anknicken Vb. ‘einen Sprung, Riss bekommen’, von der Schale des Eies, 3: CA-Fö, 4: Wb-Ak 20 – de Eier sin neknickt CA-Fö.
Lautf., Gram.: neknickt Part. Prät. CA-Fö; nknicken Wb-Ak 20.
ankoppeln Vb. 1. ‘einen Wagen anhängen’ 3: CA-Fö. – 2. ‘Tiere in Gruppen festbinden’ 4: Wb-Be.
Lautf.: ankoppeln CA-Fö; [nkopln] Wb-Be.
anmoppen Vb. dass. wie  anmten 2., 3: CA-Fö.
Lautf., Gram.: nemoppt Part. Prät.
annßeln Vb. refl. ‘sich betrinken’ 3: CA-Fö.
Lautf.: annöseln.
anplren Vb. ‘angaffen, mit starrem, verwundertem Blick auf etw./jmdn. schauen’ 2: JE2-Scho, 3: CA-Fö – d plat m s schf an JE2-Scho.
Lautf., Gram.: nplieren CA-Fö; [plat an] 3. Sg. Präs. JE2-Scho.
anputzen Vb. 1a. ‘(den Weihnachtsbaum) schmücken’ 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 22. – 1b. refl. ‘sich auffällig oder geschmacklos kleiden’ 2: STE-Buch. – 2. ‘betrügen, täuschen, übervorteilen’,  bedrgen, 3: vereinz. elbostf. – der hat mik neputzt CA-Fö.
Lautf., Gram.: anputzen Wb-Holzl 55, HA-Oh; -putzt Part. Prät. STE-Buch; nputzen Id-Eilsb 146, Id-Quea 142; neputzt Part. Prät. vereinz. nö QUE, CA-Fö; nputzen Wb-Ak 22.
anrgen Vb. 2: Wb-Altm* 67, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 21, Wb-Be. 1a. ‘jmdn./etw. anfassen, berühren’ – Ick mag’n Modd’r nich anrög’n Wb-Altm* 67; röge mik nich n! CA-Fö; Rda.: dat Dier rö’t kaine Snute ann ‘das Tier frisst nicht’ Wb-Holzl 164. – 1b. ‘etw. in Gang setzen oder in Gang halten’ – de r nrn ‘das Pendel der Uhr in Bewegung setzen’ Wb-Nharz 15; de Glut mot man öftersch nregen CA-Fö. – 2a. ‘antreiben, anspornen, zur Eile drängen’ – dae Paere anrjen BLA-Brau. – 2b. (refl.) ‘sich beeilen’ – rö’ dick mal an! ‘beschleunige deine Arbeit’ Wb-Holzl 55; r en betjen n ‘fahre etw. schneller’ Wb-Nharz 15. – 3. ‘etw. ansprechen, zur Sprache bringen’ – Sprw.: wer et anrejet, wett’n Felder ‘wer davon spricht, kennt die Ursache des Fehlers’ Sprw-Börde. – 4. ‘beleben, aufmuntern, hervorrufen’, von bestimmten Stoffen – tas rjetn Appett n Wb-Be. – 5. ‘anrühren, verrühren’ – n’ Deich (Teig) anren HA-Oh.
Lautf., Gram.: anrög’n Wb-Altm* 67; -röjen HA-Um; -ren, -rö’en, -rön vereinz. w elbostf.; nrögen, -röhen CA-Fö; anregen, -rjen Wb-Holzl 55 (Allertal), BLA-Brau; -rejet 3. Sg. Präs. Sprw-Börde; nrjen Mda-Sti 21; -rehen CA-Fö; -rn Wb-Nharz 15; [nrjn] Wb-Be.
Anspänner m. ‘Kleinbauer, Fuhrmann’,  Ktste(r) (n.Z.), 3: BA-Rie, CA-Fö, 4: Heese 21919,101.
Lautf.: Anspänner BA-Rie, Heese 21919,101; n- CA-Fö.
anständig Adj. 1. ‘gesittet, höflich, ehrbar’ 2: JE2-KlWul, Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie), 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – ... weil e doch en anständijer Karl war ... Heese 21919,77. – 2. ‘ausreichend, zufriedenstellend’ 3: HA-Oh, CA-Fö – hei is nständig versorget HA-Oh. – 3. ‘beträchtlich, gehörig, viel’,  bannig, 3: HA-Oh, CA-Fö, 4: Wb-Ak 24, Krause 1964,75 – du krist ne nständige Dracht ‘du bekommst tüchtig Prügel’ CA-Fö; Se han nsten’nich jejessen un jetrunken. Wb-Ak 24.
Lautf., Gram.: anständig Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie), Richter o.J. 90; -ständiges gem. Dekl. n. Nom. Sg. WA-Bey; -ständiger gem. Dekl. m. Nom. Sg. Heese 21919,77; nständig CA-Fö; anstännig, -ich HA-Bee Oh; -stäniget gem. Dekl. n. Nom. Sg. JE2-KlWul; -schtännich Krause 1964,75; -stenniget gem. Dekl. n. Nom. Sg. WE-Ost; -stennich Id-Eilsa 48; nsten’nich Wb-Ak 24.
anstken Vb. 1. allg. ‘etw. anstechen’ 2: vereinz. Altm., ZE-Gri Roß, 3: vereinz. w elbostf. – a. ‘etw. durch Einstich öffnen’, bes. ‘anzapfen’ – n’ Ft Beier anstken HA-Oh; Unn nu is de Kaamer (des Hamsterbaus) annestoken. ... Da liet datt Getreide sau twei Hänne hoch. Hbl-Ohre 1928 Nr. 22/Wöhlbier (HA-Eim). – b. in versch. Verbdg. auf den Menschen bezogen – einen nschtken ‘jmdn. reizen’ Wb-Nharz 16; hei hat mick schöne annestook’n ‘er hat mich heftig angefahren, gescholten’ HA-Bee; watt anstäk’n ‘schlagen, prügeln’ Wb-Altm 243; hei het b ne hellisch neschtken ‘er ist unangenehm aufgefallen, hat Missfallen erregt’ Wb-Nharz 16; anestoken sin ‘betrunken sein’,  dn, Wb-We 8. – 2. ‘etw. (mit einer Nadel) an etw. befestigen, anstecken’ 3: vereinz. n elbostf. (außer s GA), Wb-Nharz 16, 4: Wb-Ak 23 – Vorsch Fest muß ich noch neie Jard’n nstechen. a.a.O. 23; hai hat sik ne strze (Strauß) annestk’n Spr-Maa 439 (WO-Ol). – 3. ‘anzünden, zum Brennen bringen’ 2: vereinz. brdb., 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – et hs nschtken Wb-Nharz 16; hei hat ’n Dimm’m (Diemen) anestken HA-Oh; steche ma de Latarne an! ZE-Roß; Hei stok sick de Lüchte an ... Rauch 1929,100; ... denn stoppe hei de Piepe un stok se ahn. Wedde 1938,55; Sprw.: stik et Licht an, wenn de Frösche kwaken! ‘das Aussprechen der Wahrheit beendet jede üble Nachrede’ Sprw-Börde; refl.: hei stickt sich n ‘er errötet, schämt sich’ CA-Fö. – 4. ‘etw. auf jmdn. übertragen oder von etw. erfasst werden’, bes. von Krankheiten, 2: ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 23, Krause 1964,120 – gah nich na Willem – de ... stickt dick an HA-Bee; Schnapp’m (Gähnen) sticht n. Wb-Ak 23.
Lautf., Gram.: Inf.: anstek(e)n, -stk(e)n, [anstkn] Id-Altm, vereinz. elbostf.; [nstkn] QUE-Di; anstäken, -stä(ä)k’n, -schtaek’n, [anstkn] vereinz. Altm., Spr-Maa 439 (JE1-Ran Ziep), vereinz. n elbostf., WE-Oster; nschtëken Wb-Nharz 16; [anten] ZE-Roß; nstechen Wb-Ak 23; 3. Sg. Präs.: steckt an, schteckt - ZE-Gri, Krause 1964,120; stickt - vereinz. n elbostf.; - n CA-Fö; sticket an HA-Oh; sticht n Wb-Ak 23; Imp. Sg.: stick an vereinz. n/mittleres elbostf.; stich oan, n vereinz. anhalt.; steche an ZE-Roß; 3. Sg. Prät.: stok - Rauch 1929,100; stok’e - mit Enklise des Personalpron. m. HA-No; anstok Heimatkalender-Je 1937,76 (JE2-Fi); stok ahn Wedde 1938,55; steek an Berufe-Altm 251; schtachs - mit Enklise des Personalpron. n. Wäschke 61915,10; Part. Prät.: an(n)esto(o)k(e)n, -stken vereinz. elbostf.; nestoken, -schtken Wb-Nharz 16, CA-Fö; [nstkn] QUE-Di; anjestoch(e)n Spr-Asch 19, Richter o.J. 105; njestochen Wb-Ak 23; [antk] JE2-Scho.