1ändern Vb. 1: Ehlies 1960b 298, SA-Rist, 2: Wb-Altm 57, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. 1. ‘umwandeln, verändern’ – dat lett sik balle endern HA-Oh; “... ich werde nun mal ernstlich mit ihr sprechen. ” – “Thunse das, jnädjer Harre!” ... “sähn Sie mal zu, eppsese ändern”. Wäschke 61915,145; Sprw.: En Wullef ändert de Haar’ Un blift doch, wie he war. Vk-Harz 3,60. – 2. refl. ‘sich wandeln, verändern’ – Wo hemm sick dei Tieden ännert! Ehlies 1960b 298; s Wetter ännert sich KÖ-Bre; Rda.: hei ändert sich woll, awer bessert sich nich Sprw-Börde; Scherzreim:Wenn de Hahn kraiht oppn Mess
ändert seck et Wäder oder et blifft wie et is.
WE-Re.
Lautf., Gram.: ändern Richter o.J. 32; ändern 3. Pl. Präs. Wäschke 61915,145; ändert 3. Sg. Präs. vereinz. elbostf.; ännert 3. Sg. Präs. Wb-Altm 57, KÖ-Bre; je- Part. Prät. Krause 1964,19; ännert Part. Prät. Ehlies 1960b 298; endern vereinz. w elbostf.; [ern] ZE-Roß, Wb-Be; [ent] 3. Sg. Präs. SA-Rist.
andn Vb. 1. ‘hinzugeben’, bes. von Gewürzen, 1: SA-Rist, 3: HA-Oh, Wb-Nharz 11. – 2. ‘einem Zugtier das Geschirr anlegen, anschirren’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 11 – dau ’n Prd ’n Tem an! HA-Oh. – 3a. ‘jmdm. Böses, Leid, Unrecht zufügen’ 1: SA-Rist, 2: Wb-Altm 5, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 136, Wb-Ak 24, Wäschke 61920,97 – ... da kann ich’n Amtmann an scheen’n Tort un Damp (Ärger, Schaden) anthuen. a.a.O. 97; Den hem se wat ahnedahn. Vk-Harz 3,46; det worscht de mich doch nich andn? ZE-Roß. – 3b. ‘behexen, bezaubern’ 2: Wb-Altm 5, Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi), JE2-Scho, 3: Spr-Maa 435 (WO-Ol, JE1-Ran), vereinz. sw elbostf. – Dat harre dai Hexe r nedn. Mda-Harz 17 (BLA-Hü); Herrjes Mudder, säd hei, do is doch neulich olle Klookfried in’n Stall west, de hett äm (einem Schwein) wat andohn, ... Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi); s hat äm wat andaon ‘sie hat ihm den Kopf verdreht’ Wb-Altm 5. – 3c. refl., vorw. in den Verbdg.: sik wat/n Ld andn ‘Selbstmord begehen’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 125, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 24, Wb-Be – dai hat sik an Ld andaon SA-Dä; ... doch hei deh sick Gewalt an; ... Rauch 1929,101. – 4. refl. ‘sich einschmeicheln’ 2: Wb-Altm 5.
Lautf., Gram.: andn Wb-Altm 5 und 125, JE2-Scho, Spr-Maa 435 (JE1-Ran); -dohn Part. Prät. Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi); [and] SA-Rist; deh an 3. Sg. Prät. Rauch 1929,101; andaun vereinz. elbostf.; andauen WO-Ir, Spr-Maa 435 (WO-Ol); [andaon] Part. Prät. SA-Dä; aandau(h)n, n- OSCH-Schw, Wb-Nharz 11, CA-Fö; ahnedahn, nedn Part. Prät. Mda-Harz 17 (BLA-Hü), Vk-Harz 3,46; andn ZE-Roß; -tun WE-Dee; -thuen Wäschke 61920,97; ntn Wb-Ak 24; [ntt] 3. Sg. Präs. Wb-Be; ntun Mda-Sti 136.
anleggen Vb. 1. ‘an jmdn./etw. legen, heranlegen’ 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 21 – ... wunderselten werd’e noch anjelegt ... das Kind an die Mutterbrust, Spr-Asch 22. – 2. ‘mit Goldgrund versehen’ 3: Id-Eilsa 48. – 3. ‘Getreidegarben zum Dreschen auf der Tenne auseinander breiten’ 1: SA-Rist, 3: Rauch 1929,34 – subst.: ... un se sünd grade bit Anleggen von ne frische Däle ... a.a.O. 34. – 4. refl. – a. ‘sich irgendwo anlehnen’ – Lk dich nich s n, d huckst de janze Wand uf! 4: Wb-Ak 21. – b. dass. wie  ankuscheln, 1: vereinz. nwaltm., 2: verstr. ö SA w OST w STE, vereinz. s Altm., JE2-KlWu Reh, 3: vereinz. nw elbostf. WA, 4: BE-We. – 5. dass. wie  anlnen 2., 4: Wäschke 61920,115. – 6. ‘anzünden, zum Brennen bringen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 14. – 7. ‘ein Gewehr in Anschlag bringen und zielen’ 3: Wb-Nharz 14, 4: Wb-Be. – 8. ‘etw. planvoll erstellen, gestalten’ 2: JE2-Gü, 3: HA-Oh – n’ Gern (Garten) anleggen a.a.O. – 9. 3: HA-Oh, Wb-Nharz 14. – a. ‘Geld (in Wertpapieren) anlegen’. – b. ‘Geld ausgeben, bezahlen’. – 10. in der Rda.: et dropp anleggen ‘es auf etw. absehen, abzielen’ 3: HA-Oh. – 11a. in der Rda.: sich mit ’n nln ‘Streit anfangen’ 4: Wb-Ak 21. – 11b. ‘schlagen, prügeln’,  verhauen, spez. auch ‘ohrfeigen’ 3: vereinz. s elbostf. – 12. ‘anbinden, anketten’, von Tieren, 3: vereinz. n/w elbostf., 4: Wb-Ak 21, DE-Ho – ’n Hunt an de Kedde anleggen HA-Oh. – 13. ‘am Ufer anlegen, festmachen’, auch einschränkend nur für das Heranbringen des Kahns an das Ufer, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 312 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), ZE-Roß, 4: Elbschifferspr. 312 (CA-Ak), Wb-Ak 21 – läst de denn in Aken ma an? ZE-Roß.
Lautf., Gram.: Inf.: anlegg(e)n, [anleg()n], anlejjen SA-Bre Rie, vereinz. ö Altm., Elbschifferspr. 312 (JE2-Mi Pa), verstr. elbostf.; -lengn, [anlen] vereinz. Altm.; -leng, [anle] SA-Ho Rist; -legen, -lejen GA-Mie, JE2-Reh, HA-Va, OSCH-Wu; nle-in Wb-Nharz 14; [anljn] Elbschifferspr. 312 (WO-Ro, CA-Ak); anläng(e)n SA-Lag Mel; -läen Spr-Maa 437 (vereinz. n elbostf.); -län, [anln] ZE-Roß, DE-Ho; nl Wb-Ak 21; [nln] Wb-Be; 3. Sg. Präs.: leggt an OST-Gla, WA-ABra; lägt - WO-We; lächt - vereinz. sw OST; [lt an] JE2-KlWu; läd n BE-We; laicht an SA-Ra; la-echt - SA-Ah; lecht - SA-Gü; lagt - SA-Kri Vi; Part. Prät.: anjelegt Spr-Asch 22; an e’legt Rauch 1929,102; -jelät Wäschke 61920,115; annelät JE2-Gü; njelt Wb-Ak 21.
anplgen Vb. ‘Kartoffeln anhäufeln’, mit dem Pflug, 1: verstr. n nwaltm., SA-Rist, 2: verbr. brdb., 3: verbr. n/mittleres elbostf., verstr. s elbostf., 4: Wb-Ak 18, CA-Lö, verstr. w BE, vereinz. ö anhalt. – wenn dai Tüwwn (Kartoffeln) greot nauch sünd, wrns tum lesd’n Mao (Mal) anpluicht SA-Dä.  allg. oder mit einem Gerät: anbalken 1anhacken anhpeln anhpeln anhpen anmöllen 1anrgen anrden anschärbeln anscharren anschüffeln anschüppen antellern anwellen balken berden bewellen furchig 1hacken hpen; spez. mit dem Pflug: anfren befren igeln scharrpflügen schüffeln.
Lautf.: anplög(e)n, -plöjen, [anpljn] vereinz. nö nwaltm., verstr. w Altm., vereinz. ö Altm. nö JE2, JE1-Ran; [-pl] SA-Rist; anplöhen STE-Sto, JE1-Ka; -plöen, [anpln] STE-GrMö, JE2-Grü Mü, JE1-Kü Re; anplö-in vereinz. mittleres JE2; -ploijen JE2-Schö; -plö(h)n SA-Ben Böd, verstr. w OST mittleres STE, GA-Kö La, vereinz. n JE2, verstr. s JE2 JE1; anplegen, -plejen vereinz. w JE1; -plehen JE1-Da; -pleen vereinz. JE1, verstr. ZE; n- BA-Ra; anpliehen ZE-Reu; -plien ZE-Ra; anpläugen, -pleugen, -pläujen verstr. n elbostf.; -pläuhen WE-Da; -pläuen, -pleuen, -ploien Wb-Holzl 55, vereinz. OSCH, WA-Alt, WE-Mi; ahn-, aan-, n- HA-War, OSCH-An Ba, QUE-St; anpläun, -pleun vereinz. n elbostf., verstr. mittleres elbostf., vereinz. WE, QUE-Ga; ahn-, aan-, n- vereinz. mittleres/sw elbostf.; anpleigen, -pleijen vereinz. nö elbostf.; ahnpleien CA-Bie Egg; anpluig(e)n, -pluijen vereinz. nwaltm.; anpflügen ZE-Bi, KÖ-Grö; -fligen ZE-Ke; [nfljn] BE-Be Scha; nflen, [nfln] BE-Gü, Wb-Ak 18, verstr. w BE; anflien KÖ-Ge; oanfliehn, [nfln] CA-Lö, DE-Ca.
April m. Monatsname, verstr. – Dei Hochtid was in’n April, ... Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die); For Schawwernacksleite is dor erschte April immer ’n freedijes Ereichnis. Krause 1964,55; Rda.: in’n april schikken ‘jmdn. necken, foppen, zum Narren halten’ Wb-Nharz 17; Reim: ’n irsten April kann’n Narren schicken wo’n (wohin) will. Bewohner-Altm 1,319; April, April, d kammor nfr’n wmor will Zuruf als Entschuldigung an jmdn., den man in den A. geschickt hat, Wb-Ak 25; Wetterregel: April deit, wat hei will WE-Be; ’n drng April is nich dn Bans Will SA-Rist; De April mag sien wie e will, aber Loof un Gras bringet e doch. Chr-Em 427. – Brauch: Bes. am ersten Tag des Monats suchten Kinder und jüngere Erwachsene einander zum Narren zu halten. Es wurde versucht, dem anderen eine unwahrscheinliche Geschichte als wahr darzustellen oder ihn zum Herbeiholen fiktiver Gegenstände (z. B.  Müggenfett,  Msefeddern) zu veranlassen. Vk-Anhalta 226, Wb-We 9. Der 1. A. war in den Kreisen BE, KÖ und DE der Tag, an dem die Mägde ihren Dienst antraten. Vk-Anhaltb 64.
Arm m. 1a. ‘Körperglied (des Menschen) an der rechten bzw. linken Schulter’ verbr. – ’n Arm brken HA-Oh; en rm ful ‘ein wenig’ Wb-Nharz 17; Rda.: dä hat sinen Ackerhof unnern Arm von einem Barbier mit seinen Utensilien gesagt, scherzh., WE-Velt; den lette in schtiewe Arme affschtarben von jmdm. gesagt, der jmd. anderen bezwingen kann, Sprw-Börde; ’n un’ner de Arreme jreifen ‘jmdm. helfen’ Wb-Ak 25; du wist mik woll oppen Arm nehm? CA-Fö; mit’n krumm’ Arm kaom’n ‘jmdn. mit Geschenken zu bestechen suchen’ Wb-Altm 118; hei lächt sin’ fiuan Am bi sin lärring’ Dam ‘er legt seinen faulen Arm zu seinem leeren Darm’, Verspottung fauler Menschen, Volksspr-Altm 93; Sprw.: Arm’ un Been’ kann’ nich brännen. Entschuldigung für einen begangenen Holzdiebstahl, Bewohner-Altm 1,321; Kindervers:Arm, Darm,
Water warm,
Swieneken slachten,
Wörstchen maken;
Dat sall seggen: piep!
Hbl-Ohre 1933 Nr. 7/ohne Verf. (WA-
ABra).
– 1b. in der Verbdg.: n Arm vull ‘Menge, die man im Arm tragen kann’, bes. von Getreide, 1: SA-Sla, 2: vereinz. OST JE2, JE1-Stei, 3: verstr. w elbostf. WA, 4: vereinz. omd. – en Arm vull Koahn (Korn) OST-Alt; Hle m an Arremvull Hols rin! Wb-Ak 26. – 2. ‘Ärmel’ 3: vereinz. elbostf. –Denn word ne Elle mehr enommen.
Et kunn mal andre Mode kommen!
Mal niee Arme, andern Kragen,
Denn leit et sick noch länger dragen!
Gorges 1938,33.
– 3. Teil(e) an Geräten oder Vorrichtungen: – a. vorw. im Pl. ‘paarig gespreizte Holme am Vordergestell des Ackerwagens, zwischen denen die Deichsel gelagert ist’ 1: SA-Rist Roh, 2: ZE-Mü Ned, 3: vereinz. elbostf., 4: verstr. w anhalt. – b. vorw. im Pl. ‘Griffe am Hinterpflug zum Führen des Pfluges, Pflugarme’ 4: BE-Be Grö. – c. ‘Pumpenschwengel’ – Rätsel: höltern Mann mit’n isern Arm? – die Wasserpumpe, 2: JE2-Schön. – d. ‘das Querholz der Harke, an dem die Zinken sitzen’,  Harkenhft, 2: STE-Ste. – e. ‘Seitenholz an der Handspannsäge’ 3: Wb-Nharz 17. – f. ‘Teil des Stiels der Grassense zwischen Griff und Knebel’ 3: a.a.O. 17.
Lautf., Gram.: Arm Sg., -e Pl.; außerdem: Am, [m] SA-Rist, Volksspr-Altm 93; Arm, Arm’Pl. SA-Roh, vereinz. Altm.; Armen Dat./Akk. Pl. Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.), Mda-Weg 105; Arrem, [arm] JE2-Scho, Wb-Ak 25; Orm Id-Eilsa 81; Orrem OSCH-Di; rm, ’rm Heimatkalender-Ze 1962,92 (ZE-Ze), Wb-Nharz 17, Mda-Sti 16, DE-Ca; [rm] Pl. BE-Gü, vereinz. w anhalt.; Ärme Akk. Pl. Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie); rm QUE-Di; [m] Mda-Ar 24.
sen Vb. 1. ‘sich von Aas ernähren’ 2: Wb-Altm 8. – 2. ‘im Futter herumwühlen’, auch ‘Weidegras zertreten’, von Tieren, 1: SA-Rist, 2: Wb-Altm 8. – 3. ‘vergeuden, verschwenden’ 2: Id-Altm, STE-Schi, 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Ak 27 – du drfst nich so sen mät dt Kan STE-Schi. – 4. ‘unsinnig, wie toll arbeiten’, dabei auch ‘herumwühlen und Unordnung schaffen’,  wlen, 2: Wb-Altm 8, STE-KlMö. – 5. ‘schnell laufen’ – Ich bin awwer n de Ellewe jest, der Damper harre doch all jetutt. 4: Wb-Ak 27.
Lautf.: a(a)sen, sen vereinz. w elbostf.; aos(e)n, sen, sen Wb-Altm 8, Id-Altm, STE-KlMö Schi, Wb-Ak 27; [z] SA-Rist. – Etym.: zu  s ‘Tiernahrung, Kadaver’ gehörig; Bed. 3. ist abgeleitet vom Fressen der Tiere, bes. von Vögeln und Schweinen, die in beträchtlichem Umfang Futter verstreuen. Hieran angelehnt Bed. 2., vgl. Pfeifer 1989,1 und Kluge 242002,2.
Asse f. ‘Radachse’ 1: SA-Rist, 2: vereinz. Altm., MdanwJe1a 50 (JE2-HSe, verstr. nw JE1), Mda-Ma 68 (vereinz. sw JE1), verstr. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. w anhalt. – de Asse smren HA-Oh; de asse sitt in’t roat Spr-Maa 443 (WO-HWa); ..., “dat is noch gu e’naug awegahen, et konne de Asse broken sien, denn lei’en we hier feste. ...” Wedde 1938,68; Rda.: nich an de Akse pissen Warnung zur Zurückhaltung, Sprw-Börde; Dach un Nacht uff de Achse sinn ‘ständig unterwegs sein’ ZE-Roß.
Lautf.: Asse, [as] Mda-nwJe1a 50 (JE2-HSe, verstr. nw JE1), verstr. ZE elbostf.; Ass, Aß, [as] SA-Rist, vereinz. Altm.; Achse, Akse, [aks] Mda-Ma 68 (vereinz. w/sw JE1), vereinz. ZE ö elbostf. w anhalt.
1August m. Monatsname, verstr. – dat Umtrecke soll am irschten Aujust sind JE2-Zo; dät Haikrt (Heidekraut) blt in Aujust JE2-Scho; Fritze word in Madeborch inekle’et, un Midde August, ..., jung et mit de Isenbahn in’n lanken Milletärzuge na Frankreich rin. Wedde 1938,57; Bauernregel, Zus.:is d east Augustwoch hitt,
blifft de Winda lang witt
SA-Rist.
Lautf.: August, Aujust.