1Ferkel n. ‘junges, noch nicht entwöhntes Schwein’,  Farken, 2: SA-Win, OST-Schö, vereinz. JE2 JE1 w ZE, verstr. ö ZE, 3: vereinz. n/mittleres elbostf., verstr. s elbostf., 4: BA-Ha, verbr. anhalt. – mor hann glne Frgel jegrichd DE-Ca.
Lautf.: Ferkel SA-Win, OST-Schö, vereinz. JE2 JE1, ZE-Stre, GA-Oeb, OSCH-Emm, vereinz. s elbostf., BA-Ha; Färkel JE1-Wö, OSCH-KlQue; Farkel JE1-Ra Re, vereinz. w ZE, verstr. ö ZE, vereinz. HA, WA-GrGe HDo, vereinz. s elbostf. anhalt.; Frkel DE-Wa; [frgl] BE-Gü He, verbr. anhalt.
Fisch m. 1. ‘im Wasser lebendes, durch Kiemen atmendes Wirbeltier’ verstr. – Ries un Fisch Gericht, JE2-Wa; In’ Dik wern Fisch ... Kredel 1927,25; ... heite hawwich ’n Fisch, so een’n haste nonnich jefangn. Krause 1964,32; Rda.: Fisch will schwim’m Bemerkung, wenn man nach einem Fischgericht nach alkoholischen Getränken verlangt, Wb-Ak 58; munter wie so’n Fisch Vk-Harz 3,45; Schwimmen konne wie’n Fisch ... Heese 21919,12; Sprw.: Een soll nich ihr Fisch ropen, ihr’n s’ nich in’t Kiep hät. Bewohner-Altm 1,332. – Volksgl.: Eine Fischpupille in die Tasche zu stecken, ohne sie mit den Händen anzufassen, bringt Glück wie auch eine Fischschuppe, die man am Neujahrstag in die Geldbörse legt. Vk-Anhalta 269. – 2. in der Verbdg.: Fischfangen ein Kinderspiel, 2: STE-KlSchwa. – 3. in der Verbdg.: fule Fische ‘Ausflüchte, Lügen’ 3: Wb-We 156. – 4. ‘nach der Rundung des Mastes gearbeitetes, starkes Brett, das in den beiden oberen Armen des Scherstocks ruht’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 198 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 198 (CA-Ak). – 5. ‘Haut auf der gekochten Milch’,  Pelle, 2: SA-Win, vereinz. s Altm., 3: verbr. n elbostf., vereinz. mittleres elbostf., CA-Bo Fö, 4: CA-Ra Schw.
Lautf.: Fisch, [fi]; außerdem: Fisk, [fisk] veralt. vereinz. n nwaltm.; [fü], [f] CALV-Je, Siedler-Je § 144a.
1Holle f. 1. ‘hochragendes Federbüschel am Kopf von Vögeln’,  Noll(e), 2: SA-Win, GA-Ga, JE1-Scha, 3: WO-Mei, HA-Va, verstr. w elbostf., JE1-Me, 4: verstr. nthür., BE-Ad. – 2. ‘Haarsträhne, Haarbüschel über der Stirn’ 3: Wb-Holzl 105, Wb-We* 215, Wb-Nharz 80, QUE-Que, 4: Mda-Sti 151, BA-Ha.
Lautf., Gram.: HolleSA-Win, GA-Ga, JE1-Me Scha, HA-Va, verstr. w elbostf. nthür., BE-Ad; Holl’n m. HA-Bee; Hulle GA-Nie Wa, [hul] WO-Mei.
Kaffkiste f. ‘Futterkasten im Stall’,  Fudderkasten, 2: SA-Win.
kempen Vb. ‘brünstig sein’, von der Sau,  brümmsch, 2: SA-Win, 3: GA-Nie.
kfen Vb. 1. ‘tadeln, schelten’, auch ‘keifen’ 2: Wb-Altm 99, Id-Altm, Albrecht 21822 1,171, 3: Wb-Holzl 118 (HA-Höt), Lieder-Ma Nr. 85 (HA-Höt), Wb-We 64 – He het kaewen. Id-Altm; Papa ward dick kiemen … Lieder-Ma Nr. 85 (HA-Höt);Sehn ji, wie de Olle kiwt?
Em wat up den Bümmel giwt?
Albrecht 21822 1,171.
– 2. ‘ungeschickt schneiden’,  kaddeln, 2: SA-Win.
Lautf.: kifen Id-Altm; kf’n Wb-Altm 99; kiwen SA-Win; kw’n Wb-Altm 101; kiben Wb-We 64; Nbf.: kmen Wb-Holzl 118 (HA-Höt), kiemen Lieder-Ma Nr. 85 (HA-Höt). – Gram.: starke Flexion kfen, kf, kwen belegt Altm. – Etym.: (2.) nach Wb-Lüneb 2,120 zu kfen zu stellen, Übertragung von ‘streiten’ über ‘mit Waffen kämpfen’.
Klump(en) m. 1a. ‘gekochter Kloß aus Kartoffeln oder Mehl’ 1: SA-Han Ho, 2: Wb-Altm 106, OST-Sto, GA-KloNeu, WO-Me Sa, verbr. mbrdb., 3: verbr. elbostf., 4: verbr. anhalt. – Der K. wurde roh auf die zu garenden Speisen gelegt und dann mit diesen in der  Grde gekocht. Speisen-Börde 386. K. wurde zu allen Gerichten gegessen. Es gab kaum eine Mahlzeit, bei der er fehlte, ob heiß oder kalt gegessen, zur Suppe, zum Braten, zum Frühstück oder zur Vesper. Ein verbr. Sonntagsgericht war selbst gemachter Sauerkohl, der mit Schaf- oder Schweinefleisch gekocht wurde, und K. Außerordentlich beliebt, vor allem in der Zeit von Oktober bis zur Fastnacht, waren mit anderen Zutaten verfeinerte Gerichte aus Mohrrüben und K. Kost-Ma 70f. – Suern Klump WO-Me Sa; Klump un Speck HA-Oh; Ries un kleine Klümpe OSCH-Schw; Swarten Klump Wb-Holzl 192 (HA-Eil); Klump un Plumen JE1-Ziep; Klump un Bratchen HA-Uep; Rda.: Kool un Klump füllt den Buren den Rump. Wb-Holzl 121. Reim:Hoch in de Danne!
Beier
(Bier) in de Kanne!
Klump op’n Disch,
de smecket frisch.
HA-Oh.
Tanzreim:balle wille düt nich,
balle wille dat nich,
balle wille Klump und Beern nich.
Id-Eilsa 50.
Hofklump Kartuffelklte Kartuffelklump Klt Klunz Klt(en) Mehlkloß Mlklump Mlklunz Tüffelklt Tüffelklump Tüffelklt. – 1b. ‘Topfkuchen’,  Pottkken, 3: verstr. w elbostf., CA-Fö. – 1c. ‘Köder zum Angeln’ 2: Mda-Ze (verstr. ZE). – 2. ‘meist feuchte, zähe zusammengeballte Masse, Brocken’, bes. von Erde, 3: verstr. mittleres/s elbostf., 4: vereinz. omd. – an Klump’m Lm. Wb-Ak 91; roggen in klump un weiten in sump Roggen wird auf einen Acker gesät, der K. bildet, Weizen wird auf einem nassen Feld ausgebracht, Wb-Nharz 100; Klümpchen Dim. FlN, von harter fester Erde, Burghardt 1967,77 (WA-Ba Ste). – 3a. ‘Haufen, aufgehäufte Menge, hügelartig Angehäuftes’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm., vereinz. JE2 JE1, ZE-Roß, 3: WO-He, vereinz. mittleres/s elbostf., 4: Wb-Ak 91, Wb-Be – op einen Klumpen stahen ‘zusammengedrängt stehen’ CA-Fö; Rda.: et is alles in’n klump ‘efollen (zusammengefallen) Id-Queb 4; In’ Klump lig’n ‘in einer Schlägerei sein, in Streit liegen’ Wb-Altm* 60; alles in’n Klump sln ‘etw. völlig entzwei schlagen’ HA-Oh; dr hat sein Rd in Klump jefr’n Wb-Ak 91; äre Mudda is än oll Klump ‘ihre Mutter ist sehr dick’ JE2-Scho; n’ Klumpen Unglücke ‘ein großer, ungeschickter Mensch’ HA-Oh; sit te nich da wie son Klumpen Unglücke! HA-Bee; In n’n Klumpen tosammenschten ‘vor Schreck zusammenfahren’ Wb-Altm 106. – 3b. ‘geschichteter großer Holzhaufen’,  Holtdme(n), 1: SA-Zie, 2: OST-KlBeu Poll Wah. – 3c. ‘Heuhaufen’,  Heuhocke(n), 2: SA-Win, OST-Bi, GA-Fau. – 3d. ‘großer, ungeordneter Strohhaufen’,  Strdme(n), 2: OST-KlBeu. – 3e. ‘Misthaufen’, auf dem Feld, 2: OST-Bi. – 3f. ‘Rübenhaufen’ 1: SA-Rist. – 3g. ‘Maulwurfshügel’,  Mollbarg, 2: OST-Bi Schö. – 4. ‘harte Geschwulst’ 3: Wb-Nharz 100. – 5. ‘Anzahl, Menge’, bes. ‘Schar, größere Anzahl von Personen’,  Korpssei hat en Klump Kinner ‘sie hat viele Kinder’ 3: Wb-We 68.
Lautf., Gram.: Klump(en), Klump(e)n; außerdem: Klump’m Wb-Ak 91, [klumpm] SA-Zie, Mda-nwJe1a 44 (JE2-HSe, verbr. nw JE1), Wb-Be; [klump] JE2-Scho; [klumbm] SA-Rist; [glumb] Mda-Fuhne 17 (DE-Ca); [klumb] CA-Ak; [glumb] verbr. anhalt.; Klümp, [klümp] Pl.(?) SA-Ha KloNeu, GA-Fau; [klümp] Pl. OST-Bi; Klümpe Pl.(?) JE2-GrWud; Klümpe Pl. WO-Dru; Klümpk’n Dim. Wb-Altm. 106f.; Klimpe Pl. WO-Me; Klimpen Pl. BLA-Tr; [glimb] Pl. Mda-Fuhne* § 283 (BE-Le Pei, KÖ-Il, verstr. DE); [klimpr] Pl. DE-Els; [glimbr] Pl. verstr. anhalt. Zuss.: zu 1a.: Hwe-, Hof-, Kartuffel-, Ml-; zu 1b.: Hwe-, Ktel-; zu 2.: s-; zu 3b.: Holt-; zu 3c.: Heu-, Lde-; zu 3e.: Mess-; zu 3g.: Moll-, Mollworms-, Mollworps-, Mlworms-, Mlworps-.
köppen Vb. 1. ‘den Kopf abschlagen, jmdn. enthaupten’ 2: Wb-Altm 113, 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Be, Wäschke 31919,82 – Keppen darf der jar keen’n … a.a.O. 82. – 2a. ‘den oberen Teil eines Baumes, die Baumspitze abhauen’, bes. von Pappeln und Weiden, 1: SA-Bre Dä Le, 2: SA-Win, 3: vereinz. n elbostf., verstr. w/sö elbostf., 4: verstr. anhalt.  afhacken afköppeln afköppen afslgen köllen kröppen thacken tkden tköllen ttackern. – 2b. ‘Spitzen vom grünen Weizen abschneiden’ 2: JE2-Scho. – 2c. ‘Kopf und Blätter der Rübe abtrennen’ 1: SA-Rist, 3: WA-We, QUE-Hau, CA-To. – 3. ‘zu Kopf steigen’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 113, 3: HA-Oh, Wb-Nharz 95 – dat hell Baia köppt bannich ‘das helle Bier steigt sehr zu Kopf’ SA-Dä.
Lautf., Gram.: köpp(e)n SA-Bre Le Win, Wb-Altm 113, WO-Da, vereinz. w/sw elbostf., BA-Ha; [köpm] verstr. nwaltm., vereinz. SA, verstr. s Altm., WO-HWa; [köp] SA-Dä, JE2-Scho, Id-Eilsa 73; [köbm] SA-Rist; kepp(e)n verstr. mittleres/sö elbostf., Wäschke 31919,82; kepp’m, [kepm] Wb-We* 221, Wb-Be; [keb] DE-Els; [geb] verstr. anhalt.; jekept Part. Prät. QUE-Hau. Zus.: sonstiges: nick-.
Kkenblme f. PflN 1. ‘Buschwindröschen’ 3: Vk-Harz 3,50, Wb-Nharz 96. – 2. ‘Märzglöckchen’ 3: Wb-Nharz 96 (BLA-Hü). – 3. ‘Wiesenschaumkraut’,  Wischenschmkrt, 2: SA-Win, GA-Ro, 3: GA-Ge. – 4. ‘Rittersporn’ 3: Id-Eilsa 75.
Lautf., Gram.: Kükenbloame GA-Ro; -blaume Id-Eilsa 75; -blaumen Pl. GA-Ge; Kückenblom SA-Win; Kikenblaume, kken- Vk-Harz 3,50, Wb-Nharz 96.
Mehlkloß m. ‘gekochter Kloß aus Mehl’,  Klump(en), 1: SA-Bre, 2: SA-Win.