lten Vb. 1. in Verbdg. mit einem Inf. ‘veranlassen, bewirken’ verbr. – sik trn lten HA-Oh; wi mött use Waage eicken laten HA-Bad; se leiten öhre Hunne wär säuken Hbl-Ohre 1928 Nr. 9/Wöhlbier (HA-Eim). – 2. ‘dulden, erlauben, zulassen’ verstr. – in Verbdg. mit einem Inf.: en’n maken laten, wat he will Wb-We 79; ohne Inf., elliptisch: lßen doch, wenn’e ins Wasser fellt, is’t seine Schuld Wb-Ak 102; lößt sich die all? ‘gestattet sie geschlechtlichen Verkehr?’ ZE-Roß. – 3. verbr. – a. ‘unverändert lassen, an seinem Ort, in seinem Zustand lassen, zurücklassen’ – liggen, sitten, stn, stecken, pen lten HA-Oh; unn sönne Schwudderhosen (Feiglinge) dee leiten wie ok an liewesten te Huse Heimat-Ohre 1922/Wöhlbier (HA-Eim); Rda.: dr hat se sitzen lßen ‘er hat sie nicht geheiratet’ Wb-Ak 102; et gt sn lten ‘es bei etw. bewenden lassen’ Wb-Nharz 114. – b. ‘jmdm. etw. belassen’ – d mußt dei’n Jungen nich al’l Wil’l lßen Wb-Ak 102. – c. ‘jmdm. etw. zugestehen’ – dat mott’ne einder lten, turnen kann hei HA-Oh. – 4. ‘etw. irgendwo unterbringen’ 2: Wb-Altm 63, Wb-Altm* 62, 3: CA-Fö – wu soll ik dat alles laten? CA-Fö; Rda.: drinken dk recht gärn, ick kann’t k laot’n sagt der Trinker zweideutig (Bezug zu den Bed. ‘unterlassen’ und ‘unterbringen’), Wb-Altm* 62. – 5. ‘entweichen lassen’ 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 102 – Wter lten ‘urinieren’ HA-Oh; Rda.: einen gn lten ‘einen Darmwind entweichen lassen’ HA-Oh. – 6. in Verbdg. mit sick und einem Inf. – a. ‘können, zu etw. geeignet sein’ 2: JE2-Scho, 3: vereinz. elbostf. – in Dstan (im Dunkeln) lött sich schlecht kkng JE2-Scho; dat fleisch let sek nich bten Wb-Nharz 114. – b. Ausdruck der Anerkennung, verstr. – dat let sek sein (sehen)/hren (hören) Wb-Nharz 114. – 7. verstr. – a. ‘unterlassen, nicht tun’ – dat kannste scheene laten CA-Fö; hai kann dat Schtaian (Stehlen) nich laodn’n SA-Dä; Rda.: dat harschte man laten sollen Ausruf bei Entgegennahme eines Geschenks, Sprw-Börde; Sprw.: wer woll sitt, lt sin Rücken ‘wem es (wirtschaftlich) gut geht, sollte keine Veränderungen vornehmen’ HA-Oh. – b. ‘ablassen’ – lß de Finger dorvon! Wb-Ak 102; Sprw.: ert (Art) lett nich fon ert ‘angeborene negative Eigenschaften lassen sich nur schwer ablegen’ HA-Oh. – c. in Verbdg. mit sick ‘aufhören’ – et lett sick 3: Wb-Holzl 132 (WA-KlWa). – 8. ‘überlassen, aushändigen’ verstr. – lt mek doch dat schtr Wb-Nharz 114; du kannst mik doch den Acker lten HA-Oh. – 9. ‘sich gehören, schicken’ 3: vereinz. elbostf. – dat lett nich Wb-We 79. – 10a. ‘aussehen’ 2: verstr. Altm. – de Din lött’t jo recht snicker (sauber, ordentlich) STE-GrMö; mien Oawt (Obst) lött smuck un is hell’sch möär (mürbe, weich) Pohlmann 1905,22. – 10b. ‘kleiden, gut stehen’ 2: verbr. Altm. JE2-Mi Scho, 3: verstr. elbostf. – de han son bunt Röck an, dat lät em so schön SA-Jee. – 11. in der Verbdg.: sick nicht lten können/sick nicht t lten wten ‘sich nicht fassen können’ 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 102 – hei wett sich nich te laten CA-Fö.
Lautf.: lt(e)n SA-Darn, verstr. brdb., verbr. elbostf.; [lt] Id-Eilsa 75; lden WE-Wa; lt(e)n verstr. nwaltm., verbr. brdb., verstr. w elbostf., verbr. ö/sö elbostf.; [ldn] BE-He; [lt] JE2-Scho, [lt] JE2-Par; [laotn] verstr. nwaltm.; [latn] ZE-Kö; [laod] SA-Dä; lt(e)n verstr. nwaltm. Altm., verbr. JE2 JE1, ZE-Na, HA-Neu, CA-GrRo; lden JE2-Neu; latten SA-Kön, WO-Eb, WA-Ste; lotten JE1-Me; lassen vereinz. nd., CA-Zu; lossen BA-Neu, KÖ-Wu; lsen QUE-GrSchie, BE-Gü HErx, lßen verstr. anhalt.; ls(e)n, lßen ZE-Roß, verbr. anhalt.; lßen CA-Ca, verbr. nthür., BE-Neu. Gram.: 3. Sg. Präs.: lett SA-Dä, verstr. Altm., JE2-Scho, verbr. elbostf.; lätt SA-Jee, CA-Fö; lott verstr. ZE; lött vereinz. Altm., JE2-Mi Scho; lost Mda-Ze (ZE-Roß); Imp. Sg.: lt verbr. elbostf.; late Wb-Holzl 132; lt Wb-Altm 124, Dialekt-Ma 8 (verstr. s/sw JE1), verstr. ö/sö elbostf.; lott verbr. mbrdb., CA-GrRo; lött verbr. JE2; led JE1-Stei; lß Wb-Ak 102; los Mda-Ze (ZE-Roß), loß Mda-Sti 17; 1./3. Sg. Prät.: Abweichung von regelhafter Bildung nur lß Wb-Ak 102; Part. Prät.: ohne Präfix in Verbdg. mit dem Inf. eines weiteren Verbs, Stammvokal wie Inf. Zuss.: zu 2.: hen-, heranlassen; zu 3a.: in-; zu 3b.: wer-; zu 5.: ls-, nedder-; zu 7.: hinder-, lucker-, n-; zu 8.: hinder-, n-, wer-; sonstiges: in-, n-.
Lkenwaschfr f. dass. wie  Lkenfr, 1: SA-Ku, 2: STE-GrMö.
Lautf.: Likenwaschfrau STE-GrMö; [likvafrau] SA-Ku.
mken Vb. 1. ‘tätig sein, etw. tun, unternehmen’ verbr. – det maken alle Liere ännersch ZE-Gri; Eck kan et nich machn Spr-Asch 19; dat warrt glks e’mket HA-Oh; ick wett nich, watt’er t mken sall HA-Oh; d is nischt b te mken Wb-Nharz 122; S was macht mor nich! Wb-Ak 108; No, wat makeste denn awer ok! Ausruf, wenn jmd. gestolpert ist oder einen Schaden angerichtet hat, Sprw-Harzvorlg 264; Rda.: mket anderst! secht Beksmann ‘es ist nun einmal so’ Mda-Weg 106. – 2a. ‘etw. herstellen, verfertigen’ verbr. – Körw moaken STE-Hü; … ik moake mei ne Piepe … ZE-Nu; Kannste mich m anne Scharze (Schürze) machen? Wb-Ak 108. – 2b. ‘etw. hervorbringen, erzeugen’ verbr. – Feier machen Wb-Ak 108; Rda.: Make kan’n Summs nich ‘lass dein Gerede’ Spr-Asch 19. – 2c. ‘seine große Notdurft verrichten’,  schten, verstr. – dat Kind hat eben wat e’ mket HA-Oh. – 2d. ‘ein Kind zeugen’ vereinz. – hei hat’t ‘n Kind e’mket HA-Oh. – 2e. ‘sprechen, erzählen’ – platt moakn 2: Mda-Ze (verstr. ZE). – 3a. ‘etw. bearbeiten, für einen bestimmten Verwendungszweck herrichten’ verbr. – Jrs machen Wb-Ak 109; Sejl moken ‘Strohseile zum Garbenbinden vorbereiten’ WA-Neu; s Bedde machen CA-Ak; Haß (heiß) Wasser maken Spr-Asch 19; sich de Hre machen CA-Ak; de Holthauersch kunten sich nah’n Feierahnd noch ne Karre full Holt vör sich moken JE2-Gü; Unsen Acker machte Kselr. Wb-Ak 108. – 3b. ‘Speisen und Getränke zubereiten’ vereinz. – was machemor denn haide ds Midd? CA-Ak. – 3c. ‘hinzugeben’ verbr. – moag en bißchen Kümmel an Wittkohl OST-Na; Mir machen kne Semmel’l inne Lewwerworscht. Wb-Ak 108. – 3d. in der Rda.: Make deck nischt opn Schlips ‘bekleckere dich nicht’ 3: Spr-Asch 19. – 3e. ‘anziehen’ – Herr Lehre, kann mr uns in’n Tornanzuch machn 3: Spr-Asch 19. – 4a. ‘bewirken, verursachen, hervorrufen’ verbr. – Drsch (Mühe, Arbeit), Spß machen Wb-Ak 109; Ummestenne mken HA-Oh; Stank maken Spr-Asch 19; Sprw.: ten mket Spss, Frten noch mer HA-Oh. – 4b. ‘in einen bestimmten Zustand versetzen’ verbr. – wach, warm machen Wb-Ak 108; sich schmuck machen ‘sich herausputzen’ CA-Ak; w hem’m Molthp’m (Maulwurfshügel) jlatt emokt JE2-Scho; du kannst einen vorrückt mken HA-Oh; diu hat uns doch raen kateosk (ärgerlich, wü- tend) maokt SA-Dä. – 5. ‘sich in bestimmter Weise verhalten, gebärden’ verstr. – Rda.: an Jesichte machen ‘das Gesicht in besonderer Weise verziehen’ CA-Ak; de mokt n pa Ogn ‘er staunt sehr’ STE-GrMö. – 6. ‘sich in einer Entwicklung, einem bestimmten Zustand befinden’ – a. ‘sich in positiver Weise entwickeln’ verbr. – et mkt sek Wb-Nharz 122; t macht sich Wb-Be. – b. ‘ein bestimmtes Befinden haben’ verbr. – wat mkste ‘wie geht es dir’ Wb-Nharz 122; … wat moakt Dien Wief? Albrecht 21822 2,3; was machsde denn immer noch? CA-Ak; mahkt gut Abschiedsgruß, QUE-Di. – c. in Rda. euphem. vom Sterben,  starwen, verstr. – alle machen ‘sterben’ Serimunt 1930 Nr. 82; de moakt nich mehr lang ‘er stirbt bald’ GA-Vo. – d. ‘eine bestimmte Eigenschaft, Beschaffenheit besitzen’ verstr. – de Weg moket an Berje ne Böje (Kurve) WE-Heu. – 7. in der Verbdg.: sik t nichts wat mken – a. nur mit variabler Angabe der Pers. im Nom. ‘gleichgültig bleiben, sich nicht beeinflussen lassen’ verstr. – b. mit variabler Angabe der Person im Nom. sowie des betreffenden Objekts im Dat. ‘etw., jmdn. nicht schätzen, nicht mögen’ verstr. – t rsbr make ek mek nischt Wb-Nharz 122. – 8. ‘gehen, fahren, reisen, sich irgendwohin begeben’ verbr. – mir machn hr langk Wb-Be; du moksd tem Ploien(Pflügen) SA-Die; morjen machmer na Zarwest ZE-Roß; Mr machen mit de Bne n Machdeborch. Wb-Ak 108; Wir machen uns jleich ibern Marcht weck zu Hause. Spr-Asch 19; upn Kn mken ‘sich von Land wieder auf den Kahn begeben’, Schifferspr., Elbschifferspr. 347 (WO-Ro); Rda.: op de Sock’n maken ‘sich auf den Weg machen’ Spr-Asch 19. – 9. ‘eilen, sich beeilen’ verbr. – mke doche Id-Eilsa 77; swinne mken HA-Oh; fiks mkng STE-Buch; Ich muß machen, daß ich n de Ellewe komme, der Damper hat all jetutt. Wb-Ak 108; Rda.: Trab machen ‘sich beeilen’ a.a.O. 108; Vers: Makt, makt, et wörd kolt! Ausdeutung des Krächzens der Krähe, WO-Schn. – 10. in der Verbdg.: (sik) wat mken ‘etw. heimlich entnehmen, beiseite schaffen’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 351 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 351 (CA-Ak), Wb-Ak 108. – 11. in der Verbdg.: Mach sachte ‘vorderer, ungefalteter Teil des Frauenrocks’, wird von der Schürze bedeckt, 2: Wb-Altm 130. – 12. in der Verbdg.: Maok di lustig, frölich upp un trurig daol ‘Mittel zur Erregung der Brunst bei Tieren’ 2: Wb-Altm 134. – 13. Part. Prät. – a. ‘wohlhabend, angesehen’ 3: vereinz. elbostf. – dat is’n jemachter Mann HA-Oh. – b. ‘verloren’ – kr ek dek, denn biste jemacht 3: Wb-Nharz 58.
Lautf.: mak(e)n, [mk()n] SA-Max, JE2-NeuWa, vereinz. mbrdb., verbr. elbostf.; maok(e)n, [mk()n] verstr. nbrdb., vereinz. mbrdb., CA-Atz Bru Gli, [mkn] CALV-Uth Zo, WO-HWa, WA-Neu; [mk] JE2-Schö, [mk] verstr. s nwaltm., verbr. Altm., Siedler-Je § 137a; [maok] verstr. n nwaltm.; moken STE-Schl, JE2-Gü; [makn] verstr. ZE; [mak] ZE-Kö; macken HA-Iv; mach(e)n, [ma()n] ZE-Roß, Spr-Asch 19, Mda-Ro, verbr. anhalt.; mchen Mda-Sti 2. – Gram.: 3. Sg. Präs.: maakt, [mkt] verstr. HA, OSCH-Grö, WA-Sche West, vereinz. s elbostf.; makt (bes. bei Belegen aus JE2 JE1 ist Kürze zu vermuten) SA-Darn GrGe, OST-KlBeu, GA-Le, CALV-Calv, JE2-Cab, JE1-Ziep, verstr. elbostf.; magkt BLA-Hü, BA-Ra; magt OSCH-Dee; magd WA-Do; maket GA-Oeb, HA-Oh, OSCH-Ad, Sprw-Harzvorlf 22, verstr. WE, BLA-Rü; mak WE-Schie; mäkt WO-Zie; moakt, [mkt] verstr. nwaltm. Altm., JE2-Fi Tu, verstr. w JE1, WO-Je, vereinz. HA, OSCH-Pa, vereinz. WA, QUE-Di Ga Hau, verstr. nö CA; moakt SA-Ah, vereinz. Altm.; maogt OST-Na, OSCH-Crot; moaket WE-Ost; mk OST-De; mookt SA-Han Lie, OST-Hi Ost, HA-NHa, moockt WO-Gli; mokt (bes. bei Belegen aus JE2 JE1 ZE ist Kürze zu vermuten) SA-Le, verstr. Altm. JE2, JE1-Mö We, verstr. ZE, OSCH-Nie, QUE-Schn, CA-Sta; mogt (bes. bei Belegen aus JE2 JE1 ist Kürze zu vermuten) vereinz. SA GA, JE2-De, JE1-Wa, HA-Bar, WA-Schl; moket WE-Heu; mackt GA-Schw, JE2-Neu Schön; [mkt] JE2-KlWu Par Schön; mockt, [mokt] OST-Sto Ze, verstr. JE2, verbr. JE1, verstr. ZE; mock JE2-Ba; möckt STE-Ost Ta, WO-Ro, JE2-Kam Schön; mökt STE-Bir, WO-We, JE2-Bö; macht, [maxt] vereinz. brdb. elbostf., verstr. omd.; [maxd] vereinz. anhalt.; mcht BA-Sip. Zuss.: zu 1.: hen-, mit-, n-; zu 2c.: hen-, in-; zu 2e.: heruntermachen; zu 3.: in-; zu 4b.: heranmachen, ls-, nedder-; zu 8.: hen-, hinaufmachen, hineinmachen, ls-, mit-; zu 9.: hen-; sonstiges: lucker-.
Matrige f., m., n. 1. ‘Eiter’, z.T. veralt.,  Etter, verbr. – in dät Jeschwulst w s fle Matre in JE2-Scho; dat Mataierich mütt iut dan Schwaia (Geschwür) riutdrückt wrn’n. SA-Dä; Rda.: itt nich so fett, süss swärt dä et Hals aff van luter Matiere STE-GrMö. – 2. ‘trockener Schleim in den Augenwinkeln’,  Klter, 1: SA-Lag, 2: OST-KlBeu. – 3. ‘Senf’ 3: HA-Ost.
Lautf.: Materige WO-Gu, Wb-We 87, QUE-Kö; Materije, [matrij] STE-Buch, vereinz. n elbostf., BLA-Sti, Wb-Be; Materie verstr. ö/s Altm., vereinz. s JE2 n JE1, verstr. s JE1 ZE elbostf., vereinz. anhalt.; Matärie ZE-Stra; [madrij] verbr. BE; Materje HA-Ost, matrje Wb-Nharz 124, [matrj] Beiträge-Nd 66 (WO-HWa); Materii OST-GrBeu; Mat(t)eri a.a.O., STE-Bir Klä Elv, JE2-Neu; Matrig Wb-Altm 133, Mate(e)rig OST-Meß Sa, GA-Sie, STE-Wa, HA-Um, WE-Gö Oster, BA-Re; Mate(e)rich, [mat-ri] verstr. ö nwaltm. Altm. elbostf.; [matri] SA-Ev; Materek OSCH-KlQue; Mat(t)eirich SA-Die, GA-Nie; Maddairich SA-Schm; [matairi] SA-Dä; Mettairich SA-Lag; Matierije JE1-Gö; Mati(e)rie STE-Hä, JE2-Fi Grü, JE1-GrLüb, CA-KlRo; Matieri OST-Go Ho, STE-Neue Schi, JE2-Kl Wu; Matiere STE-GrMö Wit, [matr] JE2-Scho; Mati(e)rig SA-Ch Hen, vereinz. OST, GA-KloNeu, vereinz. n STE; Mati(e)rich vereinz. nwaltm., verstr. n Altm.; Mattdirich STE-Kre; Materinge JE2-Fie Za; Mat(t)ieringe vereinz. s JE2, JE1-HLo. – Gram.: -e f.; -i f. OST-GrBeu; -ig, -ich m.; außerdem: n. belegt: SA-Dä Schm, OST-Pe.
1mselig Adj. ‘übel, kränklich, unwohl’ 2: STE-GrMö.
Lautf.: mieselich.
1Ms n. 1. ‘breiartige Masse aus gekochtem Obst oder gekochten Rüben, Kartoffeln, Erbsen u.ä.’, bes. ‘Pflaumenmus’ verstr. – dat Maus is siua SA-Dä; wie willt Maus kok’n HA-Bee; d müst dät Ms ümran JE2-Scho; Rda.: tau Maus slen ‘verprügeln’, auch ‘zerschlagen, zerstören’ Wb-We 87; Maus is en Brotdieb QUE-West. – 2. ‘Mehlsuppe’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 139, STE-GrMö Ho Schi.
Lautf.: Moos, [ms] SA-Ku Zie, verstr. Altm., JE2-Scho, Dialekt-Ma 10 (verstr. sw JE1, JE1-Me Wa); Maus, [maus], [maos] verstr. nwaltm. elbostf.; Mus, [ms] vereinz. omd.; [ms] Dialekt-Ma 10 (verstr. mittleres/s JE1), Mda-Ze (ZE-Gro Reu Stre); Must WE-Oster; mst, must Mda-Sti 180. Zuss.: zu 1.: Kartoffelmus, Keiseken-, Kersen-, Klecker-, Klicker-, Lecker-, Lungenmus, Milchmus, Msken-; zu 2.: Klikker-, Klter-.
nippe Adv. 1a. ‘genau, zielgerecht’ 2: SA-GrGe, STE-Wa – nipp toufaten SA-GrGe. – 1b. ‘auf eine geringe Furchenbreite gestellt’, vom Pflug, 2: Vk-Anhalta 21 (ZE-Na), 3: Wb-Holzl 146 (OSCH-Osch). – 1c. ‘genau, scharf, deutlich’, auch ‘aufmerksam’, vom Sehen und Hören, 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. n/mittlere Altm., vereinz. s Altm., JE2-Scho, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 181 – npe henkken HA-Oh; Nu hört mal niepe tau, wie wi dat maken willt! Lindauc o.J. 28. – 2. dass. wie  nipper, 2: Wb-Altm 147, STE-GrMö, 3: Id-Queb 13. – 3. ‘wenig’ 2: JE2-Scho.
Lautf.: nippe, [nip] vereinz. s Altm., JE2-Scho, Vk-Anhalta 21 (ZE-Na), Rauch 1929,49; nip, [nip] verbr. nwaltm. n/mittlere Altm., Beiträge-Nd 66 (WO-HWa); niepe, [np] verstr. elbostf., Mda-Sti 181; [np] STE-Sa. – Etym.: zu mnd. np, nippe ‘genau, aus der Nähe’, vgl. HWb-Mnd 2,1103f.
Nölle(r) m. 1. ‘Kalb’ 2: Bewohner-Altm 2,87, STE-GrMö Schi, JE2-Ku. – 2. Lockruf für Kälber, auch in der Verbdg. mit kumm,  Mtsche, 2: verbr. ö Altm. (außer WO) n/mittleres JE2.
Lautf.: Nöller (1.) Bewohner-Altm 2,87, STE-GrMö Schi, JE2-Ku; nöller-nöller; Nöller kumm verstr. ö Altm. (außer WO), vereinz. n/mittleres JE2; Nöäller kumm JE2-Wa; nölle-nölle verstr. n/mittleres JE2; Nölle kumm JE2-Neu; Nölle komm JE2-HGö; nöllicken-nöllicken JE2-Schar.
Nottbm m. 1. PflN ‘Walnussbaum’ 2: Pohlmann 1905,36, STE-GrMö, JE2-HBe, 3: vereinz. n elbostf., 4: Wb-Ak 122, Wb-Be, Richter o.J. 62 – … de ha’ vöär d’ Dör Een’ bännig groten Nöätboom vöär Pohlmann 1905,36. – 2. ‘Weihnachtsbaum’ 2: Brauch-wAltm 14 (verstr. CALV), 3: a.a.O. 14 (verstr. s GA), ADVk Kt. 38 (Einzelbeleg HA), HA-Bee, 4: Vk-Anhaltb 21 (BA-Neu Schie) – ick döre dütt Jahr all hilp’n, wenn Mudder ‘n Nottboom ankleet HA-Bee.
Lautf.: Not(t)boom Brauch-wAltm 14 (verstr. CALV s GA), HA-Bee Um; -bem HA-Oh; Nötenboom JE2-HBe; Notte- verstr. Holzl.; Nußboom, -bm Wb-Ak 122, Richter o.J. 62; [nuspm] Wb-Be; Nootboom Wb-Holzl 147; Ntbm STE-GrMö; Nöätboom Pohlmann 1905,36. – Etym.: (2.): Benennung nach den am Weihnachtsbaum hängenden vergoldeten Nüssen, vgl. Brauch-wAltm 14.
gendner m. ‘Mensch, der anderen nach dem Mund redet’,  rden, 2: STE-GrMö, 3: Wb-Nharz 136.
Lautf.: Ogendeener STE-GrMö; gendeinder Wb-Nharz 136.