Schön, Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie); middegn, -gaan vereinz. elbostf.; -gen BLA-Brau; meddegn Wb-Nharz 125.
Mskrück(e) m., f. dass. wie  Mskelle, 1: SA-Bee, 2: SA-Meh, 3: verstr. s elbostf., 4: BLA-All.
Lautf., Gram.: Mauskrücke BLA-Rü Ta, QUE-Nei; -krikke vereinz. s elbostf.; Muskrücke SA-Bee; -krück SA-Meh; -kricke BLA-All, BE-Gü; Nbf.: -kruck m. WE-Ath Red Sta, BLA-Be.