Gohre ON – Neckreim: In Juur smeckt dat Äten suur 2: STE-Wa; in Juar wässt dat Jeld upt Ruahr (Rohr) 2: STE-Go.
hlbmig Adj. 1. ‘klobig, nicht ausreichend zerkleinert’ – datt Holt iss noch to hlbömig 2: Wb-Altm 80. – 2. ‘spröde, hart’ – dat Larra (Leder) is tau heboimich 1: SA-Dä. – 3. ‘ungeschickt, ungewandt’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 80, STE-Go – dai Jung is tau heboimich SA-Dä; h slg hlbömig hen Wb-Altm 80. – 4. ‘gesund’ 3: Wb-Holzl 102.
Lautf.: hlbömig Wb-Altm 80, STE-Go; hailbömich Wb-Holzl 102; [heboimi] SA-Dä.
krsen Vb. dass., 2: verbr. brdb., 3: verstr. ö elbostf., 4: CA-Ra – de Roggen kröst STE-Go.
Lautf.: krös(e)n verstr. nbrdb., vereinz. JE1 ö elbostf.; kröesen GA-Ku Vi, STE-Ri; kröäs(e)n, [krzn] verstr. Altm., JE2-Scho, JE1-Ge; [krzn] Mda-nwJe1b 65 (JE2-HSe, verstr. n JE1); [kr()zn] Siedler-Je Kt. 11t (w JE2 nw JE1); krüsen WO-Wo; kroisen GA-Al; kresen verstr. sö elbostf., CA-Ra; kreasen JE1-Walt; kräsen, [krzn] verbr. mittleres/s JE1, ZE-Ke; kräschen ZE-Ra Ro; kreisen ZE-We; grösen, gröäsen verstr. nw Altm.; gräsen OST-GrAu. – Etym.: wohl zu mnd. grsen, grsen ‘zerstoßen, verkleinern’, vgl. HWb-Mnd 2,182, s. auch Wb-Meckl 3,321 grusseln2, Wb-Niedersächs 5,791 grsen2, grsen und Wb-BrdbBerl 2,1203 kroese(l)n.
Nacht f. 1. ‘Tageszeit zwischen dem späten Abend und der Morgendämmerung’ verstr. – et Nachts ‘in der Nacht’ HA-No; b nachte dass., Wb-Nharz 131; Bi Nachten goah’k dao mien Lew’dag nich we’r vöärbi. Pohlmann 1905ff.,116; Vor Nacht isse jekom’m. Wb-Ak 118; lest’n Nacht waiat tau dsta (dunkel) SA-Dä; dao will ik east Nacht iwa schlaop’m SA-Dä; g Nacht Grußformel vor dem Schlafengehen, QUE-Di; Rda.: b nacht un newel ‘ganz heimlich’ Wb-Nharz 131; de Fawrke geit Dch un Nacht HA-Oh; sik de Nacht umme de ern sln ‘wegen etw. nachts nicht zum Schlafen kommen’ HA-Oh; Sprw.: de Nacht is keines Minschen Fründ Wb-We 91; Inne Nacht sin alle Katzen jrau. Wb-Ak 118. – 2. ‘die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar’,  Twölften – a. in der Verbdg.: de hilligen twölf Nächte 1: SA-Dö, 2: SA-GrAp, STE-Sche, JE2-Par, Vk-Anhaltb 25 (ZE-Cos Stra), ZE-Reu, 3: vereinz. elbostf., 4: BA-Gü, vereinz. anhalt. – b. in der Verbdg.: de hilligen Nächte 2: OST-Bi, GA-Wet, STE-Ei Kre, JE2-Bre See Wu, JE1-Ih Mö, vereinz. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: BA-Ha, Vk-Anhaltb 25 (BE-Il). – c. in der Verbdg.: de twölf Nächte 2: STE-Go Ost, ZE-Bur, 3: WE-Mi, QUE-Ga. – d. in der Verbdg.: die zwölf rauhen Nächte4: Vk-Anhaltb 25 (BE-Fr). – e. in der Verbdg.: die langen Nächte 4: a.a.O. 25 (BE-Il, DE-Mei). – f. in der Verbdg.: die geheimen Nächte 4: a.a.O. 25 (BE-Il). – g. in der Verbdg.: de witten Nächte 3: WE-Schie. – h. in der Verbdg.: de grulichen Nächte 3: BE-KlMü. – 3. in der Verbdg.: fre Nacht ‘Nacht vor Pfingsten’ 1: BrauchwAltm 59f. (vereinz. nwaltm.), 2: a.a.O. 59f. (vereinz. SA, verstr. GA, STE-Bu Kö), 3: vereinz. n elbostf. – Brauch: In dieser N. ist es den jungen Männern erlaubt, Schabernack zu treiben. So werden z.B. Ackerwagen auseinandergenommen und auf den Dächern wieder zusammengebaut oder das Vieh der Bauern vertauscht. Die Burschen haben bei ihrem Rundgang sogar das Recht zu stehlen, weshalb die Bauern Geld oder Naturalien bereitlegen. Beim Abhalten eines Dorfgerichts werden Personen, bes. die Mädchen des Ortes, getadelt oder verspottet. Brauch-wAltm 59f. – 4. in der Verbdg.: de kolden Nächte ‘die drei Eisheiligen’,  shilligen, 2: JE1-Grü, 3: HA-Sie.
Lautf., Gram.: Nacht, [nat]; außerdem: ncht Mda-Sti 13; Pl.: Nächte verstr. nd. (außer nwaltm. und n/mittlere Altm.), BA-Gü Ha, verstr. anhalt.; Nächt SA-Dö, vereinz. n/mittlere Altm.; Nechte HA-Oh, nechte Wb-Nharz 131; [ned] BE-He Wa; nachte Wb-Nharz 131, Mda-Sti 13. Zuss.: zu 1.: Johannis-, Matthias-, Midder-.
Nickelmann m. 1. dass. wie  Nicker 1., 2: ADVk Nr. 124a (STE-Go, WO-Col Ri, vereinz. JE2 JE1), 3: verstr. elbostf., 4: Vk-Anhaltb 45 (BA-Ha), vereinz. w anhalt. – 2. in der Verbdg.: Nickelmann trecke mik ran ein Spiel, 3: WA-GrOt. – 3. Pl. NeckN für die Bewohner von Badeborn, 3: BA-Ho.
Lautf., Gram.: Nickelmann; außerdem: -männer Pl. BA-Ho; [niglman] vereinz. BE.