1man Indefinitpron. dient der Verallgemeinerung eines persönlichen Subjekts ‘einer, irgendjemand, jemand, der stellvertretend für jede beliebige Person, genommen werden kann’, auch verallgemeinernd von einer unbestimmten Menschenmenge, 1: SA-Dä, 2: verstr. Altm., vereinz. JE2, verstr. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: CA-Ak, Wb-Be – man kann’t nich wetten HA-Oh; Män mött driest schrein, süss fösteit he uns nich. Mda-Ar 53 (SA-Vi, OST-Schr); enklitisch: in Somma mütt’n (muss man) fi (viel) dringkng SA-Dä; kamme (kann man), wemme (wenn man) Wb-Nharz 122; Rda.: mor kann sn was mor will, jemachd word nischd CA-Ak; mer kann sn was mer will, forkrt isses toch Wb-Be.
Lautf.: man; außerdem: män Mda-Ar 53 und 54 (SA-Vi, OST-Ar Schr); men Wb-We 85; enklitisch: -me Wb-Nharz 122; -n (nicht eindeutig von der Kurzform für  n, ner zu trennen) SA-Dä, Wb-Holzl 138; [mr] CA-Ak, Wb-Be; [mor] CA-Ak.
Michal ohne Genus ’29. September’, Kalendertag des Erzengels Michael, verstr. – Um M. näherten sich die Arbeiten in der Landwirtschaft ihrem Ende: tau Micheilich sünt de Eppel rpe HA-Oh. Das Vieh wurde nicht mehr ausgetrieben. SA-Vi, Vk-Anhalta 283. In der Zeit um M. (14 Tage vor bis 14 Tage nach M.) wurde das Wintergetreide ausgesät. SA-Rist, Ackerbau-Anhalt 250, Vk-Anhalta 283. – Brauch: Zu M. wurden Abgaben entrichtet und das neue Pachtjahr begann: Zinsen, Pachte, Swinegeld Ausdeutung des Glockengeläuts zu M., OSCH-Krop; … un de veele Ackerpachte, de se alle Jahre tau Micheilig oder Martinig krejjen … Wedde 1938,46. Üblich waren auch Naturalabgaben an Lehrer und Pfarrer, z.B. Gänse (ZE-Na) oder Roggen (ZE-Mühl, KÖ-Wa, DE-Scheu). Vk-Anhalta 283. Das Gesinde konnte den Dienst wechseln (verbr.):Ach du liebe Seele, morgen ist Michele,
Ach du lieber Gott, morgen muß ich fort.
Vk-Anhaltb 64
(ZE-Na).
Da M. als eine Art Erntedankfesttag angesehen wurde (Vk-Anhalta 283), fanden auch Tanzveranstaltungen statt. Tanzlied:Michäilich, Michäilich,
All wedd’r Michäilich,
Eerst gistern Michäilich.
Abergl-Ma 248 (GA-Mie).
– Volksgl: Wer die Heiligkeit des Tages durch Arbeiten auf dem Feld störte, hatte keine gute Ernte zu erwarten. Volksfeste-Altm 296, Vk-Anhalta 283. Auch Arbeiten mit dem Gespann sollten unterbleiben. SA-De. Knechte und Mägde suchten auf fremden Grundstücken am Morgen Futter, bes. Grünkohlköpfe, (SA-De), um das Vieh vor Verzauberung zu schützen. SA-Pre. Die Hexen ziehen in der Nacht zu M. zum Blocksberg. Abergl-Ma 248 (GA-Mie).
Lautf.: Michaeli OSCH-Krop; Michéeli CA-Fö; Michele JE2-Hü Wo, Vk-Anhaltb 64 (ZE-Gri Na), Michle Wb-Ak 113; Michaelis verstr.; Micheilig, -ich vereinz. elbostf.; Michheilij HA-Bee; Micháilich Wb-Holzl 141, Wb-We* 226; Michäilich Abergl-Ma 248 (GA-Mie); Michlig Wb-Altm 137; [mili] SA-Rist, michlich Wb-Nharz 126; [miáylij] Nd-Börde § 57; Michlije Mda-Sti 127, Micheelije Firmenich o.J. 159 (WA-Ost).
Mlbutze f. ‘Stube in der Mühle’,  Feise, 2: SA-Vi.
Lautf.: Möllbutz.
werschärweln Vb. dass. wie  werrösten, 2: SA-Vi, GA-KloNeu.
Lautf., Gram.: Part. Prät.: oäberschärwelt SA-Vi; überschärbelt GA-KloNeu.