Butterweiber Pl. ‘Händlerinnen, die Butter (im Dorf) auf- und (in der Stadt) verkaufen’ 3/4: Vk-Unterharzb 90.
Lautf.: Botterweiber.
dorchknweln Vb. ‘etw. durch etw. knüpfen’ 3: Vk-Unterharzb 79.
Lautf., Gram.: darchjeknewwelt Part. Prät.
dorchstken Vb. 3: vereinz. w elbostf., 4: Vk-Unterharzb 100 (BA-Schie). 1. ‘hindurchstechen’. – 2. ‘hindurchstecken’ – Rda.: met einen dorchschtken ‘mit jmdm. gemeinsame Sache machen’ Wb-Nharz 44.
Lautf., Gram.: dorchstken HA-Oh; -schtëken, -schtk’n Wb-We* 206, Wb-Nharz 44; schteckt därch 3. Sg. Präs. Vk-Unterharzb 100 (BA-Schie).
Drft m. 1. ‘eisernes, dreibeiniges Gestell, auf das beim Kochen auf offenem Feuer Töpfe und Kessel gestellt werden’, veralt., ausf. vgl. Vk-Unterharzb 40 ff., 1: SA-Dä, 2: Kredel 1927,74, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 138, Vk-Unterharzb 41 (BA-Schie), BE-Me – op den Drewet wert de Kokelpott opesett HA-Um. – 2. ‘dreibeiniger Schemel’, vgl. Drbn, 3: Wb-We 30. – 3. PflN ‘Rainfarn’ 2: Wb-Altm 39.
Lautf.: Drefot, Drft Wb-Altm 39, Kredel 1927,74; Drewet, [drvt] verstr. elbostf.; Drebet Wb-We 30; [drws] BE-Me; trwes Mda-Sti 138; [drewt] Id-Eilsa 58; Dreifaut HA-Oh, Vk-Unterharzb 40 (jüngere Form); [draifut] SA-Dä.
Ernekranz m. 1. ‘Gebinde aus Ähren, Feldblumen und bunten Bändern’ 2: GA-Ka, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – sei hett den ernkranz ebrocht HA-Oh. – Brauch (wie auch für  Ernekrne 1.): Der E. wurde kurz nach dem Schneiden der letzten Halme aus den Ähren aller geernteten Getreidearten (die z.T. aus den zuletzt gebundenen Garben stammten) gebunden und oft auch mit einem Spruch versehen. verstr. Auf eine Reichgabel (STE-Schö, Vk-Unterharzb 102, Vk-Anhalta 280) oder Harke (Vk-Harz 8,79) gesteckt, führte man ihn auf dem letzten, bunt geschmückten Erntewagen mit, der unter dem Gesang der Mäher und Binderinnen das Feld in Richtung des Dorfes verließ, das man dann einmal durchfuhr. verstr. In anderen Fällen trug man den E. mit Musikbegleitung durch das Dorf (Bewohner-Altm 2,273) oder aber er wurde von einem Burschen auf einer Stange getragen, der ihn vor jeder Bauernwirtschaft tanzen ließ und dafür einen Schnaps erhielt (Wb-Ak 25). Gleich nach der Ankunft auf dem Hof wurde der E. dem Bauern/ Gutsherrn in feierlicher Weise – umrahmt durch einen Choral – durch den ersten Mäher oder dessen Frau (Vk-Anhalta 281) bzw. einer Binderin (Vk-Unterharzb 102) überreicht. verstr. Auf größeren Gütern erfolgte dies zu einem späteren Zeitpunkt, z.B. zum Erntedankfest. Bewohner-Altm 2,273, WE-Lan, Ackerbau-Anhalt 351, Vk-Anhalta 281 f. Die dabei gesprochenen Verse (Erntespruch, Erntekranzpredigt, Kranzbitte) trugen formelhaften Charakter:Heite bring’n mer ’n Aehrenkranz,
morjen die jebratene Jans,
Iwwermorgen das fette Schwein,
Drum wollen wir alle recht lustig sein!
Vk-Anhaltb 56 (DE-
Thu);
Ik bringe jüch den Kranz.
Hei is nich half, sondern ganz.
Hei is nich van Diestel un Dorn,
sondern van luter Winterkorn.
Vk-Altm 243 (um GA-Oeb).
Der E. fand einen Ehrenplatz im Haus des Bauern, vorw. im Flur, wo er bis zur nächsten Ernte hing. verstr. Die Benennung E. ging auf die Feierlichkeiten während und nach der Überreichung des E. über, s. 2. – 2. ‘das nichtkirchliche Erntefest’, Feierlichkeiten rings um die Überreichung von E. 1. und  Ernekrne nach dem Abschluss der Getreideernte, 2: Bewohner-Altm 2,273, OST-Ucht, vereinz. s Altm., verstr. mittleres JE2 mbrdb., 3: verstr. w elbostf., verbr. ö elbostf., 4: verbr. omd. – d ward orngrands jefaiord BE-Il. – Brauch: An das unter 1. beschriebene Zeremoniell schloss sich der Festschmaus an, bei dem Braten (von Schwein, Hammel oder Gans) gereicht wurde (vgl. Ernebrde(n)). verstr. Dazu gab es Hirse- oder Reisbrei (Vk-Anhalta 281), Kuchen und alkoholische Getränke. verstr. Im Nharz. bestand das Essen auch aus Kartoffelsalat und Schmorkohl. Vk-Unterharzb 103. Den Abschluss bildete ein Tanz auf der Scheunentenne, dem Kornboden oder im Wirtshaus, den der Bauer bzw. Gutsherr mit der Frau des ersten Mähers eröffnete. verstr., vgl. bes. Bewohner-Altm 2,273 f., Wb-Ak 25, Vk-Anhalta 281. In manchen Dörfern (bes. in Anhalt) gab es ein gemeinsames Fest aller Bauernwirtschaften. Ein Wagen mit Musikanten fuhr an der Spitze, dann folgten die Wagen der anderen Teilnehmer. Nach einer Runde durch das Dorf hielt man am Gasthof, wo sich an die Übergabe des Kranzes und die Dankesrede eines Bauern Festmahl und Tanz anschlossen. Vk-Anhaltb 55.  Aust Aust(e)br Austten Austköste Dag (Verbdg.) Dankfest Erneball Ernebr Ernebrde(n) Ernedankfest Ernedanz Ernefest Ernefer Erneköste Ernekrne Ernemltt Ernemuske Ernesms Erntegans Gdendl Hmelköste Hoferntekranz Holtschenball Vergdendl.
Lautf.: Ernekranz vereinz. mbrdb.; Arne- DE-Bo; Ehren- BrauchwAltm 98 (GA-Clü KloNeu), vereinz. n/w elbostf., WA-Re; E’ern-, ern- HA-Oh Ost; Ehrn- WO-Dru, HA-NHa No, vereinz. mittleres elbostf., WE-Il Re, BE-KlMü; Ärne- ZE-Ro; Ähren-, ëren- WO-Ma, JE1-Da, verstr. ö elbostf. (außer nö), Wb-Nharz 51, BLA-Ta, CA-Lö, verstr. KÖ, vereinz. w DE; Ährnkranz, -s (anhalt.: [rngrands]) WO-Ke Ri, JE1-GrLüb, GA-Nie, vereinz. ö elbostf., BLA-Ti, verstr. anhalt.; Ihren- OSCH-Di; Erntekranz OST-Ucht, vereinz. s Altm., verstr. mittleres JE2 mbrdb., GA-Dö Lock, vereinz. mittleres/sö elbostf., BA-Ha Schie, vereinz. s CA; Ernt- STE-Sta Stei; Ernde- WA-Neu; Ärnte- WE-Elb, DE-Je; Ährnde- GA-Ziep, BA-Re; Arnte-, [arndgrands] ZE-Jü, verstr. w/mittleres anhalt.
Fell n. 1. ‘(dicht behaarte) Haut eines Säugetiers’ verbr. – Dr Flaescher zitt denn noch uffen Ricken’ s Fell ob. Vk-Unterharzb 100 (BA-Schie); ... ward denn den Bullen ok et Fell awetrecket un et Fleisch vorkofft? Wedde 1938,40; Rda.: ’t Fell vertär’n ‘Leichenschmaus halten’ Wb-Altm* 53; Das Fell versaufen dass., Vk-Anhaltc 39; Fell versupen ‘einen Handel mit einem Trunk beschließen’ JE2-Schar; twischen Fell un Fleisch ‘unsicher (sein)’ HA-Oh; an Jesichte machen w an Ljarwer, dn de Felle fortjeschwum’m sin ‘verblüfft sein’ Wb-Ak 107. – 2. ‘Haut des Menschen’ verbr. – Rda.: dät Fell losmaoken ‘jmdn. verprügeln’ SA-Die; dat Fell versohlen dass., WO-Me; Fell ger’m dass., BA-Ha; wenn de nu nich uffpaßt, denn krist de’t Fell vull Androhung von Prügel, ZE-Roß; jetzt bin ich durch bis uffs Fell ‘ich bin völlig durchnässt’ BE-Pob; en dickes Fell hebben ‘seelisch unempfindlich sein’ Sprw-Börde; einen et fel ewwer de ren trekken ‘jmdn. übervorteilen, betrügen’ Wb-Nharz 207; kann sich in sin Fell nich barjen ‘ist übermütig’ Sprw-Börde. – 3. ‘Haut von Früchten’ – d Pasinge (Pfirsiche) hem’m än Fell w ne Ms 2: JE2-Scho. – 4. ‘Haut auf der gekochten Milch’,  Pelle, 2: WO-Loi Zi. – 5. in der Verbdg.: ’n ollet Fell ‘alte Frau’, abw., 2: Wb-Altm 50.
Lautf.: Fell, [fel]; außerdem: [fl] Mda-Ar 26; fal Mda-Sti 12.
Graseschein m. ‘vom Förster ausgestellter Schein, der zum Grasholen aus dem Wald berechtigt’ 3/4: Vk-Unterharzb 76.
Lautf.: Jraseschein.
Grwenstiezel Pl. ‘mit Grieben bestreutes Gebäck’ 3: Vk-Unterharzb 55.