1na Interj., wird in Gesprächssituationen verwendet und knüpft emotional an vorausgegangene Äußerungen oder Geschehnisse an, meist satzeinleitend, 2: Wb-Altm 143, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – na, m ls Aufforderung, Wb-Be; no dat drt ne wichkeit! Ausruf der Ungeduld, Wb-Nharz 135; na, schr man nich, et warr’t wer gt Beschwichtigung, Besänftigung, HA-Oh; no et is doch nischt passrt? Ausruf der Besorgnis, Wb-Nharz 135; na, heww’kt nich glks e’secht? Bestätigung, HA-Oh; no frlich Bekräftigung, QUE-Di; no denn for mnetwjen Ausruf der Zustimmung, des Nachgebens, Wb-Nharz 135; no woorte manne, kumm man wädder Drohung, BA-Ha; no wer Ausruf der Verwunderung, Wb-Nharz 135; na Fritze, wi jeets denn immer noch? Einleitung einer Anrede, CA-Ak.
Lautf.: na Wb-Altm 143, verstr. elbostf., vereinz. anhalt.; no vereinz. elbostf., BA-Ha.
Nacht f. 1. ‘Tageszeit zwischen dem späten Abend und der Morgendämmerung’ verstr. – et Nachts ‘in der Nacht’ HA-No; b nachte dass., Wb-Nharz 131; Bi Nachten goah’k dao mien Lew’dag nich we’r vöärbi. Pohlmann 1905ff.,116; Vor Nacht isse jekom’m. Wb-Ak 118; lest’n Nacht waiat tau dsta (dunkel) SA-Dä; dao will ik east Nacht iwa schlaop’m SA-Dä; g Nacht Grußformel vor dem Schlafengehen, QUE-Di; Rda.: b nacht un newel ‘ganz heimlich’ Wb-Nharz 131; de Fawrke geit Dch un Nacht HA-Oh; sik de Nacht umme de ern sln ‘wegen etw. nachts nicht zum Schlafen kommen’ HA-Oh; Sprw.: de Nacht is keines Minschen Fründ Wb-We 91; Inne Nacht sin alle Katzen jrau. Wb-Ak 118. – 2. ‘die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar’,  Twölften – a. in der Verbdg.: de hilligen twölf Nächte 1: SA-Dö, 2: SA-GrAp, STE-Sche, JE2-Par, Vk-Anhaltb 25 (ZE-Cos Stra), ZE-Reu, 3: vereinz. elbostf., 4: BA-Gü, vereinz. anhalt. – b. in der Verbdg.: de hilligen Nächte 2: OST-Bi, GA-Wet, STE-Ei Kre, JE2-Bre See Wu, JE1-Ih Mö, vereinz. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: BA-Ha, Vk-Anhaltb 25 (BE-Il). – c. in der Verbdg.: de twölf Nächte 2: STE-Go Ost, ZE-Bur, 3: WE-Mi, QUE-Ga. – d. in der Verbdg.: die zwölf rauhen Nächte4: Vk-Anhaltb 25 (BE-Fr). – e. in der Verbdg.: die langen Nächte 4: a.a.O. 25 (BE-Il, DE-Mei). – f. in der Verbdg.: die geheimen Nächte 4: a.a.O. 25 (BE-Il). – g. in der Verbdg.: de witten Nächte 3: WE-Schie. – h. in der Verbdg.: de grulichen Nächte 3: BE-KlMü. – 3. in der Verbdg.: fre Nacht ‘Nacht vor Pfingsten’ 1: BrauchwAltm 59f. (vereinz. nwaltm.), 2: a.a.O. 59f. (vereinz. SA, verstr. GA, STE-Bu Kö), 3: vereinz. n elbostf. – Brauch: In dieser N. ist es den jungen Männern erlaubt, Schabernack zu treiben. So werden z.B. Ackerwagen auseinandergenommen und auf den Dächern wieder zusammengebaut oder das Vieh der Bauern vertauscht. Die Burschen haben bei ihrem Rundgang sogar das Recht zu stehlen, weshalb die Bauern Geld oder Naturalien bereitlegen. Beim Abhalten eines Dorfgerichts werden Personen, bes. die Mädchen des Ortes, getadelt oder verspottet. Brauch-wAltm 59f. – 4. in der Verbdg.: de kolden Nächte ‘die drei Eisheiligen’,  shilligen, 2: JE1-Grü, 3: HA-Sie.
Lautf., Gram.: Nacht, [nat]; außerdem: ncht Mda-Sti 13; Pl.: Nächte verstr. nd. (außer nwaltm. und n/mittlere Altm.), BA-Gü Ha, verstr. anhalt.; Nächt SA-Dö, vereinz. n/mittlere Altm.; Nechte HA-Oh, nechte Wb-Nharz 131; [ned] BE-He Wa; nachte Wb-Nharz 131, Mda-Sti 13. Zuss.: zu 1.: Johannis-, Matthias-, Midder-.
nhr Adv. ‘danach, nachher, später’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 144, vereinz. JE2, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – nachdern, wie de Mutter wädder furt is BA-Ha; ik mütt iast Schwne furran un nha km ik JE2-Scho.
Lautf.: naher Rauch 1929,68, Lindaub o.J. 37, [nhr] ZE-Roß, nahher Richter o.J. 5; -här Heese 21919,12; [nhr] Mda-Fuhne 19 (DE-Ca); [nhr] CA-Ak; ncher HA-Oh, Wb-Nharz 131; nchert OSCH-Di, vereinz. Nharz.; [nhr] Wb-Be; naohr Wb-Altm 144; [nha] JE2-Scho; [nhä] Lautdenkmal 1937 (JE2-Gü); [naohai] SA-Dä; noehäe Heimatkalender-Ma 1930,84 (JE2-Vie); [nrt] QUE-Di; nochher QUE-GrSchie; nchern vereinz. n/mittleres elbostf.; náchern Wb-Holzl 144 (HA-Wo, WA-KlWa); naacherns Gorges 1938,25; nahchter Vk-Harz 3,23 (BLA-Be), nachdern BA-Ha; nchter Mda-Sti 181. Zus.: hr-.
nässeln Vb. ‘fein regnen’,  musseln, 2: ZE-Cob, 3: JE1-Wa, OSCH-GrQue, vereinz. QUE, 4: BA-Ha Sil, verstr. BE.
Lautf.: nässeln ZE-Cob, QUE-Hau We, BA-Ha Sil, BE-Bo; nesseln, [nesln] JE1-Wa, OSCH-GrQue, QUE-Schie, Wb-Be; [nes] verstr. BE.
Nassgalle f. ‘stets feuchte Stelle im Acker’,  Springstde, 4: BLA-All, BA-Ha Schie.
Lautf.: Nassjalle.
natt-natt Lockruf für Enten,  ft-ft, 3: BLA-Brau, 4: BA-Ha.
Neckel f. Gebäck aus Weizenmehl (Weißbrotart bzw. zweiteiliges Brötchen), 3: verstr. s elbostf. (außer CA), 4: BA-Ha Neu.
Lautf., Gram.: Neckel vereinz. s elbostf. (außer CA); Nekkeln Pl. verstr. s elbostf. (außer CA); nekkele Wb-Nharz 133; Näckeln Pl. BLA-Rü; Dim.: Neckelken vereinz. s elbostf. (außer CA); Neckelke OSCH-Schw, nekkelke Wb-Nharz 133; Neckelchen Wb-We 93, BA-Neu; Neckelichen BA-Ha.
neddertrampeln Vb. ‘etw. durch Darauftreten umknicken’ 2: JE1-Gö Gra Ka, 3: JE1-Pre, OSCH-Di He, 4: BA-Ha – der is dorchet Korn ejon und hattit nedderetrampelt JE1-Pre.
Ngenge n. TiN ‘Fluss-Neunauge’ 2: SA-GrAp, OST-Gies, STE-Tan, JE1-Grü, ZE-Roß, 3: BLA-Ta, CA-Ca, 4: BA-Ha – Ock schal eyn yder man sin neghen oghenghelt gheuen, van den schocke eyn pf. 1467, Willkür der Fischer zu Tangermünde, Cod. dipl. Brdb. 1 16,98.
Lautf., Gram.: Nenoge BLA-Ta; Näg’nog’n Pl. STE-Tan; -ougn Pl. SA-GrAp; Nienauge BA-Ha; Neunore CA-Ca; -ohn Pl. JE1-Grü; Neinoge OST-Gies; [nain] ZE-Roß.
Neudorf ON – Neudorfer Spitzkeppe, Zickenbecke NeckN für die Bewohner von Neudorf, 4: BA-Ha.