grampelig Adj. ‘finster, unfreundlich’, vom Aussehen,  brummig, 1: SA-Se Wa.
Lautf.: grampelich SA-Se; gramp- SA-Wa.
gren Vb., unpers., refl. ‘Angst haben, sich fürchten’ 1: SA-Se, 3: HA-Oh, Wb-Nharz 66 – d grt mek fr a.a.O. 66.
Lautf.: grn Wb-Nharz 66; grugen SA-Se; graun HA-Oh.
Hsklocke f. ‘ Klingel an der Haustür’ 1: SA-Se, 3: WE-Elb.
Lautf.: Huusklock SA-Se; -glocke WE-Elb.
Kamm m. 1. ‘Gerät zum Glätten, Ordnen und Feststecken des Haars’ verbr. – Rda.: wer einen Kamm schern ‘unberechtigt gleich behandeln’ HA-Oh; da lät der Kamm uff de Butter ‘da herrscht große Unordnung, liederliche Wirtschaft’ ZE-Roß; Rätsel: H hurtget mi, h purtget mi, h maoket mi so blank. Wb-Altm 272;T’ wer eml n Mann,
de harre einen Kamm,
den smeit’e in de Elwe,
da warent ganze twölwe. – 11+1
HA-Oh;
Das Rätsel basiert auf dem Sprachspiel mit der Klanggleichheit von Elbe und elf im Nd. – Männer trugen noch im 19. Jh. einen halbrunden Hornkamm am Hinterkopf, der das glatt nach hinten gekämmte Haar straff hielt. Tracht-ProvSachs 193 (STE). – Volksgl.: Bis in die Mitte des 19. Jh. (z.T. noch bis zur Jh.-wende) wurde der K., mit dem der Tote gekämmt wurde, mit ins Grab gegeben. – 2. ‘roter, gezackter, fleischiger Auswuchs auf dem Kopf von Hühnervögeln’ 2: SA-Rie, ZE-Ze, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – Rda.: tich schwillt woll ter Kamm ‘du wirst wohl übermütig’ Wb-Be; dat möchtek mal in’n Kamm biten derb, von Männern gebraucht, wenn sie ein Mädchen begehrenswert finden, Sprw-Börde; einen op’n kam bten/schpukken ‘sich heftig wehren, jmdm. arg zusetzen’ Wb-Nharz 92; ik keme dik gliks op’n Kamm! Drohung, HA-Oh. – 3. ‘Mähnenpartie des Pferdes (und des Rindes)’, z.T. einschließlich des Widerristes, auch ‘Mähne’ 1: SA-Se, 2: Wb-Altm* 59, OST-Kre, 3: JE1-Me, verbr. w elbostf., BA-Ge, 4: BLA-Sti, BE-Al, DE-Que.
Lautf.: Kamm; außerdem: kammp Vk-Ask 379. Zuss.: zu 1.: Hrn-, Lse-, Nt-; zu 2.: Hnen-; sonstiges: Knirr-, Knr-, Knurr-, K-.
klimmern Vb. dass., 1: SA-Bre Pü Se, 2: vereinz. ö SA – he klimmert gliks up den Baum SA-Se.
Lautf., Gram.: 3. Sg. Präs.: klimmert SA-Bre Ma Se Str; [klimmt] SA-Ben; Inf.: [klimn] SA-Al Pü.
Krett n.(?) ‘Schütz, herausnehmbares Gitter am hinteren Ende des Leiterwagens’,  Schütt, 1: SA-Se.
Etym.: zu ndl. krat, as. croet, crat mit der urspr. Bed. ‘Wagenkorb’, vgl. Frings/Lerchner 1966,36.
mulmig Adj. 1. ‘staubig, schmutzig’ 2: Mda-Ar 30. – 2. ‘ morsch, brüchig’, bes. von Holz, das zu faulen beginnt, 3: Wb-Holzl 143, 4: Mda-Sti 175. – 3. ‘trübe, unrein’, vom Wasser,  glmig, 1: SA-Se, 2: SA-Kal, Mda-Ar 30, 3: HA-Ma, verstr. mittleres/sö elbostf., 4: BA-Neu, verstr. anhalt. – dat Water is mulmich QUE-PrBör. – 4. ‘bewölkt, trübe, neblig’,  munkelig, auch ‘unbestimmt’, vom Wetter, 3: Beiträge-Nd 66 (WO-HWa), HA-Bee, Id-Eilsa 79, OSCH-Ba – ‘t süht mulmij ut, wie kriejet ‘n Jewitter HA-Bee. – 5. ‘unbehaglich, bedenklich, gefährlich’ 2: ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf. – mich schwant so wat, als ob de Sache jetzt mulmich word ZE-Roß.
Lautf.: mul(l)mig, -ich, -ij; außerdem: [mulmi] Wb-Be; mulmicht Mda-Sti 175; [mlmi] Mda-Ar 30.
Mummeldr n. ‘jmd., der sich gegen Kälte dick in warme Kleidung einhüllt’ 1: SA-Se.
Lautf.: Mummeltheir.