janken Vb. 1. ‘vor Schmerzen stöhnen oder wimmern’, auch von Tieren,  stnen, 1: SA-Dö Rist, 2: Wb-Altm 91, SA-Meh, OST-GrBa, STE-GrMö KlMö Wa, 3: GA-Oeb, Id-Quea 160. – 2. ‘Hunger, Appetit, Verlangen nach etw. haben’,  gpern, 2: Wb-Altm 91.
Lautf.: jank(e)n; außerdem: [jak] SA-Rist.
j Personalpron. 2. Pers. Pl. auch als Anredeform (veralt.), verbr. – r kennt eich was han! Wb-Ak 64; Jroß- mudd, Ji solln tum Ätn km STE-GrMö; op Hochkant möjje ne nehm’m! HA-Bee; Rda.: Dee mött’t ji hejen un plejen. Wb-Holzl 37; Halt jich enne Fru von Werig (Wedringen), da bruken je kein Hoffhund. WO-GrAm; Ji seggt man taun olles Pärd scherzh. Antwort auf die Anrede in der Höflichkeitsform, Sprw-Börde.
Lautf.: ji, [j]OST-Möl, STE-GrMö, JE2-Vie, verstr. JE1 (außer s), Dialekt-Ma 12 (ZE-Dor), verstr. elbostf., BA-Ha; WE-Oster; jai, [jai] vereinz. s JE1 nw ZE, ZE-Ned Reu; [ji] Mda-Ze (ZE-Gro); [jei] verstr. nö ZE; gi Wb-Altm 64; je enklitisch oder in unbetonter Stellung; [r] Dialektgeogr-Elbe/Saale Kt. 22 (JE1-Ge Güt), verstr. w/sö ZE anhalt.; r BLA-Brau; -er, [-r] enklitisch. – Gram.: Dat., Akk.: ju, [j] vereinz. ö nwaltm., verstr. Altm. (außer sö), vereinz. sö JE1; jau, [jau] vereinz. s JE1 nw ZE, ZE-Ned Reu, Dialekt-Ma 11 (CA-Gli); [jou] verstr. nö ZE; juch, [jux] Dialekt-Ma 11 (verstr. w JE1, ZE-Dor), WA-Alt, WE-Oster, Dialektgeogr-Elbe/Saale Kt. 23 (verstr. n CA); [juk]GA-Bo Le, CALV-Uth Zo; jch Wb-We 60; [jk] WO-Zi; jüch vereinz. s HA; [jük] SA-Die Jü Sa, WO-Col; jch Wb-We* 218; jich, [ji] vereinz. nö elbostf., BLA-Brau; jch, [j] vereinz. sw elbostf.; [ük] verstr. n nwaltm.; uch BA-Ha; [ai] verstr. w/s ZE anhalt.
kken Vb. 1. ‘gucken, schauen’ 1/2/3: allg. nd. (außer mittleres/s elbostf., dort vereinz. neben  kucken) – dat is doch seo naiwlich (nebelig), dat’n nich fan n’n Hius nao anna kkng kann SA-Dä; Rda.: He kiekt as’n Mus ut’n Dunk Hede (aus einem Bündel Werg). ‘Er guckt verständnislos, verblüfft.’ Spr-Altm 82; de mokt n pa Ogn, as wennt Uhl ut n Heedunk kickt dass., STE-GrMö; Daomit kann’r nich wt ümmher kik’n. ‘Er hat sehr beschränkte finanzielle Möglichkeiten.’ Wb-Altm 278; kiekt nich wieder wie de Nese reckt ‘er hat einen beschränkten Gesichtskreis’ Sprw-Börde; He hat to deep int Glas keken. ‘Er ist betrunken.’ Bewohner-Altm 2,129; kke mal an!Ausruf der Verwunderung, HA-Oh; he lett sien Kieken ‘er stirbt’ GA-Ga; Sprw.: wecker dod is, lett sien Kieken ‘wer gestorben ist, wird von der Familie vergessen’ SA-Die; Kiek, eh’r de köffst. Spr-Altm 77. – 2. in der Verbdg.: klar Kiek ‘dünner Kaffee’,  Plurre, 2: GA-Wer.
Lautf.: kken, kieken, [kk]. – Gram.: Zu sw. Flexion tritt st. gebildetes kken Part. Prät. verstr. nbrdb., [kakn] Dialekt-Ma 8 (verstr. JE1), [jekak] ZE-Kö, zusätzlich auch sw. kkte 1./3. Sg. Prät. verstr. nbrdb.; kken 3. Pl. Prät. Rauch 1929,155. Zuss.: zu 1.: hen-, hinderdorch-, in-, n-.
Ksefrter m. ‘Person, die wählerisch im Essen ist’,  Kmsnte, 2: GA-Po, verstr. ö Altm. – dat is n Kiesfreter STE-GrMö.
Lautf.: Kiesfreter OST-Sto, GA-Po, STE-GrMö; -fräter, [ksfrt] verstr. ö Altm.
Klöppelhans m. ‘Böttcher’,  Böddeker, 2: STE-GrMö.
Klttorn m. 1. ‘aus Findlingen erbauter Kirchturm’ 2: STE-GrMö. – 2. ‘(Kirch-)Turm ohne Spitze’ 2: Wb-Altm* 60, Wb-Altm** 43, WO-Ro.
Lautf.: Klttorm Wb-Altm* 60, Wb-Altm** 43, Klut- STE-GrMö, WO-Ro.
2Krn m. ‘Kornbranntwein’,  Sluck, 2: STE-GrMö Ste, JE2-Mü, ZE-Roß, 3: HA-Oh, 4: Wb-Be.
Lautf.: Kern HA-Oh; außerdem: Korn, [korn].
Krnenholt n. ‘Giebelverzierung an mit Stroh gedeckten Fachwerkhäusern’, bestand aus einer Krone und einem sich darunter befindlichen Stern, symbolisierten Loyalität gegenüber Staat und Kirche, diente zugleich als Halt für die Windschutzbretter, 2: SA-Rie, STE-GrMö Schi.
krumm Adj. 1a. ‘nicht gerade, gebogen’, von der Form, vom Wuchs, verstr. – dor Schdrich is je jans grumm DE-Ca; de Weg jeiht krumm üm dan Berj rüm STE-GrMö; Rda.: krumm wie an Flitzeboen Vk-Anhalta 62; de Tun is all krumm un scheif HA-Bee; subst.: ’n ‘s Krumm aus de r’n schln ‘jmdn. verprügeln’ Wb-Ak 98; Sprw.: krumm un scheif, hädd Gott ok leiw SA-Die. – 1b. ‘gekrümmt, gebückt’ verstr. – … hei gaht ziemlich krumm … Hbl-Ohre 1928 Nr. 3/4/Wöhlbier (HA-Eim); Verbdg.: krumm ln ‘kein Geld haben’ Wb-Ak 98; krumm ummegan ‘heischend herumgehen’ Wb-We 75; Rda.: mit’n krumm’ Arm kaom’n ‘jmdn. durch Geschenke beeinflussen wollen’ Wb-Altm 118; Hei is ook krumm, wenn’r sick bückt. ‘Er gibt nicht gern.’ Bewohner-Altm 1,347. – 1c. in der Verbdg.: wat krumm nmen ‘etw. übel nehmen’ 2: Wb-Altm 118, 3: HA-Bee Oh, Klaus 1936,18. – 2. in der Verbdg.: krumm und lm – a. ‘kraftlos, erschöpft, müde’,  slapp, 2: ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: BA-Ha, vereinz. w anhalt. – wenn ick Wäsche hawwe, bin ick ams immer janz krummelahm ZE-Roß. – b. ‘kaputt, entzwei’, auch ‘sehr, überaus’,  bannig, 2: JE1-Try, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 98, BE-HErx – dor lachd sich grumm un lm BE-HErx; riet alles krumm un lohm JE1-Try; dän schla ick krummelahm ZE-Roß. – 3. ‘unrechtmäßig, unlauter’ – Sprw.: Krummes verstahn, awer nich begahn 3: Sprw-Börde.
Lautf.: krumm, [krum]; außerdem: [grum] vereinz. anhalt.; krümm GA-Mie. Zus.: zu 2a.: krz-.
Langkl m. PflN ‘Weißkohl’,  Wittkl, bes. ‘in Stücke geschnittener, gekochter Weißkohl’,  Lappe(n), 2: STE-GrMö KlMö.