leck Adj. ‘(durch Trockenheit) undicht, wasserdurchlässig’, bes. von Holzgefäßen, 2: SA-Rie, JE2-Scho, 3: WE-Zi, 4: Mda-Sti 12 und 170, BA-Ha, BE-Al – dät Fatt is leck JE2-Scho.
Lautf.: leck JE2-Scho, WE-Zi; [leg] BE-Al; [lk] SA-Rie, BA-Ha; lach Mda-Sti 12 und 170.
Legge f. ‘Schicht Getreide’, auf dem Erntewagen oder in der Scheune, 1: SA-Rist, 2: SA-Rie, STE-KlSchwa, JE2-Fi – Rda.: knen fan’t unnerste Lg haerdn Heiratsregel, STE-KlSchwa.
Lautf., Gram.: Legge JE2-Fi; Legg SA-Rie; [l] SA-Rist; Nbf.: Lg n. STE-KlSchwa.
Lgheiten f. ‘Dummheiten’ 2: SA-Rie.
Lautf.: Leigheiten.
lsen Vb. 1. ‘Geschriebenes geistig erfassen’ verbr. – en bauk lsen Wb-Nharz 117; Lis m dn Brf! Wb-Ak 102; … stand in de olle Urkunde, de ik noch’e lest hewwe JE2-Gü. – 2. ‘aufheben, sammeln’ verbr. – ekkern lsen Wb-Nharz 117; Spruch: magst du mei nich lesen, mag ick bei die nich wäsen wird bei der Flachsernte gesagt, wenn Halme liegen bleiben, SA-Rie. – a. ‘Kartoffeln ernten’,  rden, 2: verbr. Altm., 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – Ich je bei eich mit Kartoffel’l lsen. Wb-Ak 102. – b. ‘Nachlese halten’, auf dem Getreidefeld, 4: Wb-Ak 102.
Lautf.: les(e)n, [lz()n] verbr. Altm., JE2-Gü, verstr. n elbostf., Wb-We 81; läs(e)n, ls(e)n, [lz()n] vereinz. nwaltm., verbr. Altm., Mda-Ze (ZE-Roß), verstr. s elbostf., Wb-Ak 102, Wb-Be; [lzn] verstr. ö nwaltm.; [lzn] verstr. nwaltm.; [läizn] verstr. w nwaltm.; [laizn] SA-Dä; läasen ZE-Mü; [lazn] Mda-Ze (verstr. ZE); ls’n Mda-Sti 28; [lzn] SA-Ev; leschen Wb-Nharz 117 (WE-De, BLA-Ben); lischen BLA-Ben; löschen WE-Zi. – Gram.: 2./3. Sg. Präs.: list (mit Kürze) SA-Dä, Wb-Altm 126, verstr. elbostf., Mda-Sti 5; Imp. Sg.: lis (mit Kürze) SA-Dä, verstr. elbostf., Mda-Sti 28, Wb-Ak 102; 1. Sg./ Pl. Prät.: Stammvokal abweichend von Standardspr. laus/lausen Wb-Nharz 117; ls Sg. Wb-Altm 126; Part. Prät.: sw. Bildung l s’t (daneben ls’n) Wb-Altm 126; elest JE2-Gü, verstr. elbostf. Zuss.: zu 1.: n-, wer-; zu 2.: n-.
Lche f. 1. ‘helle, heftig brennende Flamme’ 1: verbr. nwaltm., 2: Wb-Altm 126, Albrecht 21822 3,167, verbr. SA, vereinz. OST GA STE, 3: GA-Beh, 4: CA-Zu – Rätsel: Hinner uns Hus brennt watt, un doch ken lichte Leichen? – die Brennnessel, SA-Han;Un, eh’r de Leuchen sik vermehrt’,
Dät Füüer rein werr’ uuthantheert.
Albrecht 21822 3,167.
– 2. Pl. ‘bei Feuer durch die Luft fliegende glühende Ähren- und Strohteile’,  mern, 1: SA-Han, 2: SA-Rie.
Lautf.: Lüchen SA-Jee; Leuchen Albrecht 21822 3,167, OST-Ost, STE-GrMö; Leich(e)n, -ai-, [lain] Wb-Altm 126, verstr. SA, vereinz. GA, CA-Zu; Leijen OST-Flee; [len] SA-Ch KlGe; Laeichn SA-Dä; [laek] SA-Zie; Lieke GA-Beh; Liek vereinz. OST, STE-Po; Li(e)k(e)n SA-Han, vereinz. ö SA; [lk] SA-Pü. – Gram.: bei Belegen auf -(e)n ist vorw. von Pl. auszugehen. – Etym.: zu mnd. l, lou, lhe und mit grammatischem Wechsel h-g lchen(e), lochgen, loghen ‘Flamme, Lohe’, mhd. lohe, louc, vgl. auch anord. leygr, aengl. lg, lg, zur idg. Wurzel *leuk ‘leuchten’, vgl. HWb-Mnd 2,835 und 836, Kluge 231995,524.
Lge f. ‘mit Zusätzen versehene Flüssigkeit’, bes. ‘Waschlauge’, auch ‘Salzlösung zum Einlegen von Fleisch oder Fisch’ 2: Wb-Altm 128, SA-Rie, Mda-Ze (verstr. ZE), 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 53, Wb-Ak 107, Wb-Be – in de Le leggen Wb-We 82; Rda.: aus ne Le jestaukt sin ‘ähnliche Charaktereigenschaften wie jmd. besitzen’ Wb-Ak 107.
Lautf.: Loge HA-Bee; [le] Wb-Be; Lg Wb-Altm 128; [lk] SA-Rie; Le Mda-Ze (ZE-Roß), vereinz. elbostf., Wb-Ak 107; [l] Mda-Ze (ZE-Reu Stre), Wb-Nharz 118; luo OSCH-Di; laugge Mda-Sti 53; Lauche Wb-Holzl 133 (HA-Eil, WA-Kl-Wa); [lu] Mda-Ze (ZE-Gro).
Luft f., n. verbr. 1. ‘die Atmosphäre der Erde bildender Stoff, Atemluft’ – scheene Luft heite ZE-Roß; dai Luft is doch ht tao schtickich SA-Dä; ik kr keine Luft HA-Oh; Rda.: in d’ Lucht gaon ‘ins Freie gehen’ Wb-Altm 128; Ich bin for dn Luft. ‘Ich werde nicht von ihm beachtet.’ Wb-Ak 108; helt de Luft an ‘hör mit deinem Gerede auf’ HA-Oh. – 2. ‘bewegte Luft, Luftzug’ – schdramme Lufd ‘starker, gleichmäßiger Wind’, Schifferspr., Elbschifferspr. 439; awwer  nich anne Lufd Wind is ‘es herrscht Windstille’ CA-Ak; kein liftjen rt sek Wb-Nharz 117; Rda.: Dat gift Luft, sä de ole Müldersche, da leit se ‘n Pup Sprw-Harzvorld 399. – 3. ‘freier Raum über dem Erdboden’ – de Frln (Vögel) flgng hauch int Luft SA-Rie; Rda.: in de Luft jehn ‘wütend werden’ ZE-Roß. – 4. ‘freier Raum, Spielraum’ – Luft machen ‘ein verstopftes Rohr durchstoßen’ ZE-Roß.
Lautf.: Luft; außerdem: [lufd] Elbschifferspr. 439 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa, CA-Ak), Mda-Fuhne 111; Luff SA-Bon; Lucht vereinz. Altm., Id-Eilsa 77 (veralt.). – Gram.: f., außerdem: n.: verstr. nwaltm. Altm. Zuss.: zu 1.: März-, Morgen-.
Lneecke f. ‘Raum zwischen Ofen und Wand’, beliebter Aufenthaltsort in der Abenddämmerung, zugleich Ecke, in die sich das launische oder trotzige Kind stellen musste,  1Helle 2: SA-Rie, OST-Gla Ze.
Lautf.: Luhnecke OST-Ze; -eck SA-Rie, OST-Gla.
lsewarm Adj. ‘schwül, feuchtwarm’ 2: SA-Rie.
lsig Adj. 1. ‘mit Läusen behaftet’ 3: Id-Eilsa 77, Wb-Nharz 121 – Rda.: sek nich lsich mken ‘sich nicht anmaßend verhalten’ Wb-Nharz 121. – 2. ‘schlecht, unangenehm’ – lausije Tsaitn 4: Wb-Be. – 3. dass. wie  lsewarmlusig Wäder 2: SA-Rie.
Lautf.: lusig, -ich; außerdem: [lauzi] Wb-Be.