denn I. Adv. – 1. zeitlich, vgl. dann (bei 1b.), dn(e) (bei 1a.), dunn(e), 1: vereinz. nwaltm., 2: vereinz. Altm. (außer sö) JE2, verstr. ZE, 3: verbr. elbostf., 4: verbr. omd. – a. ‘danach, nachher, daraufhin’, häufig auf und folgend – denn junk hei wech Wb-Nharz 40; erst dütt un denn datt Wb-Altm 34; un denn jehmer noch n Stickchen na de Bahne lenkhenn ZE-Roß; Un ging denn noa de houhe Schol ... Matthies 1903,5; Ich kahmb denn bei en Harrn Rat in Dienst ... Richter o.J. 11; Verbdg.: dännnochend ‘dann danach’ STE-GrMö; Rda.: kriegt män irst’n Näs’ un dänn n Brill Zurechtweisung naseweiser Jugendlicher, OST-Möl. – b. ‘zu dem betreffenden (späteren) Zeitpunkt’ – We denn hme km, harre’s Jeld vorlr’n. Wb-Ak 46; Et dure ok nich saulange, denn lä hei sick henn tum Utrauhn, wur’t kein Opstahn wer von gifft. Rauch 1929,12;Se kann et Winters kommen, denn
Is nist de daun op’t Feld!
Gorges 1938,13.
– 2. bedingend ‘unter diesen Umständen, in diesem Falle’, häufig in Verbdg. mit wenn, z.T. enge Berührung mit 1b., vgl. dann 3., verbr. – Wenn düt de ohle Kausche süht, denn frit hei mick heilbeinig op. Lindaua o.J. 73; ... un wenn nich gliks Spritzen doa sind, dänn brennen de olle Strohgebäuden reihlang af. Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); ... wärn Rei’m ehackt. Denn sind de Hacken nochml so breit, weil de Rei’mrejen breider sind wi de Koornrejen. Lautdenkmal 1937 (HA-Neu); Rda.: ... wenn schon, denn schon ... Richter o.J. 67; ... wenn dat mien Vader de wetten krigt, denn gift et de Jacke vull (Prü- gel) ... Wedde 1938,21; Se bruken bloß de Näs nach gahn, denn i’st blot noch’n Hunnblaff (eine kurze Strecke) wiet! Bewohner-Altm 2,123; Sprw.: Wenn’t Kind in’n Pütt’n (Brunnen) fallen is, denn ward’r todeckt. Spr-Altm 14. – 3. ‘außerdem, ferner’ 2: vereinz. Altm. – Unn denn de kroasig (munteren) Kinner ... Kredel 1927,41. – II. Pt. verstärkend, bes. in Fragesätzen, verbr. – drinkste denn Melk? WO-Dru; ... was ist denn da los? Wäschke 61915,98; wat hat’e denne secht? HA-Oh; “Wat jiwwet et denn?”, frade se neischierig. ZE-Hu; ... öwer weetst du denn ook, ob mei d’ Deern lien mag?“ Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.); no denn kum man Wb-Nharz 40; enklitisch: wszan? ‘was denn?’ Mda-Sti 124; wurummen? ‘warum denn?’ Wb-Holzl 75; witten wech ‘willst du denn weg’ Wb-Nharz 40. – III. Konj. kausal zur Angabe einer Begründung, vereinz. – un word doch natt, denn’t Dack wass twei. Wb-Altm 276; ... denn et waarten doch tau schlechte Tieten. Wille 1927,XV (BLA-Be); ... wur hei’n dicken Fusthandschen ower harre, denn’t war grade Winterstiet, ... Rauch 1929,34; Awwer forr Musike da mißt Ihr sorjen, denn die jeheert zus Tanzen dorrzu ... Heese 21919,11.
Lautf.: denn, [den]; außerdem: deänn OST-Go; dänn verstr. ö Altm. JE2, ZE-Kö Roß, vereinz. WO; denne bes. am Satzende Mda-Ze (ZE-Roß), vereinz. elbostf. anhalt.; enklitisch verkürzt zu ’(e)n verstr.
dorchhauen Vb. 1. ‘zerhauen, in zwei Teile hauen’ – n’ Ast dorchhaun 3: HA-Oh. – 2. ‘schlagen, verprügeln’,  verhauen, 2: STE-GrMö, Heimatkalender-Ma 1930,82 (JE2-Vie), 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 49.
Lautf.: dorchhau(e)n verstr. elbostf.; dörch- STE-GrMö, Heimatkalender-Ma 1930,82 (JE2-Vie); du(ri)chhauen Wb-Ak 49.
Ende n. 1a. zeitlich ‘(Ab-)Schluss’ verstr. – et mutt’n Enne hebben Sprw-Börde; ... jedes Jahr von Ende April bis in’n Juni rin ... Krause 1964,23; Dunne was der Eddelmann met Le’gen ant Enne, ... Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie); Se dachte, ihr selijes Ende wär jekommn. Krause 1964,75; fr sn Änne rpe noch lthals: “ik bin unschuldich” Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa); Rda.: letzten Ennes ‘schließlich’ HA-Oh; Kerel un kein Enne! Ausruf der Verwunderung, Wb-We 35; Rt’nsplt un kn Enn’! von einem Jungen gesagt, der viel Kleidung verbraucht, Wb-Altm 47; da is et Enne von weg ‘ohne Ende, dauernd’ CA-Fö; dat is nahe vor sienen Enne von einem geizigen Menschen gesagt, wenn er etw. schenkt, Sprw-Harzvorlg 263; Datt’t is’t Enn’ von Led vom enttäuschenden Ausgang einer Angelegenheit gesagt, Wb-Altm 125; Sprw.: Enne gut – alles gut, awer wie süht et in de Midde ut? scherzh., WE-Oster. – 1b. in festen präp. Redewendungen, vereinz. – Ehr awwer Peter mit seine Fra zu Enne kam, ... Wäschke 61915,115; ammenne (vielleicht) kümmt hai noch Wb-Holzl 54; bloß den Kohn nich alltuschwar beloden, dat er nich ant Enne (zu guter Letzt) versupt JE2-Zo; Rda.: mit dän’n geiht balle to Enne ‘er stirbt bald’ JE2-GrWud. – 2. räumlich ‘Ort oder Stelle, wo etw. aufhört’ verstr. – häe wohnt vät (vor’t) Enn’n ‘er wohnt am Ende des Dorfes’ STE-GrMö; An jedet Enne von disse vier Burgehöfte ... Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie); dor Flg schdd ns annere Enge DE-Ca; Rda.: n allen ennen ‘überall’ Wb-Nharz 51; van Enn to Wenn ‘von Anfang bis Ende’ STE-Schi; d hat hei en gd Enne ‘da hat er eine gute Stellung’ Wb-We 35. – 3. ‘(End-)Stück’ 2: vereinz. Altm., ZE-Ze, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – en enneken worscht Id-Quea 151; dat Enn is tau kort SA-Dä; ... of se nich en Enne afhemm’n wollten ... Rauch 1929,46; He grep sick ’n Enn Latt un stöwt hinn dorch. Hagen 1957,328; Rda.: an lankes Enne ‘ein großer Mensch’ Wb-Be; Sprw.: dat dicke Enne kummet n HA-Oh; ’t dick Enn’ sitt’ hinn’ Wb-Altm 47; im Wortspiel mit 1a.: Das Spöll hat een Enn’, de Wost twee. Spr-Altm 75; spez.: – a. ‘Holzklotz, der zu Brennholz zerkleinert wird’,  Klotz, 2: JE2-Schö, JE1-Zie. – b. ‘Ackerstück’ 2: JE1-Zi, 3: HA-Oh, 4: DE-Ca, auch als oder in FlN, vgl. ausf. FlN-Ma/Anhalt 53 ff., 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. brdb., 3: verstr. nw elbostf., vereinz. mittleres/ö elbostf., 4: vereinz. anhalt. – das ne Enge haww ich fardch DE-Ca. – c. in der Verbdg.: det schmale Enne ‘der Rand eines Ackerstücks, auf dem beim Pflü- gen gewendet wird und der zuletzt quer zu den übrigen Furchen gepflügt wird’,  Anwend(e), 2: JE1-Stei. – d. ‘kurzes Tau, kurze Leine’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 252 (STE-Bit Tan, WO-Ro), 4: a.a.O. 252 (CA-Ak), Wb-Ak 52. – e. ‘Geschlechtsteil des Ebers, des Hengstes, des Stiers’,  Psel, 2: JE2-Scho. – 4. ‘Strecke, Entfernung’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 47, JE2-Scho, 3: verstr. elbostf. – ..., dat de en Enne hen toltere, ... Wedde 1938,54; hai waont an gants Enn wirra wech SA-Dä; ’t iss’n kort Enn’ bett daohenn Wb-Altm 47; unse Klaine lp all än Enne allne JE2-Scho; ick wär’n Enneken mitjehn Sprw-Börde.
Lautf., Gram.: Ende JE1-Zie, Heimatkalender-Ze 1961,96 (ZE-Ze), HA-Eil, Krause 1964,23; Enden Pl. BE-Gü; End Id-Altm; Enne, [en] verstr. JE2, JE1-Stei Zi, ZE-Ze, verbr. elbostf., verstr. anhalt. (jüngere Form); En’ne, [e] Elbschifferspr. 252 (STE-Bit, WO-Ro), verstr. n anhalt. (jüngere Form); Enn, Enn’, [en], [e] SA-Dä Rist, verstr.Altm.; Enneken Dim. Wb-Altm 47, vereinz. elbostf.; Enge, [e] verstr. ö ZE, vereinz. nthür., verstr. anhalt. (in DE ältere Form); [n] Siedler-Je § 62 (mittleres/s JE2 JE1); [n] Dat./Akk. Sg. Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa); [] Siedler-Je § 62 (n JE2); [n] Pl. JE2-Schö; Zuss. mit der Präp. am: amende ZE-Göd, Spr-Asch 48; amenne vereinz. n elbostf., Vk-Ask 103, Wb-Ak 16; amenge Alt-Cöthen 59; [menn] DE-Ca.
ten n. 1. ‘zubereitete Speise’ verbr. – ten keken HA-Oh; Essen trn ‘das Mittagessen zur Arbeitsstelle des Vaters bringen’ Wb-Ak 53; dat Aet’n mütt east sackng SA-Dä; ... denn smecket mek Äten un Drinken op’n besten ... Wedde 1938,7; Un ick möt dat ok seggen, dat brune Kohlzupp een wunnervoll Eten is. Essen-nwAltm 91 (SA-Han). – 2. ‘das Einnehmen der Mahlzeit’, auch ‘festliche Mahlzeit’ verstr. – Jroßmudd, Ji solln tum Ätn km STE-GrMö; Na, mer verzeehlten bei’s Essen nuh hin unn her ... Richter o.J. 40; se hebn wol gret ten? Mda-Weg 93.
Lautf.: auf -t, -d auslautend: vereinz. SA, OST-Meß, Pohlmann 1905,13; Lautf.  ten.
ten Vb. allg. 1. ‘(als) feste Nahrung zu sich nehmen, essen’ – itt nich so fett STE-GrMö; ohne Täne äten ZE-Sta; inne Kkng d’n w ümma JE2-Scho; ... wenn ik do Fröhstück äten. Pohlmann 1905,2; Hest denn all wat geten? Bewohner-Altm 2,41 (SA); Max, du saß na Huse koamen, wie willn wat äeten! Heimatkalender-Je 1927,118 (JE2-Vie); ... erscht wollen mer abber unsen Schweinebraten essen. Richter o.J. 32; Als nu dat Nachtmal e gett’n war, sette sick olt un junk noch en Schur vor de Döre ... Rauch 1929,61; Rda.: Er ißt wie an Scheffeldrescher. ‘Er isst viel, unmäßig.’ Vk-Anhalta 62; hei itt als wenne Lüse kaut ‘er isst langsam’ Sprw-Eils 39; Aeten wat de Kelle gift Sprw-Harzvorle 144; ut’n Äten en Handwark drut maken ‘großen Wert auf das Essen legen’ BA-Re; t man, morjen krt et doch bles de Katten! scherzh. Aufforderung zum Essen, HA-Oh; ick ete, wat ick will un hole ut, wat ick mott Wb-Holzl 83 (HA-So); Un nu is met unse Mutter jar nich mehr jut Kärschen essn. ‘Mit ihr kommt man nicht gut aus, sollte man sich nicht anlegen.’ Spr-Asch 28; Sprw.: so as ick ät, so arbei ick SA-Ta; Wenn’n bie ’n Aeten schweet; denn hilpt et. Chr-Em 430; sülwest eten mkt fett Wb-We 36; Eten und Drinken hält Lief un Seele tesamme Sprw-Börde; De Bri wät nich so ht gät’n, as he uppdraogt is. Wb-Altm 25; Sprw.: äten, fräten, supen, langsam gn un pupen, dat sleit an WE-Be. – 2. in Verbdg. mit charakterisierenden Adj. ‘durch Essen in einen bestimmten Zustand bringen’ – Itt dick satt un dicke, stick aber nist in de Ficke (Tasche). Chr-Em 430.
Lautf.: Inf.: et(e)n, [t()n] vereinz. nwaltm., verstr. Altm., JE2-Ste, vereinz. JE1, verbr. HA, sonst verstr. elbostf. (aufgrund der Laienschreibung ist nicht auszuschließen, dass ein Teil dieser Belege, bes. im Nwaltm. und Brdb., ä-, [-] zuzuordnen ist); edn OST-Sto; ät(e)n, [t()n] verbr. nwaltm. nbrdb., verstr. mbrdb. HA, sonst verbr. elbostf.; äd(e)n, [dn] SA-KlGe, vereinz. nbrdb.; eiten, ait(e)n vereinz. n nwaltm.; [aet, -d-], [ait, -d-] SA-Dä; [äitn] verstr. n nwaltm.; eaten vereinz. mbrdb.; eäten, [ätn] GA-Kä, vereinz. ö Altm., verstr. mbrdb.; äaten, [atn] JE1-Ge, verstr. ZE; äeten JE2-Par, vereinz. sö JE2; [ätn] Siedler-Je § 81 (s JE2 JE1); etten GA-Rö, WA-Do Schl; ätten WA-Ble; essen verstr. mittleres/s ZE, Spr-Asch 28, CA-GrRo, BA-Ha, QUE-Frie, verbr. anhalt.; äsn Mda-Ro; aszen Mda-Sti 12; 3. Sg. Präs.: itt Wb-Altm 260, vereinz. GA STE, verbr. elbostf.; ißt ZE-Göd, vereinz. anhalt.; ett Bewohner-Altm 2,135, verstr. mbrdb.; ätt JE1-Ge; Imp. Sg.: itt Wb-Altm 48, STE-GrMö, verstr. elbostf.; Wb-Ak 53; ett Spr-Altm 50, verstr. mbrdb.; [es] Mda-Ze (ZE-Roß); 1./3. Sg. Prät.: aat, [t] verstr. elbostf.; [t] QUE-Di; att Wb-Altm 48, Pohlmann 1905,50; t Wb-Altm 48; Part. Prät.: geten Bewohner-Altm 2,41 (SA); gëten Wb-Altm 48; [gdn] SA-Rist; gäeten SA-Se; [jatn] ZE-Göd; [j-] ZE-Kö; egett(e)n, -jett(e)n JE2-Gü, verstr. elbostf.; [jet] JE2-Scho; [jjetn] Mda-Ze (vereinz. ZE); [-jet] JE2-Scho; jejessen, [jjesn] Mda-Ze (ZE-Roß), Richter o.J. 32; gätten SA-La, Bewohner-Altm 1,323, STE-Bis.
Frtaust m. ‘verregnete Erntezeit, in der die Helfer oft untätig herumsitzen (und essen)’ 1: SA-Dä Rist, 2: STE-GrMö – n Supaust (heiße Erntezeit) is mäe lewer as n Frätaust a.a.O.
Lautf.: Frätaust, [frtaust] SA-Rist, STE-GrMö; [frait-] SA-Dä.
frösten Vb. ‘unter den Gefrierpunkt sinken’, von der Temperatur, vgl. 1frsen, fröstelndät wärt woll ball frösten 2: STE-GrMö.
Galitzenstn m. ‘Kupfer- oder Zinksulfat, -vitriol’, bes. zum Beizen des Saatguts verwendet, 2: OST-Me, STE-GrMö, 3: Wb-We 37 und 62.
Lautf.: Galitzenstein Wb-We 37; Nbff.: Karlitzen- a.a.O. 62; Kanitschensteen OST-Me, STE-GrMö. – Etym.: 1. Glied wohl nach der span. Landschaft Galicien benannt, vgl. DWB 4,1,1,1180.
Gänser m. ‘Gänsehirt’, veralt., 2: STE-GrMö.
Gastgebott n. ‘Gastmahl, Feier’ 2: STE-GrMö, 3: Wb-Holzl 94 (HA-Ost).
Lautf.: Gastgebott, -jebott.